{"id":5230,"date":"2015-05-09T08:30:17","date_gmt":"2015-05-09T07:30:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230"},"modified":"2015-05-09T08:32:10","modified_gmt":"2015-05-09T07:32:10","slug":"eignungstest-von-gewebe-fuer-schwaelmer-weissstickerei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230","title":{"rendered":"Eignungstest von Gewebe f\u00fcr Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei"},"content":{"rendered":"<p>In meinem Beitrag \u201e<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=2985\">Leinen: Gewebe aus Flachsfasern<\/a>\u201c habe ich dargelegt, warum man f\u00fcr die Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei nur reines Leinen in geeigneter Verarbeitung verwenden sollte.<\/p>\n<p>Nun \u00fcbersandte mir eine meiner Kundinnen ein kleines St\u00fcckchen Stoff. Sie bekam es von Ihrer Gro\u00dfmutter, die es einst zur Fertigung von Bettlaken gekauft hatte. Meine Kundin hielt den Stoff f\u00fcr Leinen, war sich aber unsicher, ob dieses Gewebe zum Besticken in der Schw\u00e4lmer Technik geeignet sei und bat mich um Rat.<\/p>\n<p>Ich unternahm mehrere kleine, mir als Laien m\u00f6gliche, Pr\u00fcfungen, um festzustellen, ob das Gewebe f\u00fcr die Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei geeignet ist oder nicht. Diese zeige ich Ihnen hier auf, um Sie in die Lage zu versetzen, selbst einmal Stoffe zu analysieren.<\/p>\n<p>Die Stoffprobe war 10,5 cm breit und (bis zum Fadenauszug) 10 cm lang und hatte an einer Seite eine Webkante, was mir sofort die Einordnung in Kette und Schu\u00df erm\u00f6glichte.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stoffprobe_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stoffprobe_1-438x470.jpg\" alt=\"Stoffprobe_1\" width=\"438\" height=\"470\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nErste optische Beobachtungen:<br \/>\nDer erste optische Eindruck zeigt einen dicht gewebten Stoff, der als solcher f\u00fcr die Wei\u00dfstickerei geeignet w\u00e4re.<br \/>\nDie Ausfransungen am Rand verraten aber auch auf den ersten Blick, dass die Kettf\u00e4den wesentlich d\u00fcnner sind als die Schussf\u00e4den.<br \/>\nDas Gewebe zeigt nicht den leichten Glanz, der f\u00fcr Leinengewebe eigentlich typisch ist. Das k\u00f6nnte auf einen Baumwollanteil hindeuten.<\/p>\n<p>Eine Brennprobe macht keinen Sinn, denn beide Naturfasern \u2013 sowohl Baumwolle als auch Flachsfasern \u2013 verbrennen genauso schnell, mit gro\u00dfer, heller Flamme und einem Geruch nach verbranntem Papier und hinterlassen leichte, feine Flugasche.<\/p>\n<p>Genauere optische Pr\u00fcfung:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stoffprobe_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stoffprobe_2-438x413.jpg\" alt=\"Stoffprobe_2\" width=\"438\" height=\"413\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nBeim Blick durch den Fadenz\u00e4hler stellt man leicht die genaue Fadenanzahl pro Zentimeter des Gewebes fest. Hier stellt sich heraus, dass der Stoff nicht nur in Kette und Schuss eine unterschiedliche Fadenanzahl aufweist \u2013 das k\u00f6nnte man durch geschicktes Fadenziehen eventuell noch ausgleichen -, sondern auch Differenzen innerhalb der Kettfadenanzahl auftreten. W\u00e4hrend auf einem Zentimer 18 Schussf\u00e4den verwendet wurden, so sind es stellenweise 20, an anderen Stellen 21, ja sogar 22 Kettf\u00e4den.<br \/>\nEin solcher Grund w\u00fcrde bei den Durchbruchmustern eine unregelm\u00e4\u00dfige Struktur ergeben; diese kann zwar auch reizvoll sein, gef\u00e4llt aber nicht jedem.<\/p>\n<p>Praktische Pr\u00fcfung \u2013 Fadenauszug:<br \/>\nSowohl L\u00e4ngs- als auch Querf\u00e4den lassen sich relativ leicht ausziehen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stoffprobe_3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stoffprobe_3-438x180.jpg\" alt=\"Stoffprobe_3\" width=\"438\" height=\"180\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nMan merkt sofort, dass die d\u00fcnneren Kettf\u00e4den sehr viel fester gedreht sind als die dickeren Schussf\u00e4den. (Kettf\u00e4den m\u00fcssen haltbar sein, damit sie beim Weben nicht st\u00e4ndig rei\u00dfen.) Bei dem vorliegenden Gewebe kann man den Kettfaden leicht an einem St\u00fcck ausziehen. Dies weist au\u00dfer auf feste Fadendrehung auch auf lange Faserb\u00fcndel hin.