{"id":9065,"date":"2017-07-08T09:30:45","date_gmt":"2017-07-08T07:30:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=9065"},"modified":"2017-07-09T12:43:51","modified_gmt":"2017-07-09T10:43:51","slug":"fertigungstechnik-eines-schwaelmer-posamentenknopfes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.luzine-happel.de\/?p=9065","title":{"rendered":"Fertigungstechnik eines Schw\u00e4lmer Posamentenknopfes"},"content":{"rendered":"In meiner Sammlung befand sich ein typischer Schw\u00e4lmer Posamentenknopf. Wegen seiner leichten Besch\u00e4digung war er mir nicht zu schade, ihn aufzutrennen. Denn ich wollte genau sehen, wie er angefertigt wurde und welche Materialien zu seiner Herstellung verwendet wurden.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/1_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/1_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Die einzelnen Schritte des R\u00fcckw\u00e4rts-Arbeitens wurden in Bildern festgehalten. Sie sind hier nun in umgekehrter Reihenfolge zu sehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Herstellung dieses Knopfes brauchte man:<\/p>\n<ul>\n<li>eine runde, h\u00f6lzerne Scheibe mit einem Loch in der Mitte<\/li>\n<li>Seidenf\u00e4den in rot und (ehemals) gr\u00fcn<\/li>\n<li>4 Metallf\u00e4den in einer L\u00e4nge von je 35 cm<\/li>\n<li>1 Metallfaden in einer L\u00e4nge von 90 cm<\/li>\n<li>schwarzen Leinenzwirn<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die beigef\u00fcgte Zentimeter-Ma\u00dfskala erlaubt eine Vorstellung von der Feinheit der F\u00e4den.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/2_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/2_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Die Scheibe hat einen Durchmesser von 1,8 cm. Sie ist aus Buchenholz gefertigt. Im linken Bild mit der Vorderseite der Scheibe kann man deutlich Einkerbungen am Rand erkennen. Sie entstanden durch das sehr feste Umwickeln mit den Metallf\u00e4den. Weder auf der Vorder- noch auch der R\u00fcckseite kann ich Markierungen zur Einteilung des Musters finden. Die Einteilung erfolgte also nach Augenma\u00df.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/3_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/3_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Mit blo\u00dfem Auge war ein Unterschied in der Dicke der Metallf\u00e4den nicht wahrnehmbar. Aber beim Bef\u00fchlen war eine deutliche Differenz zu sp\u00fcren. Der Faden, der zum Umwickeln der Scheibe verwendet wurde, war deutlich steifer.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/5_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/5_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Beim Aufdrehen der F\u00e4den fand ich den Unterschied. Beide Metallf\u00e4den hatten einen Kern aus gezwirnten F\u00e4den. Das Metallband, das um den Faden (wei\u00dfer Kern) zur Umwicklung der Scheibe gewickelt wurde, war viel dichter um den Kern gewickelt als das Metallband um den Faden (gelber Kern), der f\u00fcr die Flechtstiche verwendet wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<p>So wurden die F\u00e4den zum Umwickeln viel stabiler (der obere Faden im Bild unten).<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/4_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/4_27-2017-1024x767.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Knopfmacher war fr\u00fcher ein eigenst\u00e4ndiger Beruf. Es wird berichtet, dass ein Konrad Plannet, Knopfmacher-Meister in Schwalmstadt-Treysa, in der Mitte des 19. Jahrhunderts 12 bis 14 Stunden ben\u00f6tigte, um etwa 20 Kn\u00f6pfe zu fertigen. Das ist kaum verwunderlich, bedenkt man doch, dass er zuerst vorsichtig und sorgf\u00e4ltig all die ben\u00f6tigten F\u00e4den zusammen drehen musste.<\/p>\n<p>Die Enden von vier Silberf\u00e4den wurden mit einem schwarzen Zwirnsfaden zusammengeknotet.