{"id":2985,"date":"2013-08-18T19:36:09","date_gmt":"2013-08-18T17:36:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=2985"},"modified":"2021-04-22T07:22:33","modified_gmt":"2021-04-22T05:22:33","slug":"leinen-gewebe-aus-flachs-faser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=2985","title":{"rendered":"Leinen: Gewebe aus Flachs-Fasern"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-size:35px !important\">&#8211; was Stickerinnen (Wei\u00dfn\u00e4herinnen) \u00fcber diesen Handarbeits-Stoff wissen sollten<\/h3>\n<div id=\"attachment_2989\" style=\"width: 448px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Bluehender_Lein_-_blooming_flax.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2989\" class=\"aligncenter size-medium\" alt=\"Bl\u00fchender Lein\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Bluehender_Lein_-_blooming_flax-438x246.jpg\" width=\"438\" height=\"246\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2989\" class=\"wp-caption-text\">Bl\u00fchender Lein<\/p><\/div>\n<p><strong>Eine wichtige und grundlegende Voraussetzung f\u00fcr gutes Gelingen jeder Handarbeit ist richtiges Werkzeug und geeignetes Material.<\/strong><\/p>\n<p>Gerade auch beim Praktizieren der Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei (Hessenstickerei) sollte man darauf achten \u2013 man investiert zu viele Arbeitsstunden in diese Technik, als dass man lappiges Gewebe oder schnell verschlei\u00dfenden Stoff verwenden sollte.<\/p>\n<p>Leinen ist sehr viel haltbarer als Baumwollstoff oder Mischgewebe. Daher sollte man immer reinem Leinen den Vorzug geben. Zugegeben, Leinen knittert leicht. Aber mit etwas W\u00e4sche-St\u00e4rke versehen und vom leicht feuchten Zustand aus trocken geb\u00fcgelt , entfaltet die Stickerei durch ihren zarten Glanz und die Sch\u00f6nheit des erlesenen Materials erst ihre wahre Pracht und Eleganz. (Tipp: Nicht schleudern, nicht in den W\u00e4schetrockner geben, stattdessen m\u00f6glichst tropfnass aufh\u00e4ngen.)<\/p>\n<p>Leinen ist ein Naturprodukt und gilt als die haltbarste und umweltfreundlichste aller Textilfasern. Aber \u2013 Leinen ist nicht gleich Leinen. Daher m\u00f6chte ich hier versuchen, die Unterschiede aufzuzeigen, damit Sie das beste Material f\u00fcr Ihre wertvolle Stickerei finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal Grundlegendes:<br \/>\nLeinengewebe werden aus Leinengarnen hergestellt. Leinengarne werden aus den Fasern der Flachspflanze (auch \u201eLein\u201c genannt) gesponnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Erst klein wie ein K\u00fcmmel,<br \/>\ndann gr\u00fcn wie der Klee,<br \/>\ndann blau wie der Himmel,<br \/>\nam Schluss wei\u00df wie Schnee<\/p>\n<p>Dieser kleine Reim bezieht sich auf Flachs bzw. Lein. Die K\u00fcrze dieses Reims t\u00e4uscht ein wenig \u00fcber die vielen Arbeitsschritte hinweg, die n\u00f6tig sind, um vom Saatkorn zum gebrauchstauglichen Gewebe zu gelangen.<\/p>\n<h4>Aussaat und Bl\u00fcte<\/h4>\n<p>70 Tage nach der Aussaat der kleinen Leinsamen beginnt die Pflanze zu bl\u00fchen, ca. 30 Tage sp\u00e4ter ist sie erntereif.<\/p>\n<div id=\"attachment_2994\" style=\"width: 448px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Leinsamen_-_flax_seeds.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2994\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Leinsamen_-_flax_seeds-438x328.jpg\" alt=\"Leinsaat \/ Leinsamen\" width=\"438\" height=\"328\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2994\" class=\"wp-caption-text\">Leinsaat \/ Leinsamen<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_2997\" style=\"width: 448px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Reife_Samenkapseln_-_ripe_seed_pods.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2997\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Reife_Samenkapseln_-_ripe_seed_pods-438x210.jpg\" alt=\"Die reifen Samenkapseln\" width=\"438\" height=\"210\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2997\" class=\"wp-caption-text\">Die reifen Samenkapseln<\/p><\/div>\n<h4>Raufen<\/h4>\n<p>Die Pflanzen werden samt Teilen der Wurzel aus dem Boden gezogen &#8211; also \u201eausgerauft\u201c, damit man auch den unteren Teil der Pflanze verwerten und m\u00f6glichst lange Fasern gewinnen kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_2990\" style=\"width: 448px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Eine_reife_Flachspflanze_-_a_ripe_flax_plant.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2990\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Eine_reife_Flachspflanze_-_a_ripe_flax_plant-438x256.jpg\" alt=\"Eine reife Flachspflanze\" width=\"438\" height=\"256\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2990\" class=\"wp-caption-text\">Eine reife Flachspflanze<\/p><\/div>\n<h4>Riffeln oder Reffen<\/h4>\n<p>Die Samenkapseln und die Bl\u00e4tter werden vom Stengel getrennt. Die Samen werden als \u00d6lfrucht verwendet oder als K\u00f6rner f\u00fcr unsere Ern\u00e4hrung bereitgestellt.