Schwälmer Konturenmuster (2) – Bogenverzierungen (1)

Die einfachen Motive werden oft durch weitere Verzierungen aufgelockert. So stehen Kreise fast nie allein da, auch die meisten Herzen erhalten eine weitere Dekoration.

Die beliebteste und gebräuchlichste Art der Verzierung ist die Umrandung mit halbkreisförmigen Bögen – sie sehen gut aus und sind einfach zu sticken.
Bogenverzierung | scallop design 01
Die Bögen werden dicht nebeneinandergesetzt.

Kreis, umgeben von gleichgroßen und gleichmäßig verteilten Schnürloch-Bögen. Die Fadenstärke ist korrekt und die Stiche sind in der richtigen Dichte gearbeitet.

Kreis, umgeben von gleichgroßen und gleichmäßig verteilten Schnürloch-Bögen. Die Fadenstärke ist korrekt und die Stiche sind in der richtigen Dichte gearbeitet.

Die Kreise umgibt man mit gleichgroßen Bögen, die man gleichmäßig um den Rand des Kreises herum verteilt.
Herz – mit Ausnahme von Spitze und oberere Mitte -, umgeben von gleichgroßen und gleichmäßig verteilten Schnürloch-Bögen. Die Fadenstärke ist korrekt und die Stiche sind in der richtigen Dichte gearbeitet.

Herz – mit Ausnahme von Spitze und oberere Mitte -, umgeben von gleichgroßen und gleichmäßig verteilten Schnürloch-Bögen. Die Fadenstärke ist korrekt und die Stiche sind in der richtigen Dichte gearbeitet.

Auch die Herzen umgibt man mit solchen Bögen, wobei der Bogen an der Herzspitze etwas länger gezogen wird und eher einer Tropfenform gleicht. Am besten beginnt man mit dem Zeichnen der Bögen an der Spitze und arbeitet dann gleichmäßig auf der rechten und auf der linken Seite nach oben. Die Bögen am oberen Zusammenschluss müssen entweder einen kleinen Abstand voreinander erhalten oder etwas abgeschrägt werden.
Herzspitzen mit zwei aufeinander treffenden Bögen sehen nicht ganz gelungen aus.
Herz, umgeben von Schnürloch-Bögen in ungleichmäßigem Abstand. Die Fadenstärke ist korrekt und die Stiche sind in der richtigen Dichte gearbeitet. Die Spitze würde harmonischer aussehen, wenn sie nur aus einem Bogen gebildet worden wäre.

Herz, umgeben von Schnürloch-Bögen in ungleichmäßigem Abstand. Die Fadenstärke ist korrekt und die Stiche sind in der richtigen Dichte gearbeitet. Die Spitze würde harmonischer aussehen, wenn sie nur aus einem Bogen gebildet worden wäre.

Herz, umgeben von geschnürten Bögen. Die Fadenstärke ist korrekt und die Stiche sind in der richtigen Dichte gearbeitet. Die zur Herzspitze hin auslaufenden Bögen lassen die Verzierung nicht ganz gelungen aussehen.

Herz, umgeben von geschnürten Bögen. Die Fadenstärke ist korrekt und die Stiche sind in der richtigen Dichte gearbeitet. Die zur Herzspitze hin auslaufenden Bögen lassen die Verzierung nicht ganz gelungen aussehen.

Auch zur Herzspitze hin auslaufende Bögen bieten kein harmonisches Bild.
Tulpe, umgeben von geschnürten Bögen. Die Fadenstärke ist korrekt. Die Stiche sind nicht gleichmäßig dicht gearbeitet. An diesem Beispiel kann man sehen, dass die Stickerin Schwierigkeiten hatte, die Bögen gleichmäßig zu verteilen, besonders am oberen, gebogten Rand der Tulpe.

Tulpe, umgeben von geschnürten Bögen. Die Fadenstärke ist korrekt. Die Stiche sind nicht gleichmäßig dicht gearbeitet. An diesem Beispiel kann man sehen, dass die Stickerin Schwierigkeiten hatte, die Bögen gleichmäßig zu verteilen, besonders am oberen, gebogten Rand der Tulpe.

Tulpen werden selten vollständig mit Bögen umgeben, da es durch die am oberen Ende meist gebogte Konturenform schwierig ist, die Bögen gleichmäßig zu verteilen.
Tulpenverzierung mit Schnürloch-Bögen. Sowohl Fadenstärke als auch Stichdichte sind passend.

