Adventskalender

Engelsnachlese (2) – Die Frisuren

Wie bereits erwähnt, können kleine Veränderungen große Wirkung im Aussehen einer Stickerei erzielen. Die Frisuren spielen im Erscheinungsbild der Engelsfiguren eine bedeutende Rolle. Daher werden sie hier noch einmal zusammenfassend dargestellt. Frisuren können sehr unterschiedlich gestickt werden, wie die Bespiele im Überblick zeigen.

Lockiges Haar kann man sehr einfach durch Schnürlochbögen darstellen. Auf diese Weise kann man leicht und schnell ganz unterschiedliche Frisuren kreieren.

Sind die Flächen für die Haare groß genug,

kann man sie auch mit kleinen Flächenfüllmustern besticken.

Muster aus Teilen der Limetrosen eignen sich besonders gut zur Füllung von Flächen für Haare.

Mein Buch Limetrosen I enthält unterschiedliche, gut geeignete Muster.

Man kann die Fläche für die Haare auch umranden und dann mit einzeln stehenden Spannstichen füllen.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Fläche mit Knötchenstichen zu umranden und mit dicht liegenden Plattstichen zu füllen.

Eine ähnliche Frisur entsteht auch ohne die Umrandung.

Dicht gestickte Plattstiche können die breiteste Palette von Frisuren bilden.

Ob mit strengem Scheitel

für kurze

oder für längere Haare

oder mit angedeutetem Scheitel, wie die folgenden Beispiele zeigen,

oder auch scheitellos

– die Möglichkeiten, Frisuren mit Plattstichen zu gestalten sind endlos.

Lange Haare können ebenfalls durch Plattstiche dargestellt werden,

aber auch durch eingezogene Fäden.

Flatterndes Haar kann mit Stielstichen gestickt werden.

Rasta-Zöpfe erhält man durch den Einsatz von Kettenstichreihen.

Lockige Haare kann man mit offenen Kettenstichen und Margeritenstichen erzielen.

Eine erhabene Lockenfrisur entsteht durch gekrümmte Bouillonstiche (Frühe Schwälmer Weißstickerei).

Es gibt so viele interessante Möglichkeiten – trauen Sie sich, es auszuprobieren!

Engelsnachlese (1)

Nie zuvor habe ich Engelsfiguren in der Technik der Schwälmer Weißstickerei gearbeitet. Ich musste meine Erfahrungen sammeln und lernte, dass schon wenige Stiche entscheidend dazu beitragen können, das Gesamtbild zu verbessern.

Hier sind einige Beispiele:

Das Muster von Engel 1 wurde mit einem Ärmel innerhalb der Mantelfläche entworfen. Ich wollte beide Flächen mit dem gleichen Muster füllen und gab mir große Mühe, das Muster fortlaufend zu sticken. Nach der Fertigstellung bemerkte ich, dass der Ärmel nur schwer als eigene Fläche wahrzunehmen war. Ich hätte das Muster des Ärmels ein kleines Stückchen versetzt zum Muster des Mantels sticken müssen. Aber dazu war es jetzt zu spät – die Fäden waren gezogen.

Um den Ärmel etwas mehr herauszuheben, umgab ich ihn nachträglich mit einer Reihe von Kettenstichen. (Über ein Füllmuster gestickte Kettenstiche sind nur sehr schwer gleichmäßig zu platzieren.)

Der breitere Rand ist nicht optimal, aber die beste Lösung, um Abhilfe zu schaffen.

Das Kleid von Engel 7 mit seinen ausgestreckten Armen bekam ein durchgehendes Streifenmuster, das den Engel etwas brettartig aussehen ließ. Gleich war mir klar, dass ein Gürtel Verbesserung bringen würde. Aber wie sollte der gestaltet werden? Nur als Gürtelband? Oder als Bindegürtel mit einer kleinen Schleife vor dem Bauch?

Letztendlich entschied ich mich für einen geschlungenen Gürtel mit Herzchen an den Enden. Dazu stickte ich zuerst die kleinen Herzchen und dann drapierte ich die Fäden für den Gürtel.

Durch diese wenigen zusätzlichen Maßnahmen sieht die Engelsstickerei insgesamt gelungen aus.

