Das Muster der Mitteldecke 26431 enthält zwölf Tulpen in zwei unterschiedlichen Gestaltungen. Vier davon sind diagonal zum Fadenlauf angeordnet, die anderen schräg und spiegelbildlich gegen einander. Alle Tulpenmotive sind relativ kleinteilig. So wurde die Suche nach unterschiedlichen, gut geeigneten Flächenfüllmustern zu einer anspruchsvollen Aufgabe.
Bei allen diagonal zum Fadenlauf angeordneten Tulpen wurde der Doppelrand an der Spitze mit mit dicken französischen Knötchenstichen verziert. Die Muster der seitlichen Blütenblätter wurden jeweils spiegelbildlich gearbeitet. Da die Flächen klein und schmal sind, wurde dafür immer einfacher Fadenauszug 2:1 vorgenommen.
Bei Tulpe 1 wurden von der Rückseite gearbeitete Mückenstiche gestickt. Die Mitte blieb frei.
Bei Tulpe 2 wurden in den seitlichen Blütenblättern Waffelstiche als Muster gestickt. Die Mitte erhielt einen Limet-Fadenauszug 3:1 und Marburger Grundstiche als Muster.
Auch bei Tulpe 3 wurden in den seitlichen Blütenblättern Waffelstiche – diesmal von der Rückseite aus – als Muster gestickt. Die Mitte erhielt einen Limet-Fadenauszug 3:1 und Kreuzstiche als Muster.
Bei Tulpe 4 wurden in den seitlichen Blütenblättern Mückenstiche als Muster gestickt. Die Mitte erhielt einen lichten Fadenauszug 2:2 und ein neues Muster.
Die schräg angeordneten Tulpen erhielten an der oberen Spitze einen Abschluss aus Schlingstichen. Die Fläche darunter wurden später noch mit französischen Knötchenstichen gefüllt.
Die äußeren Blätter erhielten Konturenlinien aus umwickelten Kettenstichen. Alle Fadenauszüge wurden als Limet-Fadenauszüge 3:1 gestaltet.
Tulpe 5 erhielt in der Mitte Flächenfüllmuster 554. Die seitlichen Blütenblätter wurden mit dem „kleinen Perlmuster“ (Wickelstiche, Seite 43) bestickt.
Tulpe 6 erhielt in der Mitte ein Flächenfüllmuster aus einem Rosenstichraster mit dazwischen gesetzten „falschen Röserichen“ (Kreuznahtstichen; Mustertücher`Lichte Muster`, Seiten 48 – 52) ). Die seitlichen Blütenblätter wurden mit dem „kleinen Wabenmuster“ (Wickelstiche, Seite 87) bestickt.
Tulpe 7 erhielt in der Mitte „doppelten Marburger Grundstich“ (Mustertücher`Lichte Muster´, Seiten 42-44) als Flächenfüllmuster. Die seitlichen Blütenblätter wurden mit Mückenstichreihen zwischen Wickelstichstangen bestickt.
Tulpe 8 erhielt in der Mitte Flächenfüllmuster 569. Die seitlichen Blütenblätter wurden mit dem „Einermuster“ (Wickelstiche, Seite 15) bestickt.
Der nächste Blogbeitrag zeigt die noch fehlenden Gestaltungselemente und das Endresultat.
Siehe auch:
Schwälmer Tulpenmotive im Wandel der Zeit (1)
Schwälmer Tulpenmotive im Wandel der Zeit (2)
Schwälmer Tulpenmotive im Wandel der Zeit (3)
Tulpenmotive












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