{"id":239,"date":"2012-06-29T09:22:26","date_gmt":"2012-06-29T07:22:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?page_id=239"},"modified":"2021-02-14T11:28:09","modified_gmt":"2021-02-14T09:28:09","slug":"vielfalt-der-weis%c2%adstic%c2%adkerei","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?page_id=239","title":{"rendered":"Merkmale"},"content":{"rendered":"<strong>Die Schw\u00e4lmer Wei\u00df\u00adstic\u00adkerei<\/strong> wird auf dicht gewebtem Leinen gear\u00adbeitet, ist in den Motivf\u00adl\u00e4chen fadenge\u00adbunden, ansonsten frei. Sie setzt sich zusammen aus einer <strong>Kombination verschiedener Techniken<\/strong>: Flach-\/Oberfl\u00e4chen-, Durchbruch- und auch Ausschnittstickerei.<\/p>\n<p>Viele unter\u00adschied\u00adliche, gro\u00dfe Motive einfacher Formen wie Herz, Tulpe, K\u00f6rbchen, &#8222;Sonne&#8220; und Vogel werden immer mit <strong>Kn\u00f6tchen- und Ketten\u00adstichen<\/strong> \u2013 manchmal auch zus\u00e4tzlich noch mit Zierstichen \u2013 umgeben.<\/p>\n<p>Die innen liegenden Fl\u00e4chen werden mit <strong>Durch\u00adbruch\u00admustern<\/strong> verziert.<\/p>\n<p>R\u00e4ume zwischen den gro\u00dfen Motiven werden dicht gef\u00fcllt mit Ranken im <strong>Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstich<\/strong> und kleinen Bl\u00e4ttern \u2013 manchmal auch Bl\u00fcten \u2013 im <strong>Platt\u00adstich<\/strong> oder im <strong>Schling\u00adstich<\/strong>.<\/p>\n<p>Randabsch\u00adl\u00fcsse werden mit verschiedenen Hohls\u00e4umen verziert. <strong>K\u00e4stchen-<\/strong>, <strong>Erbsloch-<\/strong> und <strong>Stopfhohl\u00ads\u00e4ume<\/strong> spielen hier eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p><strong>Nadel\u00adspitze<\/strong> findet man sowohl zum Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcllen der \u201eSonnen\u201c als auch zur Randver\u00adzierung.<\/p>\n<p>Auch die <strong><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=2210\">Schw\u00e4lmer Kronen<\/a><\/strong><\/a> sind eine weltweite Besonderheit, es gibt sie in dieser Form nirgendwo anders. <\/p>\n<p>Mit ihnen \u201ekr\u00f6nten\u201c die B\u00e4uerinnen der Schwalm ihre prachtvolle Wei\u00dfstickerei.  Meist wurde auch der Name der Besitzerin, manchmal auch das Jahr der Entstehung durch Stickerei auf dem Leinen festgehalten.<\/p>\n<div style=\"width: 100%; float: left;\">\n<h2>Leinen<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Leinen1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-280-breit\" title=\"Leinen\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Leinen1-280x280.jpg\" alt=\"Leinen\" width=\"280\" height=\"280\" \/><\/a>Die Schw\u00e4lmer Wei\u00df\u00adstic\u00adkerei wird auf dicht gewebtem, reinem <a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=2985\" title=\"mehr \u00fcber Leinen\">Leinen<\/a> gear\u00adbeitet.<\/p>\n<p>L\u00e4ngs- und Querf\u00e4den (Kette und Schuss) sollten die gleiche St\u00e4rke aufweisen, da es sonst bei den Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admustern und bei den Hohls\u00e4umen zu unter\u00adschied\u00adlichen Stick\u00adbildern kommen kann.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=2985\" title=\"mehr \u00fcber Leinen\">Leinen<\/a> sollte zwischen 20 und 14 Gewebe\u00adf\u00e4den pro Zentimeter haben.<\/p>\n<p>Leinen mit weniger Gewebe\u00adf\u00e4den \u2013 grobes Leinen &#8211; ist nicht geeignet, da man dabei in die kleinen Konturen keine Muster mehr einsticken kann.<\/p>\n<p>Sehr feines Leinen erfordert sehr gutes Augenlicht, viel Ausdauer und auch etwas \u00dcbung.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"width: 100%; float: left;\">\n<h2>Entw\u00fcrfe<\/h2>\n<div style=\"width: 300px; float: left;\"><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Entw\u00fcrfe1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-280-breit\" title=\"Entw\u00fcrfe\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Entw\u00fcrfe1-280x323.jpg\" alt=\"Entw\u00fcrfe\" width=\"280\" height=\"323\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/entwurf2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-280-breit\" title=\"Entw\u00fcrfe\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/entwurf2-280x273.jpg\" alt=\"Entw\u00fcrfe\" width=\"280\" height=\"273\" \/><\/a><\/div>\n<p>Den Reiz der Stickerei macht einer\u00adseits die Kombination verschiedener Techniken aus, anderer\u00adseits die nahezu unend\u00adliche Auswahl an unter\u00adschied\u00adlichen Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admustern, die sich in beliebiger Vielzahl und Kombination in den Entw\u00fcrfen anordnen lassen.<\/p>\n<p>Die Schw\u00e4lmer Wei\u00df\u00adstic\u00adkerei ist innerhalb der Motivf\u00adl\u00e4chen fadenge\u00adbunden, das hei\u00dft, dass es sich hier um Z\u00e4hl\u00admuster handelt. Au\u00dferhalb der Motivf\u00adl\u00e4chen ist die Stickerei nicht an den Gewebef\u00e4den orien\u00adtiert &#8211; sie ist &#8222;frei&#8220;.<\/p>\n<p>Dieser Kontrast zwischen strenger Gliederung und kreativem Freiraum bringt \u00e4sthetische Spannung in die Entw\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Man kann sie immer wieder anders gestalten. Immer aber geh\u00f6ren zu einem Entwurf mehrere unter\u00adschied\u00adliche Motive.