Globales Schwälmer Mustertuch – Update (30)

Globales Schwälmer Mustertuch – Update (30)

Vor dem Start des Zusammenfügens habe ich alle Zusendungen noch einmal – Stück für Stück – gewaschen. Einige Teile waren sehr stark gestärkt, andere gar nicht. Ich wollte gleiche Voraussetzungen für alle Stickereien schaffen. Da ich die Stücke während des Zusammensetzen oft in die Hand nehmen muss, lassen sich Knitterfalten nicht vermeiden. Beim finalen Bügeln werde ich dann Sprühstärke verwenden.

Nach der Wäsche habe ich alle Stickereien sehr sorgfältig gebügelt.

Als die wertvollen Arbeiten dann ausgebreitet vor mir lagen und im Licht der herbstlichen Nachmittagssonne ihre ganze Pracht zeigten, wurde ich wieder einmal an die Verantwortung erinnert, die ich mit dem Zusammensetzen übernommen habe.

Ein Plan aus Papier mit verkleinerten Bildern der Stickereien ist eine Sache, die Originale zu sehen, eine ganz andere.

Da ich keinen Tisch habe, der groß genug wäre, alle Stickereien nebeneinander ausgebreitet aufzunehmen und ich auf dem Fußboden nicht arbeiten kann, habe ich eine Wand freigeräumt, um die Teile dort anhand meines Planes kurzzeitig festzustecken.

Schon nach wenigen Minuten kam die Ernüchterung: Weil ich mit schwarz-weiß Papierschablonen gearbeitet habe, habe ich nicht auf die ausgewogene Verteilung der grauen und gelblichen Leinen geachtet. Aber schlimmer noch: Die anvisierte Höhe ist zu groß!

Mein Raum hier ist höher als die Standardmaße für Räume in Deutschland und das Mustertuch wird noch einen breiten Rand erhalten.

Also nochmal von vorn beginnen mit dem Puzzeln und Planen.

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Globales Schwälmer Mustertuch – Update (29)

Globales Schwälmer Mustertuch – Update (29)

Bereits zu Beginn der Aktion Globales Schwälmer Mustertuch hat mir Grit Kovacs ihre Hilfe beim Zusammensetzen der vielen Einzelteile zugesagt. Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Nun habe ich mich aber dazu entschieden, die Verbindungsstreifen auf der Rückseite mit Handstichen zu befestigen. Das sind immerhin ca. 50 Meter. Für einen Meter benötige ich ca. eine Stunde. Diese Arbeit kann ich niemandem zumuten. Da Maschinen- und Handnäharbeiten ständig im Wechsel ausgeführt werden müssen und wir zu weit entfernt voneinander wohnen, muss ich also auch die Maschinennäharbeit selbst erledigen.

Grit ist dennoch sehr hilfsbereit und steht mir beratend zur Seite. Sie hat sich sehr viel Zeit genommen, sich mit meinen Problemen zu beschäftigen und all meine Fragen zu beantworten. Sie hat mir zur Auswahl der Stofffarbe für die Verbindungsstreifen ihre Original-Stoffmusterkarte leihweise zur Verfügung gestellt und mir Stoffstücke zum Testen überlassen. So konnte ich mich in aller Ruhe entscheiden und meine Materialliste zusammenstellen.

Nun ist das Paket mit meinen Bestellungen eingetroffen. Neben ein paar Utensilien, die ich noch nicht zur Verfügung hatte, enthielt es vor allen Dingen das passende Nähgarn und den Stoff für die Verbindungsstreifen. Ich werde mindestens 10 Meter Stoff mit einer Breite von 1.10 m benötigen, habe aber zur Sicherheit einige Meter mehr bestellt.

Als Farbton habe ich mich für einen mittleren Beige-Gold-Ton entschieden – eine „stumpfe“, dezente Farbe, die das Mustertuch klar untergliedern wird und dennoch nicht aufdringlich ins Auge springt.

Die Stofffarbe entspricht ziemlich genau der MEZ Anchor Stickgarnfarbe 887. Stickgarnfabe 888 ist der gebräuchlichste Farbton zum Sticken der traditionellen Schwälmer Kronen. Mit 888 werde ich die Inschrift für das Mustertuch fertigen. (Leider zeigt das Bild nicht den exakten Farbton, aber ich kann versichern, dass er gut aussieht.)