<br \/>\nBeim Aufdrehen <i>(Ein Gewebefaden wird wischen Daumen und Zeigefinger beider H\u00e4nde gespannt und langsam entgegen der vorhandenen Drehrichtung aufgedreht. Sobald er sich spaltet, wird er langsam auseinandergezogen. Aus den auseinandergezogenen Fadenenden kann man nun die einzelnen Fasern herauszupfen.)<\/i> der F\u00e4den merkt man, dass sich die Schussf\u00e4den sehr viel leichter in Einzelfasern zerlegen lassen als die Kettf\u00e4den. Wenn man sie aber in Einzelfasern zerlegt hat, stellt man fest, dass die einzelne Faser des Schussfadens l\u00e4nger ist als die des Kettfadens. Das deuted darauf hin, dass es sich bei den Schussf\u00e4den um Baumwolle handelt. Baumwollfasern sind 10 mm bis 55 mm lang, Flachsfasern dagegen 20 mm bis 40 mm, die Feinheit beider Einzelfasern ist in etwa gleich.<br \/>\nDer Hechelflachs, der zum Verspinnen verwendet wird, besteht, obwohl er stark ausgek\u00e4mmt wurde, immer noch aus Faserb\u00fcndeln, die durch Pflanzenleim zusammengehalten werden. Die Faserb\u00fcndel des Hechelflachses sind jedoch sehr unterschiedlich stark und so entstehen die f\u00fcr Leinengarn typischen Verdickungsstellen. Vergleicht man Kett- und Schu\u00dffaden in dieser Hinsicht, stellt man fest, dass der Kettfaden (Bild unten, oberer Faden) diese Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten aufweist, der Schussfaden (Bild unten, unterer Faden) allerdings gleichm\u00e4\u00dfig dick ist. Dies erkennt man besonders gut, wenn man den jeweiligen Faden gespannt zwischen den H\u00e4nden h\u00e4lt.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stoffprobe_4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stoffprobe_4-438x297.jpg\" alt=\"Stoffprobe_4\" width=\"438\" height=\"297\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nAuch dies weist daruf hin, dass es sich bei Kette und Schuss um unterschiedliche Materialien handelt.<br \/>\n(Ein Mikroskop steht mir nicht zur Verf\u00fcgung und auch auch eine genaue Materialbestimmung ist ohne Labor nicht m\u00f6glich.)<\/p>\n<p>Betrachtet man den fertigen Limet-Fadenauszug, stellt man unschwer fest, dass \u2013 obwohl fest in einen Rahmen eingespannt \u2013 sich besonders die dickeren Schussf\u00e4den sehr leicht verschieben.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stoffprobe_5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stoffprobe_5.jpg\" alt=\"Stoffprobe_5\" width=\"263\" height=\"301\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nPraktische Pr\u00fcfung &#8211; Besticken:<br \/>\nDas leichte Verschieben der F\u00e4den macht ein Besticken der Fl\u00e4chen sehr schwer. Nur mit M\u00fche kann es dennoch gelingen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stoffprobe_6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stoffprobe_6-438x328.jpg\" alt=\"Stoffprobe_6\" width=\"438\" height=\"328\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\nNach der 5-min\u00fcten Kochw\u00e4sche ist der Stoff eingelaufen; aus 10,5 cm sind 10,2 cm geworden und aus 10 cm sind 9,5 cm \u2013 ein normaler Prozentsatz.<br \/>\nNach dem Trocknen f\u00fchlt sich das Gewebe sehr weich an \u2013 was wiederum auf einen Baumwollanteil hindeutet.<\/p>\n<p>Fazit:<br \/>\nZum Besticken mit aufw\u00e4ndiger Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei w\u00fcrde ich unter Ber\u00fccksichtigung der oben genannten Gesichtspunkte dieses Gewebe nicht empfehlen.<\/p>\n<p><b>Wenn Sie also selbst mal ein Gewebe in H\u00e4nden haben, von dem Sie sich nicht sicher sind, ob es sich zum Besticken in der Schw\u00e4lmer Technik eignet, machen Sie doch einfach diese kleinen Tests. Diese k\u00f6nnen wirklich sehr hilfreich sein und vor Frust und Entt\u00e4uschung w\u00e4hrend oder nach der Stickarbeit bewahren.