Limet Muster

Spiel mit einem Muster

Wie schon öfter erwähnt, versuche ich immer, Muster abzuändern, während ich sticke. Ich bringe meine Ideen skizzenhaft zu kariertem Papier, um zu sehen, ob die gedanklich entstandenen Muster auch realisiert werden können. So erging es mir auch, als ich das Flächenfüllmuster Nr. 481 gestickt habe.

Zuerst habe ich eine Variation dieses Musters erzielt, indem ich für das Limetgitter einen anderen Fadenauszug – nämlich 1 Faden ziehen, 2 Fäden stehen lassen – gewählt habe. Dadurch werden die einzelnen Musterelemente kleiner und das Muster insgesamt niedlicher


Aber auch der Abstand zwischen den einzelnen Musterelementen kann verändert


oder Herzen verschiedener Größen können miteinander kombiniert werden.


Gestreifte


oder karierte Muster können durch die Kombination von Herzelementen mit anderen Stichen kreiert werden, wie hier mit Wickelstichstangen.


Die einzelnen Musterelemente können gedreht werden – nach links oder nach rechts (hier fehlen die Stiche für die freibleibenden Flächen noch, vielleicht wäre der diagonal gearbeitete Röserich [siehe Sterne] eine passende Füllung).


Sie können auch „auf den Kopf“ gestellt werden.


Vier Herzen können zu einer Blüte zusammengefügt werden.


Das Mittelteil kann auf verschiedene Arten gefüllt werden:
a. mit einem Rosenstich


b. mit einer Variation von vier Rosenstichen


c. oder mit vier Rosenstichen


Solche Blüten dicht nebeneinander angeordnet, ergeben ein hübsches Muster.


Die gleichen Blüten können auch in ein Rosenstich-Raster gearbeitet werden.


Ferner können die einzelnen Herzelemente mit den Spitzen zueinander angeordnet


und mit Rosenstichen umgeben werden.


Wie gezeigt, kann man mit ein wenig Fantasie und etwas Zeit zum Ausprobieren auf einfache Weise neue Muster entstehen lassen.

Flächenfüllmuster Nr. 540

Kategorie: Limet-Muster
angewandte Stiche: Margeriten- und Rosenstiche
Mitte: Kreuzung zweier Fadenrinnen (in anderen Konturformen: mittlere Längsachse = Fadenrinne)

Das letzte Flächenfüllmuster meines Blogs war Nr. 481.
Danach veröffentlichte ich das Buch „Sterne“, das insgesamt 58 verschiedene Muster enthält.
So erhält das nächste Flächenfüllmuster meines Blogs die Nummer 540.

Zunächst wird der Fadenauszug für den Limetgrund vorgenommen – 1 Faden wird aus gezogen, 3 Fäden bleiben stehen, sowohl vertikal als auch horizontal.

Man kommt mit der Nadel im Mittelpunkt hervor und zieht den Faden durch.


Man legt den Arbeitsfaden in einer Schlaufe nach links und unten.
Man sticht erneut im Mittelpunkt ein, unterquert 1 Kästchen diagonal nach links unten (3 Gewebefäden nach unten und 3 Gewebefäden nach links) und sticht dort aus.


Man legt die Schlaufe unter die Nadelspitze.


Man zieht den Arbeitsfaden in Richtung der Schlaufe an, allerdings nicht zu fest – die Schlaufe sollte ihre Hufeisenform behalten.


Man überquert 1 Kästchen nach links unten, sticht ein und bringt die Nadel erneut im Mittelpunkt hervor.


Man arbeitet 3 weitere Margeritenstiche entgegen dem Uhrzeigersinn


in der gleichen Weise.


Wenn eine Runde komplett ist, unterquert man 2 Kästchen diagonal nach rechts oben, um zum nächsten Mittelpunkt zu gelangen und dort die nächste Vierergruppe in der gezeigten Weise zu beginnen.


Man arbeitet Reihen solcher Gruppen nach oben


und nach unten


bis die gesamte Fläche gefüllt ist.


Nun stickt man Rosenstiche in diagonalen Reihen –


einen in jedes Feld – zwischen die Margeritenstich-Gruppen.


Ein weiteres, leicht zu arbeitendes und attraktives Muster ist entstanden.

Flächenfüllmuster Nr. 481

Für spezielle Anlässe wie Valentinstag oder Muttertag suchte ich nach passenden Mustern. Ich dachte an ein Flächenfüllmuster mit Herzen. Da mir ein solches Muster für die Weißstickerei nicht bekannt war, nahm ich Nadel, Faden und Leinen und begann zu experimentieren. Die Ergebnisse waren sehr unterschiedlich. Zwei davon sind in meinem Buch „Limetrosen I“ zu finden, das bald in einer Neuauflage erscheint. Nicht alle von mir herausgefundenen Muster fielen so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Manche waren nicht für die von mir vorgesehenen Zwecke geeignet. Ein Muster fand ich zwar sehr schön, wollte es aber für mich behalten. Nun hat es eine Dame entdeckt und nach einer Beschreibung gefragt. Daraufhin habe ich eine Anleitung geschrieben, die ich auch Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Nr. 481
Kategorie: Limet-Muster
angewandte Stiche: Abwandlung einer Limetrose (Rosette)
mittlere Längsachse: Fadenrinne (in anderen Konturformen: Mitte = Kreuzung zweier Fadenrinnen)
Name: Kleine Herzen
Die hier gezeigten Beispiele wurden auf 13,5-fädigem Weddigen Leinen mit Vierfachstickgarn Nr. 25 gearbeitet.