Nun kann die Näharbeit beginnen.

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Globales Schwälmer Mustertuch – Update (28)

Globales Schwälmer Mustertuch – Update (28)

Mit den verkleinerte Papiervorlagen habe ich verschiedene Zusammenstellungen ausprobiert.

Zur Erinnerung an die gesetzten Vorgaben: Das Innenteil des Mustertuches sollte nicht höher werden als 2.10 m. Ähnliche Motive sollten möglichst gleichmäßig in der Fläche verteilt sein. Und das Ganze sollte in einem Rechteck enden, das vollständig mit den gespendeten Beiträgen bedeckt ist und keine Zwischenraumlücken aufweist.

In Streifen angeordnet lassen sich die Teile am einfachsten zu einem Rechteck zusammenfügen. Die Streifeneinteilung hat auch einen weiteren Vorteil: Das fertige Mustertuch lässt sich zum Versenden leicht zusammenlegen, ohne dass die bestickten Teile Falten bekommen.

Da das Rechteck breiter als hoch werden wird, habe ich mich für Längsstreifen entschieden. Nach unendlichen Stunden des Puzzeln, Schnippels, Zusammenfügens und wieder Verwerfens hatte ich dann doch irgendwann die Lösung – zumindest auf dem Papier. Alle 92 Stickereien passen lückenlos in ein Rechteck. Danach wird das Innenteil des Mustertuches ca. 2,04 m hoch und ca. 2,84 breit. Dazu kommt dann noch ein umlaufender Rand von ca.16 cm.

An Hand meiner Papiervorlagen habe ich eine grobe, nicht 100 % treffende Grafik gefertigt, um einen Eindruck des fertigen Mustertuches zu bekommen. Die Breite der zu sehenden Unterteilungslinien ist in etwa maßstabsgetreu.

Die Streifen können noch untereinander getauscht oder die Reihenfolge in den Streifen kann noch verändert werden, wenn dadurch die Verteilung der Motive nicht leidet. Das werde ich mit den originalen Stickereien ausprobieren.

Erst einmal bin ich froh, einen wichtigen Schritt getan zu haben.

Jetzt kann ich die Menge des benötigten Materials berechnen und mich nach geeignetem Stoff für die Verbindungsstreifen umsehen.

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Globales Schwälmer Mustertuch – Update (27)

Globales Schwälmer Mustertuch – Update (27)

GSM – Weitere Überlegungen zum Zusammenfügen

Die Erfüllung der Aufgabe, die zum Globalen Schwälmer Mustertuch (GSM) beigesteuerten Stickereien zusammenzusetzen, steht jetzt unmittelbar bevor.

Auch an diesem Prozess möchte ich Sie teilhaben lassen.

Nach Veröffentlichung meiner ersten Überlegungen zum Zusammensetzen habe ich viele Anregungen und wertvolle Tipps erhalten. Danke dafür!

Viele weitere Versuche wurden zwischenzeitlich unternommen und nun ist die Entscheidung gefallen.

Meine ursprünglich favorisierte Variante (unter Punkten 6 + 7) wurde erst verfeinert und dann verworfen. Denn einerseits können trotz sorgfältiger Arbeit die Treffpunkte der Verbindungslinien nicht klar und „sauber“ erscheinen. Auch sind sowohl die Zick-Zack-Stiche als auch die Hexenstiche elastisch. Es könnte passieren, dass sich das hängende Tuch durch das Eigengewicht verzieht. Ein weiterer ausschlaggebender Punkt war die Berechnung der Nahtzugaben (z. B. wenn ich mehrere kleine Teile neben einem großen anordnen wollte).

Also rückte die Variante unter Punkt 4 wieder in den Focus. Zwischenzeitlich war mir eingefallen, die rückseitigen Nahtzugaben mit einem Streifen abzudecken. Da ich aber keine sichtbaren Maschinenstiche haben wollte, dachte ich, den Streifen auf beiden Seiten mit der Hand annähen zu müssen. (Die durchschnittliche Größe der 92 Einzelteile beträgt 26,22 cm x 27,04 cm. Da jedes Teil an einer Längs- und einer Breitseite einen Streifen benötigt, wären das allein für die Rückseite 50 Meter Streifen und somit 100 Meter Handnaht.)

