Ein Schwälmer Konturenmuster in zwei Ausführungen (2)

An den schmalen Seiten des Musters findet sich eine Tulpe mit folgender Konturenzeichnung (hier etwas verkleinert dargestellt):
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Das Mittelteil der Tuple ist gut geeignet, um mit einem Durchbruch-Flächenfüllmuster bestickt zu werden. An den Seiten befinden sich je drei Blütenblätter, die lang, schmal und spitz zulaufend sind und noch zusätzliche Unterteilungen aufweisen. Wie kann man diese besticken?

Man könnte die zusätzlichen Unterteilungslinien weglassen, so dass die Flächen etwas größer werden.
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Dennoch sind die Formen der äußeren Blütenblätter zu schmal, um sie mit Durchbruchmustern verzieren zu können. Man muss andere Wege finden.
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Beim ovalen Läufer wurden die äußeren Linien der Blütenblätter mit Knötchenstichen überstickt.
Innen entlang mancher – nicht aller – dieser Linien wurden Kettenstiche gearbeitet. Die schmalen Flächen der zusätzlichen Unterteilung wurde mit Plattstichen aufgefüllt.

Im Mittelteil der Tulpe wurde das Limetmuster „Hasenohren“ (Limetrosen I, Seite 44) gearbeitet.

Die schmalen, spitzen Blätter unterhalb der Tulpe wurden mit Knötchenstichen umgeben und mit Plattstichen gefüllt.

Verwendet wurde Vierfachstickgarn in folgenden Stärken: Nr. 20 für die Knötchenstiche, Nr. 25 für die Plattstiche und Nr. 30 für die Kettenstiche und das Flächenfüllmuster.
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Beim rechteckigen Läufer wurden alle Linien der äußeren Blütenblätter mit Knötchenstichen überstickt. Die schmalen Flächen der zusätzlichen Unterteilung wurden mit Plattstichen aufgefüllt.
Innen entlang der verbliebenen Fläche der oberen Spitze wurden Kettenstiche gearbeitet. Der übrige Raum blieb frei.

Es gibt in der fühen Schwälmer Weißstickerei eine ganze Reihe von Mustern, die sich für lange, schmale Flächen gut eignen. Daher habe ich hier die Möglichkeit genutzt, beide Techniken zu vermischen. Bei den beiden unteren Spitzen habe ich Elemente der frühen Schwälmer Weißstickerei verwendet. Die mittleren der seitlichen Blütenblätter wurden mit „umschlungenem Webstich“ verziert (Frühe Schwälmer Weißstickerei, Seite 59), die unteren seitlichen Blütenblätter wurden mit dem „Flügelstich“ (Frühe Schwälmer Weißstickerei, Seite 47) bestickt.

Im Mittelteil der Tulpe wurde das Limetmuster „Jugendstilstreifen – ohne Lücke“ (Limetrosen I, Seite 39) eingearbeitet. Denn meiner Meinung nach passt dieses Muster besonders gut in diese Konturform.

Die schmalen, spitzen Blätter unterhalb der Tulpe wurden als geteilte Blätter mit Plattstichen gearbeitet. (Wie man solche geteilten Blätter stickt, ist detailliert beschrieben in „Grundlagen der Schwälmer Weißstickerei„, Seiten 29 und 30.)

Verwendet wurde Vierfachstickgarn in folgenden Stärken: Nr. 16 für die Knötchenstiche, Nr. 20 für die Plattstiche, die Webstiche und die Flügelstiche und Nr. 25 für die Kettenstiche und das Flächenfüllmuster.

Den Anfangsteil dieser Serie finden Sie hier.

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