Der Rosenstich

Der Rosenstich ist in der Schwälmer Weißstickerei einer der wichtigsten Stiche. Er wird sowohl als Limetmuster als auch als lichtes Muster gestickt. Man kann sehr hübsche, unterschiedliche Musterungen unter alleiniger Verwendung von Rosenstichen erzielen. In Kombination mit anderen Stichen wird die Mustervielfalt fast grenzenlos.

Viele Stick-Anfängerinnen haben Schwierigkeiten, den Verlauf des Stiches richtig nachzuvollziehen. Daher erkläre ich den Stich in diesem Beitrag noch einmal ganz genau und mit einer vorangestellten Einführung.

Ein Rosenstich wird aus 4 Schlingstichen gebildet, deren Schlingen sich in einem Punkt treffen und deren „Beinchen“ sich in alle vier Richtungen strecken (wie bei einem Kreuz).

Um Grundlagen für den Rosenstich zu legen, ist es gut, zunächst einmal den Schlingstich zu üben.
Dazu sollte man auf grobem Stoff zunächst ein Limetgitter herstellen, indem man immer abwechselnd 3 Fäden stehen lässt und einen Faden auszieht – sowohl längs als auch quer. In dieses Gitter sollte man mit farbigem Garn zuerst einmal einige Schlingstiche sticken:Roenstich_1Man sticht an einer Stelle im linken Gitterbereich aus, an der sich zwei Fadenrinnen kreuzen.
Rosenstich_2Sodann legt man eine Schlaufe nach unten und rechts,
Rosenstich_3sticht einen Gewebefaden rechts des Ausstiches wieder ein und senkrecht nach unten – 3 Gewebefäden unterquerend – wieder aus. Dabei liegt der Arbeitsfaden, der nach unten und rechts zur Schlaufe gelegt wurde, nun unter der Spitze der Nadel.
Rosenstich_4Man zieht die Nadel durch und den Faden in Stichrichtung an.
Rosenstich_5In gleicher Weise stickt man einen weiteren Stich mit einem Gewebefaden Abstand rechts daneben
Rosenstich_6und lässt einige weitere Stiche folgen, bis man mit dem Verlauf des Stiches vertraut ist. Man endet an einer Stelle, an der ein senkrechter Gewebefaden ausgezogen wurde.
Rosenstich_7Man dreht die Arbeit um 90° gegen den Uhrzeigersinn und stickt einen weiteren Stich in gewohnter Weise mit dem Arbeitsfaden unter der Nadelspitze.
Rosenstich_8Nach der Fertigstellung sieht der Stich so aus wie oben zu sehen.
Rosenstich_9Erneut dreht man die Arbeit um 90° gegen den Uhrzeigersinn und stickt einen dritten Stich in gleicher Weise.
Rosenstich_10Die Schlingen der drei letzten Stiche treffen sich in einem Punkt. Den vierten Stich kann ich in diesem Beispiel nicht zeigen. Ich hoffe aber, dass diese vorgestellten Erläuterungen helfen, den Stich besser zu begreifen.

Damit es nicht zu verwirrend wird, zeige ich den eigentlichen Rosenstich jetzt ohne Drehung des Stoffes während der Arbeit.
Rosenstich_11Der Arbeitsfaden kommt aus dem unteren Teil des Bildes. Man sticht aus (Ausstichpunkt = Mittelpunkt des Stiches), legt eine Schlaufe nach oben und links, sticht 3 Gewebefäden links des Ausstichpunktes ein und kommt im Mittelpunkt wieder hervor.
Man zieht den Faden an.
Rosenstich_12Man legt eine Schlaufe nach rechts und oben, sticht 3 Gewebefäden oberhalb des Mittelpunktes ein und im Mittelpunkt wieder aus, mit dem Arbeitsfaden unter der Nadelspitze.
Man zieht den Faden an.
Rosenstich_13Man legt eine Schlaufe nach unten und rechts, sticht 3 Gewebefäden rechts des Mittelpunktes ein und im Mittelpunkt wieder aus, mit dem Arbeitsfaden unter der Nadelspitze.
Man zieht den Faden an.
Rosenstich_14Man legt eine Schlaufe nach links und unten, sticht 3 Gewebefäden unterhalb des Mittelpunktes ein und im Mittelpunkt wieder aus, mit dem Arbeitsfaden unter der Nadelspitze.
Man zieht den Faden an.
Rosenstich_15Der Arbeitsfaden kommt also im Mittelpunkt rechts des letzten Stiches hervor. Man überquert diesen letzten Stich nach links und sticht direkt dahinter im unteren Bereich des Mittelpunktes ein.
Rosenstich_16Von dort aus führt man den Arbeitsfaden unterhalb des Stoffes zum Mittelpunkt des nächsten Rosenstiches – 1 Kästchen diagonal links oberhalb des ersten Mittelpunktes.
Rosenstich_17Hier beginnt die Arbeit wieder mit dem ersten Teil des Stiches.
Rosenstich_18Die Reihe kann man beliebig lang forstsetzen.

