Schwälmer Mädchen und Frauen trugen lange Haare ohne Pony. Die Haare wurden zum sogenannten Schnatz frisiert. Als Hilfsmittel benötigt man dazu Haargummis, ein langes, dünnes Band ähnlich einem Schnürsenkel und einige Haarnadeln.
Die Haare werden von allen Seiten aus – vorne, seitlich und hinten – streng nach oben gekämmt und in Höhe des Oberkopfes mit Band oder Gummi zusammengefasst. Das gelingt am besten, wenn man den Kopf weit nach unten beugt.
Der Haarstrang wird geteilt und zu zwei Zöpfen geflochten.
In einen der Zöpfe wird das Band mit eingeflochten.
Beide Zöpfe werden vom Kopf weg nach oben soweit miteinander verzwirbelt, wie der Schnatz hoch werden soll.
Der eine Zopf wird nach oben gehalten, der andere um die verzwirbelte Partie nach unten gewickelt und am Haaransatz mit Haarnadeln festgesteckt.
Danach wird auch der zweite Zopf – mit dem eingeflochtenen Band – nach unten um das bestehende Gebilde gewickelt. Da das Band länger ist als der Zopf, kann man es am Haaransatz mehrmals um den Schnatz wickeln und diesen damit und mit Haarnadeln befestigen.
Mit etwas Übung erzielt man einen perfekt und kunstvoll frisierten Schnatz.
Dieser sitzt in etwa mittig zwischen den Ohren.
Die Schwälmerinnen benötigten diese etwas eigentümlich anmutende Frisur zum Tragen ihrer Kopfbedeckungen,
denn über diesen Schnatz wurde das Käppchen gestülpt.













Hello I learned about the Schnatz from a youtube post „A peasant wedding in the Schwalm region“ – What an intriguing hairstyle ! I have never seen anything like it ! – I wondered how it was achieved and now I know – The cute little caps are a nice feature too – Thanks so much for providing this information ! I hope there are still those who keep up the tradition – I find it attractive !
Sehr geehrte Frau Happel,
ein Dankeschön für die ausführliche Darstellung einer Frisur, die bei mir bisher nie gehalten hat. Im Sommer trage ich die Haare zu Hause sehr gerne auf diese Weise – der Nacken ist frei und bleibt kühl.
Mit freundlichen Grüßen
S. Scheidel