Große Blätter

Nach dem Betrachten von Möglichkeiten der Gestaltung von Körben und Blumentöpfen, Zwischenraumfüllungen, Vogel- und Granatapfelmotiven soll nun das Augenmerk einmal auf die großen Blätter gelegt werden.

In den Konturenmustern der Schwälmer Weißstickerei findet man sehr oft große Blätter. Deren Formenvielfalt ist unerschöpflich. Daher kann man sie gut einsetzen um Lücken zwischen anderen Motiven zu füllen oder um Motive damit einzurahmen.

Globales Schwälmer Mustertuch – Update (10)

Globales Schwälmer Mustertuch – Update (10)

Heute kann ich vier neue Beiträge zum globalen Mustertuch vorstellen.


#22
Ann Clare aus Großbritannien hat ein hübsches florales Motiv in quadratischer Anordnung entworfen.

Sie schrieb – frei übersetzt: „Ich habe es sehr genossen, dieses Muster zu sticken – auch wenn dessen Schwalmtypik fraglich ist!“

Mag sein, dass der Beitrag nicht unter allen Gesichtspunkten typisch für Schwälmer Stickerei ist, aber Ann hat eine Reihe unterschiedlicher Füllmuster der frühen Schwälmer Weißstickerei genutzt. Zusätzlich hat sie Blätter, Spiralen, Schnürlöcher, kleine Blüten und ein kleines Herz gestickt. So hat sie einen wunderbaren Beitrag zum Globalen Schwälmer Mustertuch gefertigt.


#23
Jacqueline Blanot aus Frankreich hat bereits zwei unterschiedliche Stickereien für das Globale Schwälmer Mustertuch eingesandt. Jacqueline stellt in Bezug auf die Stickerei sehr hohe Ansprüche an sich selbst. Sie möchte immer perfekte Handarbeiten fertigen. Mit ihren ersten beiden Beiträgen war sie nicht 100 % zufrieden – obwohl beide wunderschön und gut gelungen sind. Gut für das Mustertuch-Projekt, denn sie entschloss sich, ein drittes Stück zu sticken. Diesmal ist ihr ein absolutes Meisterwerk gelungen – ein wunderhübsches klassisches Schwälmer Design ausgefüllt mit perfekten Stichen!

Sie schrieb: „Mein drittes Stück ist sehr traditionell, rein Schwalm. Ich hoffe, es wird Ihnen gefallen. Sie müssen die anderen nicht zurückschicken. Mein Vergnügen besteht darin, sie herzustellen, nicht, sie zu behalten.“


#24
Margaret Morgan lebt in Queensland, Australien. Sie hat eine schöne Blüte entworfen. Margaret hat das nicht ganz leicht zu stickende Design mit einer Mustervielfalt aus feinen Stichen gefüllt.

Sie schrieb – frei übersetzt: „Ich habe eine Cooktown Orchid gestickt, das Blumenemblem für den australischen Bundesstaat Queensland. Ich habe mich für die Cooktown Orchidee entschieden, weil sie sich für die Schwalm-Technik eignet.“


#25
Carol Stacey unterrichtet in Australien Schwälmer Weißstickerei. Auch sie hat eine landestypische Pflanze als Vorbild für ihre Stickerei gewählt. Mit kontrastierenden Flächenfüllmustern und feinen Stichen hat auch Carol einen sehr individuellen und beeindruckenden Beitrag geleistet.

Sie schrieb: „Die soziale Isolation während der Covid 19-Epidemie hat es mir ermöglicht, Zeit damit zu verbringen, die majestätischen australischen Eukalyptusbäume (oder Gummibäume, wie wir sie nennen) um unser Haus herum zu bewundern. Ich liebe ihre Vielfalt an Blättern und Blüten und es ist mir eine Freude, sie in Schwalm-Technik hervorzuheben.”

Weitere Einsendungen kann man in Update 9 finden.

Globales Schwälmer Mustertuch – Update (9)

Zwei weitere Beiträge zum globalen Mustertuch sind eingetroffen.


#20
Kim Beamish aus Kanada hat eine schöne kleine Tulpe entworfen.

Die Tulpe ist nicht nur eines der Hauptmotive der Schwälmer Weißstickerei. Sie wächst auch in vielen Ländern der Welt und erfreut dort Menschen, die gespannt auf den Beginn des Frühlings warten. So auch Kim.

Sie schrieb – frei übersetzt: „Da es Frühling ist (tatsächlich schneit es heute hier, während ich das sticke), dachte ich an die Tulpen, die gerade zu sprießen beginnen.“


#21
Waltraud Kater aus Australien findet die Idee des Global Sampler fantastisch. Dafür hat die Stickerin und Quilterin die Arbeit an dreizehn Charity-Quilts gern etwas zur Seite geschoben.

Sie schrieb: „Florale Designs sind meine bevorzugten Stickmuster, so war es nicht schwer, einen Beitrag zum Globalen Schwälmer Mustertuch zu leisten.“

Sie hofft auf eine bombastische Resonanz und freut sich schon auf das Gesamtbild.

Weitere Einsendungen kann man in Update (8) finden.Von unten nach oben

Globales Schwälmer Mustertuch – Update (8)

Globales Schwälmer Mustertuch – Update (8)

Heute kann ich gleich fünf neue Beiträge zum globalen Mustertuch vorstellen.