Die Konturenzeichnung des Kopfes für Engel 8 war sehr schlicht. Ein Gesicht war nicht vorgegeben.

Ich stichelte nach meinen anfänglichen Vorstellungen und war enttäuscht von dem Ergebnis.

Sodann übertrug ich die Form auf Papier und versuchte dort, durch angedeutete Bleistiftlinien eine gelungenere Gestaltung zu finden.

Die bessere Form für die Frisur stickte ich aus. Dann wurden die Augen etwas tiefer angeordnet und mit kurzen Augenbrauen versehen. Das mit Mund und Nase komplettierte Gesicht gefiel mir schon viel besser. Nachdem durch die Wäsche die Hilfslinien verschwunden waren, fand ich den Kopf zu der Engelsgestalt passend.

Wie zu sehen ist, sind es manchmal nur wenige Kunstgriffe, die entscheidend dazu beitragen können, das Gesamtbild einer Figur aufzuwerten. Scheuen Sie sich also nicht, ein wenig zu experimentieren.

Adventskalender 2018 – Tag 24

Der letzte Engel meiner diesjährigen Adventskalender-Serie wünscht, dass Frieden auf Erden sein möge. Dieses spezielle Muster wurde von Christa Waldmann entworfen. Sie hat das Bild auch gestickt.

Das Muster misst ca. 15,5 cm x 16,5 cm und wurde auf 18-fädigem handgewebtem Leinen gestickt.

Sparsam eingesetzte Goldmetallfäden bringen etwas Glanz und Farbe in die Stickerei.

Der Heiligenschein wurde mit weißen Kettenstichen gestickt und diese dann mit Goldmetallfäden umwickelt.

Das Haar wurde mit Plattstichen gearbeitet.

Ein goldenes Kreuz wurde als Schließe des Mantels gestickt.

Die Flügeloberteile wurden mit Rosenstichen gefüllt,

die Federn an den Spitzen der Flügel wurden mit schräg liegenden Schlingstichen dargestellt.

Der Mantel wurde mit einfachen Wickelstichstangen bestickt.

Das Kleid erhielt eine Dekoration aus Rosenstichen, gearbeitet in geraden, versetzten Reihen.

Der Saum erhielt ein Muster aus umschlungenen Hexenstichen Variante „e“ (Schlängchen & Co) und einfachen Wickelstichstangen.
Der Schuh wurde durch Hexenstiche dargestellt.

Schriftzug und Banner wurden mit weißen Kettenstichen gestickt und dann mit Goldmetallfäden umwickelt.

Die Sammlung Adventskalender 2018 enthält den Bannertext sowohl auf deutsch als auch auf lateinisch „PACEM IN TERRIS“.

Mit dem Friedensengel

wünsche ich Ihnen allen einige geruhsame und besinnliche Tage.

Frohe Weihnachten!

Adventskalender 2018 – Tag 23

Und nun auf zum großen Finale:
Musizierende Engel – sechzehn an der Zahl – dekorieren diese fabelhafte Mitteldecke. Die gegenüberliegenden Engel sind jeweils ein Paar. Das heißt, da sind acht verschiedene Musikinstrumente und acht verschiedene Frisuren, aber sechzehn unterschiedliche Kleider. Dieses erlesene und ausgefallene Kranzmuster wurde von Christa Waldmann entworfen. Das Prachtstück wurde auch von ihr gestickt.

Die Decke hat einen Durchmesser von ca, 70 cm. Verwendet wurde 14/17-fädiges handgewebtes Leinen.

Goldfarbene Metallfäden für die Flügel, die Sterne und den Rand bringen einen Hauch von Farbe in das edle Projekt. Der Rand wurde mit Schnürlochbögen gearbeitet und anschließend ausgeschnitten. Die Wolken wurden mit dem Limetmuster Rosenstiche (Grundlagen der Schwälmer Weißstickerei und Lektion #2) gefüllt.

Die unterschiedlichen Verzierungen der Musikinstrumente und die verschiedenen Rocksäume sind besonders zu beachten.

Das erste Kleid wurde mit Waffelstichen bestickt, die Ärmel mit einfachen Wickelstichstangen.

