Mitteldecke MJ2 (3)

Das Muster der Mitteldecke enthält ein Vogelmotiv, das insgesamt 8 x erscheint.

Diese Vögel könnte man alle in gleicher Weise gestalten, sie eignen sich aber auch zum experimentieren mit unterschiedlichen Stichen.

Die Form der Flügel bietet sich an, um diagonal verlaufende Flächenfüllmuster zu sticken.
Dabei ist mir mal wieder ein neues Muster aus schräg angeordneten Schlingstichen eingefallen.

Dabei werden jeweils 2 Reihen gegeneinander gesetzt.

Stickt man dabei die unterquerenden Stiche unter dem gleichen Kästchen, liegen die Schlingen dichter nebeneinander, als wenn man die unterquerenden Stiche unter zwei benachbarten Kästchen hindurchführt.

In meinem ersten Kurs zum Aneignen der Schwälmer Weißstickerei, den ich vor mehr als 40 Jahren absolviert habe, habe ich gelernt, Vogelbäuche mit dem „Schlängchen“ – umwickelten Hexenstichen – zu verzieren. Diese sind leicht zu sticken und auch von Anfängern der Rundung gut anzupassen.
Der Flügel wurde mit einem Limetmuster aus wechselnden Reihen von Rosenstichen und treppenartig angeordneten Wickelstichen über je 1 Kästchen bestickt.

Eine ähnliche Wirkung wie bei den Hexenstich-Schlängchen erzielt man auch mit umwickelten Spannstichen „Kerrercher“. Sie sind in meiner Publikation Schlängchen & Co auf den Seiten 6 – 14 zu finden. (Flügel: „Gefieder“ – Limetrosen I, Seite 15.)

Je nachdem, wie dicht oder wie schräg man die Spannstiche stickt, erscheinen die Schlangenlinien ganz unterschiedlich. (Flügel: Doppelreihen Grundstiche, wechselnd von der Vorder- und Rückseite gearbeitet:)

Man kann den Vogelbauch aber auch mit Flächenfüllmustern verzieren, allerdings müssen es sehr kleine Muster sein. Hier wurde ein einfaches Durchbruchmuster mit waagerechtem Fadenauszug 2:1 gestickt. Waffelstiche wurden von der Rückseite aus gearbeitet.

Statt Flächenfüllmuster oder Schlängchen kann man auch Zierstiche entlang des Flügels in der Vogelbauch sticken.

Schnürlochbögen sind eine Alternative,

Messerspitzen eine andere. (Flügel: Französischer Stich – halb mit Lücke, Mustertücher `Lichte Muster`, Seiten 35-37.)

Auch 2kurz-2lang eignet sich für diese Art der Gestaltung (Flügel: je eine Reihe Marburger Grundstiche und Grundstiche im Wechsel)

ebenso wie Wimpernstiche. (Flügel: Abwandlung von Flächenfüllmuster 550, jedoch mit nur je einer Reihe Rosenstiche und Grundstiche im Wechsel.)

Der nächste Blogbeitrag beschäftigt sich mit der Gestaltung der diagonal und gerade zum Fadenlauf angeordneten Herzen.

Siehe auch:
Vogelmotive (1)
Vogelmotive (2)

Mitteldecke MJ2 (2)

Das Muster der Mitteldecke enthält viele Verästelungen mit Abzweigen, viele Spiralen und kleine Kreise.

Anfangs hatte ich gedacht, die Zweige und Spiralen mit umwickelten Kettenstichen zu gestalten.

Auf Grund der vielen Abzweige gestaltete sich das aber sehr schwierig.

So habe ich dann doch Korallen-Knötchenstiche für Zweige, Spiralen und einen Großteil der Motivkonturen verwendet habe.

Nur um wenige Motive wurden umwickelte Kettenstiche (Vierfachstickgarn Nr. 16) gestickt.

Lange habe ich überlegt, wie ich die Kreis-in-Kreis-Motive gestalte.
Zuerst habe ich mit unterschiedlich langen Schlingstichen und einem dicken, französischen Knoten oder einem Schnürloch experimentiert.

Nach der Wäsche sehen diese Versionen auch ganz passabel aus.