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/6_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/6_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Der Knoten wurde auf der R\u00fcckseite der Scheibe, etwa in der Mitte zwischen Mittelpunkt und Rand, positioniert. Die Metallf\u00e4den wurden so um die Scheibe herumgelegt, dass alle vier F\u00e4den parallel dicht nebeneinander liegend direkt neben dem Mittelpunktsloch platziert waren.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/7_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/7_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Der schwarze Faden wurde zur gegen\u00fcberliegenden Seite der Scheibe und dort \u2013 in kurzem Abstand vom Rand \u2013 \u00fcber die Metallf\u00e4den gelegt.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/8_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/8_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Diese wurden zur\u00fcckgebogen und wiederum um die Vorderseite der Scheibe gewickelt, parallel zur ersten Wicklung, aber diesmal auf der anderen Seite der Mitte.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/9_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/9_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Auf der R\u00fcckseite hielt der schwarze Zwirnsfaden die Metallf\u00e4den und zog sie straff (auf diese Weise konnte der Knopfmacher auch am wertvollen Metallfaden sparen). Diese Schritte wurden zweimal wiederholt \u2013 einmal vier parallele Metallf\u00e4den ausw\u00e4rts der ersten Wicklung legend und dann vier parallele Metallf\u00e4den ausw\u00e4rts der zweiten Wicklung legend. (Dieses Bild l\u00e4sst erkennen, dass es sich bei den F\u00e4den wohl um Silberf\u00e4den handelt.)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/10_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/10_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Die Scheibe wurde um 60\u00b0 im Uhrzeigersinn gedreht und die Schritte wurden einmal<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/11_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/11_27-2017-1024x769.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>und, nach einer weiteren Drehung um 60\u00b0 im Uhrzeigersinn, ein zweites Mal wiederholt.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/12_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/12_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Auf der R\u00fcckseite wurden alle Metallfadenb\u00fcndel mit dem schwarzen Zwirnsfaden an ihrem Platz gehalten und straff gezogen.<br \/>\nEs ist deutlich sichtbar, dass die Biegungen der ersten B\u00fcndel dichter am Rand verlaufen als die der zweiten B\u00fcndel. Und dass das Fadenb\u00fcndel, das von einem Abschnitt zum n\u00e4chsten f\u00fchrt, in eine Kurve gelegt wurde, die fast bis zur Mitte reicht. Dadurch wurden volumin\u00f6se Stellen auf der R\u00fcckseite des Knopfes verhindert.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/13_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/13_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Die Fadenenden wurden vielfach umwickelt und dann abgeschnitten. Der flexiblere Metallfaden \u2013 im Bild sieht er wie Goldfaden aus (es macht Sinn, dass der gelbe Fadenkern mit Gold umwickelt war und der wei\u00dfe Fadenekrn mit Silber) \u2013 bekam an einem Ende einen Knoten und wurde auf der R\u00fcckseite unter einem Fadenb\u00fcndel durchgezogen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/14_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/14_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Direkt neben dem Fadenb\u00fcndel liegend wurde er zur Vorderseite gef\u00fchrt (der Pfeil im unteren Bild zeigt den Knoten).