Adventskalender 2019 – Tag 8

Hirte (1)

Von diesem Hirten sieht man keine Haare. Daher beginnt man mit dem Sticken beim Hut, und hier am Besten mit der Hutkrempe. Sie wurde mit breiten, schrägen Stielstichen (Vierfachstickgarn Nr. 16) gearbeitet.

Es folgen die Hutkrone und die Gesichtszüge.

Damit das Flächenfüllmuster für den Mantel auf beiden Seiten des Stockes in der gleichen Höhe angesetzt werden kann, wurde ein horizontaler Faden, der in beide Teile reicht, ausgezogen.

Von dort aus wird später das Fadengitter erstellt.

Der Stock wurde mit Kettenstichen (Vierfachstickgarn Nr. 20) unterlegt und mit Plattstichen (2 Fäden des 6-fädigen Sticktwists) überdeckt.

Handkonturen (2 Fäden des 6-fädigen Sticktwists) wurden mit umwickelten Steppstichen

und Mantelkonturen (Vierfachstickgarn Nr. 16) mit breiten schrägen Stielstichen gestickt.

Von dem bereits ausgezogenen Fadenabschnitt ausgehend wurde ein Limetfadengitter erstellt.

Es kann passieren, dass beim Ausziehen der Fäden das kleine Fadenstückchen unter den breiten schrägen Stielstichen aus Versehen mit hinaus rutscht. Dadurch würde den Stielstichen der feste Halt entzogen. So wird der Fadenauszug nur in den beiden Teilen links und rechts des Stockes in gleicher Höhe vorgenommen.

Sowohl im angrenzenden Teil

als auch im Ärmel wird der Fadenauszug um ein oder zwei Fäden zum benachbarten Fadenauszug versetzt. Das gleiche gilt auch für den vertikalen Fadenauszug.

Alle Mantelflächen wurden mit dem Füllmuster Nr. 549 bestickt.

Um sich mit dem Muster vertraut zu machen, sollte man zuerst Flächen mit längeren Reihen besticken und erst später die kleineren Flächen füllen.

Das dezente, hübsche Muster passt gut zur Darstellung eines Hirtenmantels.
Als Alternative eignet sich das Einer-Muster (Wickelstiche).

Die Schuhe wurden mit Schlingstichen (Vierfachstickgarn Nr.16) gearbeitet. Die Hutkrempe bekam eine Füllung aus Plattstichen (2 Fäden des 6-fädigen Sticktwists). Die Hutkrone wurde mit dem Füllmuster dichtes 1-er Geflecht (Vierfachstickgarn Nr. 16) (Frühe Schwälmer Weißstickerei) bestickt.

Adventskalender 2019 – Tag 7

Schafe (2)

Auch bei den stehenden Schafen beginnt man am Besten mit dem Ohr. Hier habe ich es mit Kettenstichen (Vierfachstickgarn Nr. 20) unterlegt,

um es erhabener erscheinen zu lassen. Die Beine wurden mit kurzen und langen Stichen gefüllt.

Nachdem dieses Schaf seine Wolle bekommen hat, sieht es gut aus.

Bei einem anderen Schaf habe ich die Beine mit Stielstichen umrandet und nur den Hufbereich mit Stichen gefüllt.

Diese Variante hat auch ihren Reiz.

Bei einem dritten Schaf habe ich die Beinkonturen mit breitem Stielstich (Vierfachstickgarn Nr. 16) gestickt.

Seine Wirkung ist recht massiv.

Wie gezeigt, bietet auch die Schafherde viele unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten.

Adventskalender 2019 – Tag 6

Schafe (1)

Bei den Schafen beginnt man am Besten mit dem Ohr, das man von unten nach oben mit Plattstichen (2 Fäden des 6-fädigen Sticktwists) bestickt.

Es folgen Gesichtskontur und Schwanz.

Je nachdem, ob das Schaf dicke Wolle auf dem Kopf bekommen soll oder nicht, beginnt man mit der Kontur direkt am Gesicht oder bereits am Hinterkopf.

Ist beim liegenden Schaf ein Bein zu sehen, wird der Unterschenkel mit Plattstichen (2 Fäden des 6-fädigen Sticktwists) bedeckt.

Dann bekommt das Schaf seine Wolle. Ich habe das gleiche Motiv schon einmal als Wandbehang gestickt. Damals habe ich gekrümmte Bouillonstiche (Frühe Schwälmer Weißstickerei) gewählt. Diesmal möchte ich die Stickerei als Tischdecke verwenden. Für diesen Zweck sind mir die Stiche zu auftragend.