<\/b><\/p>\n<p>Als Fachliteratur dienten mir meine fr\u00fcheren Lehrb\u00fccher<\/p>\n<p><i>Kleine Textilkunde<\/i><br \/>\nLisa Adebahr<br \/>\nVerlag Tandwerk und Technik \u2013 Dr. Felix B\u00fcchner<br \/>\nHamburg 1964<\/p>\n<p><i>Von der Faser zum Stoff<\/i><br \/>\nLisa Adebahr-D\u00f6rel<br \/>\nVerlag Handwerk und Technik \u2013 Dr. Felix B\u00fcchner<br \/>\nHamburg 1964<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meinem Beitrag \u201eLeinen: Gewebe aus Flachsfasern\u201c habe ich dargelegt, warum man f\u00fcr die Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei nur reines Leinen in geeigneter Verarbeitung verwenden sollte. Nun \u00fcbersandte mir eine meiner Kundinnen ein kleines St\u00fcckchen Stoff. Sie bekam es von Ihrer Gro\u00dfmutter, die es einst zur Fertigung von Bettlaken gekauft hatte. Meine Kundin hielt den Stoff f\u00fcr Leinen, war sich aber unsicher, ob dieses Gewebe zum Besticken in der Schw\u00e4lmer Technik geeignet sei und bat mich um Rat. Ich unternahm mehrere kleine, mir als Laien m\u00f6gliche, Pr\u00fcfungen, um festzustellen, ob das Gewebe f\u00fcr die Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei geeignet ist oder nicht. Diese zeige ich Ihnen hier auf, um Sie in die Lage zu versetzen, selbst einmal Stoffe zu analysieren. Die Stoffprobe war 10,5 cm breit und (bis zum Fadenauszug) 10 cm lang und hatte an einer Seite eine Webkante, was mir sofort die Einordnung in Kette und Schu\u00df erm\u00f6glichte. Erste optische Beobachtungen: Der erste optische Eindruck zeigt einen dicht gewebten Stoff, der als solcher f\u00fcr die Wei\u00dfstickerei geeignet w\u00e4re. Die Ausfransungen am Rand verraten aber auch auf den ersten Blick, dass die Kettf\u00e4den wesentlich d\u00fcnner sind als die Schussf\u00e4den. Das Gewebe zeigt nicht den leichten Glanz, der f\u00fcr Leinengewebe eigentlich typisch ist. Das k\u00f6nnte auf einen Baumwollanteil hindeuten. Eine Brennprobe macht keinen Sinn, denn beide Naturfasern \u2013 sowohl Baumwolle als auch Flachsfasern \u2013 verbrennen genauso schnell, mit gro\u00dfer, heller Flamme und einem Geruch nach verbranntem Papier und hinterlassen leichte, feine Flugasche. Genauere optische Pr\u00fcfung: Beim Blick durch den Fadenz\u00e4hler stellt man leicht die genaue Fadenanzahl pro Zentimeter des Gewebes fest. Hier stellt sich heraus, dass der Stoff nicht nur in Kette und Schuss eine unterschiedliche Fadenanzahl aufweist \u2013 das k\u00f6nnte man durch geschicktes Fadenziehen eventuell noch ausgleichen -, sondern auch Differenzen innerhalb der Kettfadenanzahl auftreten. W\u00e4hrend auf einem Zentimer 18 Schussf\u00e4den verwendet wurden, so sind es stellenweise 20, an anderen Stellen 21, ja sogar 22 Kettf\u00e4den. Ein solcher Grund w\u00fcrde bei den Durchbruchmustern eine unregelm\u00e4\u00dfige Struktur ergeben; diese kann zwar auch reizvoll sein, gef\u00e4llt aber nicht jedem. Praktische Pr\u00fcfung \u2013 Fadenauszug: Sowohl L\u00e4ngs- als auch Querf\u00e4den lassen sich relativ leicht ausziehen. Man merkt sofort, dass die d\u00fcnneren Kettf\u00e4den sehr viel fester gedreht sind als die dickeren Schussf\u00e4den. (Kettf\u00e4den m\u00fcssen haltbar sein, damit sie beim Weben nicht st\u00e4ndig rei\u00dfen.) Bei dem vorliegenden Gewebe kann man den Kettfaden leicht an einem St\u00fcck ausziehen. Dies weist au\u00dfer auf feste Fadendrehung auch auf lange Faserb\u00fcndel hin. Beim Aufdrehen (Ein Gewebefaden wird wischen Daumen und Zeigefinger beider H\u00e4nde gespannt und langsam entgegen der vorhandenen Drehrichtung aufgedreht. Sobald er sich spaltet, wird er langsam auseinandergezogen. Aus den auseinandergezogenen Fadenenden kann man nun die einzelnen Fasern herauszupfen.) der F\u00e4den merkt man, dass sich die Schussf\u00e4den sehr viel leichter in Einzelfasern zerlegen lassen als die Kettf\u00e4den. Wenn man sie aber in Einzelfasern zerlegt hat, stellt man fest, dass die einzelne Faser des Schussfadens l\u00e4nger ist als die des Kettfadens. Das deuted darauf hin, dass es sich bei den Schussf\u00e4den um Baumwolle handelt. Baumwollfasern sind 10 mm bis 55 mm lang, Flachsfasern