Flächenfüllmuster Nr. 477

Nr. 477
Kategorie: Limet-Muster; bitte beachten Sie, dass dieses Muster in ein Fadengitter gearbeitet wird, bei dem 4 Fäden stehen bleiben und 1 Faden ausgezogen wird.
angewandte Stiche: 4 x 9 Stiche der einfachen Limetrose und Rosenstiche
Mitte: Kreuzung zweier Fadenrinnen (in anderen Konturformen: mittlere Längsachse = Fadenrinne)

Dies Muster ist Muster 476 ähnlich.
476_477_1Zuerst werden sowohl der vertikale als auch der horizontale mittlere Gewebefaden ausgezogen.
476_477_2Von dort aus wird ein Limet-Fadengitter über die ganze Fläche gelegt, indem man immer 4 Fäden stehen lässt und einen Faden auszieht.
476_477_3In das vorbereitete Limet-Fadengitter wird zunächst ein Raster aus Limetrosenteilen gearbeitet. Da in diesem Beispiel ein Quadrat aus 4 x 3 Wickelstichen liegen soll, beginnt man ein Kästchen diagonal links oberhalb des Mittelpunktes. Gegen den Uhrzeigersinn arbeitet man 9 Stiche der einfachen Limetrose um den Startpunkt herum.
476_477_4Wiederholt arbeitet man solche Limetrosenteile aus 9 Stichen, entgegen dem Uhrzeigersinn um den Mittelpunkt herum weiterwandernd, in diagonalen Reihen, wie im Bild oben zu sehen,
476_477_5längs
476_477_6und quer, um das Raster zu bilden.
477_7In die freien Quadrate werden Rosenstiche gestickt.
477_8Gewaschen, gestärkt und gebügelt ist ein weiteres schönes Flächenfüllmuster fertiggestellt. Die Limetrosenteile wirken erhabener, die Rosenstichflächen eben. Dadurch entsteht ein reizvoller Kontrast.

Flächenfüllmuster Nr. 476

Nr. 476
Kategorie: Limet-Muster; bitte beachten Sie, dass dieses Muster in ein Fadengitter gearbeitet wird, bei dem 4 Fäden stehen bleiben und 1 Faden ausgezogen wird.
angewandte Stiche: 4 x 9 Stiche der einfachen Limetrose und 4 x 3 Wickelstiche über 1 Kästchen in der Breite
Mitte: Kreuzung zweier Fadenrinnen (in anderen Konturformen: mittlere Längsachse = Fadenrinne)

Dies Muster ist Muster 475 sehr ähnlich, wirkt durch das abgeänderte Limetfadengitter aber etwas markanter.
476_477_1Zuerst werden sowohl der vertikale als auch der horizontale mittlere Gewebefaden ausgezogen.
476_477_2Von dort aus wird ein Limet-Fadengitter über die ganze Fläche gelegt, indem man immer 4 Fäden stehen lässt und einen Faden auszieht.
476_477_3In das vorbereitete Limet-Fadengitter wird zunächst ein Raster aus Limetrosenteilen gearbeitet. Da in diesem Beispiel ein Quadrat aus 4 x 3 Wickelstichen liegen soll, beginnt man ein Kästchen diagonal links oberhalb des Mittelpunktes. Gegen den Uhrzeigersinn arbeitet man 9 Stiche der einfachen Limetrose um den Startpunkt herum.
476_477_4Wiederholt arbeitet man solche Limetrosenteile aus 9 Stichen, entgegen dem Uhrzeigersinn um den Mittelpunkt herum weiterwandernd, in diagonalen Reihen, wie im Bild oben zu sehen,
476_477_5längs
476_477_6und quer, um das Raster zu bilden.

In die freien Quadrate werden 4 x 3 Wickelstiche gestickt, immer vom Mittelpunkt eines Quadrates ausgehend jeweils 3 Stiche an der gleichen Stelle übereinander legend. Jeweils 3 Stiche werden in allen 4 Richtungen gewickelt. Der Faden wird fest angezogen, damit sich im Zentrum eine große Öffnung bildet.
Über die gesamte Fläche wird in jedes der freien Quadrate das Muster 4 x 3 Wickelstiche gestickt.
476_7Gewaschen, gestärkt und gebügelt ist ein weiteres schönes Flächenfüllmuster fertiggestellt.