Daher greife ich auf Margeritenstiche zurück.

Beginnend mit dem Bereich um das Ohr werden die Stiche gestickt. In alle Richtungen zeigend, mal schmal, mal breiter, weiter offen oder geschlossen, kurz oder etwas länger, mal mit etwas Abstand zueinander, dann wieder überlappend entfaltet sich ein wolliges Aussehen. Man darf dabei gar nicht zu zimperlich sein und lange überlegen.

Auch wenn während der Arbeit einige Stellen nicht gelungen erscheinen, fällt das später im Gesamtbild nicht weiter auf.

Mit der Ausarbeitung des Beines war ich nicht zufrieden. Es hob sich zu wenig von dem Fell ab. Daher habe ich es nochmal mit quer zum Bein verlaufenden Plattstichen gestickt. Das gefällt mir besser; allerdings habe ich die vorherigen Stiche nicht aufgetrennt, sondern als Unterlage genutzt. Dadurch wirkt das Bein jetzt sehr erhaben.

Bei den Schafen, die ihre Beine mit dem Körper verdecken, hat man diese Probleme nicht.

Man muss sich nur entscheiden, den Kopf mit dicker Wolle zu bedecken oder nicht.

Falls gekrümmte Bouillontsiche zur Darstellung des Schaffelles gestickt werden sollen, empfiehlt sich dünnes Garn zu verwenden und nicht zu viele Wicklungen zu machen.

Adventskalender 2019 – Tag 5

Großer Engel

Ähnlich wie bei den kleinen Engeln beginnt man mit dem Sticken der Frisur. Diese wurde hier mit breiten Stielstichen (2 Fäden des 6-fädigen Sticktwists) gestaltet. Es ist sinnvoll, sie vom Scheitel her und mit dem Mittelstrang beginnend aufzubauen.

Danach erfolgt das Arbeiten von Gesichtskontur und Hals. Den Kragen des Kleides habe ich mit Knötchenstichen verziert.

Viele Figuren des vorliegenden Kranzdesigns haben gerade oder relativ gerade Kanten. Das ermöglicht die Umrandung der Flächen mit Stielstichen. Stielstiche sind leicht und schnell zu sticken. Breite, schräge Stielstiche bieten den Vorteil, dass sie beide Funktionen übernehmen – Sicherung des Gewebes beim Fadenauszug und Abdeckung der Fadenenden. Es ist also nicht unbedingt notwendig, noch zusätzlich Kettenstiche neben die Konturenlinien zu sticken. Daher habe ich mich entschlossen, die Konturenlinien mit diesen Stichen zu sticken (ich wollte ja noch rechtzeitig zum Advent fertig sein). Nur, wenn man beim Fadenauszug nicht immer sorgfältig arbeitet oder wenn man lichte Muster zum Füllen verwenden möchte, sollte man unbedingt auch Kettenstiche arbeiten.

Das Kleid hat laut Vorlage am Rocksaum zwei Stufen. Eine davon habe ich weggelassen, um das Kleid länger wirken zu lassen.

Die Flügel erhielten wie bei den kleinen Engeln eine Trennlinie zwischen den Spitzen und dem Rest des Flügels.

Die Flügelspitzen wurden diesmal mit Schlingstichen (Vierfachstickgarn Nr. 20) gefüllt.

Damit die Flächenfüllmuster auf beiden Flügeln in der gleichen Höhe angesetzt werden können, wurde ein horizontaler Faden, der in beide Flügel reicht, ausgezogen. Von dort aus kann man später das Fadengitter erstellen.

Das Kleid bekam ein Sternenmuster (Vierfachstickgarn Nr. 30) – Vierer-Rosenstichrhomben und Sternchen (Muster 15 Sterne). Der Rocksaum wurde mit Rosenstichen (Vierfachstickgarn Nr. 30) bestickt.

Für den Unterrock wurde der Fadenauszug nur in einer Richtung und mit sieben dazwischenliegenden Gewebefäden vorgenommen.

Der Unterrock wurde mit doppelt breiten Wickelstichen (Vierfachstickgarn Nr. 16) bestickt.

Die Flügel erhielten das Limetmuster Schuppen (Limetrosen I)

Da das Muster sehr dominant ist, wäre eine wirkungsvolle Gestaltung um den Haarbereich herum schwierig. Daher wurde auf einer kleinen Fläche um die Haare herum kein Fadenauszug vorgenommen. (Mit einem dezenteren Muster wäre es wohl kein Problem, diese Zone zu gestalten.)

Das gespiegelte Muster muss man wie unten zu sehen sticken.