<\/p>\n<p>Interessant wird die Stick\u00adtechnik aber auch durch die riesige Auswahl an Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admustern. Eigen\u00adtlich sind es nur 10 unter\u00adschied\u00adliche Grund\u00adstiche, mit denen die Schw\u00e4lmer Wei\u00df\u00adstic\u00adkerei auskommt. Durch Abwand\u00adlungen und die Kombination von zwei oder mehr Stichen unter\u00adeinander kann man immer wieder andere Muster entwerfen.<\/p>\n<p>Ich habe vor Jahren begonnen , Muster zu sammeln und aufzulisten. Inzwischen habe ich weit \u00fcber 1000 zusam\u00admenget\u00adragen. Doch es gibt immer noch &#8222;neue&#8220; zu entdecken.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"width: 100%; float: left;\">\n<h2>,,Nachzeichnen&#8220; der Konturen<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Kn\u00f6tchen-und-Kettenstiche.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" title=\"Kn\u00f6tchen- und Kettenstiche\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Kn\u00f6tchen-und-Kettenstiche-280x251.jpg\" alt=\"Kn\u00f6tchen- und Kettenstiche\" width=\"280\" height=\"251\" \/><\/a><\/p>\n<p>Alle Stiele und Ranken und die Umrisse der Motive werden mit Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstichen &#8222;nachge\u00adzeichnet&#8220;. Die Umrisse der Motive werden zus\u00e4tzlich mit innerhalb der Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstiche verlaufenden Ketten\u00adstichen umgeben; manchmal auch zus\u00e4tzlich noch mit Zierstichen.<\/p>\n<p>Bl\u00e4tter und kleine Bl\u00fcten werden mit Platt\u00adstichen oder mit Schling\u00adstichen gestickt.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"width: 100%; float: left;\">\n<h2 style=\"width: 100%;\">Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admuster<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Ajourmuster-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" title=\"Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admuster\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Ajourmuster-2-280x268.jpg\" alt=\"Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admuster\" width=\"280\" height=\"268\" \/><\/a>Die innen liegenden Fl\u00e4chen werden mit unter\u00adschied\u00adlichsten Mustern \u2013 hier: Limet\u00admustern &#8211; verziert, wobei zur Lockerung des Gewebes F\u00e4den gezogen werden.<\/p>\n<p>Man unter\u00adscheidet drei Gruppen:<\/p>\n<p>1. einfache Durch\u00adbruch\u00admuster -hier werden nur in einer Richtung F\u00e4den ausge\u00adzogen<\/p>\n<p>2. Limet\u00admuster &#8211; hier werden (in beiden Richtungen) weniger F\u00e4den ausge\u00adzogen als stehen bleiben<\/p>\n<p>3. Lichte Muster &#8211; hier werden (in beiden Richtungen) ebenso viele F\u00e4den ausge\u00adzogen wie stehen bleiben<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"width: 100%; float: left;\">\n<a name=\"durchbruch\"><\/p>\n<h2 style=\"width: 100%;\">Einfache Durch\u00adbruch\u00admuster<\/h2>\n<p><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/M\u00fcckenstich-und-Waffelstich.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" title=\"M\u00fcckenstich und Waffelstich\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/M\u00fcckenstich-und-Waffelstich-277x280.jpg\" alt=\"M\u00fcckenstich und Waffelstich\" width=\"277\" height=\"280\" \/><\/a>Bei den einfachen Durch\u00adbruch\u00admustern werden die F\u00e4den nur in einer Richtung aus dem Stoff entfernt.<\/p>\n<p>Dies geschieht zum einen zur Lockerung des Gewebes, zum anderen kann man auf diese Weise die F\u00e4den leichter z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>In diese so vorbe\u00adreiteten Fl\u00e4chen werden M\u00fccken\u00adstich (hier: im Bauchbe\u00adreich der V\u00f6gel) und Waffel\u00adstich (hier: im herzf\u00f6r\u00admigen Blatt) einge\u00adstickt.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"width: 100%; float: left;\">\n<a name =\"limet\"><\/p>\n<h2 style=\"width: 100%;\">Limet-Muster<\/h2>\n<p><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Fadenausz\u00fcge-Limetmuster.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" title=\"Fadenausz\u00fcge Limetmuster\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Fadenausz\u00fcge-Limetmuster-280x270.jpg\" alt=\"Fadenausz\u00fcge Limetmuster\" width=\"280\" height=\"270\" \/><\/a>Bei den Limet \u2013 Mustern wird der Unter\u00adgrund raster\u00adf\u00f6rmig einge\u00adteilt, d.h., es wird (meist) jeder vierte L\u00e4ngs- und Querfaden aus dem Gewebe gezogen. In dieses Raster werden Marburger Grund\u00adstich, K\u00e4st\u00adchen\u00adstich, Rosen\u00adstichmusterungen, unter\u00adschied\u00adlichste Wickel\u00adstichmuster, Limet\u00adrosenmuster oder Kombinationen aller dieser Limet\u00adstiche eingear\u00adbeitet.<\/p>\n<p>Das Wort &#8222;Limet&#8220; stammt aus dem lateinischen, wurde in der Landver\u00admessung einge\u00adsetzt und bedeutet im \u00fcber\u00adtragenen Sinn Einteilung in immer gleiche Parzellen (Planquadrate).<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"width: 100%; float: left;\">\n<a name=\"licht\"><\/p>\n<h2 style=\"width: 100%;\">Lichte Muster<\/h2>\n<p><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Fadenauszug-Lichtes-Muster.