dagegen 20 mm bis 40 mm, die Feinheit beider Einzelfasern ist in etwa gleich. Der Hechelflachs, der zum Verspinnen verwendet wird, besteht, obwohl er stark ausgek\u00e4mmt wurde, immer noch aus Faserb\u00fcndeln, die durch Pflanzenleim zusammengehalten werden. Die Faserb\u00fcndel des Hechelflachses sind jedoch sehr unterschiedlich stark und so entstehen die f\u00fcr Leinengarn typischen Verdickungsstellen. Vergleicht man Kett- und Schu\u00dffaden in dieser Hinsicht, stellt man fest, dass der Kettfaden (Bild unten, oberer Faden) diese Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten aufweist, der Schussfaden (Bild unten, unterer Faden) allerdings gleichm\u00e4\u00dfig dick ist. Dies erkennt man besonders gut, wenn man den jeweiligen Faden gespannt zwischen den H\u00e4nden h\u00e4lt. Auch dies weist daruf hin, dass es sich bei Kette und Schuss um unterschiedliche Materialien handelt. (Ein Mikroskop steht mir nicht zur Verf\u00fcgung und auch auch eine genaue Materialbestimmung ist ohne Labor nicht m\u00f6glich.) Betrachtet man den fertigen Limet-Fadenauszug, stellt man unschwer fest, dass \u2013 obwohl fest in einen Rahmen eingespannt \u2013 sich besonders die dickeren Schussf\u00e4den sehr leicht verschieben. Praktische Pr\u00fcfung &#8211; Besticken: Das leichte Verschieben der F\u00e4den macht ein Besticken der Fl\u00e4chen sehr schwer. Nur mit M\u00fche kann es dennoch gelingen. Nach der 5-min\u00fcten Kochw\u00e4sche ist der Stoff eingelaufen; aus 10,5 cm sind 10,2 cm geworden und aus 10 cm sind 9,5 cm \u2013 ein normaler Prozentsatz. Nach dem Trocknen f\u00fchlt sich das Gewebe sehr weich an \u2013 was wiederum auf einen Baumwollanteil hindeutet. Fazit: Zum Besticken mit aufw\u00e4ndiger Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei w\u00fcrde ich unter Ber\u00fccksichtigung der oben genannten Gesichtspunkte dieses Gewebe nicht empfehlen. Wenn Sie also selbst mal ein Gewebe in H\u00e4nden haben, von dem Sie sich nicht sicher sind, ob es sich zum Besticken in der Schw\u00e4lmer Technik eignet, machen Sie doch einfach diese kleinen Tests. Diese k\u00f6nnen wirklich sehr hilfreich sein und vor Frust und Entt\u00e4uschung w\u00e4hrend oder nach der Stickarbeit bewahren. Als Fachliteratur dienten mir meine fr\u00fcheren Lehrb\u00fccher Kleine Textilkunde Lisa Adebahr Verlag Tandwerk und Technik \u2013 Dr. Felix B\u00fcchner Hamburg 1964 Von der Faser zum Stoff Lisa Adebahr-D\u00f6rel Verlag Handwerk und Technik \u2013 Dr. Felix B\u00fcchner Hamburg 1964<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5244,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[1,15,23],"tags":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v24.5 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Eignungstest von Gewebe f\u00fcr Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei - Luzine Happel<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Eignungstest von Gewebe f\u00fcr Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei - Luzine Happel\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"In meinem Beitrag \u201eLeinen: Gewebe aus Flachsfasern\u201c habe ich dargelegt, warum man f\u00fcr die Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei nur reines Leinen in geeigneter Verarbeitung verwenden sollte. Nun \u00fcbersandte mir eine meiner Kundinnen ein kleines St\u00fcckchen Stoff. Sie bekam es von Ihrer Gro\u00dfmutter, die es einst zur Fertigung von Bettlaken gekauft hatte. Meine Kundin hielt den Stoff f\u00fcr Leinen, war sich aber unsicher, ob dieses Gewebe zum Besticken in der Schw\u00e4lmer Technik geeignet sei und bat mich um Rat. Ich unternahm mehrere kleine, mir als Laien m\u00f6gliche, Pr\u00fcfungen, um festzustellen, ob das Gewebe f\u00fcr die Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei geeignet ist oder nicht. Diese zeige ich Ihnen hier auf, um Sie in die Lage zu versetzen, selbst einmal Stoffe zu analysieren. Die Stoffprobe war 10,5 cm breit und (bis zum Fadenauszug) 10 cm lang und hatte an einer Seite eine Webkante, was mir sofort die Einordnung