<\/p>\n<div id=\"attachment_2992\" style=\"width: 448px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Flachsstengel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2992\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Flachsstengel-438x155.jpg\" alt=\"Flachsstengel mit abgetrennten Samenkapseln, in denen sich die Leinsamen befinden\" width=\"438\" height=\"155\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2992\" class=\"wp-caption-text\">Flachsstengel mit abgetrennten Samenkapseln, in denen sich die Leinsamen befinden<\/p><\/div>\n<h4>R\u00f6sten oder R\u00f6tten<\/h4>\n<p>Um die Fasern der Pflanze gewinnen zu k\u00f6nnen, muss der verbindende Leim durch einen F\u00e4ulnisprozess gel\u00f6st werden. Dies geschieht, indem der Pflanze Feuchtigkeit zugef\u00fchrt wird. Es kann der Tau auf dem Feld sein (Taur\u00f6ste), auf dem die Pflanzen abgelegt wurden, es kann ein seichtes, unbewegtes Gew\u00e4sser sein, in das die Pflanzen gebracht wurden. Es kann aber auch durch eine k\u00fcnstliche R\u00f6tte (Warmwasserr\u00f6tte) vonstatten gehen.<\/p>\n<h4>Brechen<\/h4>\n<p>Durch das anschlie\u00dfenden \u201eBrechen\u201c f\u00e4llt ein Teil des Holzanteils aus den Stengeln heraus.<\/p>\n<div id=\"attachment_2988\" style=\"width: 448px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Aufgebrochener_Stengel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2988\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Aufgebrochener_Stengel-438x152.jpg\" alt=\"Aufgebrochener Stengel einer Flachspfanze\" width=\"438\" height=\"152\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2988\" class=\"wp-caption-text\">Aufgebrochener Stengel einer Flachspfanze<\/p><\/div>\n<h4>Schwingen<\/h4>\n<p>Beim Schwingen werden dann die restlichen Holzteilchen entfernt.<\/p>\n<h4>Hecheln<\/h4>\n<p>Bevor die Fasern versponnen werden k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie noch mehrere Male gek\u00e4mmt werden. Dieser Vorgang, den man \u201eHecheln\u201c nennt, spaltet die zun\u00e4chst groben Faserb\u00fcndel in immer feinere auf. Eine gute Spinnerei legt gro\u00dfen Wert auf die Verarbeitung von sehr sorgf\u00e4ltig gehechelten Fasern.<\/p>\n<div id=\"attachment_2991\" style=\"width: 448px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Faserbuendel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2991\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Faserbuendel-438x208.jpg\" alt=\"Durch mehrere \u201eHechel\u201c-Vorg\u00e4nge gewonnene Faserb\u00fcndel\" width=\"438\" height=\"208\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2991\" class=\"wp-caption-text\">Durch mehrere \u201eHechel\u201c-Vorg\u00e4nge gewonnene Faserb\u00fcndel<\/p><\/div>\n<h4>Spinnen<\/h4>\n<p>Das Verspinnen der Langfasern erfolgt meist im Nassspinnverfahren. Fr\u00fcher hatte man an den Spinnr\u00e4dern kleine Wassern\u00e4pfchen, damit man sich die Finger immer wieder mit Wasser benetzen konnte, um einen m\u00f6glichst feinen Faden in gleichm\u00e4\u00dfiger Qualit\u00e4t zu erhalten.<\/p>\n<h4>Weben<\/h4>\n<p>Leinen wird meist in der klassischen Leinwandbindung gewebt. F\u00fcr die Kettf\u00e4den muss ein sehr gleichm\u00e4\u00dfiges Garn verwendet werden, das zudem durch die Aufbringung von St\u00e4rken haltbarer gemacht und gegl\u00e4ttet (geschlichtet) wird. Denn bei zu gro\u00dfen Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten und zu vielen abstehenden Faseranteilen im Garn w\u00fcrden die F\u00e4den durch die Scheuerbelastung auf dem Webstuhl zu oft rei\u00dfen.<\/p>\n<p><a name=\"ausruesten\"><\/a><\/p>\n<h4>Ausr\u00fcsten<\/h4>\n<p>Das Rohgewebe wird zun\u00e4chst hei\u00df gewaschen, gebleicht und bei Bedarf optisch aufgehellt, manchmal auch eingef\u00e4rbt.<\/p>\n<p>Das \u201eKrumpfen\u201c, ein spezielles Verfahren, dass ein Einlaufen (Schrumpfen) des Stoffes verhindert, wird bei Handarbeitsstoffen nicht angewandt. Denn hier ist es beabsichtigt, dass das Gewebe nach Fertigstellung der Stickerei schrumpft. (Nach der ersten W\u00e4sche l\u00e4uft das Gewebe in der Breite um ca. 3 % und in der L\u00e4nge um 8 bis 10 % ein) Das hat zwei Vorteile: Zum Einen l\u00e4sst sich die Stickarbeit auf nicht eingelaufenem Leinen wesentlich einfacher ausf\u00fchren, zum Anderen wird der<br \/>\nLeinenfaden nach der W\u00e4sche f\u00fclliger, bekommt mehr Volumen, wodurch sich auch das Aussehen der Stickerei positiv ver\u00e4ndert. Sorgf\u00e4ltig von Hand geb\u00fcgelt wird man ein St\u00fcck von dauerhafter Sch\u00f6nheit und Qualit\u00e4t haben.<\/p>\n<hr>\n<p>Wenn Sie mehr erfahren m\u00f6chten, kann ich Ihnen folgende Links empfehlen:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.gesamtverband-leinen.de\/home\/index,id,21.html\">http:\/\/www.gesamtverband-leinen.de\/home\/index,id,21.html<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flachsfaser\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flachsfaser<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.rudolf.de\/produkte\/produktbroschueren\/details\/brochure\/leinen-02-2010.html\">http:\/\/www.rudolf.de\/produkte\/produktbroschueren\/details\/brochure\/leinen-02-2010.html<\/a><\/p>\n<hr>\n<p>Fr\u00fcher wurde der Flachs von Bauern (heute w\u00fcrde man sagen \u201eKleinbauern\u201c) in allen L\u00e4ndern mit gem\u00e4\u00dfigtem Klima, in Deutschland fl\u00e4chendeckend, angebaut. All die vielen Arbeitsschritte von der Aussaat bis hin zum Bleichen des fertigen Gewebes und zum Vern\u00e4hen der aufgerollten Ballen zur perfekten Lagerung in Truhen, erfolgten an Ort und Stelle.