#15
Taeko Ueki aus Japan erlernt zur Zeit Schwälmer Weißstickerei bei Yasuko Kobayashi. Sie war sehr froh, in diesen Zeiten an einem gemeinsamen Projekt beteiligt zu sein und dabei von ihrer Lehrerin begleitet zu werden. Sie wählte einen Fächer als Grundform – die typisch japanische Sensu-Kontur – und füllte sie mit typischen Schwälmer Motiven.

Sie schrieb: „モチーフには“扇子“と Luzine Happelさんデザインをアレンジしたものを選びました。
扇子は地の果てまで拡がっていく末広がり、ということで幸運の象徴とされています。”

Frei übersetzt: „Weil sich der Fächer zum Ende hin weitet, verstehen wir Japaner diese Form als Symbol für Glück.


#16
Yasuko Kobayashi aus Japan hat ihre Lieblingsmotive gewählt und gegenüberliegend angeordnet. Sie sollen für Zusammenhalt stehen, um besser durch die Tage mit COVID-19 zu kommen.

Sie schrieb: „力を合わせてCOVID-19を乗越えられるように、幸運モチーフを選びました。
麻の葉文様は、生命力の象徴です。(日本では亜麻よりヘンプがよく使われていました)
扇子は末広がりで、お正月用梅花・竹と同様に縁起が良いです。
シュヴァルム刺繍文様の一つ「巻きひげ」は、日本らしいモチーフと馴染みます。”

Frei übersetzt: „Asanoha – das Hanfblüten-/Hanfblattmuster ist in Japan Symbol für schnelles und gesundes Wachstum und für langes Leben.“

(Anmerkung: Hanf spielte in der Vergangenheit in Japan eine wesentlich größere Rolle als Flachs [Leinen]. Hanfblüten wurden in Japan in uralten Zeiten unter anderem zur Ölherstellung verwendet. Vor allem wurde Hanfbast aber neben Seide jahrhundertelang als Rohmaterial für Textilien verwendet, bis dann die Baumwolle nach Japan kam und den Hanf als gebräuchlichstes Textil verdrängte. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges nahm der Hanf-Anbau ebenso viel Fläche in der Landwirtschaft ein wie der Reisanbau!)

„Das Motiv Sensu (Fächer) sieht aus wie ein Delta und ist das Symbol des Glücks. Ich habe darin Pflaumenblüten und Bambusblätter arrangiert, die die traditionellen japanischen Neujahrsartikel sind.“


#17
Jennie O`Brien-Lutton aus Australien hat einen für ihr Heimatland typischen Vogel – einen Kookaburra – als Motiv gewählt.

Sie schrieb – frei übersetzt: „Meine Inspiration von der Natur ist ein Kookaburra, der auf einem Eukalyptuszweig sitzt. Beide sind in vielen Teilen Australiens weit verbreitet. Kookaburras und Eukalyptusbäume finden sich in australischen Gedichten, Liedern und Gemälden und ich hatte schon immer eine besondere Vorliebe für Kookaburras. Sobald ich beschlossen hatte, einen Kookaburra zu sticken, hörte ich einen in einem Baum nebenan lachen. Zufällig, einige Tage später, als ich anfing zu sticken, hörte ich wieder einen Kookaburra lachen. Die Kookaburra wird manchmal als Laughing Jackass (= der lachende Hans) bezeichnet. Ich hoffe, dass Covid19 sehr bald unter Kontrolle sein wird, wir wieder persönliche Kontakte pflegen dürfen und die ganze Welt mit den Kookaburras lachen kann.“


#18
Monika Müller aus Deutschland setzt oft ganz individuelle Ideen gekonnt in elegante Stickerei um. So auch diesmal.

Sie schrieb: „Ich habe Natur „wörtlich“ genommen.
Die Tulpe symbolisiert die Pflanzenwelt, der Vogel die Tierwelt. Pflanzen und Tiere sind Natur. Für mich ist die Natur wertvoll. Deshalb sollte man achtsam und respektvoll mit ihr umgehen.“


#19
Margrit Michaux aus Frankreich begründete die Wahl ihres Motivs sehr charmant.

Sie schrieb: „ce papillon est un peu moi !!
il aime la liberté ,et ne connait pas les frontières,
il aime le beau temps, le soleil,
il tourbillonne et se pose sur les fleurs .“

„Ich habe den Schmetterling gewählt. Er ist ein wenig wie ich – liebt Freiheit, stellt sich hin wo er will und liebt Luft und schöne Blumen!“

Weitere Einsendungen kann man in Update (7) finden.

Körbe und Blumentöpfe

Körbe und Blumentöpfe

In den Bordüren der Schwälmer Weißstickerei wurde das Herz als Ausgangspunkt für Dreispross oder Lebensbaum manchmal durch Körbe oder durch Blumentöpfe ersetzt. Es gibt aber auch Entwürfe, in denen Körbe oder Blumentöpfe für sich allein stehen. Die Formenvielfalt ist groß, die der Gestaltungsmöglichkeiten noch viel größer. Waren die Motive anfangs dicht eingebettet in die umgebende Stickerei, so wurden sie im Laufe der Jahrhunderte klarer abgegrenzt und deutlicher hervorgehoben.