<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/15_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/15_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Auf der Vorderseite wurde der Faden \u00fcber das erste B\u00fcndel der gewickelten F\u00e4den, unter den zwei kreuzenden Fadenb\u00fcndeln und \u00fcber das vierte Fadenb\u00fcndel geflochten.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/16_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/16_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Nun liegt der Arbeitsfaden \u2013 im Uhrzeigersinn gesehen \u2013 vor einem 16-f\u00e4digen B\u00fcndel. Auf der R\u00fcckseite wird er drei 16-f\u00e4dige B\u00fcndel im Uhrzeigersinn weitergef\u00fchrt und liegt nun \u2013 wiederum im Uhrzeigersinn gesehen \u2013 hinter dem dritten 16-f\u00e4digen B\u00fcndel. Leider ist der spr\u00f6de Faden beim Fotografieren von seinem Platz gesprungen. Daher habe ich seine Position mit Pfeilen markiert. Der blaue Pfeil markiert das Ende der Flechtsequenz, die gr\u00fcne Linie zeigt den Verlauf des Fadens auf der R\u00fcckseite und der rote Pfeil markiert den Beginn der n\u00e4chsten Flechtsequenz, die parallel au\u00dfen neben dem zuvor eingeflochtenen Faden verl\u00e4uft.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/17_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/17_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Immer in gleicher Weise wird der Faden auf der Vorderseite geflochten und auf der R\u00fcckseite gewickelt bis ein Stern mit einem 4-f\u00e4digen Rand entstanden ist.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/18_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/18_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Auf der R\u00fcckseite sieht dies so aus:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/19_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/19_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Nun wurde ein roter Seidenfaden mit einem Knoten versehen und auf der R\u00fcckseite unter einem Fadenb\u00fcndel durchgezogen,<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>um neben dem Fadenb\u00fcndel (blauer Pfeil) nach vorn zu kommen und dort unter den gewickelten F\u00e4den durchgezogen zu werden. Einen Faden nach dem Mittelfaden wird er ausgestochen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/21_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/21_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Mit Vorstichen \u00fcber die Spitzen des Sternes und unter den beiden Mittelf\u00e4den der zuerst gewickelten Fadenb\u00fcndel hindurch f\u00fchrend, wird \u2013 dicht am Boden der Sternspitzen &#8211; ein Sechseckmuster angelegt.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/22_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/22_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Nach Au\u00dfen hin werden zwei weitere Runden von Vorstichen gearbeitet. Diese werden, wenn sie die Sternspitzen kreuzen, um einen Faden auf jeder Seite und in jeder Runde k\u00fcrzer.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/23_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/23_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Hier ist deutlich sichtbar, dass der Seidenfaden aus zwei F\u00e4den gezwirnt wurde. (es wird berichtet, dass der oben genannte Knopfmachermeister 6 \u2013 8 ultrafeine Seidenf\u00e4den zur Herstellung der Vorstiche verzwirnt hat und 10 \u2013 15 ultrafeine Seidenf\u00e4den, um damit die Knopflochstiche am Rand des Knopfes auszuf\u00fchren.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/24_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/24_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Nach drei Runden von Vorstichen wird der Faden zur R\u00fcckseite gef\u00fchrt und befestigt.