Das Muster wurde im Haarbereich gestaltet, wie unten zu sehen.

Das Muster passt sich der Flügelform gut an,

nur der Abschluss im Halsbereich gefiel mir nicht. Daher habe ich die Konturenlinie ein Stück weit aufgetrennt und um das fertige Muster herum verlegt.

Wenn erst die blauen Linien ausgewaschen sind, wird es wohl ganz ansprechend aussehen.

Heutiges Fazit: Schon ist ein großer Teil des Gesamtmusters, nämlich der „Himmel“ mit all seinen Sternen und Engeln, fertig.

Adventskalender 2019 – Tag 4

Kleine Engel (2) – Kleider und Flügel

Da bei dem vorliegenden Kranzentwurf das Kleid auch den Hals bedeckt, kommt nun nach der Stickerei des Kopfes die Gestaltung des Kleides an die Reihe. Die Kleider der kleinen Engel sind strahlenförmig entworfen. Diese sind am Besten mit schrägen, breiten Stielstichen (Frühe Schwälmer Weißstickerei) und Vierfachstickgarn Nr. 16 darzustellen. Man kann das Kleid oben an der Gesichtskontur anschließen; nach unten hin kann es meiner Meinung nach ruhig etwas fransig aussehen. Das unterstreicht den schemenhaften Charakter dieser Engel.

Eigentlich wollte ich bei der Realisierung meines Projektes auf Flächenfüllmuster der Kleider verzichten. Aber beim Blick auf die gestickte Engelsschar fand ich das Aussehen unvollständig. Eine dezente Unterlage unter den Strahlen verbessert das Gesamtbild.

Es ist schwierig, Muster in solch schmale Flächen zu füllen. Es ist besser, zunächst nur die beiden äußeren Begrenzungen zu sticken, dann das Muster einzusetzen und anschließend die anderen Linien über das fertige Muster zu sticken. Also trennte ich die mittleren Linien eines Engelskleides wieder auf und arbeitete Kettenstiche entlang der seitlichen Kanten. Dann nahm ich den Fadenauszug für ein lichtes Muster vor – kurz vor dem unteren Ende des Kleides stoppend.

Auf der Rückseite wurden die unteren Fadenenden zurückgebogen,

mit kurzen Vorstichen in dieser Lage befestigt

und dann von der Vorderseite aus mit Wickelstichen gesichert.

Als Füllmuster wählte ich Französischen Stich – halb (Mustertücher `Lichte Muster´).

Danach wurden die aufgetrennten Linien erneut gestickt. Die Konturen schienen leicht durch das Muster hindurch.

Gleichwohl ist es schwierig, in einem lichten Muster genug Halt für die Stiche zu finden.

Daher suchte ich nach anderen Lösungen.
Hexenstiche – beginnend am unteren Ende des Kleides, sind eine gute Option.

Viele weitere dekorative Stiche sind denkbar. Das Buch Frühe Schwälmer Weißstickerei bietet viele Anregungen – hier sind einige Beispiele:

Mit ihrer dezenten Wirkung zwischen den mehr hervorstechenden Strahlen

verbessern diese Muster den Gesamteindruck.

Die Flügel könnte man mit Knötchenstichen umranden.

Da es aber schwierig ist, die feinen Spitzen mit Füllmustern zu besticken, habe ich eine Trennlinie zwischen den Spitzen und dem Rest des Flügels gezogen und die Spitzen mit parallel zu den kurzen Spitzenkanten liegenden Plattstichen gefüllt.

Die restlichen Umrisslinien des Flügels habe ich dann passend zu den Plattstichen mit breiten Stielstichen (Vierfachstickgarn Nr. 16) gearbeitet.

Noch besser ist es, die Trennungslinie in einer Kurve bis zur Oberkante des Flügels zu ziehen. Dadurch erhäl die Unterkante des Flügels drei Spitzen und eine durchgehende Reihe von Plattstichen.

Kettenstiche (Vierfachstickgarn Nr. 30) wurden innerhalb der Konturenlinie gestickt. Ein lichtes Fadengitter wurde ausgezogen.

Als einfach und schnell zu arbeitendes und neutrales Füllmuster habe ich Marbuger Grundstich (Mustertücher `Lichte Muster´) gewählt.

Auch wenn die Flügel im Bild unten etwas kürzer sind als die im oberen Bild, kann man sehen, dass Flügel mit drei Plattstich-Spitzen weniger ausladend wirken als solche mit zwei Spitzen.

Alle Flügel der kleinen Engel wurden mit dem gleichen Füllmuster bestickt.