{"id":3583,"date":"2014-02-22T03:03:04","date_gmt":"2014-02-22T02:03:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=3583"},"modified":"2015-04-25T10:44:26","modified_gmt":"2015-04-25T09:44:26","slug":"schwaelmer-tracht-die-struempfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=3583","title":{"rendered":"Schw\u00e4lmer Tracht \u2013 Die Str\u00fcmpfe"},"content":{"rendered":"<p>Die Schw\u00e4lmer und Schw\u00e4lmerinnen trugen handgestrickte Str\u00fcmpfe, die bis weit \u00fcber die Knie reichten. Befestigt wurden diese Str\u00fcmpfe mit Strumpfb\u00e4ndern, die um das Bein gebunden wurden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Stolzer_Schwaelmer_Zwickelstrumpf_-_proud_Schwalm_stocking.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Stolzer_Schwaelmer_Zwickelstrumpf_-_proud_Schwalm_stocking-313x700.jpg\" alt=\"Stolzer Schwaelmer Zwickelstrumpf | proud Schwalm stocking\" width=\"313\" height=\"700\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\n1930 z\u00e4hlten zur Aussteuer einer armen Braut 6 -8 Paar Str\u00fcmpfe, zur Aussteuer einer reichen Braut 40 Paar Str\u00fcmpfe.<\/p>\n<p>Die Sommerstr\u00fcmpfe wurden zun\u00e4chst aus Leinengarn, sp\u00e4ter aus feinem Baumwollgarn gestrickt.<br \/>\nBaumwollgarn kam erst etwa 1830 in die Schwalm. F\u00fcr die Winterstr\u00fcmpfe verwendete man fein gesponnene Schafwolle. Die Frauenstr\u00fcmpfe waren wei\u00df, die M\u00e4nnerstr\u00fcmpfe auch manchmal blau eingef\u00e4rbt. Damit die schafwollenen Winterstr\u00fcmpfe auch wei\u00df wurden, wurde die Wolle geschwefelt.<\/p>\n<p>Zu unterschiedlichen Anl\u00e4ssen wurden unterschiedlich gemusterte Str\u00fcmpfe getragen. Die \u201eLinkten\u201c, das sind Str\u00fcmpfe, die aus linken Maschen gebildete Muster hatten, wurden bei Trauer und von \u00e4lteren Frauen getragen. Die \u201eZwickelstr\u00fcmpfe\u201c mit schmalen Musterstreifen wurden als Alltagsstr\u00fcmpfe getragen. Sie waren meist aus dickerem Garn gearbeitet. Sonntags trug man \u201eZwickelstr\u00fcmpfe\u201c mit breiten Musterstreifen. Sie waren aus feinem Garn gestrickt. F\u00fcr besondere Fest- und Feiertage hatte man die \u201estolzen Zwickelstr\u00fcmpfe\u201c. (Als \u201estolz\u201c bezeichnete man in der Schwalm die besonders pr\u00e4chtig und sehr reichhaltig verzierten Dinge.) Die \u201estolzen Zwickelstr\u00fcmpfe\u201c wurden aus sehr feinem Garn gestrickt und hatten besonders sch\u00f6ne und aufw\u00e4ndige Muster mit besonders breiten Musterstreifen. Eine Besonderheit bildeten die \u201eeingelegten Str\u00fcmpfe\u201c. Diese Zwickelstr\u00fcmpfe hatten aufw\u00e4ndige Strickmuster, bei denen ein zus\u00e4tzlicher Faden mitgef\u00fchrt wurde und im Musterverlauf abwechselnd vor und hinter die Strickmaschen gelegt wurde. (Man k\u00f6nnte den Eindruck gewinnen, dass solche Str\u00fcmpfe nach dem Stricken bestickt wurden. Das ist aber nicht der Fall. Es handelt sich um ein reines Strickmuster.)<br \/>\nDiese stolzeste Art der Zwickelstr\u00fcmpfe konnten sich nur die geschicktesten oder die reichsten Frauen der Schwalm leisten, da die Technik des \u201eEinlegens\u201c besonders schwierig ist und nur von wenigen Strickerinnen beherrscht wurde. In Str\u00fcmpfe, die als besonders wertvoll erachtet wurden, wurden auch Initialen oder eine Jahreszahl eingestrickt \u2013 hier \u201eA K E\u201c Anna Katharina Ermel.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/eingestrickte_Initialen_-_knitted_initials.