Nach den Vorarbeiten kann man nun mit dem Sticken der Flächenfüllmuster beginnen.

Hier habe ich Muster „447“ gewählt.
Hat man einige Bögen mit Mustern gefüllt, kann man beginnen, den Erbslochhohlsaum zu Ende zu führen.

Dazu entfernt man die farbigen Heftfäden, legt die ausgezogenen Fadenenden nach rechts zwischen die beiden vorhandenen Fadenrinnen und überdeckt sie mit Kästchenstichen. Diese Kästchenstiche sollten natürlich die gleichen vertikalen Gewebefäden bündeln wie die in der ersten Kästchenstichreihe.

Diese Arbeit ist etwas mühsam und ab und zu muss man von der Vorderseite aus überprüfen, ob man die richtigen Ein- und Ausstichstellen getroffen hat. Am Ende fallen diese überdeckten Fadenenden nicht mehr auf.

Von der Vorderseite bietet sich folgendes Bild:

Hat man die Kästchenstichreihe ein Stück weit gestickt,

kann man den Fadenauszug für die Erbslöcher vornehmen

und die Erbslöcher sticken. Eine genaue und sehr detaillierte Schritt-für-Schritt Arbeitsanweisung mit vielen Bildern dazu finden Sie in meinen Büchern „Grundlagen der Schwälmer Weißstickerei“ und „Mustertücher Lichte Muster“.


Von der Vorderseite aus werden per Hand oder mittels einer kleinen Schablone spitze Blätter zwischen die Bögen gezeichnet und anschließend mit dichten Plattstichen ausgestickt.

Hat man die gewünschte Anzahl von Bögen gestickt, arbeitet man die gegenüberliegende Längsseite gegengleich. Die Anleitung dazu kommt in einem späteren Artikel.
„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus…“
dieses deutsche Volkslied besingt die Frische und die befreiende Wirkung der erwachenden Natur.
Auch wenn in diesem Jahr der Austrieb schon früher erfolgte, so ist es doch normalerweise der Mai, in dem die ersten grünen Blätter an den Bäumen zu sehen sind. Daher habe ich für diesen Monat ein frisches „grünes“ Blatt gewählt.

Im Original ist das Blatt 10 cm breit und 17 cm hoch.
Auf 13,5-fädigen Weddigen Leinen wurde mit folgenden Garnen gearbeitet:
Vierfachstickgarn Nr. 16 für die Knötchenstiche
Vierfachstickgarn Nr. 20 für die Kettenstiche, die als Unterlage für die Schlingstiche gestickt werden
Vierfachstickgarn Nr. 20 für die Schlingstiche
Vierfachstickgarn Nr. 30 für die Kettenstiche rund um alle Flächen, in die Durchbruchmuster eingestickt werden sollen.
Vierfachstickgarn Nr. 25 für das Flächenfüllmuster
Als einfaches Durchbruchmuster wurde „Mückenstich“ gewählt (Grundlagen der Schwälmer Weißstickerei, Seiten 34-36), weil dieses Muster ein ganz ruhig und unauffälliges Erscheinungsbild hat.

Nach der Fertigstellung der Stickerei wurde das Teil gewaschen, gestärkt und gebügelt. Dann wurde dasBlatt ausgeschnitten.
Solche ausgeschnittenen Teile kann man bei Bedarf jederzeit schnell und einfach waschen und bügeln, man darf sie aber nie schleudern!

Die schlichten Blätter kann man als alleinige Dekoration verwenden, aber auch gut mit Blüten kombinieren. Diese Möglichkeit wird im August gezeigt.
In Deutschland legt der Osterhase zu Ostern die Eier in die versteckten Nester. Ostereier sind bunt gefärbte, gekochte Hühnereier und auch hübsch verpackte Schokoladeneier. Für die österliche Tischdekoration habe ich ein schleifen-verziertes Osterei ausgewählt.

Im Original ist das Osterei 15 cm breit und 15,5 cm hoch.
Auf 13,5-fädigen Weddigen Leinen wurde mit folgenden Garnen gearbeitet:
- Vierfachstickgarn Nr. 16 für die Knötchenstiche
- Vierfachstickgarn Nr. 20 für die Kettenstiche, die als Unterlage für die Schlingstiche gestickt werden
- Vierfachstickgarn Nr. 20 für die Schlingstiche
- Vierfachstickgarn Nr. 30 für die Kettenstiche rund um alle Flächen, in die Durchbruchmuster eingestickt werden sollen.
Als Limet – Durchbruchmuster in den Streifen des Ostereies wurde „Kleines Ochsenaugenraster“ (Limetrosen I, Seite 15) gewählt. Die übrigen Streifen wurden mit „Schlängchen“ (umschlungene Hexenstiche) verziert. In die Schleife wurde das lichte Durchbruchmuster „Marburger Grundstich“ (Mustertücher `lichte Muster´, Seiten 24;25) gestickt.
Nach der Fertigstellung der Stickerei wurde das Teil gewaschen, gestärkt und gebügelt. Dann wurde das Osterei ausgeschnitten.
Solche ausgeschnittenen Teile kann man bei Bedarf jederzeit schnell und einfach waschen und bügeln, man darf sie aber nie schleudern!
Die hübsche österliche Tischdekoration kann man durch kleinere Eier in verschiedenen Größen und mit jeweils nur einem Flächenfüllmuster gestaltet, vervollständigen. Als Flächenfüllmuster für Eier sind viele Muster aus „Limetrosen I“ besonders reizvoll und gut geeignet.

