Sticken ist meine Leidenschaft. Ich mag es, wenn die Nadel fast wie von selbst durch den Stoff gleitet und die Arbeit zügig vonstatten geht. Doch es gibt unterschiedlich ausgerüstete Leinenqualitäten. Nicht alle ermöglichen ein reibungsloses Sticken.
Nun hatte ich mal wieder ein sehr steifes Leinen, bei dem bei jedem Stich die Nadel mit etwas Kraftaufwand durch den Stoff gezogen werden musste. Auch die Zuhilfenahme einer nagelneuen Nadel mit ausgeprägter Spitze half nicht weiter. Das Sticken bereitete kein Vergnügen.

Schon öfter war mir in der Schwalm der Rat erteilt worden, solch starres Leinen in Weichspüler zu tauchen. Bevor ich das Projekt unvollendet lassen würde, entschied ich mich, diese Methode auszuprobieren. Kaltes Wasser wurde mit etwas Weichspülmittel vermischt, das Leinen eingetaucht, mehrmals darin durchgeknetet und dann zum Trocknen gelegt.

Danach fühlte sich das Gewebe viel weicher an. Doch wie würde es zu verarbeiten sein?

Beim Fadenauszug konnte ich keinen Unterschied feststellen. Die obere Fadenrinne entstand vor dem Weichspülen, die untere danach.

Auch ließen sich die Fäden genauso gut abzählen.

Die aufgebügelten Konturen hafteten und rieben sich auch nicht schnell wieder ab.

Das Sticken gestaltete sich viel angenehmer – einmal, weil man weicheren Stoff in der Hand hielt und zum anderen und viel wichtigeren, weil die Nadel weitaus müheloser durch den Stoff glitt.

Probieren Sie es doch selbst mal aus.

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