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/eingestrickte_Initialen_-_knitted_initials-438x166.jpg\" alt=\"eingestrickte Initialen | knitted initials\" width=\"438\" height=\"166\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Str\u00fcmpfe wurden mit einem feinen Nadelspiel (5 Stricknadeln) von oben nach unten rund gestrickt. Sie bestanden aus mehreren Abschnitten. Den Rand bildete ein 5 \u2013 10 cm hohes \u201eB\u00f6rtchen\u201c, je nach Trageanlass des Strumpfes aus unterschiedlichen Mustern (2-rechts, 2-links; Lochmustern und Zopfmustern) gestrickt.<\/p>\n<div style=\"float: left; width: 50%;text-align:right\"><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/unterschiedliche_Boertchen_-_different_borders.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/unterschiedliche_Boertchen_-_different_borders-280x210.jpg\" alt=\"unterschiedliche B\u00f6rtchen | different borders\" width=\"280\" height=\"210\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><\/div>\n<div style=\"float: left; width: 50%;text-align:right;margin-bottom:20px\"><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Boertchen_mit_Lochmuster_-_border_with_peekaboo_design.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Boertchen_mit_Lochmuster_-_border_with_peekaboo_design-280x210.jpg\" alt=\"B\u00f6rtchen mit Lochmuster | border with peekaboo design\" width=\"280\" height=\"210\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><\/div>\n<div class=\"clear\"><\/div>\n<p>Vom Ende des B\u00f6rtchens bis zur Ferse verlief auf der R\u00fcckseite des Strumpfs ein schmaler, gerader Mustersteifen, \u201eN\u00e4htche\u201c (= N\u00e4htchen) genannt. Andere, \u00f6rtlich unterschiedliche Bezeichnungen daf\u00fcr sind lt. Friederike von Strenge\/Schw\u00e4lmer Jahrbuch 1997: Bibberich\u201c, \u201eBitzelich\u201c, \u201eBispelich\u201c, \u201e\u00d6chelich\u201c, \u201eQuetschestein\u201c. Der \u00fcbrige Strumpf vom B\u00f6rtchen bis unterhalb des Knies wurde mit glatt rechten Maschen gearbeitet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Naehtchen_-_small_seam.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Naehtchen_-_small_seam-438x130.jpg\" alt=\"Naehtchen | small seam\" width=\"438\" height=\"130\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf beiden Seiten der Wade verlief ein mehr oder weniger breiter Musterstreifen, der mit der \u201ePlatte\u201c begann.<\/p>\n<div style=\"float: left; width: 50%;text-align:right\"><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Zwickelmuster_mit_Platte_-_pattern_stripe_with_plate.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Zwickelmuster_mit_Platte_-_pattern_stripe_with_plate-256x700.jpg\" alt=\"Zwickelmuster mit Platte | pattern stripe with plate\" width=\"165\" height=\"450\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><\/div>\n<div style=\"float: left; width: 50%;text-align:right;margin-bottom:50px\"><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Platte_mit_zwei_Musterm_-_plate_with_2_differnt_patterns.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Platte_mit_zwei_Musterm_-_plate_with_2_differnt_patterns-280x210.jpg\" alt=\"Platte mit zwei Musterm | plate with 2 differnt patterns\" width=\"280\" height=\"210\" class=\"aligncenter size-medium\" style=\"margin-bottom:25px !important\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Platte_mit_einem_Muster_-_plate_with_one_pattern.