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" title=\"Fadenauszug Lichtes Muster\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Fadenauszug-Lichtes-Muster-280x274.jpg\" alt=\"Fadenauszug Lichtes Muster\" width=\"280\" height=\"274\" \/><\/a>Bei den Lichten Mustern werden immer abwech\u00adselnd zwei Gewebe\u00adf\u00e4den ausge\u00adzogen und zwei stehen gelassen. Durch das Entfernen der H\u00e4lfte der Gewebe\u00adf\u00e4den wird der Stoff durch\u00adscheinend, also \u201elicht\u201c.<\/p>\n<p>Die verbleibenden Gewebe\u00adf\u00e4den werden durch Umwickeln mit dem Grund\u00adstich gesichert, und dann mit Stopf\u00adstichen, Rosen\u00adstichen oder einer Kombination aus beiden verziert.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"width: 100%; float: left;\">\n<h2 style=\"width: 100%;\">Zwischen\u00adr\u00e4ume<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Zwischenr\u00e4ume.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" title=\"Zwischenr\u00e4ume\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Zwischenr\u00e4ume-280x268.jpg\" alt=\"Zwischenr\u00e4ume\" width=\"280\" height=\"268\" \/><\/a>R\u00e4ume zwischen den gro\u00dfen Motiven werden dicht gef\u00fcllt mit Ranken im Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstich und kleinen Bl\u00e4ttern \u2013 manchmal auch Bl\u00fcten \u2013 im Platt\u00adstich oder im Schling\u00adstich.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"width: 100%; float: left;\">\n<h2 style=\"width: 100%;\">Randabsch\u00adl\u00fcsse<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Erbsl\u00f6cher-Stopfstich-Kombination1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-280-breit\" title=\"Erbsl\u00f6cher-Stopfstich Kombination\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Erbsl\u00f6cher-Stopfstich-Kombination1-280x299.jpg\" alt=\"Erbsl\u00f6cher-Stopfstich Kombination\" width=\"280\" height=\"299\" \/><\/a>Randabsch\u00adl\u00fcsse werden mit verschiedenen Hohls\u00e4umen verziert. K\u00e4stchen,- Erbsloch- und Stopfhohl\u00ads\u00e4ume spielen hier eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p>Manchmal werden diese Einzelelemente auch miteinander kombiniert. Hier zu sehen ist eine Randver\u00adzierung, die aus K\u00e4st\u00adchen\u00adstichen, M\u00fccken\u00adstichen, Erbsl\u00f6chern und Spinnen-Stopfhohlsaum gebildet wurde.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"width: 100%; float: left;\">\n<h2 style=\"width: 100%;\">Nadel\u00adspitze<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Nadelspitze1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-280-breit\" title=\"Nadelspitze\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Nadelspitze1-280x292.jpg\" alt=\"Nadelspitze\" width=\"280\" height=\"292\" \/><\/a>Nadel\u00adspitze findet man sowohl zum Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcllen der \u201eSonnen\u201c (Kreise) als auch zur Randver\u00adzierung.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"width: 100%; float: left;\">\n<h2 style=\"width: 100%;\">Schw\u00e4lmer Kronen<\/h2>\n<div style=\"width: 300px; float: left;\"><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Kronen-Brillenputztuch-7-a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Kronen-Brillenputztuch-7-a.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"280\" class=\"alignleft size-full wp-image-19376\" srcset=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Kronen-Brillenputztuch-7-a.jpg 280w, https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Kronen-Brillenputztuch-7-a-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Kronen_KG93-_-6-065-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Kronen_KG93-_-6-065-2.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"280\" class=\"alignleft size-full wp-image-19380\" srcset=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Kronen_KG93-_-6-065-2.jpg 280w, https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Kronen_KG93-_-6-065-2-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=2333\">Kronen<\/a> sind ca. handtellergro\u00dfe, meist dicht verzierte, oft halbkreis\u00e4hnlich konturierte Lebensbaum- oder Dreisprossgebilde. Die vielen verschiedenen Entw\u00fcrfe zeugen von h\u00f6chster Kreativit\u00e4t und einem ausgepr\u00e4gten Gef\u00fchl f\u00fcr \u00c4sthetik. Es gibt Kronen mit wuchtigen Elementen und filigran gestaltete Exemplare, Kronen, die mit nur einem einzigen Gestaltungselement auskommen und andere, die alles bieten, was an Einzelmotiven f\u00fcr die Schw\u00e4lmer Kronen \u00fcberhaupt verwendet wurde. <\/p>\n<p>Man findet Kronen auf <a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?page_id=21\">Bett\u00fcberw\u00fcrfen und Paradekissen<\/a>, auf T\u00fcrhandt\u00fcchern, Kindertraget\u00fcchern und Taufwindeln, auf meist blauen Miedern, selten auch auf Miederj\u00e4ckchen, Abendmahlskn\u00fcpft\u00fcchern und Abendmahlstaschent\u00fcchern und auf Br\u00e4utigamshemden.<\/p>\n<p>Anf\u00e4nglich wurden die Kronen der Schwalm mit schwarzem Garn gestickt \u2013 schwarz war nicht nur die Farbe der Trauer, sondern auch die Farbe des Stolzes! Da zur damaligen Zeit aber die Garne noch nicht farbecht waren, erschienen sie nach der W\u00e4sche in einem warmen Goldton. So ging man, als farbechte Garne auf den Markt kamen, dazu \u00fcber, die Kronen in einem solchen Goldton zu sticken. Die meisten Zeugnisse von Kronen auf historischen Wei\u00dfstickereien findet man daher in Gold- und Braunt\u00f6nen.<br \/>\nEs gibt aber auch vereinzelte Beispiele mit leuchtend rot gestickten Kronen. Deren Besitzerinnen wollten, dass die Stickerei noch besser ins Auge fiel \u2013 also \u201eprahlte\u201c.