<\/p>\n<p>Mit dem Beginn der Industrialisierung verlagerte sich die Leinenspinnerei und -weberei in schnell wachsende Betriebe mit mechanischen Spinn- und Webmaschinen.<\/p>\n<p>Viele Gegenden sind f\u00fcr gute Leinenqualit\u00e4t ber\u00fchmt. Das Bielefelder Leinen nahm schon zu Zeiten der \u201eHandarbeit\u201c einen Spitzenplatz ein. Aber auch Oberlausitzer Leinen, Schlitzer Leinen und viele, viele andere genossen einen guten Ruf.<\/p>\n<p>Heute erfolgt Flachsanbau in Westeuropa in gr\u00f6\u00dferem Stil nur noch in Nordfrankreich, in den Niederlanden (Zeeland) und in Flandern\/Belgien, also in Regionen mit maritimem Klima und langj\u00e4hrig gepflegter Tradition. Dort wird insbesondere langstapliger Flachs geerntet. Nur guter Rohstoff ergibt auch gutes Garn. Hochwertige Fasern werden \u00fcberwiegend in Spinnereien in Frankreich, Belgien, Ungarn, Polen oder Fernost versponnen &#8211; in Deutschland wird seit einigen Jahren kein Flachsgarn mehr gesponnen. Danach werden die Leinengarne verwoben. Auch in Deutschland sind noch einige Webereien in Betrieb. Sie haben sich jedoch auf unterschiedliche Leinenqualit\u00e4ten spezialisiert.<\/p>\n<p>So stellt die Fa. Hoffmann in der Oberlausitz Stoffe f\u00fcr Tisch- und Bettw\u00e4sche her, die Firma Driessen in Schlitz ist Erzeuger von Tisch-, Bett- und K\u00fcchenw\u00e4sche, die Leinenmanufaktur Achern ist spezialisiert auf Bekleidung und Badtextilien.<\/p>\n<p>Nur wenige Webereien sind auf die Herstellung von Handarbeitsstoffen ausgerichtet.<br \/>\n\u25cf\u201eVaupel &#038; Heilenbeck\u201c in Wuppertal webt Leinenb\u00e4nder<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.vaupel-heilenbeck.de\/de_Galerie__Ausstellung.html\">http:\/\/www.vaupel-heilenbeck.de\/de_Galerie__Ausstellung.html<\/a><br \/>\n\u25cf\u201eVieb\u00f6ck\u201c in \u00d6sterreich produziert Stickereileinen \u2013 so, wie ich es sehe, aber nur grober gewebtes<br \/>\nLeinen<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.vieboeck.at\/de\/produkte\/meterware_accessoires.html\">http:\/\/www.vieboeck.at\/de\/produkte\/meterware_accessoires.html<\/a><br \/>\n\u25cf\u201eEugen \u00dcbelh\u00f6r\u201c in \u00d6sterreich stellt verschiedene Stickleinen her<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.uebelhoer.at\/index.php?option=com_content&#038;view=article&#038;id=32&#038;Itemid=19&#038;contentcategory=1\">http:\/\/www.uebelhoer.at\/index.php?option=com_content&#038;view=article&#038;id=32&#038;Itemid=19&#038;contentcategory=1<\/a><br \/>\n\u25cf\u201eZweigart &#038; Sawitzki\u201c in Sindelfingen bietet Handarbeitsleinen an<br \/>\n<a href=\"http:\/\/zweigart.de\/sticken.html?cat=11&#038;gewebeart2=255\">http:\/\/zweigart.de\/sticken.html?cat=11&#038;gewebeart2=255<\/a><br \/>\nAuch in Frankreich und Belgien bestehen Leinenwebereien, <strike>deren Internetseiten ich leider nicht finde,<\/strike> <strong>nachgereicht &#8211; danke an die mitteilenden Leser<\/strong>:<br \/>\n\u25cf Aktualisiert 2021: Im Elsa\u00df in Frankreich gab es die &#8222;Tissage Gander&#8220;, die u.a. sch\u00f6nes Leinen f\u00fcr Kreuzstichstickereien herstellte. Nachdem der Besitzer Michel Gander 2017 verstorben ist, wirde das Gesch\u00e4ft aufgegeben.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.tissage-gander.fr\/\">http:\/\/www.tissage-gander.fr\/<\/a><br \/>\n\u25cf In Belgien befindet sich &#8222;Libeco&#8220;. Die Firma hat die f\u00fchrende und hochklassige Leinenproduktion &#8222;Lagae&#8220; \u00fcbernommen und stellt jetzt Leinen f\u00fcr das &#8222;t\u00e4gliche Leben&#8220; her &#8211; Handarbeitsleinen ist nicht darunter.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.libeco.com\/en\/about-us\/welcome.aspx\">http:\/\/www.libeco.com\/en\/about-us\/welcome.aspx<\/a><br \/>\n\u25cf\u201eWeddigen\u201c in Herford<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.weberei-weddigen.de\/\">http:\/\/www.weberei-weddigen.de\/<\/a><\/p>\n<p>Die Weberei Weddigen produziert Bett- und Tischw\u00e4sche, Kirchenleinen und Handarbeitsgewebe. Vor vielen Jahren wurde auf Wunsch und unter Mitarbeit von Stickerinnen, die die Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei-Technik aus\u00fcben, ein spezielles Leinen entwickelt und erprobt. Es hat sich schnell f\u00fcr diese Sticktechnik am Markt durchgesetzt und bew\u00e4hrt und ist das meist gebrauchte Leinen f\u00fcr die Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei. Es handelt sich um das 16-f\u00e4dige <a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=3679\">Weddigen Leinen<\/a> (Artikel 925). Im<br \/>\nUnterschied zum z.B. 16-f\u00e4digen Zweigart Leinen besteht dieses Gewebe aus einem