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Platte_mit_einem_Muster_-_plate_with_one_pattern-280x218.jpg\" alt=\"Platte mit einem Muster | plate with one pattern\" width=\"280\" height=\"218\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><\/div>\n<div class=\"clear\"><\/div>\n<p>Die Platte hatte eine F\u00fcnfeck-Form \u2013 ein Rechteck mit einer nach unten f\u00fchrenden Spitze. Die Platte war etwas breiter als der darunterliegende Musterstreifen. F\u00fcr die Platte gab es zwei verschiedene Gestaltungsweisen: entweder wurde sie in den gleichen Mustern gestrickt wie der darunterliegende Streifen, oder sie bekam in der Mitte ein gro\u00dfes, auf beiden Seiten von einem \u201eZwickelmuster\u201c begrenztes Herz. Dieses \u201eZwickelmuster\u201c setzte sich dann nach unten bis zur Ferse fort.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/komplettes_Zwickelmuster_-_complete_pattern_stripe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/komplettes_Zwickelmuster_-_complete_pattern_stripe-438x172.jpg\" alt=\"komplettes Zwickelmuster | complete pattern stripe\" width=\"438\" height=\"172\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bei Frauenstr\u00fcmpfen lief das Musterband auf dem Fu\u00dfr\u00fccken weiter bis zur Spitze, da die Frauen neben den hochgeschlossenen Schnallenschuhen auch die ausgeschnittenen \u201eKommod\u201c-Schuhe trugen. Bei M\u00e4nnerstr\u00fcmpfen endete das Muster in Fersenh\u00f6he, denn sie trugen nur die hochgeschlossenen Schnallen- bzw. Riemenschuhe (Alltagsschuhe) oder Stiefel.<br \/>\nBei vielen Frauenstr\u00fcmpfen verlief links und rechts neben den Musterstreifen eine schmale Musterborte \u2013 das \u201eSchl\u00e4ngchen\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Schlaengchen_-_curved_pattern.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Schlaengchen_-_curved_pattern-438x332.jpg\" alt=\"Schlaengchen | curved pattern\" width=\"438\" height=\"332\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zwischen den Musterstreifen verliefen glatt rechts gestrickte, zwickelf\u00f6rmige Partien, bei denen durch Abnahme von Maschen der Strumpf an die Beinform angepasst wurde. In der Schwalm allerdings bezeichnete man nicht diese zwickelf\u00f6rmigen Partien als Zwickel, sondern die beiden seitlichen Musterstreifen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Vorderseite_eines_Zwickelstrumpfes_-_front_part_of_a_stocking.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Vorderseite_eines_Zwickelstrumpfes_-_front_part_of_a_stocking-438x111.jpg\" alt=\"Vorderseite eines Zwickelstrumpfes | front part of a stocking\" width=\"438\" height=\"111\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nFerse, Fu\u00dfsohle und Spitze wurden glatt rechts gestrickt. Die Spitze wurde meist sternf\u00f6rmig abgenommen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Ferse_Sohle_und_Spitze_-_heel_sole_and_foot.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Ferse_Sohle_und_Spitze_-_heel_sole_and_foot-438x262.jpg\" alt=\"Ferse Sohle und Spitze | heel sole and foot\" width=\"438\" height=\"262\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es gibt viele verschiedene Strickmuster, die in der Schw\u00e4lmer Strickerei eine Rolle gespielt haben. Einige davon werde ich in kommenden Artikeln vorstellen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schw\u00e4lmer und Schw\u00e4lmerinnen trugen handgestrickte Str\u00fcmpfe, die bis weit \u00fcber die Knie reichten. 