Bügelmusterstifte im Vergleich

A_Comparison_of_Iron-On_Transfer_Pencils

Meine bevorzugte Methode ist das Sticken nach vorgedruckten Linien. Aber nicht für alle Motive kann man solche Vordrucke erhalten und nicht jeder hat die Möglichkeit, an solche Vordrucke zu gelangen. Deshalb muss man manchmal andere Wege gehen.

Eine bewährte Methode, Konturen auf Stoff zu bringen, ist die Übertragung durch Bügelmusterstifte. Nun habe ich mich entschlossen, die gängigen Stifte namhafter Hersteller zu testen.

Ich habe mir drei verschiedene Bügelmusterstifte besorgt:
● DEKA
● Prym
● Clover

Die Firma Prym hat den althergebrachten blauen Bügelmusterstift vor kurzem vom Markt genommen und ihn durch einen roten Stift mit herausdrehbarer Mine ersetzt.

Dieser Test bezieht sich ausschließlich auf die Verwendung reinen Leinens. (Alle drei Hersteller betonen in ihren Artikelbeschreibungen, dass die Stifte nur für die Anwendung auf Naturmaterialien und nicht für Synthetikstoffe geeignet sind. Auch erwähnen alle drei, dass die Stifte nicht für den direkten Auftrag auf den Stoff, sondern nur zum Aufbügeln genommen werden sollten.)
BGELMUSTERSTIFT
Buegelmusterstifte neu | iron-on transfer pencils new

Zwei Stifte spitze ich an, so gut es geht, bei dem dritten drehe ich die Mine ca. 3 mm weit heraus.
BGELMUSTERSTIFT Detail

Auf ein Vorlagenblatt mit einer einfachen Herzkontur lege ich für jeden Test ein Blatt Transparentpapier und sichere es gegen Verrutschen.
Kontur

Dann zeichne ich die Kontur einmal mit jedem Stift nach. Mit Bleistift markiere ich mir die mittlere Längs- und Querachse. Ein Stück weit von der Kontur entfernt notiere ich mir das Fabrikat des Stiftes mittels des jeweiligen Anfangsbuchstabens (P=Prym, D=DEKA, C=Clover).
Zeichnung mit Clover | drawing with Clover
Zeichnung mit DEKA | drawing with DEKA
Zeichnung mit Prym | drawing with Prym

Dabei ist mir „Prym“ einmal abgebrochen und ich habe zweimal ein Stück Mine nachdrehen müssen. Der Stift hat sich also relativ schnell abgeschrieben. Er hinterließ auch einige Krümel.
„DEKA“ hat sich etwas abgeschrieben, „Clover“ kaum , wie der Vergleich „vorher – nachher“ zeigt.
Vergleich vorher-nachher | contrast before and after

Ich habe einen ca. 20 cm breiten Leinenstreifen (13,5 fädiges Weddigen-Leinen) vorbereitet und mir die Längs- und Querachsen für die Plätze der einzelnen Herzen markiert.
markierter Leinenstreifen | marked linen stripe

Das Transparentpapier wird mit der Musterzeichnung nach unten so auf den Stoff gelegt, das die Mittelmarkierungen übereinstimmen. In dieser Position wird das Papier befestigt (bitte keinen Klebstreifen verwenden – dieser würde die Bügelhitze nicht vertragen!)
Transparent

Das Bügeleisen zwischen Mittelhitze und oberster Stufe eingestellt, habe ich die Konturen so oft wie möglich auf den Stoff übertragen.

Von Clover erhielt ich einen guten Abdruck. Der zweite Abdruck wurde – trotz sehr langen Erhitzens – zu schwach, um damit zu arbeiten. Von DEKA erhielt ich drei gute Abdrucke, der vierte war zu schwach, um damit zu arbeiten.
Abdruck Clover | print Clover

Die DEKA-Linien sind erheblich dunkler als die Clover-Linien, was in diesen Bildern leider nicht so deutlich hervortritt.
Abdruck DEKA | print DEKA

Bei Prym musste ich sehr lange – fast bis zum Versengen des Stoffes – bügeln, um einen Abdruck zu erhalten. Dann jedoch wurden es fünf gute Abdrucke. Der sechste war zu schwach, um damit zu arbeiten.
Abdruck Prym | print prym

Was hier nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, sich beim Sticken aber negativ bemerkbar macht, sind die dicken Linien von Clover.