in Kette und Schu\u00df erm\u00f6glichte. Erste optische Beobachtungen: Der erste optische Eindruck zeigt einen dicht gewebten Stoff, der als solcher f\u00fcr die Wei\u00dfstickerei geeignet w\u00e4re. Die Ausfransungen am Rand verraten aber auch auf den ersten Blick, dass die Kettf\u00e4den wesentlich d\u00fcnner sind als die Schussf\u00e4den. Das Gewebe zeigt nicht den leichten Glanz, der f\u00fcr Leinengewebe eigentlich typisch ist. Das k\u00f6nnte auf einen Baumwollanteil hindeuten. Eine Brennprobe macht keinen Sinn, denn beide Naturfasern \u2013 sowohl Baumwolle als auch Flachsfasern \u2013 verbrennen genauso schnell, mit gro\u00dfer, heller Flamme und einem Geruch nach verbranntem Papier und hinterlassen leichte, feine Flugasche. Genauere optische Pr\u00fcfung: Beim Blick durch den Fadenz\u00e4hler stellt man leicht die genaue Fadenanzahl pro Zentimeter des Gewebes fest. Hier stellt sich heraus, dass der Stoff nicht nur in Kette und Schuss eine unterschiedliche Fadenanzahl aufweist \u2013 das k\u00f6nnte man durch geschicktes Fadenziehen eventuell noch ausgleichen -, sondern auch Differenzen innerhalb der Kettfadenanzahl auftreten. W\u00e4hrend auf einem Zentimer 18 Schussf\u00e4den verwendet wurden, so sind es stellenweise 20, an anderen Stellen 21, ja sogar 22 Kettf\u00e4den. Ein solcher Grund w\u00fcrde bei den Durchbruchmustern eine unregelm\u00e4\u00dfige Struktur ergeben; diese kann zwar auch reizvoll sein, gef\u00e4llt aber nicht jedem. Praktische Pr\u00fcfung \u2013 Fadenauszug: Sowohl L\u00e4ngs- als auch Querf\u00e4den lassen sich relativ leicht ausziehen. Man merkt sofort, dass die d\u00fcnneren Kettf\u00e4den sehr viel fester gedreht sind als die dickeren Schussf\u00e4den. (Kettf\u00e4den m\u00fcssen haltbar sein, damit sie beim Weben nicht st\u00e4ndig rei\u00dfen.) Bei dem vorliegenden Gewebe kann man den Kettfaden leicht an einem St\u00fcck ausziehen. Dies weist au\u00dfer auf feste Fadendrehung auch auf lange Faserb\u00fcndel hin. Beim Aufdrehen (Ein Gewebefaden wird wischen Daumen und Zeigefinger beider H\u00e4nde gespannt und langsam entgegen der vorhandenen Drehrichtung aufgedreht. Sobald er sich spaltet, wird er langsam auseinandergezogen. Aus den auseinandergezogenen Fadenenden kann man nun die einzelnen Fasern herauszupfen.) der F\u00e4den merkt man, dass sich die Schussf\u00e4den sehr viel leichter in Einzelfasern zerlegen lassen als die Kettf\u00e4den. Wenn man sie aber in Einzelfasern zerlegt hat, stellt man fest, dass die einzelne Faser des Schussfadens l\u00e4nger ist als die des Kettfadens. Das deuted darauf hin, dass es sich bei den Schussf\u00e4den um Baumwolle handelt. Baumwollfasern sind 10 mm bis 55 mm lang, Flachsfasern dagegen 20 mm bis 40 mm, die Feinheit beider Einzelfasern ist in etwa gleich. Der Hechelflachs, der zum Verspinnen verwendet wird, besteht, obwohl er stark ausgek\u00e4mmt wurde, immer noch aus Faserb\u00fcndeln, die durch Pflanzenleim zusammengehalten werden. Die Faserb\u00fcndel des Hechelflachses sind jedoch sehr unterschiedlich stark und so entstehen die f\u00fcr Leinengarn typischen Verdickungsstellen. Vergleicht man Kett- und Schu\u00dffaden in dieser Hinsicht, stellt man fest, dass der Kettfaden (Bild unten, oberer Faden) diese Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten aufweist, der Schussfaden (Bild unten, unterer Faden) allerdings gleichm\u00e4\u00dfig dick ist. Dies erkennt man besonders gut, wenn man den jeweiligen Faden gespannt zwischen den H\u00e4nden h\u00e4lt. Auch dies weist daruf hin, dass es sich bei Kette und Schuss um unterschiedliche Materialien handelt. (Ein Mikroskop steht mir nicht zur Verf\u00fcgung und auch auch eine genaue Materialbestimmung ist ohne Labor nicht m\u00f6glich.) Betrachtet man den fertigen Limet-Fadenauszug, stellt man unschwer fest, dass \u2013 obwohl fest in einen Rahmen eingespannt \u2013 sich besonders die dickeren Schussf\u00e4den sehr leicht verschieben. Praktische Pr\u00fcfung &#8211; Besticken: Das leichte Verschieben der F\u00e4den macht ein Besticken der Fl\u00e4chen sehr schwer. Nur mit