{"id":11809,"date":"2018-06-22T23:59:11","date_gmt":"2018-06-22T21:59:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=11809"},"modified":"2018-06-22T20:02:41","modified_gmt":"2018-06-22T18:02:41","slug":"moeglichkeiten-des-zusammensetzens-schmaler-leinenbahnen-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=11809","title":{"rendered":"M\u00f6glichkeiten des Zusammensetzens schmaler Leinenbahnen (1)"},"content":{"rendered":"In der Schwalm wurde Leinen handgewebt. Die vorhandenen Webst\u00fchle waren in der Regel nicht sehr gro\u00df. So war Leinen mit einer Breite von 70 \u2013 80 cm gebr\u00e4uchlich. (Nur wenige gr\u00f6\u00dfere Webst\u00fchle lie\u00dfen das Weben breiterer Stoffbahnen zu. Deshalb ist es heutzutage sehr schwierig, handgewebtes Leinen zu finden, das breiter ist als 80 cm.)<\/p>\n<p>Um gr\u00f6\u00dfere St\u00fccke zu erhalten, mussten die schmalen Bahnen zusammengesetzt werden. F\u00fcr den Erhalt einer festen Verbindung arbeitete man \u00fcberwendliche Stiche. Eine elastische Verbindung  erzielte man entweder mit geschlungenen Kreuznahtstichen oder kreuznahtartigen Flechtstichen. <\/p>\n<p>Der folgende Beitrag besch\u00e4ftigt sich mit den M\u00f6glichkeiten einer festen Verbindung von Stoffbahnen mit Webkanten.   <\/p>\n<p>Da es vorkommen kann, dass zwei Leinenst\u00fccke gleicher L\u00e4nge und vom selben Leinenballen stammend, unterschiedlich einlaufen, muss das Leinen vor der Weiterverarbeitung zuerst gekocht werden. So kann man sp\u00e4tere Wellenbildung an den Nahtstellen vermeiden.<\/p>\n<p>Danach muss das Leinen geb\u00fcgelt werden. Hierbei sollte man Ziehen und Dehnen vermeiden.<\/p>\n<p>Der einfachste Weg, zwei St\u00fccke miteinander zu verbinden, ist das Zusammenn\u00e4hen mit kurzen, \u00fcberwendlichen Stichen von Hand. Das erste Beispiel veranschaulicht diese Methode angewandt auf grobem Leinen \u2013 die obere Naht zeigt die Vorderseite, die untere die R\u00fcckseite.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/1_22.06.2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/1_22.06.2018-438x329.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"329\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nDas zweite Beispiel  wurde auf feinerem Leinen gearbeitet &#8211; die obere Naht zeigt die Vorderseite, die untere die R\u00fcckseite. Das Teil stammt aus dem Jahr 1866 \u2013 die Naht ist auch nach mehr als 150 Jahren noch intakt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2_-22.06.2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2_-22.06.2018-438x329.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"329\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nDiese Methode wurde meist angewandt, um breite St\u00fccke f\u00fcr Bett\u00fcberw\u00fcrfe, Bettlaken und Sch\u00fcrzen zu erhalten. Zur weiteren Verzierung von Sch\u00fcrzenn\u00e4hten wurden manchmal \u201eSchl\u00e4ngchen\u201c \u00fcber die Naht gestickt,<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/3_-22.06.2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/3_-22.06.2018-438x329.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"329\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nwie aus derVergr\u00f6\u00dferung deutlich ersichtlich ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/4_-22.06.2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/4_-22.06.2018-438x328.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"328\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nBei zeitgen\u00f6ssischen St\u00fccken wird  diese Methode nicht mehr oft angewandt. Ich habe nur ein Beispiel daf\u00fcr auf einer aufw\u00e4ndig bestickten Tafeldecke gefunden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/5_-22.06.2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/5_-22.06.2018-438x329.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"329\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nHier wurden die Naht durch einen langen, durchgehenden Kn\u00f6tchenstichstiel und die Webkanten mit Bl\u00e4ttern und Spiralen  \u00fcberdeckt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/6_-22.06.2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/6_-22.06.2018-438x328.