{"id":9063,"date":"2017-07-01T09:30:28","date_gmt":"2017-07-01T07:30:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=9063"},"modified":"2017-07-01T09:18:17","modified_gmt":"2017-07-01T07:18:17","slug":"schwaelmer-posamenten-knoepfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=9063","title":{"rendered":"Schw\u00e4lmer Posamenten-Kn\u00f6pfe"},"content":{"rendered":"Die Kn\u00f6pfe der Schw\u00e4lmer <a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=8992\">Kn\u00f6ppdinger<\/a> und anderer Bekleidungsst\u00fccke waren Posamenten-Kn\u00f6pfe. Die Hugenotten brachten diese Technik der Knopfherstellung zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Frankreich in die Schwalm. Materialien zur Herstellung waren Gold- und Silberf\u00e4den und Seidenf\u00e4den in rot, gr\u00fcn, lila und schwarz (passend zur Farbe der <a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=3233\">Feiertagstracht<\/a> ); wei\u00dfe und gelbe Seidenf\u00e4den wurden auch verwendet, aber nur sehr selten. Manche Kn\u00f6pfe wurden ausschlie\u00dflich mit Metallf\u00e4den dekoriert, andere nur mit Seidengarnen. Solche reinseiden-bezogenen Kn\u00f6pfe findet man vor allem an Kinderkleidung und als schwarze Kn\u00f6pfe f\u00fcr die Trauertracht. Am gebr\u00e4uchlichsten waren Kn\u00f6pfe aus einer Kombination beider Materialien.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/1_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/1_26-2017-1024x768.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a>Um eine runde Holzscheibe mit Loch in der Mitte wurden sternf\u00f6rmig F\u00e4den gewickelt. Sie wurden mit Flechtstichen und Vorstichen in der richtigen Position gehalten.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/2_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/2_26-2017-1024x768.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3_26-2017-1024x768.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/4_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/4_26-2017-1024x768.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a>\u00dcblicherweise bekamen die Kn\u00f6pfe dann noch eine Nadelspitzenumrandung. Diese war einerseits zus\u00e4tzliche Dekoration, andererseits sch\u00fctzte sie die F\u00e4den am Rand.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/5_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/5_26-2017-1024x768.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a>Ich habe zwei verschiedene Arten der Wicklung von F\u00e4den gefunden. Beide lassen einen sechszackigen Stern auf der Vorderseite des Knopfes entstehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die gebr\u00e4uchlichere Methode, einen Stern entstehen zu lassen, wickelte man zwei breite Streifen parallel und rechts und links der Mitte. In einem Winkel von 60\u00b0 bzw. 120\u00b0 zu den ersten Wicklungen wiederholte man dies zweimal.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/6_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/6_26-2017-1024x768.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a>Die Streifen wurden mit Flechtstichen und Vorstichen unterschiedlicher L\u00e4nge in Position gehalten.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/7_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/7_26-2017-1024x768.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a>Bei der anderen Methode, einen Stern entstehen zu lassen, wurde mit den Flechtstichen schon  dicht am Mittelpunkt begonnen. Dieser Stern wurde mit Vorstichen unterschiedlicher L\u00e4nge fixiert.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/8_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/8_26-2017-1024x768.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a>Die Metallf\u00e4den sind im Laufe der Jahre angelaufen. Man kann sie aber mit speziellen Reinigungst\u00fcchern f\u00fcr Metall wieder zum Gl\u00e4nzen bringen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/9_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/9_26-2017-1024x768.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/10_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/10_26-2017-1024x768.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/11_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/11_26-2017-1024x768.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/12_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/12_26-2017-1024x768.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/13_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/13_26-2017-1024x769.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/14_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/14_26-2017-1024x768.