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Vom Ende des B\u00f6rtchens bis zur Ferse verlief auf der R\u00fcckseite des Strumpfs ein schmaler, gerader Mustersteifen, \u201eN\u00e4htche\u201c (= N\u00e4htchen) genannt. Andere, \u00f6rtlich unterschiedliche Bezeichnungen daf\u00fcr sind lt. Friederike von Strenge\/Schw\u00e4lmer Jahrbuch 1997: Bibberich\u201c, \u201eBitzelich\u201c, \u201eBispelich\u201c, \u201e\u00d6chelich\u201c, \u201eQuetschestein\u201c. Der \u00fcbrige Strumpf vom B\u00f6rtchen bis unterhalb des Knies wurde mit glatt rechten Maschen gearbeitet. Auf beiden Seiten der Wade verlief ein mehr oder weniger breiter Musterstreifen, der mit der \u201ePlatte\u201c begann. Die Platte hatte eine F\u00fcnfeck-Form \u2013 ein Rechteck mit einer nach unten f\u00fchrenden Spitze. Die Platte war etwas breiter als der darunterliegende Musterstreifen. F\u00fcr die Platte gab es zwei verschiedene Gestaltungsweisen: entweder wurde sie in den gleichen Mustern gestrickt wie der darunterliegende Streifen, oder sie bekam in der Mitte ein gro\u00dfes, auf beiden Seiten von einem \u201eZwickelmuster\u201c begrenztes Herz. Dieses \u201eZwickelmuster\u201c setzte sich dann nach unten bis zur Ferse fort. Bei Frauenstr\u00fcmpfen lief das Musterband auf dem Fu\u00dfr\u00fccken weiter bis zur Spitze, da die Frauen neben den hochgeschlossenen Schnallenschuhen auch die ausgeschnittenen \u201eKommod\u201c-Schuhe trugen. Bei M\u00e4nnerstr\u00fcmpfen endete das Muster in Fersenh\u00f6he, denn sie trugen nur die hochgeschlossenen Schnallen- bzw. Riemenschuhe (Alltagsschuhe) oder Stiefel. Bei vielen Frauenstr\u00fcmpfen verlief links und rechts neben den Musterstreifen eine schmale Musterborte \u2013 das \u201eSchl\u00e4ngchen\u201c. Zwischen den Musterstreifen verliefen glatt rechts gestrickte, zwickelf\u00f6rmige Partien, bei denen durch Abnahme von Maschen der Strumpf an die Beinform angepasst wurde. In der Schwalm allerdings bezeichnete man nicht diese zwickelf\u00f6rmigen Partien als Zwickel, sondern die beiden seitlichen Musterstreifen. Ferse, Fu\u00dfsohle und Spitze wurden glatt rechts gestrickt. Die Spitze wurde meist sternf\u00f6rmig abgenommen. Es gibt viele verschiedene Strickmuster, die in der Schw\u00e4lmer Strickerei eine Rolle gespielt haben. 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(Man k\u00f6nnte den Eindruck gewinnen, dass solche Str\u00fcmpfe nach dem Stricken bestickt wurden. Das ist aber nicht der Fall. Es handelt sich um ein reines Strickmuster.) Diese stolzeste Art der Zwickelstr\u00fcmpfe konnten sich nur die geschicktesten oder die reichsten Frauen der Schwalm leisten, da die Technik des \u201eEinlegens\u201c besonders schwierig ist und nur von wenigen Strickerinnen beherrscht wurde. In Str\u00fcmpfe, die als besonders wertvoll erachtet wurden, wurden auch Initialen oder eine Jahreszahl eingestrickt \u2013 hier \u201eA K E\u201c Anna Katharina Ermel. Die Str\u00fcmpfe wurden mit einem feinen Nadelspiel (5 Stricknadeln) von oben nach unten rund gestrickt. Sie bestanden aus mehreren Abschnitten. Den Rand bildete ein 5 \u2013 10 cm hohes \u201eB\u00f6rtchen\u201c, je nach Trageanlass des Strumpfes aus unterschiedlichen Mustern (2-rechts, 2-links; Lochmustern und Zopfmustern) gestrickt. 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F\u00fcr die Platte gab es zwei verschiedene Gestaltungsweisen: entweder wurde sie in den gleichen Mustern gestrickt wie der darunterliegende Streifen, oder sie bekam in der Mitte ein gro\u00dfes, auf beiden Seiten von einem \u201eZwickelmuster\u201c begrenztes Herz. Dieses \u201eZwickelmuster\u201c setzte sich dann nach unten bis zur Ferse fort. Bei Frauenstr\u00fcmpfen lief das Musterband auf dem Fu\u00dfr\u00fccken weiter bis zur Spitze, da die Frauen neben den hochgeschlossenen Schnallenschuhen auch die ausgeschnittenen \u201eKommod\u201c-Schuhe trugen. Bei