Sticken von Erbslochhohlsäumen um Ecken

Erbslöcher sehen an Ecken nur dann perfekt aus, wenn auf jeder Seite der Ecke ein vollständiges Erbsloch erscheint,

und nicht ein einzelnes Bündel, wie im Beispiel unten zu sehen..

Für ein Erbsloch bündelt man zuerst vertikale Fäden mittels zweier Reihen von Kästchenstichen und zieht dann zwei solcher Bündel in der Mitte zusammen. Also benötigt man zwei Bündel für ein Erbsloch und somit eine gerade Anzahl an Bündeln bzw. an Kästchenstichen. Bei kurzen Säumen ist das Abzählen der Kästchenstiche kein Problen. Längere Reihen abzuzählen hingegen ist mühsam. Hier kann ein kleiner Trick helfen.
Kästchenstiche werden von links nach rechts gearbeitet – üblicherweise vier Gewebefäden bündelnd.
Man sticke zwei Reihen von Kästchenstichen wie gewohnt und stoppt kurz vor Erreichen der Ecke. Die Arbeitsfäden bleiben dort hängen.

Erbslöcher werden von rechts nach links gestickt. Also wird nun das Projekt um 180° gedreht. Das ermöglicht den Beginn der Erbslöcher an der vorbereiteten Ecke.

Wenn man dann die gegenüberliegende Seite erreicht, ist es kein Problem, die restlichen Kästchenstiche an die benötigte Anzahl anzupassen,

indem man einige über drei Gewebefäden stickt

– wenn man mehr Bündel benötigt –

oder indem man einige über fünf Gewebefäden stickt – wenn man weniger Bündel benötigt.

Ein perfekter Erbslochhohlsaum ist das Ergebnis!

Ich wurde gefragt….. (3)

Bezüglich der vorbereitenden Arbeiten für Erbsloch- und Stopfhohlsäume haben mich Stickerinnen nach der sinnvollsten Reihenfolge gefragt.

Weil einige Autoren zeigen, dass zuerst der gesamte Fadenauszug vorgenommen wird (Methode 2),

wollten sie wissen, warum von mir die beiden Kästchenstichreihen zuerst gestickt und erst danach die dazwischenliegenden Fäden ausgezogen werden (Methode 1),

Meine Antwort:

Der Vorteil von Methode 2 liegt in der leichteren Überprüfung, dass sowohl in der oberen als auch in der unteren Reihe immer die gleichen vertikalen Fäden gebündelt werden, um die benötigten Fadenbündel zu erzielen. So lassen sich Fehler beim Bündeln vermeiden.

Der Nachteil liegt darin, dass es schwieriger ist, Kästchenstiche ohne horizontal begrenzende Gewebefäden zu arbeiten, weil diese bereits ausgezogen wurden. Dies gilt speziell bei breiten Säumen und beim Arbeiten ohne Stickrahmen.

Nach dem Abwägen beider Methaoden überwiegen meiner Auffassung nach die Vorteile von Methode 1.

Aus diesem Grund empfehle ich, nur 2 Fäden im Anstand von 4 dazwischenliegenden Fäden auszuziehen, um die erste Reihe Kästchenstiche zu sticken. Dann, im gewünschten Abstand von der ersten Reihe, das gleiche zu tun um die zweite Reihe Kästchenstiche zu sticken.

Man muss darauf achten, dass in der zweiten Reihe immer die gleichen vertikalen Gewebefäden gebündelt werden, wie in der ersten Reihe. (Dies ist leichter zu überprüfen, wenn die zuerst gestickte Reihe oberhalb der neuen Reihe verläuft und nicht darunter.)

Die verbliebenen Fäden zwischen den Reihen werden nach Fertigstellung der Kästchenstiche ausgezogen. Auch ist es wichtig, einen Stickrahmen zu benutzen.

Kästchenstiche in Reihen

Haben Sie die Arbeitsweise des Kästchenstiches auch so erlernt wie ich – von der Vorderseite aus gestickt und dort von rechts nach links?

Beim Sticken hunderter von Kästchenstichreihen habe ich herausgefunden, dass das Arbeiten von der Rückseite aus und dort von links nach rechts viel einfacher geht und dadurch auch viel schneller zu erledigen ist.

Auf diese Weise stickend ist am wenigsten belastend für Ihr Handgelenk, weil es während zwei der drei benötigten Stiche gerade gehalten werden kann

und nur während eines Stiches gebeugt werden muss.

Haben Sie es schon einmal ausprobiert?

Flächenfüllmuster Nr. 548

Kategorie: Limet-Muster
verwendetes Leinen: 13,5-fädig
verwendetes Garn: Vierfachstickgarn Nr. 20
angewandte Stiche: Einfache Rosettenstiche und Wickelstiche
mittlere Längsachse = 3-er Fadenbündel
Breite eines Mustersegmentes: 20 Fäden

Zuerst erstellt man ein Limet-Fadengitter mit einem 3-er Fadenbündel als mittlerer Längsachse.

Man arbeitet zwei Reihen einfacher Rosettenstiche entlang der mittleren Längsachse – auf jeder Seite eine Reihe.

Man stickt zwei Reihen einfacher Wickelstiche neben die einfachen Rosettenstiche.

Immer abwechselnd werden zwei Reihen einfacher Rosettenstiche und zwei Reihen einfacher Wickelstiche gestickt.

Ein weiteres Streifenmuster ist entstanden.

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