M\u00fche kann es dennoch gelingen. Nach der 5-min\u00fcten Kochw\u00e4sche ist der Stoff eingelaufen; aus 10,5 cm sind 10,2 cm geworden und aus 10 cm sind 9,5 cm \u2013 ein normaler Prozentsatz. Nach dem Trocknen f\u00fchlt sich das Gewebe sehr weich an \u2013 was wiederum auf einen Baumwollanteil hindeutet. Fazit: Zum Besticken mit aufw\u00e4ndiger Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei w\u00fcrde ich unter Ber\u00fccksichtigung der oben genannten Gesichtspunkte dieses Gewebe nicht empfehlen. Wenn Sie also selbst mal ein Gewebe in H\u00e4nden haben, von dem Sie sich nicht sicher sind, ob es sich zum Besticken in der Schw\u00e4lmer Technik eignet, machen Sie doch einfach diese kleinen Tests. Diese k\u00f6nnen wirklich sehr hilfreich sein und vor Frust und Entt\u00e4uschung w\u00e4hrend oder nach der Stickarbeit bewahren. Als Fachliteratur dienten mir meine fr\u00fcheren Lehrb\u00fccher Kleine Textilkunde Lisa Adebahr Verlag Tandwerk und Technik \u2013 Dr. Felix B\u00fcchner Hamburg 1964 Von der Faser zum Stoff Lisa Adebahr-D\u00f6rel Verlag Handwerk und Technik \u2013 Dr. Felix B\u00fcchner Hamburg 1964\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&amp;lang=en\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Luzine Happel\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2015-05-09T07:30:17+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2015-05-09T07:32:10+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Testing_Fabric_Suitability_for_Schwalm_Whitework.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"400\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"400\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Luzine Happel\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Luzine Happel\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"9\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en\",\"url\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en\",\"name\":\"Eignungstest von Gewebe f\u00fcr Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei - Luzine Happel\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Testing_Fabric_Suitability_for_Schwalm_Whitework.jpg\",\"datePublished\":\"2015-05-09T07:30:17+00:00\",\"dateModified\":\"2015-05-09T07:32:10+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/#\/schema\/person\/531413decc3e3dc937f7312d13b6238c\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Testing_Fabric_Suitability_for_Schwalm_Whitework.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Testing_Fabric_Suitability_for_Schwalm_Whitework.jpg\",\"width\":400,\"height\":400},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Testing Fabric Suitability for Schwalm Whitework\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/#website\",\"url\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/\",\"name\":\"Luzine Happel\",\"description\":\"\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/#\/schema\/person\/531413decc3e3dc937f7312d13b6238c\",\"name\":\"Luzine Happel\",\"sameAs\":[\"http:\/\/www.luzine-happel.de\"],\"url\":\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?author=2\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Eignungstest von Gewebe f\u00fcr Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei - Luzine Happel","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Eignungstest von Gewebe f\u00fcr Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei - Luzine Happel","og_description":"In meinem Beitrag \u201eLeinen: Gewebe aus Flachsfasern\u201c habe ich dargelegt, warum man f\u00fcr die Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei nur reines Leinen in geeigneter Verarbeitung verwenden sollte. Nun \u00fcbersandte mir eine meiner Kundinnen ein kleines St\u00fcckchen Stoff. Sie bekam es von Ihrer Gro\u00dfmutter, die es einst zur Fertigung von Bettlaken gekauft hatte. Meine Kundin hielt den Stoff f\u00fcr Leinen, war sich aber unsicher, ob dieses Gewebe zum Besticken in der Schw\u00e4lmer Technik geeignet sei und bat mich um Rat. Ich unternahm mehrere kleine, mir als Laien