Das zweite Kleid wurde mit treppenartigen Wickelstichen gefüllt. In die Ärmel wurden Kästchenstiche gearbeitet.

Das dritte Kleid wurde mit dem Limetmuster Rosenstiche bestickt, aber hier wurden die einzelnen Teile der Rosenstiche nicht im geraden Fadenlauf, sondern diagonal dazu gestickt. Die Ärmel wurden mit einfachen Wickelstichstangen gefüllt.

Das vierte Kleid – einschließlich der Ärmel – erhielt ein Muster aus Kreuzstichen.

Das fünfte Kleid wurde mit einer Kombination von einfachen Wickelstichen und Rosenstichen (ähnlich Muster 469 oder 480, jedoch wurden die einzelnen Quadrate in dem Wickelstich-Gitter mit je einem Rosenstich gefüllt. Die Ärmel wurden mit Grundstich verkehrt bestickt.

Das sechste Kleid wurde ebenfalls mit treppenartig verlaufenden Wickelstichen bestickt. Die Ärmel wurden mit einfachen Wickelstichstangen dekoriert.

Das siebte Kleid wurde mit Mückenstichen und einfachen Wickelstichstangen bestickt.

Das achte Kleid wurde mit einfachen Wickelstichstangen – horizontal und vertikal verlaufend – verziert.

Das neunte Kleid wurde mit Kreuzstichen bestickt.

Das zehnte Kleid wurde mit einer Kombination aus Wickelstichen und Teilen der Limetrose geschmückt. Die Ärmel wurden mit Mückenstichen ausgearbeitet.

Das elfte Kleid erhielt eine Füllung aus Kästchenstichen und einfachen Wickelstichstangen.

Das zwölfte Kleid wurde mit Rosenstichen in geraden, versetzten Reihen bestickt. Die Ärmel wurden mit Kästchenstichen verziert.

Das dreizehnte Kleid wurde mit einer Kombination aus Wickelstichen und Kreuzstichen gefüllt.

Das vierzehnte Kleid wurde mit Rosenstichen, die Ärmel mit Kästchenstichen, bestickt.

Das fünfzehnte Kleid wurde ebenfalls mit einfachen Wickelstichstangen dekoriert. Interessant ist hier die Verzierung des Saumes mit Schlängchen (Schlängchen & Co).

Das sechzehnte Kleid wurde mit abwechsenlnden Reihen von einfachen Wickelstichen und Kreuzstichen gefüllt.

Haben Sie es genossen, einmal mit der ganzen Band um den Kranz zu marschieren?

Dieses einmalige Kranzmuster – nach meinen Vorstellungen speziell für mich entworfen – ist auch in der Sammlung Adventskalender 2018 enthalten.

Auch zur Sammlung gehörig sind zwei weitere Figuren mit anderen Instrumenten, die meine Grafikerin zusätzlich entworfen hat. Diese Engel kann man nicht nur zur Gestaltung eines Kranzmusters verwenden. Sie sind auch einzeln eine Zierde. Eine Idee ist, sie im Stil des historischen Baumbehanges zu verwenden.

Vielleicht ist ja der Adventskalender 2018 d a s Last-Minute-Geschenk für Sie!

Adventskalender 2018 – Tag 22

Bis jetzt war noch kein Engel mit Schlaufen-Flügeln dabei; hier ist einer.

Das Muster misst ca. 11 cm x 15 cm. Es wurde auf 13,5-fädigem Weddigen Leinen gearbeitet.

Die Haare wurden mit Plattstichen gestickt, das Gesicht mit kurzen, umschlungenen Steppstichen.

Die Flügel wurden nur durch dicke Knötchenstiche dargestellt.

Die Ärmel wurden – passend zum Muster des Kleides – mit Rosenstichen gefüllt.

Das Kleid erhielt das Muster Vierer-Rosenstichrhomben mit Sternchen – Muster 15 (Sterne).

Dieser Engel ist eine weitere außergewöhnliche Figur.

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Luzine Happel
Am Schindeleich 43
37269 Eschwege
Deutschland
Telefon: 05651-32233
Website: www.luzine-happel.de
E-Mail: leuchtbergverlag@aol.com

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