M\u00e4nnerstr\u00fcmpfen endete das Muster in Fersenh\u00f6he, denn sie trugen nur die hochgeschlossenen Schnallen- bzw. Riemenschuhe (Alltagsschuhe) oder Stiefel. Bei vielen Frauenstr\u00fcmpfen verlief links und rechts neben den Musterstreifen eine schmale Musterborte \u2013 das \u201eSchl\u00e4ngchen\u201c. Zwischen den Musterstreifen verliefen glatt rechts gestrickte, zwickelf\u00f6rmige Partien, bei denen durch Abnahme von Maschen der Strumpf an die Beinform angepasst wurde. In der Schwalm allerdings bezeichnete man nicht diese zwickelf\u00f6rmigen Partien als Zwickel, sondern die beiden seitlichen Musterstreifen. Ferse, Fu\u00dfsohle und Spitze wurden glatt rechts gestrickt. Die Spitze wurde meist sternf\u00f6rmig abgenommen. Es gibt viele verschiedene Strickmuster, die in der Schw\u00e4lmer Strickerei eine Rolle gespielt haben. 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(Man k\u00f6nnte den Eindruck gewinnen, dass solche Str\u00fcmpfe nach dem Stricken bestickt wurden. Das ist aber nicht der Fall. Es handelt sich um ein reines Strickmuster.) Diese stolzeste Art der Zwickelstr\u00fcmpfe konnten sich nur die geschicktesten oder die reichsten Frauen der Schwalm leisten, da die Technik des \u201eEinlegens\u201c besonders schwierig ist und nur von wenigen Strickerinnen beherrscht wurde. In Str\u00fcmpfe, die als besonders wertvoll erachtet wurden, wurden auch Initialen oder eine Jahreszahl eingestrickt \u2013 hier \u201eA K E\u201c Anna Katharina Ermel. Die Str\u00fcmpfe wurden mit einem feinen Nadelspiel (5 Stricknadeln) von oben nach unten rund gestrickt. Sie bestanden aus mehreren Abschnitten. Den Rand bildete ein 5 \u2013 10 cm hohes \u201eB\u00f6rtchen\u201c, je nach Trageanlass des Strumpfes aus unterschiedlichen Mustern (2-rechts, 2-links; Lochmustern und Zopfmustern) gestrickt. Vom Ende des B\u00f6rtchens bis zur Ferse verlief auf der R\u00fcckseite des Strumpfs ein schmaler, gerader Mustersteifen, \u201eN\u00e4htche\u201c (= N\u00e4htchen) genannt. Andere, \u00f6rtlich unterschiedliche Bezeichnungen daf\u00fcr sind lt. Friederike von Strenge\/Schw\u00e4lmer Jahrbuch 1997: Bibberich\u201c, \u201eBitzelich\u201c, \u201eBispelich\u201c, \u201e\u00d6chelich\u201c, \u201eQuetschestein\u201c. Der \u00fcbrige Strumpf vom B\u00f6rtchen bis unterhalb des Knies wurde mit glatt rechten Maschen gearbeitet. Auf beiden Seiten der Wade verlief ein mehr oder weniger breiter Musterstreifen, der mit der \u201ePlatte\u201c begann. Die Platte hatte eine F\u00fcnfeck-Form \u2013 ein Rechteck mit einer nach unten f\u00fchrenden Spitze. Die Platte war etwas breiter als der darunterliegende Musterstreifen. F\u00fcr die Platte gab es zwei verschiedene Gestaltungsweisen: entweder wurde sie in den gleichen Mustern gestrickt wie der darunterliegende Streifen, oder sie bekam in der Mitte ein gro\u00dfes, auf beiden Seiten von einem \u201eZwickelmuster\u201c begrenztes Herz. Dieses \u201eZwickelmuster\u201c setzte sich dann nach unten bis zur Ferse fort. Bei Frauenstr\u00fcmpfen lief das Musterband auf dem Fu\u00dfr\u00fccken weiter bis zur Spitze, da die Frauen neben den hochgeschlossenen Schnallenschuhen auch die ausgeschnittenen \u201eKommod\u201c-Schuhe trugen. Bei M\u00e4nnerstr\u00fcmpfen endete das Muster in Fersenh\u00f6he, denn sie trugen nur die hochgeschlossenen Schnallen- bzw. Riemenschuhe (Alltagsschuhe) oder Stiefel. Bei vielen Frauenstr\u00fcmpfen verlief links und rechts neben den Musterstreifen eine schmale Musterborte \u2013 das \u201eSchl\u00e4ngchen\u201c. 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