h\u00f6heren Faseranteil (die F\u00e4den sind breiter) und einem geringeren Luftanteil (die Zwischenr\u00e4ume zwischen den einzelnen F\u00e4den sind schmaler), wie Sie im Vergleich der Vergr\u00f6\u00dferungen sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_2995\" style=\"width: 448px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/links_Zweigart_-rechts_Weddigen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2995\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/links_Zweigart_-rechts_Weddigen-438x126.jpg\" alt=\"Links 16-f\u00e4diges Zweigart-Leinen, ungebleicht | rechts 16-f\u00e4diges Weddigen-Leinen, gebleicht\" width=\"438\" height=\"126\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2995\" class=\"wp-caption-text\">Links 16-f\u00e4diges Zweigart-Leinen, ungebleicht | rechts 16-f\u00e4diges Weddigen-Leinen, gebleicht<\/p><\/div>\n<p>(Wohlgemerkt \u2013 wir sprechen von 16 F\u00e4den pro Zentimeter, d. h. dass dieser Unterschied pro Faden nur wenige Zehntel Millimeter betragen kann, wie vielleicht in der starken Vergr\u00f6\u00dferung noch deutlicher wird.)<\/p>\n<div id=\"attachment_2995\" style=\"width: 448px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/links_Zweigart_rechts-Weddigen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2995\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/links_Zweigart_rechts-Weddigen-438x212.jpg\" alt=\"links_Zweigart_rechts Weddigen\" width=\"438\" height=\"212\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2995\" class=\"wp-caption-text\">vergr\u00f6\u00dferte Ansicht<\/p><\/div>\n<p>Der Unterschied scheint Ihnen vielleicht marginal zu sein, aber wenn man erst einmal mit den verschiedenen Qualit\u00e4ten gearbeitet hat, wird man durch das Ergebnis sehr schnell von der f\u00fcr die Technik der Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei geeigneteren \u00fcberzeugt. Leinen f\u00fcr die Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei muss so dicht wie irgend m\u00f6glich gewebt und vom erfahrenen Textilveredler derartig ausger\u00fcstet sein, dass sich trotzdem F\u00e4den ziehen lassen. (Regelrecht offen gewebte, gar durchscheinende Z\u00e4hlstoffe sind f\u00fcr den feinen gez\u00e4hlten Kreuzstich, nicht jedoch f\u00fcr die Schw\u00e4lmer Stickerei geeignet.)<br \/>\n<strong><br \/>\nWenn man einen h\u00f6heren Gewebefadenanteil zur Verf\u00fcgung hat , kann man seine Stickstiche genauer platzieren. Die Stickerei bekommt dadurch ein ordentlicheres und perfekteres Aussehen.<\/p>\n<p>Auch bei den Fl\u00e4chenf\u00fcllmustern wirkt sich die gr\u00f6\u00dfere Dichte des Stoffes positiv aus \u2013 die einzelnen Gewebef\u00e4den r\u00fccken nicht so dicht zusammen wie bei einem lockereren Gewebe. Die Muster werden dadurch markanter.<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Liebhaberinnen feinerer Leinengewebe gibt es das Weddigen Leinen mit 20 F\u00e4den\/cm. Etwas weniger dicht gewebt ist das 13,5f\u00e4dige Weddigen Leinen (Artikel 160).<\/p>\n<p>Zur\u00fcck vom Ausr\u00fcster wartet das fertige, edle Erzeugnis auf den Versand in viele L\u00e4nder der Erde und vielleicht auch auf Ihre geschickten H\u00e4nde, die daraus auf vielf\u00e4ltige Weise wahre Kunstwerke entstehen lassen.<br \/>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; was Stickerinnen (Wei\u00dfn\u00e4herinnen) \u00fcber diesen Handarbeits-Stoff wissen sollten Eine wichtige und grundlegende Voraussetzung f\u00fcr gutes Gelingen jeder Handarbeit ist richtiges Werkzeug und geeignetes Material. Gerade auch beim Praktizieren der Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei (Hessenstickerei) sollte man darauf achten \u2013 man investiert zu viele Arbeitsstunden in diese Technik, als dass man lappiges Gewebe oder schnell verschlei\u00dfenden Stoff verwenden sollte. Leinen ist sehr viel haltbarer als Baumwollstoff oder Mischgewebe. Daher sollte man immer reinem Leinen den Vorzug geben. Zugegeben, Leinen knittert leicht. Aber mit etwas W\u00e4sche-St\u00e4rke versehen und vom leicht feuchten Zustand aus trocken geb\u00fcgelt , entfaltet die Stickerei durch ihren zarten Glanz und die Sch\u00f6nheit des erlesenen Materials erst ihre wahre Pracht und Eleganz. (Tipp: Nicht schleudern, nicht in den W\u00e4schetrockner geben, stattdessen m\u00f6glichst tropfnass aufh\u00e4ngen.) Leinen ist ein Naturprodukt und gilt als die haltbarste und umweltfreundlichste aller Textilfasern. Aber \u2013 Leinen ist nicht gleich Leinen. Daher m\u00f6chte ich hier versuchen, die Unterschiede aufzuzeigen, damit Sie das beste Material f\u00fcr Ihre wertvolle Stickerei finden k\u00f6nnen. Zun\u00e4chst einmal Grundlegendes: Leinengewebe werden aus Leinengarnen hergestellt. Leinengarne werden aus den Fasern der Flachspflanze (auch \u201eLein\u201c genannt) gesponnen. Erst klein wie ein K\u00fcmmel, dann gr\u00fcn wie der Klee, dann blau wie der Himmel, am Schluss wei\u00df wie Schnee Dieser kleine Reim bezieht sich auf Flachs bzw. Lein. Die K\u00fcrze dieses Reims t\u00e4uscht ein wenig \u00fcber die vielen Arbeitsschritte hinweg, die