Die jeweils farbstärksten Exemplare habe ich bestickt. Die restlichen Abdrucke habe ich auf eine Fensterbank gelegt, um Sie Tages- und Sonnenlicht auszusetzen. Bereits nach wenigen Stunden waren die Abdrucke von Prym erheblich verblasst, auch die von DEKA haben ein wenig von ihrer Farbkraft verloren, am wenigsten hat der Farbauftrag von Clover gelitten.
Abdruck

Über die Herzlinien habe ich zunächst dichte Knötchenstiche (Vierfachstickgarn Nr. 20) gearbeitet.

(Wie man Knötchenstiche arbeitet, ist sehr detailliert in meinem Buch „Gundlagen der Schwälmer Weißstickerei“ beschrieben. Den Übungsfortschritt beim Sticken solcher Stiche kann man bei Kathy Andrews verfolgen, die gerade dabei ist, sich die Technik der Schwälmer Weißstickerei anzueignen http://www.theunbrokenthread.com/blog/2013/09/25/white-coral-knots-lots-and-lots-and-lots-of-them/ und ein Video, das den Verlauf des Stichs zeigt, sieht man hier:
http://www.needlenthread.com/2008/07/video-tutorial-coral-stitch.html
Allerdings haben Mary Corbet´s Knötchenstiche für die Schwälmer Weißstickerei viel zu große Abstände.)

Knoetchenstiche | CoralKnot stitches

Die Bögen habe ich mit dichten Schlingstichen (Schnürlochbögen) gefüllt.

Hierbei habe ich bei DEKA keinen Farbabrieb feststellen können.
Schlingstiche mit DEKA | Blanket stitches with DEKA

Bei Clover hat sich die Farbe durch die Bearbeitung abgerieben, wie der Vergleich der ursprünglichen Kontur mit der fast vollständig bestickten zeigt.
Vergleich Clover | contrast clover

Bei Prym hatte ich zunächst den Eindruck, dass sich die Knötchenstiche rosa einfärben. Das war jedoch nicht der Fall. Der – für mich verwirrende – rosa Schimmer entstand durch die sehr breiten Konturenlinien.
Schlingstiche mit Prym | Blanket stitches with Prym

Nachdem auch die Kettenstiche und die Flächenfüllmuster gearbeitet waren, habe ich die Teile gewaschen. Eingeweicht und mit Kernseife behandelt, verschwanden alle blauen Linien sehr schnell.
Obwohl Clover in seiner Artikelbeschreibung sagt, die Linien müssten überstickt werden, da sie nicht auswaschbar seien, sind alle Clover-Linien – auch das „C“ verschwunden.

Etwas länger gedauert hat es, die Linien von Prym zu entfernen. Vollwaschmittel und ca. 5 Minuten sprudelndes Kochen haben aber ausgereicht, auch diese Linien weg zu bekommen.
Kochwaesche | boiling in a pot

Am Ende erstrahlten alle drei Herzen in spurenfrei reinem Weiß.
fertiges Stueck | finished piece

3 Kommentare
  1. Thank you so very much for trying out the different transfer pencils. I have some but have been hesitant to use them for fear I could not remove them. Now I can finally transfer some of your patterns to my linen without any worry about leaving markings behind to detract from the stitching. Thank you again, Margaret

    • Hello Margaret,
      To wash out iron transfer colour is no problem – may be, it will become a problem to hold the colour long enough by working elaborate pieces.

      To get out the colour of watersoluble pens was also no problem working along the product description. But some of my readers told me, that shades of the colour came back after a long time.

      I hope, that other ladies will tell about their experiences referring to this.
      Best regards
      Luzine

  2. Hello Margaret,

    There is a method I use… I transfer the pattern on a white organza with a Frixxion (pencil that earase with hot, when you iron) then I place my linen under the organza design and I retrace it. the funniest part is when the design earase by itself by misake, put the organza in the freezer and it wil come back…

    The methot you just talk about is one I used before. very nice experience with it….this method I use often also….

    Fernande

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