Ein herbstliches Tischband

Es ist Herbst – die Blätter fallen…..

Dies brachte mich auf die Idee, eine Stickerei mit herbstlich gefärbten Blättern zu zeigen.
Das jahreszeitliche Projekt wurde von Christa Waldmann entworfen und gestickt. Sie ordnete Blätter und Früchte verschiedener Laubbäume zu einer langen Borte an und stickte sie auf ein relativ grobes Leinenband. Das Band ist 2,20 m lang und 15 cm breit. Fadenauszug war in dem groben Gewebe nicht möglich. Christa Waldmann wählte herbstliche Farbtöne für ihr Projekt.

Zusätzlich stickte sie ein ähnliches Muster auf feinerem Leinen. In diesem Gewebe konnten Fäden gezogen werden. Dadurch wird die Palette der möglichen Flächenfüllmuster wesentlich breiter.

Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken (6)

Mit dem erworbenen Kenntnisstand war es nun möglich, Wissen und Können individuell einzusetzen. Frau Landsiedel-Eicken hat ein aufwändiges, sehr individuelles und abwechslungsreiches Bordürenmuster für einen Tischläufer entworfen. Szenen des Landlebens hat sie mit viel Liebe zum Detail in sehenswerte und nicht alltägliche Stickerei umgesetzt. Gekonnt hat sie dabei beispielsweise Abschnitte von Stopfhohlsaummustern oder kleine Nadelspitzenfüllungen integriert.

Genießen Sie das vergnügliche Betrachten!

Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken (5)

Nach dem Erlernen von allen Basisstichen, dem Erarbeiten von einfachen, lichten und Limet-Durchbruchmustern, Erbsloch- und Stopfhohlsäumen sowie randverzierender Nadelspitze stand das Sticken von Nadelspitzenfüllungen an.

Anders als beispielsweise in der dänischen Hedebo-Stickerei werden in der Schwälmer Weißstickerei ausschließlich Kreismotive mit Nadelspitzenfüllungen ausgearbeiet. In dem ehrgeizigen Projekt einer achteckigen Decke mit Nadelspitzenrand verewigte Frau Landsiedel-Eicken gleich sechzehn unterschiedliche Nadelspitzen-Formationen. Damit arbeitete sie das Hauptrepertoire aller in der Schwälmer Weißstickerei gebräuchlichen Muster ab.

Die Nadelspitzenfüllungen wurden um einen Kreis geschnürter Bögen angeordnet. Der Rand erhielt eine Nadelspitzenverzierung ähnlich der des kleinen Deckchens.

Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken (4)

Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken (4)

Nach Erbsloch- und Stopfhohlsäumen stand im vierten Projekt das Erlernen einer randverzierenden Nadelspitze an. Während viele Stickerinnen zuerst nur einfache Nadelspitzenbögen sticken, hat Frau Landsiedel-Eicken gleich drei Schwierigkeitsgrade in ihrem Rand abgearbeitet: Nadelspitzenbögen mit Pyramidenzäckchen und Pikots.

Im Vergleich mit den Stickereien von Decke 1 und Decke 2, fällt auf, dass die Motive dieser Decke üppiger und markanter gestaltet wurden.

Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken (3)

Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken (3)

Während Teil 1 und Teil 2 der Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken den Kursprogrammen der damaligen Zeit folgten, lehnt sich Teil 3 nur noch teilweise an deren Fortschreibung an: An einer kleinen quadratischen Decke wurde das Sticken eines Stopfhohlsaumes mit Spinnenecken erlernt.

Frau Landsiedel-Eicken hat gleich vier unterschiedliche Stopfhohlsaummuster an ihrem Projekt verwirklicht.

Frei gestaltete und sehr unterschiedlich ausgearbeitete Schmetterlingsmotive – kranzförmig angeordnet – zieren die Innenfläche des Deckchens.