<br \/>\nSchwarz gestickte Kronen findet man fast ausschlie\u00dflich auf  blau eingef\u00e4rbtem Leinen oder Leinenbatist von Abendmahlst\u00fcchern und Kn\u00fcpft\u00fcchern.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schw\u00e4lmer Wei\u00df\u00adstic\u00adkerei wird auf dicht gewebtem Leinen gear\u00adbeitet, ist in den Motivf\u00adl\u00e4chen fadenge\u00adbunden, ansonsten frei. Sie setzt sich zusammen aus einer Kombination verschiedener Techniken: Flach-\/Oberfl\u00e4chen-, Durchbruch- und auch Ausschnittstickerei. Viele unter\u00adschied\u00adliche, gro\u00dfe Motive einfacher Formen wie Herz, Tulpe, K\u00f6rbchen, &#8222;Sonne&#8220; und Vogel werden immer mit Kn\u00f6tchen- und Ketten\u00adstichen \u2013 manchmal auch zus\u00e4tzlich noch mit Zierstichen \u2013 umgeben. Die innen liegenden Fl\u00e4chen werden mit Durch\u00adbruch\u00admustern verziert. R\u00e4ume zwischen den gro\u00dfen Motiven werden dicht gef\u00fcllt mit Ranken im Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstich und kleinen Bl\u00e4ttern \u2013 manchmal auch Bl\u00fcten \u2013 im Platt\u00adstich oder im Schling\u00adstich. Randabsch\u00adl\u00fcsse werden mit verschiedenen Hohls\u00e4umen verziert. K\u00e4stchen-, Erbsloch- und Stopfhohl\u00ads\u00e4ume spielen hier eine gro\u00dfe Rolle. Nadel\u00adspitze findet man sowohl zum Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcllen der \u201eSonnen\u201c als auch zur Randver\u00adzierung. Auch die Schw\u00e4lmer Kronen sind eine weltweite Besonderheit, es gibt sie in dieser Form nirgendwo anders. Mit ihnen \u201ekr\u00f6nten\u201c die B\u00e4uerinnen der Schwalm ihre prachtvolle Wei\u00dfstickerei. Meist wurde auch der Name der Besitzerin, manchmal auch das Jahr der Entstehung durch Stickerei auf dem Leinen festgehalten. Leinen Die Schw\u00e4lmer Wei\u00df\u00adstic\u00adkerei wird auf dicht gewebtem, reinem Leinen gear\u00adbeitet. L\u00e4ngs- und Querf\u00e4den (Kette und Schuss) sollten die gleiche St\u00e4rke aufweisen, da es sonst bei den Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admustern und bei den Hohls\u00e4umen zu unter\u00adschied\u00adlichen Stick\u00adbildern kommen kann. Das Leinen sollte zwischen 20 und 14 Gewebe\u00adf\u00e4den pro Zentimeter haben. Leinen mit weniger Gewebe\u00adf\u00e4den \u2013 grobes Leinen &#8211; ist nicht geeignet, da man dabei in die kleinen Konturen keine Muster mehr einsticken kann. Sehr feines Leinen erfordert sehr gutes Augenlicht, viel Ausdauer und auch etwas \u00dcbung. Entw\u00fcrfe Den Reiz der Stickerei macht einer\u00adseits die Kombination verschiedener Techniken aus, anderer\u00adseits die nahezu unend\u00adliche Auswahl an unter\u00adschied\u00adlichen Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admustern, die sich in beliebiger Vielzahl und Kombination in den Entw\u00fcrfen anordnen lassen. Die Schw\u00e4lmer Wei\u00df\u00adstic\u00adkerei ist innerhalb der Motivf\u00adl\u00e4chen fadenge\u00adbunden, das hei\u00dft, dass es sich hier um Z\u00e4hl\u00admuster handelt. Au\u00dferhalb der Motivf\u00adl\u00e4chen ist die Stickerei nicht an den Gewebef\u00e4den orien\u00adtiert &#8211; sie ist &#8222;frei&#8220;. Dieser Kontrast zwischen strenger Gliederung und kreativem Freiraum bringt \u00e4sthetische Spannung in die Entw\u00fcrfe. Man kann sie immer wieder anders gestalten. Immer aber geh\u00f6ren zu einem Entwurf mehrere unter\u00adschied\u00adliche Motive. Interessant wird die Stick\u00adtechnik aber auch durch die riesige Auswahl an Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admustern. Eigen\u00adtlich sind es nur 10 unter\u00adschied\u00adliche Grund\u00adstiche, mit denen die Schw\u00e4lmer Wei\u00df\u00adstic\u00adkerei auskommt. Durch Abwand\u00adlungen und die Kombination von zwei oder mehr Stichen unter\u00adeinander kann man immer wieder andere Muster entwerfen. Ich habe vor Jahren begonnen , Muster zu sammeln und aufzulisten. Inzwischen habe ich weit \u00fcber 1000 zusam\u00admenget\u00adragen. Doch es gibt immer noch &#8222;neue&#8220; zu entdecken. ,,Nachzeichnen&#8220; der Konturen Alle Stiele und Ranken und die Umrisse der Motive werden mit Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstichen &#8222;nachge\u00adzeichnet&#8220;. Die Umrisse der Motive werden zus\u00e4tzlich mit innerhalb der Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstiche verlaufenden Ketten\u00adstichen umgeben; manchmal auch zus\u00e4tzlich noch mit Zierstichen. Bl\u00e4tter und kleine Bl\u00fcten werden mit Platt\u00adstichen oder mit Schling\u00adstichen gestickt. Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admuster Die innen liegenden Fl\u00e4chen werden mit unter\u00adschied\u00adlichsten Mustern \u2013 hier: Limet\u00admustern &#8211; verziert, wobei zur Lockerung des Gewebes F\u00e4den gezogen werden. Man unter\u00adscheidet drei Gruppen: 1. einfache Durch\u00adbruch\u00admuster -hier werden nur in einer Richtung F\u00e4den ausge\u00adzogen 2. Limet\u00admuster &#8211; hier werden (in beiden Richtungen) weniger F\u00e4den ausge\u00adzogen als stehen bleiben 3. Lichte Muster &#8211; hier werden (in beiden Richtungen) ebenso viele F\u00e4den ausge\u00adzogen wie stehen bleiben Einfache Durch\u00adbruch\u00admuster Bei den einfachen Durch\u00adbruch\u00admustern werden die F\u00e4den nur in einer Richtung aus dem Stoff entfernt. Dies geschieht zum einen zur Lockerung des Gewebes, zum anderen kann man auf diese Weise die F\u00e4den leichter z\u00e4hlen. In diese so vorbe\u00adreiteten Fl\u00e4chen werden M\u00fccken\u00adstich (hier: im Bauchbe\u00adreich der V\u00f6gel) und Waffel\u00adstich (hier: im herzf\u00f6r\u00admigen Blatt) einge\u00adstickt. Limet-Muster Bei den Limet \u2013 Mustern wird der Unter\u00adgrund raster\u00adf\u00f6rmig einge\u00adteilt, d.h., es wird (meist) jeder vierte L\u00e4ngs- und Querfaden aus dem Gewebe gezogen. In dieses Raster werden Marburger Grund\u00adstich, K\u00e4st\u00adchen\u00adstich, Rosen\u00adstichmusterungen, unter\u00adschied\u00adlichste Wickel\u00adstichmuster, Limet\u00adrosenmuster oder Kombinationen aller dieser Limet\u00adstiche eingear\u00adbeitet. Das Wort &#8222;Limet&#8220; stammt aus dem lateinischen, wurde in der Landver\u00admessung einge\u00adsetzt und bedeutet im \u00fcber\u00adtragenen Sinn Einteilung in immer gleiche Parzellen (Planquadrate). Lichte Muster Bei den Lichten Mustern werden immer abwech\u00adselnd zwei Gewebe\u00adf\u00e4den ausge\u00adzogen und zwei stehen gelassen. Durch das Entfernen der H\u00e4lfte der Gewebe\u00adf\u00e4den wird der Stoff durch\u00adscheinend, also \u201elicht\u201c. Die verbleibenden Gewebe\u00adf\u00e4den werden durch Umwickeln mit dem Grund\u00adstich gesichert, und dann mit Stopf\u00adstichen, Rosen\u00adstichen oder einer Kombination aus beiden verziert. Zwischen\u00adr\u00e4ume R\u00e4ume zwischen den gro\u00dfen Motiven werden dicht gef\u00fcllt mit Ranken im Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstich und kleinen Bl\u00e4ttern \u2013 manchmal auch Bl\u00fcten \u2013 im Platt\u00adstich oder im Schling\u00adstich. Randabsch\u00adl\u00fcsse Randabsch\u00adl\u00fcsse werden mit verschiedenen Hohls\u00e4umen verziert. K\u00e4stchen,- Erbsloch- und Stopfhohl\u00ads\u00e4ume spielen hier eine gro\u00dfe Rolle. Manchmal werden diese Einzelelemente auch miteinander kombiniert. Hier zu sehen ist eine Randver\u00adzierung, die aus K\u00e4st\u00adchen\u00adstichen, M\u00fccken\u00adstichen, Erbsl\u00f6chern und Spinnen-Stopfhohlsaum gebildet wurde. Nadel\u00adspitze Nadel\u00adspitze findet man sowohl zum Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcllen der \u201eSonnen\u201c (Kreise) als auch zur Randver\u00adzierung. Schw\u00e4lmer Kronen Kronen sind ca. handtellergro\u00dfe, meist dicht verzierte, oft halbkreis\u00e4hnlich konturierte Lebensbaum- oder Dreisprossgebilde. Die vielen verschiedenen Entw\u00fcrfe zeugen von h\u00f6chster Kreativit\u00e4t und einem ausgepr\u00e4gten Gef\u00fchl f\u00fcr \u00c4sthetik. Es gibt Kronen mit wuchtigen Elementen und filigran gestaltete Exemplare, Kronen, die mit nur einem einzigen Gestaltungselement auskommen und andere, die alles bieten, was an Einzelmotiven f\u00fcr die Schw\u00e4lmer Kronen \u00fcberhaupt verwendet wurde. Man findet Kronen auf Bett\u00fcberw\u00fcrfen und Paradekissen, auf T\u00fcrhandt\u00fcchern, Kindertraget\u00fcchern und Taufwindeln, auf meist blauen Miedern, selten auch auf Miederj\u00e4ckchen, Abendmahlskn\u00fcpft\u00fcchern und Abendmahlstaschent\u00fcchern und auf Br\u00e4utigamshemden. Anf\u00e4nglich wurden die Kronen der Schwalm mit schwarzem Garn gestickt \u2013 schwarz war nicht nur die Farbe der Trauer, sondern auch die Farbe des Stolzes! Da zur damaligen Zeit aber die Garne noch nicht farbecht waren, erschienen sie nach der W\u00e4sche in einem warmen Goldton. So ging man, als farbechte Garne auf den Markt kamen, dazu \u00fcber, die Kronen in einem solchen Goldton zu sticken. Die meisten Zeugnisse von Kronen auf historischen Wei\u00dfstickereien findet man daher in Gold- und Braunt\u00f6nen. Es gibt aber auch vereinzelte Beispiele mit leuchtend rot gestickten Kronen. Deren Besitzerinnen wollten, dass die Stickerei noch besser ins Auge fiel \u2013 also \u201eprahlte\u201c. Schwarz gestickte Kronen findet man fast ausschlie\u00dflich auf blau eingef\u00e4rbtem Leinen oder Leinenbatist von Abendmahlst\u00fcchern und Kn\u00fcpft\u00fcchern.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":19,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"page-FullWidth.php","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"class_list":["post-239","page","type-page","status-publish","hentry","wpautop"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Merkmale - Luzine Happel<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?page_id=239&lang=en\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Merkmale - Luzine Happel\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die Schw\u00e4lmer Wei\u00df\u00adstic\u00adkerei wird auf dicht gewebtem Leinen gear\u00adbeitet, ist in den Motivf\u00adl\u00e4chen fadenge\u00adbunden, ansonsten frei. Sie setzt sich zusammen aus einer Kombination verschiedener Techniken: Flach-\/Oberfl\u00e4chen-, Durchbruch- und auch Ausschnittstickerei. Viele unter\u00adschied\u00adliche, gro\u00dfe Motive einfacher Formen wie Herz, Tulpe, K\u00f6rbchen, &#8222;Sonne&#8220; und Vogel werden immer mit Kn\u00f6tchen- und Ketten\u00adstichen \u2013 manchmal auch zus\u00e4tzlich noch mit Zierstichen \u2013 umgeben. Die innen liegenden Fl\u00e4chen werden mit Durch\u00adbruch\u00admustern verziert. R\u00e4ume zwischen den gro\u00dfen Motiven werden dicht gef\u00fcllt mit Ranken im Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstich und kleinen Bl\u00e4ttern \u2013 manchmal auch Bl\u00fcten \u2013 im Platt\u00adstich oder im Schling\u00adstich. Randabsch\u00adl\u00fcsse werden mit verschiedenen Hohls\u00e4umen verziert. K\u00e4stchen-, Erbsloch- und Stopfhohl\u00ads\u00e4ume spielen hier eine gro\u00dfe Rolle. 