n\u00f6tig sind, um vom Saatkorn zum gebrauchstauglichen Gewebe zu gelangen. Aussaat und Bl\u00fcte 70 Tage nach der Aussaat der kleinen Leinsamen beginnt die Pflanze zu bl\u00fchen, ca. 30 Tage sp\u00e4ter ist sie erntereif. Raufen Die Pflanzen werden samt Teilen der Wurzel aus dem Boden gezogen &#8211; also \u201eausgerauft\u201c, damit man auch den unteren Teil der Pflanze verwerten und m\u00f6glichst lange Fasern gewinnen kann. Riffeln oder Reffen Die Samenkapseln und die Bl\u00e4tter werden vom Stengel getrennt. Die Samen werden als \u00d6lfrucht verwendet oder als K\u00f6rner f\u00fcr unsere Ern\u00e4hrung bereitgestellt. R\u00f6sten oder R\u00f6tten Um die Fasern der Pflanze gewinnen zu k\u00f6nnen, muss der verbindende Leim durch einen F\u00e4ulnisprozess gel\u00f6st werden. Dies geschieht, indem der Pflanze Feuchtigkeit zugef\u00fchrt wird. Es kann der Tau auf dem Feld sein (Taur\u00f6ste), auf dem die Pflanzen abgelegt wurden, es kann ein seichtes, unbewegtes Gew\u00e4sser sein, in das die Pflanzen gebracht wurden. Es kann aber auch durch eine k\u00fcnstliche R\u00f6tte (Warmwasserr\u00f6tte) vonstatten gehen. Brechen Durch das anschlie\u00dfenden \u201eBrechen\u201c f\u00e4llt ein Teil des Holzanteils aus den Stengeln heraus. Schwingen Beim Schwingen werden dann die restlichen Holzteilchen entfernt. Hecheln Bevor die Fasern versponnen werden k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie noch mehrere Male gek\u00e4mmt werden. Dieser Vorgang, den man \u201eHecheln\u201c nennt, spaltet die zun\u00e4chst groben Faserb\u00fcndel in immer feinere auf. Eine gute Spinnerei legt gro\u00dfen Wert auf die Verarbeitung von sehr sorgf\u00e4ltig gehechelten Fasern. Spinnen Das Verspinnen der Langfasern erfolgt meist im Nassspinnverfahren. Fr\u00fcher hatte man an den Spinnr\u00e4dern kleine Wassern\u00e4pfchen, damit man sich die Finger immer wieder mit Wasser benetzen konnte, um einen m\u00f6glichst feinen Faden in gleichm\u00e4\u00dfiger Qualit\u00e4t zu erhalten. Weben Leinen wird meist in der klassischen Leinwandbindung gewebt. F\u00fcr die Kettf\u00e4den muss ein sehr gleichm\u00e4\u00dfiges Garn verwendet werden, das zudem durch die Aufbringung von St\u00e4rken haltbarer gemacht und gegl\u00e4ttet (geschlichtet) wird. Denn bei zu gro\u00dfen Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten und zu vielen abstehenden Faseranteilen im Garn w\u00fcrden die F\u00e4den durch die Scheuerbelastung auf dem Webstuhl zu oft rei\u00dfen. Ausr\u00fcsten Das Rohgewebe wird zun\u00e4chst hei\u00df gewaschen, gebleicht und bei Bedarf optisch aufgehellt, manchmal auch eingef\u00e4rbt. Das \u201eKrumpfen\u201c, ein spezielles Verfahren, dass ein Einlaufen (Schrumpfen) des Stoffes verhindert, wird bei Handarbeitsstoffen nicht angewandt. Denn hier ist es beabsichtigt, dass das Gewebe nach Fertigstellung der Stickerei schrumpft. (Nach der ersten W\u00e4sche l\u00e4uft das Gewebe in der Breite um ca. 3 % und in der L\u00e4nge um 8 bis 10 % ein) Das hat zwei Vorteile: Zum Einen l\u00e4sst sich die Stickarbeit auf nicht eingelaufenem Leinen wesentlich einfacher ausf\u00fchren, zum Anderen wird der Leinenfaden nach der W\u00e4sche f\u00fclliger, bekommt mehr Volumen, wodurch sich auch das Aussehen der Stickerei positiv ver\u00e4ndert. Sorgf\u00e4ltig von Hand geb\u00fcgelt wird man ein St\u00fcck von dauerhafter Sch\u00f6nheit und Qualit\u00e4t haben. Wenn Sie mehr erfahren m\u00f6chten, kann ich Ihnen folgende Links empfehlen: http:\/\/www.gesamtverband-leinen.de\/home\/index,id,21.html https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flachsfaser http:\/\/www.rudolf.de\/produkte\/produktbroschueren\/details\/brochure\/leinen-02-2010.html Fr\u00fcher wurde der Flachs von Bauern (heute w\u00fcrde man sagen \u201eKleinbauern\u201c) in allen L\u00e4ndern mit gem\u00e4\u00dfigtem Klima, in Deutschland fl\u00e4chendeckend, angebaut. All die vielen Arbeitsschritte von der Aussaat bis hin zum Bleichen des fertigen Gewebes und zum Vern\u00e4hen der aufgerollten Ballen zur perfekten Lagerung in Truhen, erfolgten an Ort und Stelle. Mit dem Beginn der Industrialisierung verlagerte sich die Leinenspinnerei und -weberei in schnell wachsende Betriebe mit mechanischen Spinn- und Webmaschinen. Viele Gegenden sind f\u00fcr gute Leinenqualit\u00e4t ber\u00fchmt. Das Bielefelder Leinen nahm schon zu Zeiten der \u201eHandarbeit\u201c einen Spitzenplatz ein. 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Hoffmann in der Oberlausitz Stoffe f\u00fcr Tisch- und Bettw\u00e4sche her, die Firma Driessen in Schlitz ist Erzeuger von Tisch-, Bett- und K\u00fcchenw\u00e4sche, die Leinenmanufaktur Achern ist spezialisiert auf Bekleidung und Badtextilien. 