m\u00f6gliche, Pr\u00fcfungen, um festzustellen, ob das Gewebe f\u00fcr die Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei geeignet ist oder nicht. Diese zeige ich Ihnen hier auf, um Sie in die Lage zu versetzen, selbst einmal Stoffe zu analysieren. Die Stoffprobe war 10,5 cm breit und (bis zum Fadenauszug) 10 cm lang und hatte an einer Seite eine Webkante, was mir sofort die Einordnung in Kette und Schu\u00df erm\u00f6glichte. Erste optische Beobachtungen: Der erste optische Eindruck zeigt einen dicht gewebten Stoff, der als solcher f\u00fcr die Wei\u00dfstickerei geeignet w\u00e4re. Die Ausfransungen am Rand verraten aber auch auf den ersten Blick, dass die Kettf\u00e4den wesentlich d\u00fcnner sind als die Schussf\u00e4den. Das Gewebe zeigt nicht den leichten Glanz, der f\u00fcr Leinengewebe eigentlich typisch ist. Das k\u00f6nnte auf einen Baumwollanteil hindeuten. Eine Brennprobe macht keinen Sinn, denn beide Naturfasern \u2013 sowohl Baumwolle als auch Flachsfasern \u2013 verbrennen genauso schnell, mit gro\u00dfer, heller Flamme und einem Geruch nach verbranntem Papier und hinterlassen leichte, feine Flugasche. Genauere optische Pr\u00fcfung: Beim Blick durch den Fadenz\u00e4hler stellt man leicht die genaue Fadenanzahl pro Zentimeter des Gewebes fest. Hier stellt sich heraus, dass der Stoff nicht nur in Kette und Schuss eine unterschiedliche Fadenanzahl aufweist \u2013 das k\u00f6nnte man durch geschicktes Fadenziehen eventuell noch ausgleichen -, sondern auch Differenzen innerhalb der Kettfadenanzahl auftreten. W\u00e4hrend auf einem Zentimer 18 Schussf\u00e4den verwendet wurden, so sind es stellenweise 20, an anderen Stellen 21, ja sogar 22 Kettf\u00e4den. Ein solcher Grund w\u00fcrde bei den Durchbruchmustern eine unregelm\u00e4\u00dfige Struktur ergeben; diese kann zwar auch reizvoll sein, gef\u00e4llt aber nicht jedem. Praktische Pr\u00fcfung \u2013 Fadenauszug: Sowohl L\u00e4ngs- als auch Querf\u00e4den lassen sich relativ leicht ausziehen. Man merkt sofort, dass die d\u00fcnneren Kettf\u00e4den sehr viel fester gedreht sind als die dickeren Schussf\u00e4den. (Kettf\u00e4den m\u00fcssen haltbar sein, damit sie beim Weben nicht st\u00e4ndig rei\u00dfen.) Bei dem vorliegenden Gewebe kann man den Kettfaden leicht an einem St\u00fcck ausziehen. Dies weist au\u00dfer auf feste Fadendrehung auch auf lange Faserb\u00fcndel hin. Beim Aufdrehen (Ein Gewebefaden wird wischen Daumen und Zeigefinger beider H\u00e4nde gespannt und langsam entgegen der vorhandenen Drehrichtung aufgedreht. Sobald er sich spaltet, wird er langsam auseinandergezogen. Aus den auseinandergezogenen Fadenenden kann man nun die einzelnen Fasern herauszupfen.) der F\u00e4den merkt man, dass sich die Schussf\u00e4den sehr viel leichter in Einzelfasern zerlegen lassen als die Kettf\u00e4den. Wenn man sie aber in Einzelfasern zerlegt hat, stellt man fest, dass die einzelne Faser des Schussfadens l\u00e4nger ist als die des Kettfadens. Das deuted darauf hin, dass es sich bei den Schussf\u00e4den um Baumwolle handelt. Baumwollfasern sind 10 mm bis 55 mm lang, Flachsfasern dagegen 20 mm bis 40 mm, die Feinheit beider Einzelfasern ist in etwa gleich. Der Hechelflachs, der zum Verspinnen verwendet wird, besteht, obwohl er stark ausgek\u00e4mmt wurde, immer noch aus Faserb\u00fcndeln, die durch Pflanzenleim zusammengehalten werden. Die Faserb\u00fcndel des Hechelflachses sind jedoch sehr unterschiedlich stark und so entstehen die f\u00fcr Leinengarn typischen Verdickungsstellen. Vergleicht man Kett- und Schu\u00dffaden in dieser Hinsicht, stellt man fest, dass der Kettfaden (Bild unten, oberer Faden) diese Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten aufweist, der Schussfaden (Bild unten, unterer Faden) allerdings gleichm\u00e4\u00dfig dick ist. Dies erkennt man besonders gut, wenn man den jeweiligen Faden gespannt zwischen den H\u00e4nden h\u00e4lt. Auch dies weist daruf hin, dass es sich bei Kette und Schuss um unterschiedliche Materialien handelt. (Ein Mikroskop steht mir nicht zur Verf\u00fcgung und auch auch eine genaue