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/25_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/25_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Nun wurde ein (ehemals gr\u00fcner) Seidenfaden verwendet. Damit wurden zun\u00e4chst sechs Vorstiche in einer Runde nahe des Knopfrandes gearbeitet, immer vierzehn der sechzehn F\u00e4den eines B\u00fcndels \u00fcberkreuzend.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/26_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/26_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>\u00dcber diese Vorstiche wurden Knopflochstiche gearbeitet. Ich z\u00e4hle sieben Knopflochstiche pro Abschnitt.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/27_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/27_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Eine zweite Runde von Knopflochstichen folgte (leider ist diese nicht vollst\u00e4ndig erhalten),<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/28_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/28_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>um die Stiche um die Kante herum legen zu k\u00f6nnen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/29_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/29_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Auf der R\u00fcckseite wurden die Knopflochstiche durch Wicklungen um vorhandene F\u00e4den befestigt.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/30_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/30_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Auch wenn dies ein eher schlichtes Exemplar eines Schw\u00e4lmer Posamentenknopfes ist, zeigt ein \u00e4hnlicher, aber unbesch\u00e4digter Knopf, der vom gleichen Kleidungsst\u00fcck stammt, doch die einstige Sch\u00f6nheit dieses Knopfes.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/31_27-2017.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"https:\/\/www.luzine-happel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/31_27-2017-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" \/><\/a>Wie viel Zeit, wie viel Geduld und wie viel Kunstfertigkeit waren notwendig, um einen einzelnen kleinen Knopf entstehen zu lassen! Und die Kleidung der Schw\u00e4lmer Frauen brauchte viele solcher Kn\u00f6pfe.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meiner Sammlung befand sich ein typischer Schw\u00e4lmer Posamentenknopf. Wegen seiner leichten Besch\u00e4digung war er mir nicht zu schade, ihn aufzutrennen. Denn ich wollte genau sehen, wie er angefertigt wurde und welche Materialien zu seiner Herstellung verwendet wurden. Die einzelnen Schritte des R\u00fcckw\u00e4rts-Arbeitens wurden in Bildern festgehalten. Sie sind hier nun in umgekehrter Reihenfolge zu sehen. F\u00fcr die Herstellung dieses Knopfes brauchte man: eine runde, h\u00f6lzerne Scheibe mit einem Loch in der Mitte Seidenf\u00e4den in rot und (ehemals) gr\u00fcn 4 Metallf\u00e4den in einer L\u00e4nge von je 35 cm 1 Metallfaden in einer L\u00e4nge von 90 cm schwarzen Leinenzwirn Die beigef\u00fcgte Zentimeter-Ma\u00dfskala erlaubt eine Vorstellung von der Feinheit der F\u00e4den. Die Scheibe hat einen Durchmesser von 1,8 cm. Sie ist aus Buchenholz gefertigt. Im linken Bild mit der Vorderseite der Scheibe kann man deutlich Einkerbungen am Rand erkennen. Sie entstanden durch das sehr feste Umwickeln mit den Metallf\u00e4den. Weder auf der Vorder- noch auch der R\u00fcckseite kann ich Markierungen zur Einteilung des Musters finden. Die Einteilung erfolgte also nach Augenma\u00df. Mit blo\u00dfem Auge war ein Unterschied in der Dicke der Metallf\u00e4den nicht wahrnehmbar. Aber beim Bef\u00fchlen war eine deutliche Differenz zu sp\u00fcren. Der Faden, der zum Umwickeln der Scheibe verwendet wurde, war deutlich steifer. Beim Aufdrehen der F\u00e4den fand ich den Unterschied. Beide Metallf\u00e4den hatten einen Kern aus gezwirnten F\u00e4den. Das