Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken (6)

Mit dem erworbenen Kenntnisstand war es nun möglich, Wissen und Können individuell einzusetzen. Frau Landsiedel-Eicken hat ein aufwändiges, sehr individuelles und abwechslungsreiches Bordürenmuster für einen Tischläufer entworfen. Szenen des Landlebens hat sie mit viel Liebe zum Detail in sehenswerte und nicht alltägliche Stickerei umgesetzt. Gekonnt hat sie dabei beispielsweise Abschnitte von Stopfhohlsaummustern oder kleine Nadelspitzenfüllungen integriert.

Genießen Sie das vergnügliche Betrachten!

Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken (5)

Nach dem Erlernen von allen Basisstichen, dem Erarbeiten von einfachen, lichten und Limet-Durchbruchmustern, Erbsloch- und Stopfhohlsäumen sowie randverzierender Nadelspitze stand das Sticken von Nadelspitzenfüllungen an.

Anders als beispielsweise in der dänischen Hedebo-Stickerei werden in der Schwälmer Weißstickerei ausschließlich Kreismotive mit Nadelspitzenfüllungen ausgearbeiet. In dem ehrgeizigen Projekt einer achteckigen Decke mit Nadelspitzenrand verewigte Frau Landsiedel-Eicken gleich sechzehn unterschiedliche Nadelspitzen-Formationen. Damit arbeitete sie das Hauptrepertoire aller in der Schwälmer Weißstickerei gebräuchlichen Muster ab.

Die Nadelspitzenfüllungen wurden um einen Kreis geschnürter Bögen angeordnet. Der Rand erhielt eine Nadelspitzenverzierung ähnlich der des kleinen Deckchens.

Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken (4)

Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken (4)

Nach Erbsloch- und Stopfhohlsäumen stand im vierten Projekt das Erlernen einer randverzierenden Nadelspitze an. Während viele Stickerinnen zuerst nur einfache Nadelspitzenbögen sticken, hat Frau Landsiedel-Eicken gleich drei Schwierigkeitsgrade in ihrem Rand abgearbeitet: Nadelspitzenbögen mit Pyramidenzäckchen und Pikots.

Im Vergleich mit den Stickereien von Decke 1 und Decke 2, fällt auf, dass die Motive dieser Decke üppiger und markanter gestaltet wurden.

Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken (3)

Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken (3)

Während Teil 1 und Teil 2 der Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken den Kursprogrammen der damaligen Zeit folgten, lehnt sich Teil 3 nur noch teilweise an deren Fortschreibung an: An einer kleinen quadratischen Decke wurde das Sticken eines Stopfhohlsaumes mit Spinnenecken erlernt.

Frau Landsiedel-Eicken hat gleich vier unterschiedliche Stopfhohlsaummuster an ihrem Projekt verwirklicht.

Frei gestaltete und sehr unterschiedlich ausgearbeitete Schmetterlingsmotive – kranzförmig angeordnet – zieren die Innenfläche des Deckchens.

Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken (2)

Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken (2)

In Teil 1 der Stickereien von Rosemarie Landsiedel-Eicken habe ich ihr Erstlingswerk vorgestellt. Hier folgt nun eine ihrer weiteren Arbeiten. Auch diese ist noch dicht an das Kursprogramm der damaligen Zeit angelehnt.

Eine Mitteldecke mit einem üppigen Kranzmotiv entstand. Neben Herzen und unterschiedlichen Tulpen/Blüten sind auch Vogelmotive zu sehen.

Am Rand wurde eine Kombination aus Erbslochhohlsäumen und Kästchenstichen gearbeitet. Solche Kombinationen waren als weiterführende Lehrinhalte in Kursen gängig und beliebt. Denn wegen der durch die Kästchenstichreihen stehenbleibenden Gewebefäden in der Ecke war die Ausarbeitung der Ecke einfacher als beispiesweise bei einem Stopfhohlsaum, bei dem alle Eckfäden ausgezogen sind und durch Stickfäden ersetzt werden müssen.

Neben den Basisstichen kamen weitere Muster und neue Musterkombinationen zum Einsatz: Bäumchenstiche zur Zierde einiger Vogelmotive und lichte Stopfstichmuster,
Plattstichgestaltungen, herzförmige Blätter, 2 kurz-2 lang Stiche und Schnürlöcher.

Schauen Sie selbst!