Zunächst wird der Fadenauszug für den Limetgrund vorgenommen – 1 Faden wird aus gezogen, 3 Fäden bleiben stehen, sowohl vertikal als auch horizontal.

Ein Herzchen erstreckt sich über ein Quadrat von 4 x 4 Kästchen. Es besteht aus insgesamt 25 Stichen, die entgegen dem Uhrzeigersinn um einen Mittelpunkt herum gearbeitet werden. Man muss darauf achten, dass das Loch des Mittelpunktes groß genug ist, um alle Stiche der Reihe nach geordnet aufnehmen zu können. Die Stiche sollten gleichmäßig angezogen werden, aber nicht zu fest – das Gewebe sollte sich nicht zusammenziehen.

Das Besondere an diesem Muster ist, dass die Einstiche nicht nur an den geraden Kanten der Limetkästchen entlang ausgeführt werden, sondern auch diagonal durch diese Kästchen verlaufen.
Um einen Überblick zu geben, habe ich eine Grafik erstellt. Rot sind die Mittelpunkte der einzelnen Herzchen eingezeichnet, die blauen Linien bilden die Stiche nach. Die „1“ zeigt den ersten Stich.
1_481Man sticht aus,
2_481überquert 1 Kästchen (3 x 3 Gewebefäden) diagonal nach oben und links, sticht ein und kommt im Mittelpunkt wieder hervor. (Der „Mittelpunkt“ liegt nicht in der Mitte des Herzchens. Beim Sticken wird die Arbeit immer so gedreht, dass die Nadel waagerecht von rechts nach links geführt werden kann. Um nicht zu sehr zu verwirren, zeige ich die Arbeitsschritte ohne Drehung.)
3_481Der zweite Einstich erfolgt einen Gewebefaden diagonal nach links unten.
4-481Der dritte Einstich erfolgt wiederum einen Gewebefaden diagonal nach links unten.
5_481Der vierte Einstich erfolgt wiederum einen Gewebefaden diagonal nach links unten. Mit diesem Stich hat man das Limetraster wieder erreicht.
6_481Drei weitere Stiche erfolgen nun, jedes mal einen Gewebefaden gerade nach unten weiterwandernd.
7_481Dann werden sechs Stiche jeweils um einen Gewebefaden diagonal nach rechts unten gestickt. Mit dem sechsten Stich ist die Herzspitze erreicht.
8_481Die zweite Hälfte wird gegengleich gearbeitet – mit weiteren 12 Stichen (6 diagonal, 3 gerade und 3 diagonal) wird die Oberkante erreicht.
Von dort aus unterquert man 3 Kästchen (9 Gewebefäden) nach oben und 1 Kästchen (3 Gewebefäden) nach links. Dort sticht man aus. Hier ist der Mittelpunkt des nächsten Herzchens.
Die Arbeit beginnt von vorn.
9_481Danebenliegende Reihen werden versetzt gearbeitet, damit keine allzu großen freien Stoffstellen entstehen. Der Abstand vom Mittelpunkt eines Herzchens zum Mittelpunkt des danebenliegenden Herzchens beträgt 2 Kästchen (6 Gewebefäden) nach oben und 4 Kästchen (12 Gewebefäden) nach links (oder nach rechts)
10_481Von dort aus wird das nächste Herzchen in gewohnter Weise gestickt. Es ist darauf zu achten, dass die Zentrumslöcher frei und offen bleiben und nicht – wie hier beim oberen rechten Herzchen zu sehen – durch rückwärtig verlaufende Arbeitsfäden verdeckt werden.
11_481In der schonenden Kochwäsche verschieben sich die frei gebliebenen Gewebefäden leicht, sodass der Limetgrund kaum noch zu erkennen ist.
12_481Bei „Herzchen“ handelt es sich um ein besonders plastisches Muster, das speziell in großen Herzkonturen eine überaus ansprechende Wirkung entfaltet.
13_481

Flächenfüllmuster Nr. 480

Nr. 480
Kategorie: Limet-Muster
angewandte Stiche: Stangen mit je 6 Wickelstichen über 1 Kästchen in der Breite und Margeritenstiche
Mitte = Kreuzung zweier Fadenrinnen (in anderen Konturformen: mittlere Längsachse: Fadenrinne)

Das Flächenfüllmuster wird hier nur als Arbeitsprobe gezeigt. In eine Form gestickt, kann man es im vorhergehenden Beitrag anschauen. Und auch in einem weiteren Beitrag wird es zu sehen sein.