Doch letztendlich habe ich mich für große Kreise aus umwickelten Kettenstichen mit Schnürlöchern im Inneren entschieden.

Der nächste Blogbeitrag beschäftigt sich mit der Gestaltung der Vogelmotive.

Siehe auch:
Abzweige – Übung (2)
Abzweige – Übung (3)

Mitteldecke MJ2 (1)

Vor Jahrzehnten hat Irmgard Mengel nach einer Idee von Maria Jung eine Schablone zum Aufdruck auf eine Mitteldecke gestochen.

Die Motive sind quadratisch angeordnet, wobei im Innenraum eine eher kreisförmige Fläche frei bleibt.
Das Musterquadrat misst ca. 50,5 cm x 50,5 cm, der Innendurchmesser ca. 29,5 cm. Es wurde auf einen 90 cm x 90 cm großen Leinenzuschnitt aufgebracht.

Da ich zwischenzeitlich die Schablonen von Frau Mengel übernommen habe, kann ich Ihnen auf Wunsch ein solches Muster aufdrucken.

Die Entwürfe von Frau Jung haben meist aufwändige Muster. Mir gefällt dabei besonders der Kontrast zwischen runden und spitzen Formen. Daher habe ich dieses Muster auf handgewebtes 19/20-fädiges Leinen aufdrucken lassen, gestickt und nun fertiggestellt. Gerade trocknet die Decke auf der Leine im Garten.

Einzelheiten der Stickerei werde ich in kommenden Blogbeiträgen zeigen.

Wie entsteht ein Musteraufdruck mittels Schablone?

Doppelkonturen (10) – Margeritenstiche

Margeritenstiche kann man flexibel und in sehr unterschiedlichen Gruppierungen verwenden, um Motivränder mit Doppelkonturen zu besticken. Hier wurden Margeritenstichpaare zur Zick-Zack-Linie angeordnet.

Man kann sich noch viele weitere Varianten ausdenken. Probieren Sie es doch einfach mal aus.

Siehe auch:
Doppelkonturen (1) – Freie Flächen
Doppelkonturen (2) – Umwickelte Spannstiche
Doppelkonturen (3) – Umwickelte Hexenstiche
Doppelkonturen (4) – Bouillonknoten
Doppelkonturen (5) – Bouillonstiche
Doppelkonturen (6) – Schlingstiche
Doppelkonturen (7) – Waffelstiche
Doppelkonturen (9) – Korallen-Knötchenstiche

Doppelkonturen (9) – Korallen-Knötchenstiche

Eine weitere Möglichkeit, Motivränder durch Doppelkonturen hervorzuheben, ist das Sticken benachbarter Reihen von Korallen-Knötchenstichen.

Diese Variante findet man in vielen überlieferten Modellen vom Ende des 18. Jahrhunderts an.

Auf einer dicht bestickten Miederärmelborte wurden viele Motive mit dieser Alternative gestaltet.

Die Detailfotos zeigen,

dass oft auch eine Reihe Kettenstiche mit dickem Garn innerhalb der Korallen-Knötchenstiche gearbeitet wurde.

Diese sorgen nicht nur für einen sauberen Abschluss der Füllmuster, sondern betonen den Rand zusätzlich.

Es finden sich aber auch Beispiele, in denen die Korallen-Knötchenstich-Doppelreihe die einzige Randverzierung bildet.

Manchmal wird auch nur ein Teil der Motivrandes in dieser Art verziert. Die übrigen Ränder erhalten eine andere Gestaltung, wie hier mit Schlingstichen und – rechts daneben teilweise zu sehend – umwickelten Spannstichen „Kerrercher-Schlängchen“

Siehe auch:
Doppelkonturen (1) – Freie Flächen
Doppelkonturen (2) – Umwickelte Spannstiche
Doppelkonturen (3) – Umwickelte Hexenstiche
Doppelkonturen (4) – Bouillonknoten
Doppelkonturen (5) – Bouillonstiche
Doppelkonturen (6) – Schlingstiche
Doppelkonturen (7) – Waffelstiche
Doppelkonturen (8) – Kettenstich-Variationen