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Leinen mit weniger Gewebe\u00adf\u00e4den \u2013 grobes Leinen &#8211; ist nicht geeignet, da man dabei in die kleinen Konturen keine Muster mehr einsticken kann. Sehr feines Leinen erfordert sehr gutes Augenlicht, viel Ausdauer und auch etwas \u00dcbung. Entw\u00fcrfe Den Reiz der Stickerei macht einer\u00adseits die Kombination verschiedener Techniken aus, anderer\u00adseits die nahezu unend\u00adliche Auswahl an unter\u00adschied\u00adlichen Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admustern, die sich in beliebiger Vielzahl und Kombination in den Entw\u00fcrfen anordnen lassen. Die Schw\u00e4lmer Wei\u00df\u00adstic\u00adkerei ist innerhalb der Motivf\u00adl\u00e4chen fadenge\u00adbunden, das hei\u00dft, dass es sich hier um Z\u00e4hl\u00admuster handelt. Au\u00dferhalb der Motivf\u00adl\u00e4chen ist die Stickerei nicht an den Gewebef\u00e4den orien\u00adtiert &#8211; sie ist &#8222;frei&#8220;. 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Doch es gibt immer noch &#8222;neue&#8220; zu entdecken. ,,Nachzeichnen&#8220; der Konturen Alle Stiele und Ranken und die Umrisse der Motive werden mit Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstichen &#8222;nachge\u00adzeichnet&#8220;. Die Umrisse der Motive werden zus\u00e4tzlich mit innerhalb der Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstiche verlaufenden Ketten\u00adstichen umgeben; manchmal auch zus\u00e4tzlich noch mit Zierstichen. Bl\u00e4tter und kleine Bl\u00fcten werden mit Platt\u00adstichen oder mit Schling\u00adstichen gestickt. Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admuster Die innen liegenden Fl\u00e4chen werden mit unter\u00adschied\u00adlichsten Mustern \u2013 hier: Limet\u00admustern &#8211; verziert, wobei zur Lockerung des Gewebes F\u00e4den gezogen werden. Man unter\u00adscheidet drei Gruppen: 1. einfache Durch\u00adbruch\u00admuster -hier werden nur in einer Richtung F\u00e4den ausge\u00adzogen 2. 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Zwischen\u00adr\u00e4ume R\u00e4ume zwischen den gro\u00dfen Motiven werden dicht gef\u00fcllt mit Ranken im Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstich und kleinen Bl\u00e4ttern \u2013 manchmal auch Bl\u00fcten \u2013 im Platt\u00adstich oder im Schling\u00adstich. Randabsch\u00adl\u00fcsse Randabsch\u00adl\u00fcsse werden mit verschiedenen Hohls\u00e4umen verziert. K\u00e4stchen,- Erbsloch- und Stopfhohl\u00ads\u00e4ume spielen hier eine gro\u00dfe Rolle. Manchmal werden diese Einzelelemente auch miteinander kombiniert. Hier zu sehen ist eine Randver\u00adzierung, die aus K\u00e4st\u00adchen\u00adstichen, M\u00fccken\u00adstichen, Erbsl\u00f6chern und Spinnen-Stopfhohlsaum gebildet wurde. Nadel\u00adspitze Nadel\u00adspitze findet man sowohl zum Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcllen der \u201eSonnen\u201c (Kreise) als auch zur Randver\u00adzierung. Schw\u00e4lmer Kronen Kronen sind ca. handtellergro\u00dfe, meist dicht verzierte, oft halbkreis\u00e4hnlich konturierte Lebensbaum- oder Dreisprossgebilde. Die vielen verschiedenen Entw\u00fcrfe zeugen von h\u00f6chster Kreativit\u00e4t und einem ausgepr\u00e4gten Gef\u00fchl f\u00fcr \u00c4sthetik. Es gibt Kronen mit wuchtigen Elementen und filigran gestaltete Exemplare, Kronen, die mit nur einem einzigen Gestaltungselement auskommen und andere, die alles bieten, was an Einzelmotiven f\u00fcr die Schw\u00e4lmer Kronen \u00fcberhaupt verwendet wurde. Man findet Kronen auf Bett\u00fcberw\u00fcrfen und Paradekissen, auf T\u00fcrhandt\u00fcchern, Kindertraget\u00fcchern und Taufwindeln, auf meist blauen Miedern, selten auch auf Miederj\u00e4ckchen, Abendmahlskn\u00fcpft\u00fcchern und Abendmahlstaschent\u00fcchern und auf Br\u00e4utigamshemden. Anf\u00e4nglich wurden die Kronen der Schwalm mit schwarzem Garn gestickt \u2013 schwarz war nicht nur die Farbe der Trauer, sondern auch die Farbe des Stolzes! Da zur damaligen Zeit aber die Garne noch nicht farbecht waren, erschienen sie nach der W\u00e4sche in einem warmen Goldton. So ging man, als farbechte Garne auf den Markt kamen, dazu \u00fcber, die Kronen in einem solchen Goldton zu sticken. Die meisten Zeugnisse von Kronen auf historischen Wei\u00dfstickereien findet man daher in Gold- und Braunt\u00f6nen. Es gibt aber auch vereinzelte Beispiele mit leuchtend rot gestickten Kronen. Deren Besitzerinnen wollten, dass die Stickerei noch besser ins Auge fiel \u2013 also \u201eprahlte\u201c. 