Tulpenverzierung mit Schnürloch-Bögen. Sowohl Fadenstärke als auch Stichdichte sind passend.

Bei sehr großen Tulpenformen sieht man oft eine Bogenverzierung am unteren Rand entlang.
Tulpenverzierung mit Schnürloch-Bögen in unterschiedlichen Größen. Die Stiche sind gleichmäßig dicht und mit der richtigen Garnstärke gearbeitet.

Tulpenverzierung mit Schnürloch-Bögen in unterschiedlichen Größen. Die Stiche sind gleichmäßig dicht und mit der richtigen Garnstärke gearbeitet.

Kleinere Tulpenformen – wenn überhaupt – haben Bögen – auch in unterschiedlichen Größen – meist am oberen Rand,
Tulpenverzierung mit Schnürloch-Bögen in gleicher Größe. Die Stiche sind gleichmäßig dicht und mit der passenden Garnstärke gearbeitet.

Tulpenverzierung mit Schnürloch-Bögen in gleicher Größe. Die Stiche sind gleichmäßig dicht und mit der passenden Garnstärke gearbeitet.

wobei es auch hier harmonischer wirkt, wenn die Mitte durch einen Bogen gebildet
Tulpenverzierung mit Schnürloch-Bögen in gleicher Größe. Die Stiche sind gleichmäßig dicht und mit der passenden Garnstärke gearbeitet. Es wäre harmonischer, wenn ein Schnürloch-Bogen die Mitte gebildet hätte und nicht zwei aneinander stoßende Schnürloch-Bögen.

Tulpenverzierung mit Schnürloch-Bögen in gleicher Größe. Die Stiche sind gleichmäßig dicht und mit der passenden Garnstärke gearbeitet. Es wäre harmonischer, wenn ein Schnürloch-Bogen die Mitte gebildet hätte und nicht zwei aneinander stoßende Schnürloch-Bögen.

wird und nicht durch zwei aneinandergrenzende.
Herz – mit Ausnahme von Spitze und oberere Mitte -, umgeben von gleichgroßen und gleichmäßig verteilten Schnürloch-Bögen. Die Fadenstärke ist korrekt. Die Stiche hätten dichter gearbeitet werden können.

Herz – mit Ausnahme von Spitze und oberere Mitte -, umgeben von gleichgroßen und gleichmäßig verteilten Schnürloch-Bögen. Die Fadenstärke ist korrekt. Die Stiche hätten dichter gearbeitet werden können.

Die Bögen werden mit Schlingstichen (Schnürstichen) gearbeitet. Der Schnürlochbogen ist dem geschnürten Bogen vorzuziehen. Mit ihm gelingt es viel leichter, die Bögen ansprechend aussehen zu lassen.

Die Bögen sollten gut stickbar sein, das heißt, sie dürfen nicht zu klein, aber auch nicht zu groß ausfallen. Bögen mit einem Radius vom 1 cm sind perfekt. Um kleinere Flächen muss man natürlich auch kleinere Bögen setzen. Bis zum ½ cm Radius sind sie gut stickbar.

Kreis, umgeben von gleichgroßen und gleichmäßig verteilten, aber zu großen Schnürloch-Bögen. Die Fadenstärke ist korrekt und die Stiche sind in der richtigen Dichte gearbeitet. Ein größerer Bogen benötigt viel mehr Stiche, um vollständig bedeckt zu werden und es ist schwierig, ein ordentliches Aussehen zu erhalten, wenn man so viele Stiche von einem Punkt ausgehen lässt.

Kreis, umgeben von gleichgroßen und gleichmäßig verteilten, aber zu großen Schnürloch-Bögen. Die Fadenstärke ist korrekt und die Stiche sind in der richtigen Dichte gearbeitet. Ein größerer Bogen benötigt viel mehr Stiche, um vollständig bedeckt zu werden und es ist schwierig, ein ordentliches Aussehen zu erhalten, wenn man so viele Stiche von einem Punkt ausgehen lässt.

Kreis, umgeben von gleichgroßen und gleichmäßig verteilten großen Bögen. Die einzelnen Bögen wurden unterteilt und die Teile unterschiedlich in passender Garnstärke und richtiger Dichte bestickt.

Kreis, umgeben von gleichgroßen und gleichmäßig verteilten großen Bögen. Die einzelnen Bögen wurden unterteilt und die Teile unterschiedlich in passender Garnstärke und richtiger Dichte bestickt.