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Gerade auch beim Praktizieren der Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei (Hessenstickerei) sollte man darauf achten \u2013 man investiert zu viele Arbeitsstunden in diese Technik, als dass man lappiges Gewebe oder schnell verschlei\u00dfenden Stoff verwenden sollte. Leinen ist sehr viel haltbarer als Baumwollstoff oder Mischgewebe. Daher sollte man immer reinem Leinen den Vorzug geben. Zugegeben, Leinen knittert leicht. Aber mit etwas W\u00e4sche-St\u00e4rke versehen und vom leicht feuchten Zustand aus trocken geb\u00fcgelt , entfaltet die Stickerei durch ihren zarten Glanz und die Sch\u00f6nheit des erlesenen Materials erst ihre wahre Pracht und Eleganz. (Tipp: Nicht schleudern, nicht in den W\u00e4schetrockner geben, stattdessen m\u00f6glichst tropfnass aufh\u00e4ngen.) Leinen ist ein Naturprodukt und gilt als die haltbarste und umweltfreundlichste aller Textilfasern. Aber \u2013 Leinen ist nicht gleich Leinen. Daher m\u00f6chte ich hier versuchen, die Unterschiede aufzuzeigen, damit Sie das beste Material f\u00fcr Ihre wertvolle Stickerei finden k\u00f6nnen. Zun\u00e4chst einmal Grundlegendes: Leinengewebe werden aus Leinengarnen hergestellt. Leinengarne werden aus den Fasern der Flachspflanze (auch \u201eLein\u201c genannt) gesponnen. Erst klein wie ein K\u00fcmmel, dann gr\u00fcn wie der Klee, dann blau wie der Himmel, am Schluss wei\u00df wie Schnee Dieser kleine Reim bezieht sich auf Flachs bzw. Lein. Die K\u00fcrze dieses Reims t\u00e4uscht ein wenig \u00fcber die vielen Arbeitsschritte hinweg, die n\u00f6tig sind, um vom Saatkorn zum gebrauchstauglichen Gewebe zu gelangen. Aussaat und Bl\u00fcte 70 Tage nach der Aussaat der kleinen Leinsamen beginnt die Pflanze zu bl\u00fchen, ca. 30 Tage sp\u00e4ter ist sie erntereif. Raufen Die Pflanzen werden samt Teilen der Wurzel aus dem Boden gezogen &#8211; also \u201eausgerauft\u201c, damit man auch den unteren Teil der Pflanze verwerten und m\u00f6glichst lange Fasern gewinnen kann. Riffeln oder Reffen Die Samenkapseln und die Bl\u00e4tter werden vom Stengel getrennt. Die Samen werden als \u00d6lfrucht verwendet oder als K\u00f6rner f\u00fcr unsere Ern\u00e4hrung bereitgestellt. R\u00f6sten oder R\u00f6tten Um die Fasern der Pflanze gewinnen zu k\u00f6nnen, muss der verbindende Leim durch einen F\u00e4ulnisprozess gel\u00f6st werden. Dies geschieht, indem der Pflanze Feuchtigkeit zugef\u00fchrt wird. Es kann der Tau auf dem Feld sein (Taur\u00f6ste), auf dem die Pflanzen abgelegt wurden, es kann ein seichtes, unbewegtes Gew\u00e4sser sein, in das die Pflanzen gebracht wurden. Es kann aber auch durch eine k\u00fcnstliche R\u00f6tte (Warmwasserr\u00f6tte) vonstatten gehen. Brechen Durch das anschlie\u00dfenden \u201eBrechen\u201c f\u00e4llt ein Teil des Holzanteils aus den Stengeln heraus. Schwingen Beim Schwingen werden dann die restlichen Holzteilchen entfernt. Hecheln Bevor die Fasern versponnen werden k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie noch mehrere Male gek\u00e4mmt werden. Dieser Vorgang, den man \u201eHecheln\u201c nennt, spaltet die zun\u00e4chst groben Faserb\u00fcndel in immer feinere auf. Eine gute Spinnerei legt gro\u00dfen Wert auf die Verarbeitung von sehr sorgf\u00e4ltig gehechelten Fasern. Spinnen Das Verspinnen der Langfasern erfolgt meist im Nassspinnverfahren. Fr\u00fcher hatte man an den Spinnr\u00e4dern kleine Wassern\u00e4pfchen, damit man sich die Finger immer wieder mit Wasser benetzen konnte, um einen m\u00f6glichst feinen Faden in gleichm\u00e4\u00dfiger Qualit\u00e4t zu erhalten. Weben Leinen wird meist in der klassischen Leinwandbindung gewebt. 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(Nach der ersten W\u00e4sche l\u00e4uft das Gewebe in der Breite um ca. 3 % und in der L\u00e4nge um 8 bis 10 % ein) Das hat zwei Vorteile: Zum Einen l\u00e4sst sich die Stickarbeit auf nicht eingelaufenem Leinen wesentlich einfacher ausf\u00fchren, zum Anderen wird der Leinenfaden nach der W\u00e4sche f\u00fclliger, bekommt mehr Volumen, wodurch sich auch das Aussehen der Stickerei positiv ver\u00e4ndert. Sorgf\u00e4ltig von Hand geb\u00fcgelt wird man ein St\u00fcck von dauerhafter Sch\u00f6nheit und Qualit\u00e4t haben. Wenn Sie mehr erfahren m\u00f6chten, kann ich Ihnen folgende Links empfehlen: http:\/\/www.gesamtverband-leinen.de\/home\/index,id,21.html https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flachsfaser http:\/\/www.rudolf.de\/produkte\/produktbroschueren\/details\/brochure\/leinen-02-2010.html Fr\u00fcher wurde der Flachs von Bauern (heute w\u00fcrde man sagen \u201eKleinbauern\u201c) in allen L\u00e4ndern mit gem\u00e4\u00dfigtem Klima, in Deutschland fl\u00e4chendeckend, angebaut. All die vielen Arbeitsschritte von der Aussaat bis hin zum Bleichen des fertigen Gewebes und zum Vern\u00e4hen der aufgerollten Ballen zur perfekten Lagerung in Truhen, erfolgten an Ort und Stelle. Mit dem Beginn der Industrialisierung verlagerte sich die Leinenspinnerei und -weberei in schnell wachsende Betriebe mit mechanischen Spinn- und Webmaschinen. Viele Gegenden sind f\u00fcr gute Leinenqualit\u00e4t ber\u00fchmt. Das Bielefelder Leinen nahm schon zu Zeiten der \u201eHandarbeit\u201c einen Spitzenplatz ein. Aber auch Oberlausitzer Leinen, Schlitzer Leinen und viele, viele andere genossen einen guten Ruf. Heute erfolgt Flachsanbau in Westeuropa in gr\u00f6\u00dferem Stil nur noch in Nordfrankreich, in den Niederlanden (Zeeland) und in Flandern\/Belgien, also in Regionen mit maritimem Klima und langj\u00e4hrig gepflegter Tradition. Dort wird insbesondere langstapliger Flachs geerntet. Nur guter Rohstoff ergibt auch gutes Garn. 