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"328\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nHeutzutage verwendet man meist Doppeln\u00e4hte, um gr\u00f6\u00dfere Leinenst\u00fccke zu erhalten. Dazu wird jeweils ein Faden entlang der Webkanten ausgezogen. Die Webkanten werden \u00fcbereinander gelegt und mit Hohlsaumstichen auf beiden Seiten befestigt. Solch eine Naht kann bleiben, wie sie ist \u2013 ohne weitere Dekoration.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/7_-22.06.2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/7_-22.06.2018-438x329.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"329\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nSie kann mit Hexenstichen \u00fcberdeckt <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/8_-22.06.2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/8_-22.06.2018-438x329.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"329\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nund mit zus\u00e4tzlichen K\u00e4stchenstichen verziert werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/9_-22.06.2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/9_-22.06.2018-438x329.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"329\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nAuch kann ein Stopfhohlsaum auf einer Seite gestickt werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/10_-22.06.2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/10_-22.06.2018-438x329.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"329\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nEs ist m\u00f6glich, Stopfhols\u00e4ume auf beiden Seiten der Naht zu arbeiten,<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/11_-22.06.2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/11_-22.06.2018-438x329.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"329\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\naber es ist schwierig, die F\u00e4den auf beiden Seiten in gleich breite B\u00fcndel zu teilen. Allerdings nur so kann man die Muster auf beiden Seiten \u00fcbereinstimmend sticken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/12_-22.06.2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/12_-22.06.2018-438x329.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"329\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nWenn man jedoch aufw\u00e4ndige und sehr sorgf\u00e4ltige Arbeit nicht scheut, kann man wundersch\u00f6ne Verzierungen entlang der Nahtstellen erzielen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/13_22.06.2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/13_22.06.2018-438x329.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"329\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nIn diesem Beispiel wurde die Webkanten-Fl\u00e4che zus\u00e4tzlich mit Hexenstichen \u00fcberdeckt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/14_-22.06.2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/14_-22.06.2018-438x329.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"329\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nSchmale Leinenbahnen mittels dieser Methode zusammenzuf\u00fcgen, gestattet gro\u00dfe St\u00fccke mit pr\u00e4chtiger Wirkung erzielen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/15_22.06.2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/15_22.06.2018-438x329.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"329\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nIn diesem Beispiel wurden nur drei einzelne St\u00fccke miteinander verbunden. Die zus\u00e4tzliche Dekoration durch Stopfhohls\u00e4ume wurde so angelegt, dass sie sich den Nahtstellen anpasst, ohne aber eine Naht zu haben.