Metallband, das um den Faden (wei\u00dfer Kern) zur Umwicklung der Scheibe gewickelt wurde, war viel dichter um den Kern gewickelt als das Metallband um den Faden (gelber Kern), der f\u00fcr die Flechtstiche verwendet wurde. So wurden die F\u00e4den zum Umwickeln viel stabiler (der obere Faden im Bild unten). Knopfmacher war fr\u00fcher ein eigenst\u00e4ndiger Beruf. Es wird berichtet, dass ein Konrad Plannet, Knopfmacher-Meister in Schwalmstadt-Treysa, in der Mitte des 19. Jahrhunderts 12 bis 14 Stunden ben\u00f6tigte, um etwa 20 Kn\u00f6pfe zu fertigen. Das ist kaum verwunderlich, bedenkt man doch, dass er zuerst vorsichtig und sorgf\u00e4ltig all die ben\u00f6tigten F\u00e4den zusammen drehen musste. Die Enden von vier Silberf\u00e4den wurden mit einem schwarzen Zwirnsfaden zusammengeknotet. Der Knoten wurde auf der R\u00fcckseite der Scheibe, etwa in der Mitte zwischen Mittelpunkt und Rand, positioniert. Die Metallf\u00e4den wurden so um die Scheibe herumgelegt, dass alle vier F\u00e4den parallel dicht nebeneinander liegend direkt neben dem Mittelpunktsloch platziert waren. Der schwarze Faden wurde zur gegen\u00fcberliegenden Seite der Scheibe und dort \u2013 in kurzem Abstand vom Rand \u2013 \u00fcber die Metallf\u00e4den gelegt. Diese wurden zur\u00fcckgebogen und wiederum um die Vorderseite der Scheibe gewickelt, parallel zur ersten Wicklung, aber diesmal auf der anderen Seite der Mitte. Auf der R\u00fcckseite hielt der schwarze Zwirnsfaden die Metallf\u00e4den und zog sie straff (auf diese Weise konnte der Knopfmacher auch am wertvollen Metallfaden sparen). Diese Schritte wurden zweimal wiederholt \u2013 einmal vier parallele Metallf\u00e4den ausw\u00e4rts der ersten Wicklung legend und dann vier parallele Metallf\u00e4den ausw\u00e4rts der zweiten Wicklung legend. (Dieses Bild l\u00e4sst erkennen, dass es sich bei den F\u00e4den wohl um Silberf\u00e4den handelt.) Die Scheibe wurde um 60\u00b0 im Uhrzeigersinn gedreht und die Schritte wurden einmal und, nach einer weiteren Drehung um 60\u00b0 im Uhrzeigersinn, ein zweites Mal wiederholt. Auf der R\u00fcckseite wurden alle Metallfadenb\u00fcndel mit dem schwarzen Zwirnsfaden an ihrem Platz gehalten und straff gezogen. Es ist deutlich sichtbar, dass die Biegungen der ersten B\u00fcndel dichter am Rand verlaufen als die der zweiten B\u00fcndel. Und dass das Fadenb\u00fcndel, das von einem Abschnitt zum n\u00e4chsten f\u00fchrt, in eine Kurve gelegt wurde, die fast bis zur Mitte reicht. Dadurch wurden volumin\u00f6se Stellen auf der R\u00fcckseite des Knopfes verhindert. Die Fadenenden wurden vielfach umwickelt und dann abgeschnitten. Der flexiblere Metallfaden \u2013 im Bild sieht er wie Goldfaden aus (es macht Sinn, dass der gelbe Fadenkern mit Gold umwickelt war und der wei\u00dfe Fadenekrn mit Silber) \u2013 bekam an einem Ende einen Knoten und wurde auf der R\u00fcckseite unter einem Fadenb\u00fcndel durchgezogen. Direkt neben dem Fadenb\u00fcndel liegend wurde er zur Vorderseite gef\u00fchrt (der Pfeil im unteren Bild zeigt den Knoten). 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Weder auf der Vorder- noch auch der R\u00fcckseite kann ich Markierungen zur Einteilung des Musters finden. Die Einteilung erfolgte also nach Augenma\u00df. Mit blo\u00dfem Auge war ein Unterschied in der Dicke der Metallf\u00e4den nicht wahrnehmbar. Aber beim Bef\u00fchlen war eine deutliche Differenz zu sp\u00fcren. Der Faden, der zum Umwickeln der Scheibe verwendet wurde, war deutlich steifer. Beim Aufdrehen der F\u00e4den fand ich den Unterschied. Beide Metallf\u00e4den hatten einen Kern aus gezwirnten F\u00e4den. Das Metallband, das um den Faden (wei\u00dfer Kern) zur Umwicklung der Scheibe gewickelt wurde, war viel dichter um den Kern gewickelt als das Metallband um den Faden (gelber Kern), der f\u00fcr die Flechtstiche verwendet