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Gerade auch beim Praktizieren der Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei (Hessenstickerei) sollte man darauf achten \u2013 man investiert zu viele Arbeitsstunden in diese Technik, als dass man lappiges Gewebe oder schnell verschlei\u00dfenden Stoff verwenden sollte. Leinen ist sehr viel haltbarer als Baumwollstoff oder Mischgewebe. Daher sollte man immer reinem Leinen den Vorzug geben. Zugegeben, Leinen knittert leicht. Aber mit etwas W\u00e4sche-St\u00e4rke versehen und vom leicht feuchten Zustand aus trocken geb\u00fcgelt , entfaltet die Stickerei durch ihren zarten Glanz und die Sch\u00f6nheit des erlesenen Materials erst ihre wahre Pracht und Eleganz. (Tipp: Nicht schleudern, nicht in den W\u00e4schetrockner geben, stattdessen m\u00f6glichst tropfnass aufh\u00e4ngen.) Leinen ist ein Naturprodukt und gilt als die haltbarste und umweltfreundlichste aller Textilfasern. Aber \u2013 Leinen ist nicht gleich Leinen. Daher m\u00f6chte ich hier versuchen, die Unterschiede aufzuzeigen, damit Sie das beste Material f\u00fcr Ihre wertvolle Stickerei finden k\u00f6nnen. Zun\u00e4chst einmal Grundlegendes: Leinengewebe werden aus Leinengarnen hergestellt. Leinengarne werden aus den Fasern der Flachspflanze (auch \u201eLein\u201c genannt) gesponnen. Erst klein wie ein K\u00fcmmel, dann gr\u00fcn wie der Klee, dann blau wie der Himmel, am Schluss wei\u00df wie Schnee Dieser kleine Reim bezieht sich auf Flachs bzw. Lein. Die K\u00fcrze dieses Reims t\u00e4uscht ein wenig \u00fcber die vielen Arbeitsschritte hinweg, die n\u00f6tig sind, um vom Saatkorn zum gebrauchstauglichen Gewebe zu gelangen. Aussaat und Bl\u00fcte 70 Tage nach der Aussaat der kleinen Leinsamen beginnt die Pflanze zu bl\u00fchen, ca. 30 Tage sp\u00e4ter ist sie erntereif. Raufen Die Pflanzen werden samt Teilen der Wurzel aus dem Boden gezogen &#8211; also \u201eausgerauft\u201c, damit man auch den unteren Teil der Pflanze verwerten und m\u00f6glichst lange Fasern gewinnen kann. Riffeln oder Reffen Die Samenkapseln und die Bl\u00e4tter werden vom Stengel getrennt. Die Samen werden als \u00d6lfrucht verwendet oder als K\u00f6rner f\u00fcr unsere Ern\u00e4hrung bereitgestellt. R\u00f6sten oder R\u00f6tten Um die Fasern der Pflanze gewinnen zu k\u00f6nnen, muss der verbindende Leim durch einen F\u00e4ulnisprozess gel\u00f6st werden. Dies geschieht, indem der Pflanze Feuchtigkeit zugef\u00fchrt wird. Es kann der Tau auf dem Feld sein (Taur\u00f6ste), auf dem die Pflanzen abgelegt wurden, es kann ein seichtes, unbewegtes Gew\u00e4sser sein, in das die Pflanzen gebracht wurden. Es kann aber auch durch eine k\u00fcnstliche R\u00f6tte (Warmwasserr\u00f6tte) vonstatten gehen. Brechen Durch das anschlie\u00dfenden \u201eBrechen\u201c f\u00e4llt ein Teil des Holzanteils aus den Stengeln heraus. Schwingen Beim Schwingen werden dann die restlichen Holzteilchen entfernt. Hecheln Bevor die Fasern versponnen werden k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie noch mehrere Male gek\u00e4mmt werden. Dieser Vorgang, den man \u201eHecheln\u201c nennt, spaltet die zun\u00e4chst groben Faserb\u00fcndel in immer feinere auf. Eine gute Spinnerei legt gro\u00dfen Wert auf die Verarbeitung von sehr sorgf\u00e4ltig gehechelten Fasern. Spinnen Das Verspinnen der Langfasern erfolgt meist im Nassspinnverfahren. Fr\u00fcher hatte man an den Spinnr\u00e4dern kleine Wassern\u00e4pfchen, damit man sich die Finger immer wieder mit Wasser benetzen konnte, um einen m\u00f6glichst feinen Faden in gleichm\u00e4\u00dfiger Qualit\u00e4t zu erhalten. Weben Leinen wird meist in der klassischen Leinwandbindung gewebt. F\u00fcr die Kettf\u00e4den muss ein sehr gleichm\u00e4\u00dfiges Garn verwendet werden, das zudem durch die Aufbringung von St\u00e4rken haltbarer gemacht und gegl\u00e4ttet (geschlichtet) wird. Denn bei zu gro\u00dfen Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten und zu vielen abstehenden Faseranteilen im Garn w\u00fcrden die F\u00e4den durch die Scheuerbelastung auf dem Webstuhl zu oft rei\u00dfen. Ausr\u00fcsten Das Rohgewebe wird zun\u00e4chst hei\u00df gewaschen, gebleicht und bei Bedarf optisch aufgehellt, manchmal auch eingef\u00e4rbt. Das \u201eKrumpfen\u201c, ein spezielles Verfahren, dass ein Einlaufen (Schrumpfen) des Stoffes verhindert, wird bei Handarbeitsstoffen nicht angewandt. Denn hier ist es beabsichtigt, dass das Gewebe nach Fertigstellung der Stickerei schrumpft. (Nach der ersten W\u00e4sche l\u00e4uft das Gewebe in der Breite um ca. 3 % und in der L\u00e4nge um 8 bis 10 % ein) Das hat zwei Vorteile: Zum Einen l\u00e4sst sich die Stickarbeit auf nicht eingelaufenem Leinen wesentlich einfacher ausf\u00fchren, zum Anderen wird der Leinenfaden nach der W\u00e4sche f\u00fclliger, bekommt mehr Volumen, wodurch sich auch das Aussehen der Stickerei