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Schwalm wurde Leinen handgewebt. Die vorhandenen Webst\u00fchle waren in der Regel nicht sehr gro\u00df. So war Leinen mit einer Breite von 70 \u2013 80 cm gebr\u00e4uchlich. (Nur wenige gr\u00f6\u00dfere Webst\u00fchle lie\u00dfen das Weben breiterer Stoffbahnen zu. Deshalb ist es heutzutage sehr schwierig, handgewebtes Leinen zu finden, das breiter ist als 80 cm.) Um gr\u00f6\u00dfere St\u00fccke zu erhalten, mussten die schmalen Bahnen zusammengesetzt werden. F\u00fcr den Erhalt einer festen Verbindung arbeitete man \u00fcberwendliche Stiche. Eine elastische Verbindung erzielte man entweder mit geschlungenen Kreuznahtstichen oder kreuznahtartigen Flechtstichen. Der folgende Beitrag besch\u00e4ftigt sich mit den M\u00f6glichkeiten einer festen Verbindung von Stoffbahnen mit Webkanten. Da es vorkommen kann, dass zwei Leinenst\u00fccke gleicher L\u00e4nge und vom selben Leinenballen stammend, unterschiedlich einlaufen, muss das Leinen vor der Weiterverarbeitung zuerst gekocht werden. So kann man sp\u00e4tere Wellenbildung an den Nahtstellen vermeiden. Danach muss das Leinen geb\u00fcgelt werden. Hierbei sollte man Ziehen und Dehnen vermeiden. Der einfachste Weg, zwei St\u00fccke miteinander zu verbinden, ist das Zusammenn\u00e4hen mit kurzen, \u00fcberwendlichen Stichen von Hand. Das erste Beispiel veranschaulicht diese Methode angewandt auf grobem Leinen \u2013 die obere Naht zeigt die Vorderseite, die untere die R\u00fcckseite. Das zweite Beispiel wurde auf feinerem Leinen gearbeitet &#8211; die obere Naht zeigt die Vorderseite, die untere die R\u00fcckseite. Das Teil stammt aus dem Jahr 1866 \u2013 die Naht ist auch nach mehr als 150 Jahren noch intakt. Diese Methode wurde meist angewandt, um breite St\u00fccke f\u00fcr Bett\u00fcberw\u00fcrfe, Bettlaken und Sch\u00fcrzen zu erhalten. Zur weiteren Verzierung von Sch\u00fcrzenn\u00e4hten wurden manchmal \u201eSchl\u00e4ngchen\u201c \u00fcber die Naht gestickt, wie aus derVergr\u00f6\u00dferung deutlich ersichtlich ist. Bei zeitgen\u00f6ssischen St\u00fccken wird diese Methode nicht mehr oft angewandt. Ich habe nur ein Beispiel daf\u00fcr auf einer aufw\u00e4ndig bestickten Tafeldecke gefunden. Hier wurden die Naht durch einen langen, durchgehenden Kn\u00f6tchenstichstiel und die Webkanten mit Bl\u00e4ttern und Spiralen \u00fcberdeckt. Heutzutage verwendet man meist Doppeln\u00e4hte, um gr\u00f6\u00dfere Leinenst\u00fccke zu erhalten. Dazu wird jeweils ein Faden entlang der Webkanten ausgezogen. Die Webkanten werden \u00fcbereinander gelegt und mit Hohlsaumstichen auf beiden Seiten befestigt. Solch eine Naht kann bleiben, wie sie ist \u2013 ohne weitere Dekoration. Sie kann mit Hexenstichen \u00fcberdeckt und mit zus\u00e4tzlichen K\u00e4stchenstichen verziert werden. Auch kann ein Stopfhohlsaum auf einer Seite gestickt werden. Es ist m\u00f6glich, Stopfhols\u00e4ume auf beiden Seiten der Naht zu arbeiten, aber es ist schwierig, die F\u00e4den auf beiden Seiten in gleich breite B\u00fcndel zu teilen. Allerdings nur so kann man die Muster auf beiden Seiten \u00fcbereinstimmend sticken. Wenn man jedoch aufw\u00e4ndige und sehr sorgf\u00e4ltige Arbeit nicht scheut, kann man wundersch\u00f6ne Verzierungen entlang der Nahtstellen erzielen. In diesem Beispiel wurde die Webkanten-Fl\u00e4che zus\u00e4tzlich mit Hexenstichen \u00fcberdeckt. Schmale Leinenbahnen mittels dieser Methode zusammenzuf\u00fcgen, gestattet gro\u00dfe St\u00fccke mit pr\u00e4chtiger Wirkung erzielen. In diesem Beispiel wurden nur drei einzelne St\u00fccke miteinander verbunden. 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So kann man sp\u00e4tere Wellenbildung an den Nahtstellen vermeiden. Danach muss das Leinen geb\u00fcgelt werden. Hierbei sollte man Ziehen und Dehnen vermeiden. Der einfachste Weg, zwei St\u00fccke miteinander zu verbinden, ist das Zusammenn\u00e4hen mit kurzen, \u00fcberwendlichen Stichen von Hand. Das erste Beispiel veranschaulicht diese Methode angewandt auf grobem Leinen \u2013 die obere Naht zeigt die Vorderseite, die untere die R\u00fcckseite. Das zweite Beispiel wurde auf feinerem Leinen gearbeitet &#8211; die obere Naht zeigt die Vorderseite, die untere die R\u00fcckseite. Das Teil stammt aus dem Jahr 1866 \u2013 die Naht ist auch nach mehr als 150 Jahren noch intakt. Diese Methode wurde meist angewandt, um breite St\u00fccke f\u00fcr Bett\u00fcberw\u00fcrfe, Bettlaken und Sch\u00fcrzen zu erhalten. 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