Frohe Ostern !
Ein frühlingsfrischer Tulpenkranz!
Als mir die Idee für diesen Tulpenkranz kam, hatte ich das romantische und nostalgische Bild vor Augen, das junge Frauen zeigt, die Hand in Hand auf einer Frühlingswiese Reigen tanzen.
Daher wählte ich eine Tulpenform, deren seitliche Spitzen weit ausgestreckt sind und mich ein wenig an die jungen Tänzerinnen auf der Wiese erinnern.

Da ich eine Doppellinie benötige, habe ich vom Rand der Kontur ausgehend rechtwinklig zur Linie nach außen hin mit dem Lineal 0,5 cm abgemessen und durch Punkte in geringem Abstand gekennzeichnet. Die Punkte habe ich dann mit einer Linie verbunden. Am Ende war meine Figur 13,2 cm breit und 10 cm hoch.
Um fadengerades Aufbügeln der Kontur zu erzielen, habe ich Längs- und Querachse auf dem Leinen mit kurzen Vorstichen markiert.
Auf dem 13,5-fädigen Weddigen Leinen wurden mit Vierfachstickgarn Nr. 16 zuerst Knötchenstiche über die innere Linie gestickt. Mit Vierfachstickgarn Nr. 20 wurde eine Reihe Kettenstiche zwischen beide Linien gearbeitet. Diese Kettenstiche wurden unter Verwendung von Vierfachstickgarn Nr. 20 mit sehr dichten Schlingstichen überdeckt . Entlang der Knötchenstiche nach innen wurde eine weitere Reihe Kettenstiche, diesmal mit Vierfachstickgarn Nr. 30, gearbeitet.
Die Innenfläche wurde mit dem Muster „448“ gefüllt. Dieses Muster zeige ich in einem späteren Artikel.
Nach der Fertigstellung der Stickerei wurde das Teil gewaschen, gestärkt und gebügelt. Dann wurde die Tulpe ausgeschnitten.
Solche ausgeschnittenen Teile kann man bei Bedarf jederzeit schnell und einfach waschen und bügeln, man darf sie aber nie schleudern!
Bereits mit 4 solcher Tulpen kann man ein schönes Motiv gestalten.
Mit 6 Tulpen erhält man einen kleinen Kranz.
Ich habe 8 Teile gestickt. Diese kann man in zwei Gruppen zu je 4 Stück arrangieren
oder als Kranz mit 8 Tulpen. Sieht er nicht prächtig aus?
Übrigens, diese kleinen Projekte sind alle nur Übungen für die Schwälmer Weißstickerei. Will man einen solchen Kranz als Schwälmer Stickerei bezeichnen, muss man noch mindestens eine weitere Form mit Flächenfüllmustern sowie Ranken, kleine Blätter oder kleine Blüten beifügen. Das könnte dann so aussehen:
Die Bogenlinie überdeckt man mit Knötchenstichen und setzt dicht nach innen daneben eine Reihe Kettenstiche. Dann wird von der Rückseite aus der Fadenauszug vorgenommen. Hier handelt es sich um einen Limet-Fadenauszug, d.h., es bleiben abwechselnd drei Fäden stehen, einer wird ausgezogen.
Die Längsfäden werden an der Bogenkante durchtrennt und bis zur Fadenrinne zurückgezogen. Bei der Wahl der auszuziehenden Fäden habe ich mich an den Kästchenstichen orientiert. Ein Kästchen bündelt immer 4 Fäden. Einer davon wird für den Limetfadenauszug weggenommen. Damit das Muster möglichst mittig platziert werden kann, kann man von Bogen zu Bogen entscheiden, ob man den linken oder den rechten Faden dieses Bündels dazu wählt.
Hier habe ich den rechten Faden des Fadenbündels gewählt, siehe roter Pfeil.
Hier habe ich den linken Faden des Fadenbündels gewählt, siehe blauer Pfeil. So konnte das Muster ziemlich genau mittig platziert werden.
Damit die Fadenenden nicht stören, werden sie zurückgebogen und vorläufig mit kurzen Vorstichen mit farbigem Nähgarn festgeheftet. Die Fadenenden werden auf ungefähr gleiche Länge zurückgeschnitten.
Ausgehend von der unteren Fadenrinne lässt man nun abwechselnd immer 3 horizontale Fäden stehen und zieht – von der Rückseite der Arbeit aus – einen Faden aus. Die ausgezogenen Fäden werden am Rand abgeschnitten.
So erhält man ein Limet-Fadengitter, in das man ein Limetmuster einsticken kann. Die Längsmitte bildet eine Fadenrinne. Ich suche mir also ein entsprechendes Muster aus. (Es kann auch vorkommen, dass in der Mitte eine Dreier-Fadengruppe zu liegen kommt. Dann sollte man ein Muster mit Kästchenmitte wählen.)
Wie es weitergeht, erfahren Sie im nächsten Artikel.






