Ostereier in Wachs-Reserve-Technik

Ostereier in der filigranen Ausgestaltung der im Marbuger Raum gebräuchlichen Muster erfordert sehr viel Übung und Fingerspitzengefühl. Auch finde ich eine solche Verzierung zu aufwändig für Verzehr-Ostereier.
Dennoch gestalten wir unsere Ostereier, die wir nach der Suche essen wollen, hübsch in einer überlieferten Wachs-Reserve-Technik.
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Dazu benötigt man reines Bienenwachs und ein Gerät, um das geschmolzene Wachs aufzutragen.
Weithin bekannt sind die Ukrainischen Ostereier, für deren Verzierung man eine sogenannte „Kitska“ verwendet. Auch ein „Tjanting“ wäre möglich, aber solche Geräte (Kitska oder Tjanting) sicher zu handhaben, erfordert sehr viel mehr Übung als ein simples Stecknadel-Werkzeug.
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Wir improvisieren mit Dingen, die wir zur Hand haben: eine Stecknadel mit Glaskopf, die man in einen Griff (Hölzchen oder alten Stift) steckt, einen Tiegel, in dem man das Wachs schmilzt (wir verwenden eine Duftölschale).
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Da die Eier verzehrt werden sollen, werden sie zunächst hart gekocht. Geplatzte Eier werden dann aussortiert.Weißschalige Hühnereier geben den Mustern einen stärkeren Kontrast, bei braunschaligen Eiern wird der Schmuck dezenter.
Die Eier sollten nach dem Kochen abkühlen. In leicht handwarmem Zustand verarbeitet sich das Material am besten.

Man nimmt das Ei in die linke (für Rechtshänder) Hand, schmiltz etwas Bienenwachs über einer Kerze, taucht den Kopf der Stecknadel kurz darin ein
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und setzt dann mit einer schnellen Bewegung einen Punkt oder einen Strich auf das Ei.
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Punkte entstehen, wenn man den Stecknadelkopf nur an einer Stelle kurz aufsetzt; tropfenförmige Striche werden aus dem Punkt, wenn man den mit Wachs versehenen Stecknadelkopf auf das Ei aufsetzt und weiterzieht. Das alles muss recht schnell geschehen. Für jeden neuen Punkt oder Strich muss der Stecknadelkopf erneut in das Wachs getaucht werden.

Die Mustervielfalt, die man mit Punkt und Strich erzielen kann, ist riesig. Hier eine kleine Auswahl:
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Nachdem das Ei verziert ist, wird es in ein kaltes bis mäßig warmes Färbebad gelegt. Ein zu warmes Färbebad würde das Wachs schmelzen lassen.
Wir verwenden am liebsten Zwiebelschalen zum Färben.
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Eine große Menge davon wird in einem Topf so lange gekocht, bis eine dunkelbraune Brühe entsteht. Diese muss nun abkühlen. Die verzierten Eier werden in die mäßig warme Brühe gelegt und bleiben so lange darin liegen, bis die gewünschte Farbintensität erreicht ist. Die fertig gefärbten Eier werden getrocknet. Man kann das Wachs vorsichtig entfernen, man kann es aber auch auf der Eierschale belassen.

Das Ei wird mit Speck eingerieben, um es zum Glänzen zu bringen.
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Viel Spaß beim Verzieren und Eiersuchen!

1 Kommentar
  1. What a beautiful and creative idea !

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