wurde. So wurden die F\u00e4den zum Umwickeln viel stabiler (der obere Faden im Bild unten). Knopfmacher war fr\u00fcher ein eigenst\u00e4ndiger Beruf. Es wird berichtet, dass ein Konrad Plannet, Knopfmacher-Meister in Schwalmstadt-Treysa, in der Mitte des 19. Jahrhunderts 12 bis 14 Stunden ben\u00f6tigte, um etwa 20 Kn\u00f6pfe zu fertigen. Das ist kaum verwunderlich, bedenkt man doch, dass er zuerst vorsichtig und sorgf\u00e4ltig all die ben\u00f6tigten F\u00e4den zusammen drehen musste. Die Enden von vier Silberf\u00e4den wurden mit einem schwarzen Zwirnsfaden zusammengeknotet. Der Knoten wurde auf der R\u00fcckseite der Scheibe, etwa in der Mitte zwischen Mittelpunkt und Rand, positioniert. Die Metallf\u00e4den wurden so um die Scheibe herumgelegt, dass alle vier F\u00e4den parallel dicht nebeneinander liegend direkt neben dem Mittelpunktsloch platziert waren. Der schwarze Faden wurde zur gegen\u00fcberliegenden Seite der Scheibe und dort \u2013 in kurzem Abstand vom Rand \u2013 \u00fcber die Metallf\u00e4den gelegt. 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Immer in gleicher Weise wird der Faden auf der Vorderseite geflochten und auf der R\u00fcckseite gewickelt bis ein Stern mit einem 4-f\u00e4digen Rand entstanden ist. Auf der R\u00fcckseite sieht dies so aus: Nun wurde ein roter Seidenfaden mit einem Knoten versehen und auf der R\u00fcckseite unter einem Fadenb\u00fcndel durchgezogen, um neben dem Fadenb\u00fcndel (blauer Pfeil) nach vorn zu kommen und dort unter den gewickelten F\u00e4den durchgezogen zu werden. Einen Faden nach dem Mittelfaden wird er ausgestochen. Mit Vorstichen \u00fcber die Spitzen des Sternes und unter den beiden Mittelf\u00e4den der zuerst gewickelten Fadenb\u00fcndel hindurch f\u00fchrend, wird \u2013 dicht am Boden der Sternspitzen &#8211; ein Sechseckmuster angelegt. Nach Au\u00dfen hin werden zwei weitere Runden von Vorstichen gearbeitet. Diese werden, wenn sie die Sternspitzen kreuzen, um einen Faden auf jeder Seite und in jeder Runde k\u00fcrzer. 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Immer in gleicher Weise wird der Faden auf der Vorderseite geflochten und auf der R\u00fcckseite gewickelt bis ein Stern mit einem 4-f\u00e4digen Rand entstanden ist. Auf der R\u00fcckseite sieht dies so aus: Nun wurde ein roter Seidenfaden mit einem Knoten versehen und auf der R\u00fcckseite unter einem Fadenb\u00fcndel durchgezogen, um neben dem Fadenb\u00fcndel (blauer Pfeil) nach vorn zu kommen und dort unter den gewickelten F\u00e4den durchgezogen zu werden. Einen Faden nach dem Mittelfaden wird er ausgestochen. Mit Vorstichen \u00fcber die Spitzen des Sternes und unter den beiden Mittelf\u00e4den der zuerst gewickelten Fadenb\u00fcndel hindurch f\u00fchrend, wird \u2013 dicht am Boden der Sternspitzen &#8211; ein Sechseckmuster angelegt. Nach Au\u00dfen hin werden zwei weitere Runden von Vorstichen gearbeitet. Diese werden, wenn sie die Sternspitzen kreuzen, um einen Faden auf jeder Seite und in jeder Runde k\u00fcrzer. Hier ist deutlich sichtbar, dass der Seidenfaden aus zwei F\u00e4den gezwirnt wurde. (es wird berichtet, dass der oben genannte Knopfmachermeister 6 \u2013 8 ultrafeine Seidenf\u00e4den zur Herstellung der Vorstiche verzwirnt hat und 10 \u2013 15 ultrafeine Seidenf\u00e4den, um damit die Knopflochstiche am Rand des Knopfes auszuf\u00fchren. Nach drei Runden von Vorstichen wird der Faden zur R\u00fcckseite gef\u00fchrt und befestigt. Nun wurde ein (ehemals gr\u00fcner) Seidenfaden verwendet. Damit wurden zun\u00e4chst sechs Vorstiche in einer Runde nahe des Knopfrandes gearbeitet, immer vierzehn der sechzehn F\u00e4den eines B\u00fcndels \u00fcberkreuzend. \u00dcber diese Vorstiche wurden Knopflochstiche gearbeitet. Ich z\u00e4hle sieben Knopflochstiche pro Abschnitt. 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