Zuerst wird ein Limet-Fadengitter hergestellt, indem man sowohl horizontal als auch vertikal jeden vierten Faden auszieht.
480_1In das vorbereitete Limet-Fadengitter wird ein Wickelstichraster gestickt. Wickelstichstangen über ein Kästchen (3 Fäden) in der Breite und über 2 Kästchen (6 Fäden) in der Höhe werden entweder treppenartig (zu sehen in Flächenfüllmuster 469, Bilder 2 und 3) oder in geraden Reihen, wie hier gezeigt, gearbeitet.
480_2Reihen von Wickelstichstangen werden nach oben
480_3und, nachdem die Arbeit um 180° gedreht wurde, zurück gestickt. Zwischen den Wickelstichreihen sollte ein Abstand von 2 Kästchen gehalten werden.
480_4Wickelstichreihen werden vertikal
480_5und horizontal gestickt, um ein Wickelstichraster zu bilden.
480_6Man kommt mit der Nadel im Mittelpunkt eines der auf diese Weise entstandenen Quadrate hervor,
480_7legt den Arbeitsfaden in einer Schlaufe um eine Ecke dieses Quadrates, sticht im Mittelpunkt erneut ein und kommt in dieser Ecke wieder heraus, mit der Schlaufe unter der Nadelspitze.
480_8Man zieht den Arbeitsfaden in Richtung der Schlaufe an. Ein Kettenstich hat sich gebildet. Er wird gesichert, indem man mit der Nadel direkt hinter dem Kreuzungspunkt der nächsten Gewebefäden einsticht.
480_9Erneut sticht man im Mittelpunkt aus,
480_10um den nächsten Kettenstich zur nächsten Ecke zu sticken. Man arbeitet in jede Ecke des Quadrates einen Kettenstich. Man sollte die Kettenstiche entweder im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn sticken, um das Loch in der Mitte schön offen zu halten.
480_11Manchmal ist es notwendig, den Arbeitsfaden auf der Rückseite unter bereits vorhandenen Stichen hindurch zu ziehen, um den nächsten Startpunkt zu erreichen.
480_12Man arbeitet jeweils 4 Kettenstiche auf die beschriebene Art
480_13schachbrettartig über die gesamte Form.
480_14Alle übrigen Quadrate bleiben unbestickt.
In der Schwalm gibt es eine Regel, die besagt, dass jedes Limetquadrat in irgendeiner Art bestickt sein sollte. Zum Beispiel könnte man je einen Rosenstich in die freien Quadrate sticken, um dieser Regel zu genügen. Das Muster, wie es hier gezeigt wird, finde ich aber hübscher. Und wenn das Muster für ein solches Projekt wie einen Lavendelbeutel, der nicht allzu oft gewaschen wird, verwendet wird, wird das Muster viele Jahrzehnte halten.

Erst gewaschen, gestärkt und gebügelt erhält das Muster seine endgültige Wirkung.
Dieses Beispiel wurde auf 13,5fädigem Weddigen Leinen mit Vierfachstickgarn Nr. 20 gearbeitet.

Flächenfüllmuster Nr. 477

Nr. 477
Kategorie: Limet-Muster; bitte beachten Sie, dass dieses Muster in ein Fadengitter gearbeitet wird, bei dem 4 Fäden stehen bleiben und 1 Faden ausgezogen wird.
angewandte Stiche: 4 x 9 Stiche der einfachen Limetrose und Rosenstiche
Mitte: Kreuzung zweier Fadenrinnen (in anderen Konturformen: mittlere Längsachse = Fadenrinne)

Dies Muster ist Muster 476 ähnlich.
476_477_1Zuerst werden sowohl der vertikale als auch der horizontale mittlere Gewebefaden ausgezogen.
476_477_2Von dort aus wird ein Limet-Fadengitter über die ganze Fläche gelegt, indem man immer 4 Fäden stehen lässt und einen Faden auszieht.
476_477_3In das vorbereitete Limet-Fadengitter wird zunächst ein Raster aus Limetrosenteilen gearbeitet. Da in diesem Beispiel ein Quadrat aus 4 x 3 Wickelstichen liegen soll, beginnt man ein Kästchen diagonal links oberhalb des Mittelpunktes. Gegen den Uhrzeigersinn arbeitet man 9 Stiche der einfachen Limetrose um den Startpunkt herum.
476_477_4Wiederholt arbeitet man solche Limetrosenteile aus 9 Stichen, entgegen dem Uhrzeigersinn um den Mittelpunkt herum weiterwandernd, in diagonalen Reihen, wie im Bild oben zu sehen,
476_477_5längs
476_477_6und quer, um das Raster zu bilden.
477_7In die freien Quadrate werden Rosenstiche gestickt.
477_8Gewaschen, gestärkt und gebügelt ist ein weiteres schönes Flächenfüllmuster fertiggestellt. Die Limetrosenteile wirken erhabener, die Rosenstichflächen eben. Dadurch entsteht ein reizvoller Kontrast.

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