Manchen ist die Montage kleiner, gestickter Motive der Schwälmer Weißstickerei auf Plastikeiern in Hühnereigröße zu herausfordernd.

So habe ich nach anderen Möglichkeiten gesucht, diese hübschen Motive als Hängeschmuck für den Osterstrauß herzurichten. Zuerst habe ich mit bestickten Teilen gearbeitet, später habe ich – um schneller voranzukommen – unbesticktes Leinen für die Tests bevorzugt.

Beim ersten Versuch habe ich die vordere Stoffseite bestickt und die rückwärtige mit einer Mittelnaht mit breiter Öffnung versehen. Beide Teile wurden rechts auf rechts gelegt und in Eiform zusammengenäht. Die Nähte wurden gut ausgestrichen, der Stoffüberstand an den Rundungen bis zur Naht eingeschnitten und rundherum eingekürzt. Das Teil wurde von Innen nach Außen gewendet. Die Nähte wurden nochmals gründlich ausgestrichen. Das Ei wurde mit Füllwatte aufgepolstert, die Öffnung der rückwärtigen Naht verschlossen. Die Kante wurde mit einer gedrehten Kordel versehen.

Nachteil:
Man kann solche Eier nur von einer Seite besticken:
Nach dem Wenden können durch die Krümmung der Form kleine Unregelmäßigkeiten am Rand entstehen.

Die Kordel kann kleine Unregelmäßigkeiten am Rand nicht kaschieren.

Beim zweiten Versuch bin ich ähnlich vorgegangen. Nur habe ich diesmal zwei bestickte Teile verwendet und zum Füllen eine Öffnung an der Längsseite gelassen.

Der Rand wurde mit einer Häkelborte überdeckt.

Nachteil:
Nach dem Wenden entstehen durch die Krümmung der Form kleine Unregelmäßigkeiten am Rand.
Das Schließen der Randöffnung ist durch die leichte Krümmung nicht ganz einfach.
Vorteil:
Man kann das Ei auf beiden Seiten besticken.
Die Häkelborte kaschiert die kleinen Unregelmäßigkeiten an Rand.

Bei einem dritten Versuch habe ich ein Vlies zwischen die beiden Leinenstücke gelegt und die Schichten in Eiform mit schmalen Zick-Zack-Stichen zusammengenäht (Bild: Vorder- und Rückseite).

Nach dem Ausschneiden ist auch der Rand durch das Vlies etwas voluminöser. So ist das Anbringen der Häkelborte etwas schwieriger.

Mein letzter Versuch ist am erfolgversprechendsten. Die zwei Stoffteile werden entlang einer Markierung mit kleinen Zick-Zack-Stichen – bis auf eine Öffnung an der Längsseite – zusammengenäht. Entlang der äußeren Nahtlinie wird der Stoffüberstand – bis auf den Bereich an der Öffnung – abgeschnitten.

Das Teil wird gefüllt und die Öffnung mit der Maschine verschlossen. Der dort verbliebene Stoffüberstand hilft, die Naht an die richtige Stelle setzen zu können. Später wird auch er abgeschnitten.

Übrig bleibt ein leicht gewölbtes Ei mit relativ sauberem Rand, der sich leicht mit einer Häkelborte überdecken lässt.

Wenn man also solche Eier fertigen will, benötigt man.

  • Leinen – 13,5-fädiges ist gut geeignet. 15 cm x 15 cm je Eiseite sind gut; zu kleine Stücke lassen sich nur schwer besticken
  • kleine Muster
  • eine eiförmige Kontur der Größe 7,06 cm x 10 cm – für einen Rand aus festen Maschen die innrere Konturenlinie, für einen Rand aus Stäbchen die äußere Konturenlinie.
  • etwas Nähgarn zum Markieren der Mittellinien
  • Sticktwist – je nach gewähltem Stickmuster ca. 1,5 m für die Stickerei, ca. 6 m für den Rand aus festen Maschen und ca. 9 m für den Stäbchenrand
  • Stift zum Übertragen des Musters auf den Stoff – hier habe ich einen hitzelöslichen Stift verwendet, da dann das Leinen im Anschluss an die Stickerei nicht gewaschen werden muss.
  • Füllwatte
  • Nähmaschine
  • Sprühstärke
  • Bügeleisen
  • Häkelnadel 2,5

Das Muster wird übertragen und gestickt. Da in den kleinen Flächen kein Fadenauszug möglich ist, müssen die Gewebefäden gezählt werden.
Für die Konturen, Schnürlochbögen und Blättchen habe ich zwei Fädchen des Sticktwists verwendet, für die Muster oft nur ein Fädchen.

Fertig gestickte Musterteile werden mit den Vorderseiten nach außen bis auf eine freibleibende Lücke an der Ei-Kontur zusammengenäht. Der Stoffüberstand wird, wie im Bild zu sehen, zurückgeschnitten.

Mit Hilfe von etwas Sprühstärke wird das Teil glatt gebügelt. Vorher sollte man die Konturenlinie an der Öffnung mit einem Bleistift nachziehen, da die hitzelösliche Linie beim Bügeln verschwinden kann. Stärke hilft zum einen beim Glätten, schützt aber das Ei später auch vor schneller Verschmutzung.

Dann wird das Ei mit Füllwatte gestopft. Hier habe ich noch keinen großen Erfahrungsschatz, denke aber, dass es besser ist, das Ei nur leicht zu füllen. Die Öffnung wird zugenäht und der Stoffüberstand abgeschnitten.

Für den Rand kann man entweder eine Borte aus festen Maschen häkeln. Dazu habe ich eine Kette aus 52 Luftmaschen gehäkelt und diese von beiden Seiten mit festen Maschen versehen. Anfangs- und Endfädchen dienen später als Aufhänger.

Eine Borte aus Stäbchen häkelt man ähnlich – mit beiden Stäbchenreihen von den Luftmaschen ausgehend. Dadurch bildet sich in der Mitte eine Art Falz, die das Befestigen am Rand einfach gestaltet. Die Stäbchen-Borte deckt den Rand besser ab. Da sie aber mehr der Fläche verdeckt, sollten man sie um die größere Ei-Kontur legen. Dafür benötigt man ca. 55 Luftmaschen und mehr als 8 Meter Sticktwist. (Ich habe mit einem ganzen Twist-Faden gearbeitet.)

Die Stäbchen-Borte legt sich gut um das Ei und muss eigentlich nur oben mit ein paar Stichen befestigt werden.

Wie für alle Miniaturarbeiten benötigt man etwas Fingerspitzengefühl, wird aber mit einer hübschen und individuellen Dekoration belohnt.

Schreibe einen Kommentar