positiv ver\u00e4ndert. Sorgf\u00e4ltig von Hand geb\u00fcgelt wird man ein St\u00fcck von dauerhafter Sch\u00f6nheit und Qualit\u00e4t haben. Wenn Sie mehr erfahren m\u00f6chten, kann ich Ihnen folgende Links empfehlen: http:\/\/www.gesamtverband-leinen.de\/home\/index,id,21.html https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flachsfaser http:\/\/www.rudolf.de\/produkte\/produktbroschueren\/details\/brochure\/leinen-02-2010.html Fr\u00fcher wurde der Flachs von Bauern (heute w\u00fcrde man sagen \u201eKleinbauern\u201c) in allen L\u00e4ndern mit gem\u00e4\u00dfigtem Klima, in Deutschland fl\u00e4chendeckend, angebaut. All die vielen Arbeitsschritte von der Aussaat bis hin zum Bleichen des fertigen Gewebes und zum Vern\u00e4hen der aufgerollten Ballen zur perfekten Lagerung in Truhen, erfolgten an Ort und Stelle. Mit dem Beginn der Industrialisierung verlagerte sich die Leinenspinnerei und -weberei in schnell wachsende Betriebe mit mechanischen Spinn- und Webmaschinen. Viele Gegenden sind f\u00fcr gute Leinenqualit\u00e4t ber\u00fchmt. Das Bielefelder Leinen nahm schon zu Zeiten der \u201eHandarbeit\u201c einen Spitzenplatz ein. Aber auch Oberlausitzer Leinen, Schlitzer Leinen und viele, viele andere genossen einen guten Ruf. Heute erfolgt Flachsanbau in Westeuropa in gr\u00f6\u00dferem Stil nur noch in Nordfrankreich, in den Niederlanden (Zeeland) und in Flandern\/Belgien, also in Regionen mit maritimem Klima und langj\u00e4hrig gepflegter Tradition. Dort wird insbesondere langstapliger Flachs geerntet. Nur guter Rohstoff ergibt auch gutes Garn. Hochwertige Fasern werden \u00fcberwiegend in Spinnereien in Frankreich, Belgien, Ungarn, Polen oder Fernost versponnen &#8211; in Deutschland wird seit einigen Jahren kein Flachsgarn mehr gesponnen. Danach werden die Leinengarne verwoben. Auch in Deutschland sind noch einige Webereien in Betrieb. Sie haben sich jedoch auf unterschiedliche Leinenqualit\u00e4ten spezialisiert. So stellt die Fa. Hoffmann in der Oberlausitz Stoffe f\u00fcr Tisch- und Bettw\u00e4sche her, die Firma Driessen in Schlitz ist Erzeuger von Tisch-, Bett- und K\u00fcchenw\u00e4sche, die Leinenmanufaktur Achern ist spezialisiert auf Bekleidung und Badtextilien. Nur wenige Webereien sind auf die Herstellung von Handarbeitsstoffen ausgerichtet. \u25cf\u201eVaupel &#038; Heilenbeck\u201c in Wuppertal webt Leinenb\u00e4nder http:\/\/www.vaupel-heilenbeck.de\/de_Galerie__Ausstellung.html \u25cf\u201eVieb\u00f6ck\u201c in \u00d6sterreich produziert Stickereileinen \u2013 so, wie ich es sehe, aber nur grober gewebtes Leinen http:\/\/www.vieboeck.at\/de\/produkte\/meterware_accessoires.html \u25cf\u201eEugen \u00dcbelh\u00f6r\u201c in \u00d6sterreich stellt verschiedene Stickleinen her http:\/\/www.uebelhoer.at\/index.php?option=com_content&#038;view=article&#038;id=32&#038;Itemid=19&#038;contentcategory=1 \u25cf\u201eZweigart &#038; Sawitzki\u201c in Sindelfingen bietet Handarbeitsleinen an http:\/\/zweigart.de\/sticken.html?cat=11&#038;gewebeart2=255 Auch in Frankreich und Belgien bestehen Leinenwebereien, deren Internetseiten ich leider nicht finde, nachgereicht &#8211; danke an die mitteilenden Leser: \u25cf Aktualisiert 2021: Im Elsa\u00df in Frankreich gab es die &#8222;Tissage Gander&#8220;, die u.a. sch\u00f6nes Leinen f\u00fcr Kreuzstichstickereien herstellte. Nachdem der Besitzer Michel Gander","og_url":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=2985&lang=en","og_site_name":"Luzine Happel","article_published_time":"2013-08-18T17:36:09+00:00","article_modified_time":"2021-04-22T05:22:33+00:00","og_image":[{"width":400,"height":400,"url":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Linen_Embroidery_Fabric_from_Flax_Fibers.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"Luzine Happel","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"Luzine Happel","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"16\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=2985&lang=en#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=2985&lang=en"},"author":{"name":"Luzine Happel","@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/#\/schema\/person\/531413decc3e3dc937f7312d13b6238c"},"headline":"Leinen: Gewebe aus Flachs-Fasern","datePublished":"2013-08-18T17:36:09+00:00","dateModified":"2021-04-22T05:22:33+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=2985&lang=en"},"wordCount":3308,"commentCount":12,"image":{"@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=2985&lang=en#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Linen_Embroidery_Fabric_from_Flax_Fibers.jpg","articleSection":["Blog","Materialien und Ausstattung"],"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"CommentAction","name":"Comment","target":["https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=2985&lang=en#respond"]}]},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=2985&lang=en","url":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=2985&lang=en","name":"Leinen: Gewebe aus Flachs-Fasern - 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