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a>Am gebr\u00e4uchlichsten waren Kn\u00f6pfe mit einem Durchmesser von 1,8 cm. Allerdings hatte die Kleidungsgr\u00f6\u00dfe auch Einfluss auf die Gr\u00f6\u00dfe der Kn\u00f6pfe. So waren die Kn\u00f6pfe f\u00fcr Kinderkleidung kleiner und die f\u00fcr f\u00fclligere Frauen etwas gr\u00f6\u00dfer.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/15_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/15_26-2017-1024x768.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a>Ein besch\u00e4digter Knopf l\u00e4sst den Blick auf die Scheibe im Inneren zu. Das Bild unten zeigt einen \u00e4hnlichen, aber unbesch\u00e4digten Knopf. Er hat einen Durchmesser von 1 cm und war Teil einer Kinderweste.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/16_26-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/16_26-2017-1024x768.jpg\" width=\"438\" class=\"aligncenter size-medium\" \/><\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kn\u00f6pfe der Schw\u00e4lmer Kn\u00f6ppdinger und anderer Bekleidungsst\u00fccke waren Posamenten-Kn\u00f6pfe. Die Hugenotten brachten diese Technik der Knopfherstellung zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Frankreich in die Schwalm. Materialien zur Herstellung waren Gold- und Silberf\u00e4den und Seidenf\u00e4den in rot, gr\u00fcn, lila und schwarz (passend zur Farbe der Feiertagstracht ); wei\u00dfe und gelbe Seidenf\u00e4den wurden auch verwendet, aber nur sehr selten. Manche Kn\u00f6pfe wurden ausschlie\u00dflich mit Metallf\u00e4den dekoriert, andere nur mit Seidengarnen. Solche reinseiden-bezogenen Kn\u00f6pfe findet man vor allem an Kinderkleidung und als schwarze Kn\u00f6pfe f\u00fcr die Trauertracht. Am gebr\u00e4uchlichsten waren Kn\u00f6pfe aus einer Kombination beider Materialien. Um eine runde Holzscheibe mit Loch in der Mitte wurden sternf\u00f6rmig F\u00e4den gewickelt. Sie wurden mit Flechtstichen und Vorstichen in der richtigen Position gehalten. \u00dcblicherweise bekamen die Kn\u00f6pfe dann noch eine Nadelspitzenumrandung. Diese war einerseits zus\u00e4tzliche Dekoration, andererseits sch\u00fctzte sie die F\u00e4den am Rand. Ich habe zwei verschiedene Arten der Wicklung von F\u00e4den gefunden. Beide lassen einen sechszackigen Stern auf der Vorderseite des Knopfes entstehen. F\u00fcr die gebr\u00e4uchlichere Methode, einen Stern entstehen zu lassen, wickelte man zwei breite Streifen parallel und rechts und links der Mitte. In einem Winkel von 60\u00b0 bzw. 120\u00b0 zu den ersten Wicklungen wiederholte man dies zweimal. Die Streifen wurden mit Flechtstichen und Vorstichen unterschiedlicher L\u00e4nge in Position gehalten. Bei der anderen Methode, einen Stern entstehen zu lassen, wurde mit den Flechtstichen schon dicht am Mittelpunkt begonnen. Dieser Stern wurde mit Vorstichen unterschiedlicher L\u00e4nge fixiert. Die Metallf\u00e4den sind im Laufe der Jahre angelaufen. Man kann sie aber mit speziellen Reinigungst\u00fcchern f\u00fcr Metall wieder zum Gl\u00e4nzen bringen. Am gebr\u00e4uchlichsten waren Kn\u00f6pfe mit einem Durchmesser von 1,8 cm. Allerdings hatte die Kleidungsgr\u00f6\u00dfe auch Einfluss auf die Gr\u00f6\u00dfe der Kn\u00f6pfe. So waren die Kn\u00f6pfe f\u00fcr Kinderkleidung kleiner und die f\u00fcr f\u00fclligere Frauen etwas gr\u00f6\u00dfer. Ein besch\u00e4digter Knopf l\u00e4sst den Blick auf die Scheibe im Inneren zu. Das Bild unten zeigt einen \u00e4hnlichen, aber unbesch\u00e4digten Knopf. 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Diese war einerseits zus\u00e4tzliche Dekoration, andererseits sch\u00fctzte sie die F\u00e4den am Rand. Ich habe zwei verschiedene Arten der Wicklung von F\u00e4den gefunden. Beide lassen einen sechszackigen Stern auf der Vorderseite des Knopfes entstehen. F\u00fcr die gebr\u00e4uchlichere Methode, einen Stern entstehen zu lassen, wickelte man zwei breite Streifen parallel und rechts und links der Mitte. In einem Winkel von 60\u00b0 bzw. 120\u00b0 zu den ersten Wicklungen wiederholte man dies zweimal. Die Streifen wurden mit Flechtstichen und Vorstichen unterschiedlicher L\u00e4nge in Position gehalten. Bei der anderen Methode, einen Stern entstehen zu lassen, wurde mit den Flechtstichen schon dicht am Mittelpunkt begonnen. Dieser Stern wurde mit Vorstichen unterschiedlicher L\u00e4nge fixiert. Die Metallf\u00e4den sind im Laufe der Jahre angelaufen. Man kann sie aber mit speziellen Reinigungst\u00fcchern f\u00fcr Metall wieder zum Gl\u00e4nzen bringen. Am gebr\u00e4uchlichsten waren Kn\u00f6pfe mit einem Durchmesser von 1,8 cm. Allerdings hatte die Kleidungsgr\u00f6\u00dfe auch Einfluss auf die Gr\u00f6\u00dfe der Kn\u00f6pfe. So waren die Kn\u00f6pfe f\u00fcr Kinderkleidung kleiner und die f\u00fcr f\u00fclligere Frauen etwas gr\u00f6\u00dfer. Ein besch\u00e4digter Knopf l\u00e4sst den Blick auf die Scheibe im Inneren zu. Das Bild unten zeigt einen \u00e4hnlichen, aber unbesch\u00e4digten Knopf. 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