Flächenfüllmuster Nr. 475

Nr. 475
Kategorie: Limet-Muster
angewandte Stiche: 4 x 7 Stiche der einfachen Limetrose und 4 x 3 Wickelstiche über 1 Kästchen in der Breite
Mitte: Kreuzung zweier Fadenrinnen (in anderen Konturformen: mittlere Längsachse = Fadenrinne)
475_1In das vorbereitete Limet-Fadengitter wird zunächst ein Raster aus Limetrosenteilen gearbeitet. Es heißt „Kleines Ochsenaugenraster“ ist in Limetrosen I auf Seite 15 zu finden. Man beginnt ein Kästchen diagonal links unterhalb des Mittelpunktes.
475_2Gegen den Uhrzeigersinn arbeitet man 7 Stiche der einfachen Limetrose um den Startpunkt herum.
475_3Wiederholt arbeitet man solche Limetrosenteile aus 7 Stichen, entgegen dem Uhrzeigersinn um den Mittelpunkt herum weiterwandernd,
475_4insgesamt 4 mal. Dann ist ein „Blümchen“ fertiggestellt.
475_5Es gibt zwei verschiedene Wege, die Arbeit fortzusetzen: entweder arbeitet man Blümchen schachbrettartig über die ganz Fläche,
475_6oder man arbeitet von Zentrum ausgehend diagonale Reihen, wie im Bild oben zu sehen
475_7längs und quer
475_8um damit das Raster zu bilden.

In die freien Quadrate werden 4 x 3 Wickelstiche gestickt, immer vom Mittelpunkt eines Quadrates ausgehend jeweils 3 Stiche an der gleichen Stelle übereinander legend.
475_9Jeweils 3 Stiche werden in allen 4 Richtungen gewickelt.
475_10Der Faden wird fest angezogen, damit sich im Zentrum eine große Öffnung bildet.
475_11Über die gesamte Fläche wird in jedes der freien Quadrate das Muster 4 x 3 Wickelstiche gestickt.
475_12Gewaschen, gestärkt und gebügelt ist ein weiteres schönes Flächenfüllmuster fertiggestellt. Es ist dem Muster 474 ähnlich, aber einfacher zu sticken als dieses.
475_13

Flächenfüllmuster Nr. 474

Nr. 474
Kategorie: Limet-Muster; bitte beachten Sie, dass dieses Muster in ein Fadengitter gearbeitet wird, bei dem 4 Fäden stehen bleiben und 1 Faden ausgezogen wird.
angewandte Stiche: diagonale Wickelstiche über 1, 2, 3 und 4 Kreuzungspunkte der Gewebefäden sowie Rosenstiche
Mitte: Kreuzung zweier Fadenrinnen (in anderen Konturformen: mittlere Längsachse = Fadenrinne)

474 ist ein schönes, aber schwierig zu arbeitendes Muster.
474_1Zuerst werden sowohl der vertikale als auch der horizontale mittlere Gewebefaden ausgezogen.
474_2Von dort aus wird ein Limet-Fadengitter über die ganze Fläche gelegt, indem man immer 4 Fäden stehen lässt und einen Faden auszieht.
474_3Man dreht die Arbeit so, dass die Fadenrinnen diagonal liegen und die verbliebenen Gewebefäden als Rhombi zu sehen sind. Man beginnt am Fuß irgendeines Rhombus auf der diagonalen Mittelachse und sticht hinter dem ersten Faden nach links oben aus. Die Nadel wandert nach rechts und überquert einen Kreuzungspunkt zweier Gewebefäden. Man sticht ein und links – einen Gewebefaden von ersten Ausstichpunkt entfernt – wieder aus.
474_4Man arbeitet weitere Wickelstiche – insgesamt 7 – von rechts nach links und auf beiden Seiten jeweils einen Gewebefaden nach oben wandernd.
474_5dritter Stich
474_6vierter Stich
474_7fünfter Stich
474_8sechster Stich
474_9Mit dem siebten Stich wandert man zum nächsten Startpunkt links unten das nächsten Rhombus.
474_10Man arbeitet erneut 7 Wickelstiche. Beim Sticken des ersten Stichs muss man aufpassen, dass man mit der Nadel in die Fadenrinne einsticht und nicht aus Versehen zwischen die Gewebefäden des angrenzenden Rhombus gerät, wie im Bild oben zu sehen. Das kann nur allzu leicht passieren, denn die Gewebefäden verschieben sich sehr oft, wenn man vom gerade fertig gestickten Rhombus zum nächsten übergeht.
474_11Mit einem Abstand von einem Rhombus arbeitet man Reihen von Rhombi über die gesamte Fläche.
474_12Man dreht die Arbeit um 90 ° und stickt, ausgehend von der diagonalen Mittelachse, Reihen von Rhombi senkrecht zu den bereits gearbeiteten.
474_13Man sollte darauf achten, dass die Zwischenräume zwischen den einzelnen Stichen sauber und offen bleiben, und man sollte vermeiden, mit der Nadel in bereits gestickte Stiche einzustechen, wie im Bild oben (roter Pfeil) zu sehen ist.

Man stickt Rosenstiche in die verbliebenen Quadrate.
474_14Gewaschen, gestärkt und gebügelt entfaltet das Muster seine ganze Schönheit.
474_15Dieses Beispiel wurde auf 13,5-fädigem Weddigen Leinen mit Vierfachstickgarn Nr. 30 gearbeitet.