Materialbestimmung ist ohne Labor nicht m\u00f6glich.) Betrachtet man den fertigen Limet-Fadenauszug, stellt man unschwer fest, dass \u2013 obwohl fest in einen Rahmen eingespannt \u2013 sich besonders die dickeren Schussf\u00e4den sehr leicht verschieben. Praktische Pr\u00fcfung &#8211; Besticken: Das leichte Verschieben der F\u00e4den macht ein Besticken der Fl\u00e4chen sehr schwer. Nur mit M\u00fche kann es dennoch gelingen. Nach der 5-min\u00fcten Kochw\u00e4sche ist der Stoff eingelaufen; aus 10,5 cm sind 10,2 cm geworden und aus 10 cm sind 9,5 cm \u2013 ein normaler Prozentsatz. Nach dem Trocknen f\u00fchlt sich das Gewebe sehr weich an \u2013 was wiederum auf einen Baumwollanteil hindeutet. Fazit: Zum Besticken mit aufw\u00e4ndiger Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei w\u00fcrde ich unter Ber\u00fccksichtigung der oben genannten Gesichtspunkte dieses Gewebe nicht empfehlen. Wenn Sie also selbst mal ein Gewebe in H\u00e4nden haben, von dem Sie sich nicht sicher sind, ob es sich zum Besticken in der Schw\u00e4lmer Technik eignet, machen Sie doch einfach diese kleinen Tests. Diese k\u00f6nnen wirklich sehr hilfreich sein und vor Frust und Entt\u00e4uschung w\u00e4hrend oder nach der Stickarbeit bewahren. Als Fachliteratur dienten mir meine fr\u00fcheren Lehrb\u00fccher Kleine Textilkunde Lisa Adebahr Verlag Tandwerk und Technik \u2013 Dr. Felix B\u00fcchner Hamburg 1964 Von der Faser zum Stoff Lisa Adebahr-D\u00f6rel Verlag Handwerk und Technik \u2013 Dr. Felix B\u00fcchner Hamburg 1964","og_url":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en","og_site_name":"Luzine Happel","article_published_time":"2015-05-09T07:30:17+00:00","article_modified_time":"2015-05-09T07:32:10+00:00","og_image":[{"width":400,"height":400,"url":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Testing_Fabric_Suitability_for_Schwalm_Whitework.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"Luzine Happel","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"Luzine Happel","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"9\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en","url":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en","name":"Eignungstest von Gewebe f\u00fcr Schw\u00e4lmer Wei\u00dfstickerei - Luzine Happel","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Testing_Fabric_Suitability_for_Schwalm_Whitework.jpg","datePublished":"2015-05-09T07:30:17+00:00","dateModified":"2015-05-09T07:32:10+00:00","author":{"@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/#\/schema\/person\/531413decc3e3dc937f7312d13b6238c"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en#primaryimage","url":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Testing_Fabric_Suitability_for_Schwalm_Whitework.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Testing_Fabric_Suitability_for_Schwalm_Whitework.jpg","width":400,"height":400},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=5230&lang=en#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Testing Fabric Suitability for Schwalm Whitework"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/#website","url":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/","name":"Luzine Happel","description":"","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/#\/schema\/person\/531413decc3e3dc937f7312d13b6238c","name":"Luzine Happel","sameAs":["http:\/\/www.luzine-happel.de"],"url":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?author=2"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5230"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5230"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5230\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5243,"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5230\/revisions\/5243"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5244"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5230"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5230"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5230"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}