Der Rat einer versierten Blogleserin hat mir weitergeholfen und mich darin bestärkt, die nachfolgende Variante (mit Handnaht nur an einer Seite jedes Streifens) für das Zusammenfügen der Einzelteile anzuwenden.

Dazu wird zunächst der rückwärtige Streifen in der Längsmitte markiert, die eine Längsseite exakt auf die Mitte gelegt und die Falte gebügelt. Die gebügelte Falte erleichtert später das Annähen mit der Hand enorm.

Der gefaltete Streifen wird mit der rechten Seite nach oben gelegt. An die freie Kante anschließend wird die Stickerei mit der rechten Seite nach oben darüber gelegt und dann wird Kante an Kante ein zweiter Streifen mit der rechten Seite nach unten aufgelegt.


Alle drei werden mit der Nähmaschine zusammengenäht.


Der obere Streifen wird aufgefaltet und über die Nahtzugabe gelegt Die Naht wird ausgestrichen. Sowohl der Streifen als auch das bestickte Leinen liegen nun mit der Vorderseite nach oben.


Die nächste, angrenzende Stickerei wird mit der Vorderseite nach unten Kante an Kante über den Vorderseitenstreifen gelegt


und mit diesem zusammengenäht.


Das oben liegende Leinen wird aufgefaltet. Die Naht wird ausgestrichen.


Von der Rückseite betrachtet bietet sich folgendes Bild:


Nun wird der Rückseitenstreifen herübergefaltet, um die Nahtzugaben zu überdecken. Die Naht wird ausgestrichen.


Am Schluss wird der Rückseitenstreifen mit feinen Handstichen an den vorhandenen Steppstichen befestigt.


Auf diese Weise erhält man eine stabile Verbindung, die den Charakter der Stickerei nicht beeinträchtigt – ja sogar einen Blick auf deren Rückseite zulässt. Diese Streifenverbindung erzeugt sowohl eine ordentliche Vorder-


als auch eine „saubere“ Rückseite.


Der große Vorteil beim Vorbereiten besteht darin, dass man zum Puzzeln die Teile Kante an Kante legen kann und keine zusätzliche Nahtzugabe bedenken muss.

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Globales Schwälmer Mustertuch – Update (26)

Globales Schwälmer Mustertuch – Update (26)

Jetzt freuen sich meine Leser darauf, all die zweiundneunzig Einzelteile mit Schwälmer Weißstickerei aus verschiedenen Teilen der Welt zu EINEM zusammengenäht zu sehen.

Aber wie geht das vonstatten?

Man könnte die Teile im Stil der koreanischen Patchwork-Bojagi zusammensetzen. Dann würden alle eingereichten Projekte ihre eigentliche Größe behalten. Aber das ist mir als Laie denn doch zu kompliziert.

Nur sehr wenige der 92 beigetragenen Stickereien haben die gleiche Größe. Alle übrigen sind sehr unterschiedlich groß. Einige haben einen großzügigen, unbestickten Rand, von dem man etwas abschneiden kann. Bei anderen ist der Rand so knapp bemessen, dass sie ihre Größe unbedingt behalten müssen.

Zunächst habe ich verkleinerte Papiervorlagen erstellt. Um die Komposition nicht unnötig schwierig zu machen, habe ich mich für eine Verbindung entschieden, für die keine zusätzliche Berechnung der Nahtzugabe erforderlich ist (mehr dazu in einem zukünftigen Beitrag).
Auf diese Weise können die einzelnen Teile ohne Lücken oder ohne Überlappung nebeneinander platziert werden. So kann ich testen, wie die Verteilung der Motive erfolgen kann. Ich kann auch sehen, welche Teile in Länge oder Breite eingekürzt werden können, um sie besser miteinander verbinden zu können.

Meine mir selbst gesetzten Vorgaben: Das Innenteil des Mustertuches sollte nicht höher werden als 2.10 m. Ähnliche Motive sollten möglichst gleichmäßig in der Fläche verteilt sein. Und das Ganze sollte in einem Rechteck enden, das vollständig mit den gespendeten Beiträgen bedeckt ist und keine Zwischenraumlücken aufweist.

Für den Fall, dass Sie selbst puzzeln möchten, sende ich Ihnen auf Ihre Anfrage eine E-Mail mit einem vorbereiteten dreiteiligen PDF-Dokument, das alle Einzelstücke enthält.

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