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Sie setzt sich zusammen aus einer Kombination verschiedener Techniken: Flach-\/Oberfl\u00e4chen-, Durchbruch- und auch Ausschnittstickerei. Viele unter\u00adschied\u00adliche, gro\u00dfe Motive einfacher Formen wie Herz, Tulpe, K\u00f6rbchen, &#8222;Sonne&#8220; und Vogel werden immer mit Kn\u00f6tchen- und Ketten\u00adstichen \u2013 manchmal auch zus\u00e4tzlich noch mit Zierstichen \u2013 umgeben. Die innen liegenden Fl\u00e4chen werden mit Durch\u00adbruch\u00admustern verziert. R\u00e4ume zwischen den gro\u00dfen Motiven werden dicht gef\u00fcllt mit Ranken im Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstich und kleinen Bl\u00e4ttern \u2013 manchmal auch Bl\u00fcten \u2013 im Platt\u00adstich oder im Schling\u00adstich. Randabsch\u00adl\u00fcsse werden mit verschiedenen Hohls\u00e4umen verziert. K\u00e4stchen-, Erbsloch- und Stopfhohl\u00ads\u00e4ume spielen hier eine gro\u00dfe Rolle. Nadel\u00adspitze findet man sowohl zum Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcllen der \u201eSonnen\u201c als auch zur Randver\u00adzierung. Auch die Schw\u00e4lmer Kronen sind eine weltweite Besonderheit, es gibt sie in dieser Form nirgendwo anders. Mit ihnen \u201ekr\u00f6nten\u201c die B\u00e4uerinnen der Schwalm ihre prachtvolle Wei\u00dfstickerei. Meist wurde auch der Name der Besitzerin, manchmal auch das Jahr der Entstehung durch Stickerei auf dem Leinen festgehalten. Leinen Die Schw\u00e4lmer Wei\u00df\u00adstic\u00adkerei wird auf dicht gewebtem, reinem Leinen gear\u00adbeitet. L\u00e4ngs- und Querf\u00e4den (Kette und Schuss) sollten die gleiche St\u00e4rke aufweisen, da es sonst bei den Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admustern und bei den Hohls\u00e4umen zu unter\u00adschied\u00adlichen Stick\u00adbildern kommen kann. Das Leinen sollte zwischen 20 und 14 Gewebe\u00adf\u00e4den pro Zentimeter haben. Leinen mit weniger Gewebe\u00adf\u00e4den \u2013 grobes Leinen &#8211; ist nicht geeignet, da man dabei in die kleinen Konturen keine Muster mehr einsticken kann. Sehr feines Leinen erfordert sehr gutes Augenlicht, viel Ausdauer und auch etwas \u00dcbung. Entw\u00fcrfe Den Reiz der Stickerei macht einer\u00adseits die Kombination verschiedener Techniken aus, anderer\u00adseits die nahezu unend\u00adliche Auswahl an unter\u00adschied\u00adlichen Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admustern, die sich in beliebiger Vielzahl und Kombination in den Entw\u00fcrfen anordnen lassen. Die Schw\u00e4lmer Wei\u00df\u00adstic\u00adkerei ist innerhalb der Motivf\u00adl\u00e4chen fadenge\u00adbunden, das hei\u00dft, dass es sich hier um Z\u00e4hl\u00admuster handelt. Au\u00dferhalb der Motivf\u00adl\u00e4chen ist die Stickerei nicht an den Gewebef\u00e4den orien\u00adtiert &#8211; sie ist &#8222;frei&#8220;. Dieser Kontrast zwischen strenger Gliederung und kreativem Freiraum bringt \u00e4sthetische Spannung in die Entw\u00fcrfe. Man kann sie immer wieder anders gestalten. Immer aber geh\u00f6ren zu einem Entwurf mehrere unter\u00adschied\u00adliche Motive. Interessant wird die Stick\u00adtechnik aber auch durch die riesige Auswahl an Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admustern. Eigen\u00adtlich sind es nur 10 unter\u00adschied\u00adliche Grund\u00adstiche, mit denen die Schw\u00e4lmer Wei\u00df\u00adstic\u00adkerei auskommt. Durch Abwand\u00adlungen und die Kombination von zwei oder mehr Stichen unter\u00adeinander kann man immer wieder andere Muster entwerfen. Ich habe vor Jahren begonnen , Muster zu sammeln und aufzulisten. Inzwischen habe ich weit \u00fcber 1000 zusam\u00admenget\u00adragen. Doch es gibt immer noch &#8222;neue&#8220; zu entdecken. ,,Nachzeichnen&#8220; der Konturen Alle Stiele und Ranken und die Umrisse der Motive werden mit Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstichen &#8222;nachge\u00adzeichnet&#8220;. Die Umrisse der Motive werden zus\u00e4tzlich mit innerhalb der Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstiche verlaufenden Ketten\u00adstichen umgeben; manchmal auch zus\u00e4tzlich noch mit Zierstichen. Bl\u00e4tter und kleine Bl\u00fcten werden mit Platt\u00adstichen oder mit Schling\u00adstichen gestickt. Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcll\u00admuster Die innen liegenden Fl\u00e4chen werden mit unter\u00adschied\u00adlichsten Mustern \u2013 hier: Limet\u00admustern &#8211; verziert, wobei zur Lockerung des Gewebes F\u00e4den gezogen werden. Man unter\u00adscheidet drei Gruppen: 1. einfache Durch\u00adbruch\u00admuster -hier werden nur in einer Richtung F\u00e4den ausge\u00adzogen 2. Limet\u00admuster &#8211; hier werden (in beiden Richtungen) weniger F\u00e4den ausge\u00adzogen als stehen bleiben 3. Lichte Muster &#8211; hier werden (in beiden Richtungen) ebenso viele F\u00e4den ausge\u00adzogen wie stehen bleiben Einfache Durch\u00adbruch\u00admuster Bei den einfachen Durch\u00adbruch\u00admustern werden die F\u00e4den nur in einer Richtung aus dem Stoff entfernt. Dies geschieht zum einen zur Lockerung des Gewebes, zum anderen kann man auf diese Weise die F\u00e4den leichter z\u00e4hlen. In diese so vorbe\u00adreiteten Fl\u00e4chen werden M\u00fccken\u00adstich (hier: im Bauchbe\u00adreich der V\u00f6gel) und Waffel\u00adstich (hier: im herzf\u00f6r\u00admigen Blatt) einge\u00adstickt. Limet-Muster Bei den Limet \u2013 Mustern wird der Unter\u00adgrund raster\u00adf\u00f6rmig einge\u00adteilt, d.h., es wird (meist) jeder vierte L\u00e4ngs- und Querfaden aus dem Gewebe gezogen. In dieses Raster werden Marburger Grund\u00adstich, K\u00e4st\u00adchen\u00adstich, Rosen\u00adstichmusterungen, unter\u00adschied\u00adlichste Wickel\u00adstichmuster, Limet\u00adrosenmuster oder Kombinationen aller dieser Limet\u00adstiche eingear\u00adbeitet. Das Wort &#8222;Limet&#8220; stammt aus dem lateinischen, wurde in der Landver\u00admessung einge\u00adsetzt und bedeutet im \u00fcber\u00adtragenen Sinn Einteilung in immer gleiche Parzellen (Planquadrate). Lichte Muster Bei den Lichten Mustern werden immer abwech\u00adselnd zwei Gewebe\u00adf\u00e4den ausge\u00adzogen und zwei stehen gelassen. Durch das Entfernen der H\u00e4lfte der Gewebe\u00adf\u00e4den wird der Stoff durch\u00adscheinend, also \u201elicht\u201c. Die verbleibenden Gewebe\u00adf\u00e4den werden durch Umwickeln mit dem Grund\u00adstich gesichert, und dann mit Stopf\u00adstichen, Rosen\u00adstichen oder einer Kombination aus beiden verziert. Zwischen\u00adr\u00e4ume R\u00e4ume zwischen den gro\u00dfen Motiven werden dicht gef\u00fcllt mit Ranken im Kn\u00f6t\u00adchen\u00adstich und kleinen Bl\u00e4ttern \u2013 manchmal auch Bl\u00fcten \u2013 im Platt\u00adstich oder im Schling\u00adstich. Randabsch\u00adl\u00fcsse Randabsch\u00adl\u00fcsse werden mit verschiedenen Hohls\u00e4umen verziert. K\u00e4stchen,- Erbsloch- und Stopfhohl\u00ads\u00e4ume spielen hier eine gro\u00dfe Rolle. Manchmal werden diese Einzelelemente auch miteinander kombiniert. Hier zu sehen ist eine Randver\u00adzierung, die aus K\u00e4st\u00adchen\u00adstichen, M\u00fccken\u00adstichen, Erbsl\u00f6chern und Spinnen-Stopfhohlsaum gebildet wurde. Nadel\u00adspitze Nadel\u00adspitze findet man sowohl zum Fl\u00e4chen\u00adf\u00fcllen der \u201eSonnen\u201c (Kreise) als auch zur Randver\u00adzierung. Schw\u00e4lmer Kronen Kronen sind ca. handtellergro\u00dfe, meist dicht verzierte, oft halbkreis\u00e4hnlich konturierte Lebensbaum- oder Dreisprossgebilde. Die vielen verschiedenen Entw\u00fcrfe zeugen von h\u00f6chster Kreativit\u00e4t und einem ausgepr\u00e4gten Gef\u00fchl f\u00fcr \u00c4sthetik. Es gibt Kronen mit wuchtigen Elementen und filigran gestaltete Exemplare, Kronen, die mit nur einem einzigen Gestaltungselement auskommen und andere, die alles bieten, was an Einzelmotiven f\u00fcr die Schw\u00e4lmer Kronen \u00fcberhaupt verwendet wurde. Man findet Kronen auf Bett\u00fcberw\u00fcrfen und Paradekissen, auf T\u00fcrhandt\u00fcchern, Kindertraget\u00fcchern und Taufwindeln, auf meist blauen Miedern, selten auch auf Miederj\u00e4ckchen, Abendmahlskn\u00fcpft\u00fcchern und Abendmahlstaschent\u00fcchern und auf Br\u00e4utigamshemden. Anf\u00e4nglich wurden die Kronen der Schwalm mit schwarzem Garn gestickt \u2013 schwarz war nicht nur die Farbe der Trauer, sondern auch die Farbe des Stolzes! Da zur damaligen Zeit aber die Garne noch nicht farbecht waren, erschienen sie nach der W\u00e4sche in einem warmen Goldton. So ging man, als farbechte Garne auf den Markt kamen, dazu \u00fcber, die Kronen in einem solchen Goldton zu sticken. Die meisten Zeugnisse von Kronen auf historischen Wei\u00dfstickereien findet man daher in Gold- und Braunt\u00f6nen. Es gibt aber auch vereinzelte Beispiele mit leuchtend rot gestickten Kronen. Deren Besitzerinnen wollten, dass die Stickerei noch besser ins Auge fiel \u2013 also \u201eprahlte\u201c. Schwarz gestickte Kronen findet man fast ausschlie\u00dflich auf blau eingef\u00e4rbtem Leinen oder Leinenbatist von Abendmahlst\u00fcchern und Kn\u00fcpft\u00fcchern.","og_url":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?page_id=239&lang=en","og_site_name":"Luzine Happel","article_modified_time":"2021-02-14T09:28:09+00:00","og_image":[{"url":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Leinen1-280x280.jpg","type":"","width":"","height":""}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"7\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?page_id=239&lang=en","url":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?page_id=239&lang=en","name":"Merkmale - Luzine Happel","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?page_id=239&lang=en#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?page_id=239&lang=en#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Leinen1-280x280.jpg","datePublished":"2012-06-29T07:22:26+00:00","dateModified":"2021-02-14T09:28:09+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?page_id=239&lang=en#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.luzine-happel.de\/?page_id=239&lang=en"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?page_id=239&lang=en#primaryimage","url":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Leinen1.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Leinen1.jpg","width":"1024","height":"1024","caption":"Leinen"},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?page_id=239&lang=en#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Schwalm Whitework","item":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?page_id=19&lang=en"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"Characteristics"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/#website","url":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/","name":"Luzine Happel","description":"","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/239","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=239"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/239\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19448,"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/239\/revisions\/19448"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/19"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=239"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}