Bei größeren Bögen kann man sich behelfen, indem man den einzelnen Bogen nochmals unterteilt und unterschiedlich bestickt.
Kreis, umgeben von gleichgroßen und gleichmäßig verteilten Bögen. Die Bögen wurden mit präzise platzierten Plattstichen in passender Garnstärke und richtiger Dichte bestickt.

Kreis, umgeben von gleichgroßen und gleichmäßig verteilten Bögen. Die Bögen wurden mit präzise platzierten Plattstichen in passender Garnstärke und richtiger Dichte bestickt.

Manchmal werden Bögen auch mit Plattstichen gestickt. Das erfordert wesentlich mehr Übung als das Sticken mit Schlingstichen.
Kreis, umgeben von gleichgroßen und gleichmäßig verteilten geschnürten Bögen. Die Stiche sind nicht dicht genug gearbeitet und das Garn ist zu dünn.

Kreis, umgeben von gleichgroßen und gleichmäßig verteilten geschnürten Bögen. Die Stiche sind nicht dicht genug gearbeitet und das Garn ist zu dünn.

Man sollte nicht zu dünnes Garn verwenden. Die Stiche sollten dicht nebeneinander liegen.
Kreis, umgeben von ungefähr gleichgroßen und gleichmäßig verteilten geschnürten Bögen. Die Garnstärke ist passend, die Stiche hätten etwas dichter gestickt werden können.

Kreis, umgeben von ungefähr gleichgroßen und gleichmäßig verteilten geschnürten Bögen. Die Garnstärke ist passend, die Stiche hätten etwas dichter gestickt werden können.

Schwälmer Tracht – Die Schuhe

Zur stolzen Schwälmer Tracht wurden von den Frauen stets Schnallenschule getragen. Männer hatten daneben noch Stiefel oder Riemenschuhe (Schnürschuhe).
Schwälmer Schnallenschuhe | Schwalm buckle shoes
Die Schnallenschuhe hatten eine abgerundete Spitze. Die Absätze waren klein und und schmaler als der Schuh, sodass es aussah, als würden Klötzchen unter dem Schuh liegen. Daher wurden die Absätze auch „Kletz“ genannt und die Schuhe „Kletzschuhe“.
`Kletzschuhe´ | `block´ shoes
Für besseren Halt und größere Langlebigkeit wurden manche Absätze auch noch mit Eisen beschlagen.
mit Eisen beschlagener Absatz | heel, shod with iron
Für Frauenschuhe hatte der Schuster nur einen Leisten, das heißt, es gab keine linken oder rechten Schuhe. Beide waren gleich und wurden abwechselnd einmal rechts und einmal links getragen.
Dadurch wurden sie gleichmäßig abgenutzt.

Die Schuhe wurden meist aus Kalbsleder gefertigt. Die stanzverzierten Laschen (Zungen / Riegen) waren bei Frauenschuhen am oberen Rand ausgezackt und mit weißem Schafleder unterlegt.
weiß hinterlegte Lasche eines Frauenschuhes | white highlighted tongues of a woman´s shoe
Die Laschen der Männerschuhe waren rot – nur in Trauerzeiten weiß – paspeliert.
rot paspellierte Lasche eines Männerschuhes | red piping on a man´s shoe
Die Seitenteile der Schuhe hatten nach vorne hin große, herzförmige Verlängerungen – die „Ohren“.
herzförmige Verlängerungen der Seitenteile, die sog. Ohren | heartformed lengthenings of the side parts, the so calles ears
Sie waren mit Lochornamenten verziert. Bei Brautschuhen wurde auch das Herstellungsjahr eingelocht.
lochverziertes `Ohr´ | hole ornamented `ear´
Die „Ohren“ wurden durch Schnallen geführt und drapiert. Sie gaben den Schwälmer Schnallenschuhen das außergewöhnliche Gepräge.
mit Schnallen geschlossene Schuhe | shoes closed with buckles
Neben den Schnallenschuhen hatte die Schwälmerinnen auch noch bequemere Schuhe, die sogenannten „Kommod“-Schuhe (kommod = bequem). Flach und sehr einfach gehalten wurden sie im Alltag oder von älteren Frauen getragen.
Commod-Schuhe | comfortable shoes

Schwälmer Randabschluss – Die Bogenborte (6)

Um die Bogenborte als Rundum-Borte nutzen zu können, habe ich mir eine Zeichnung der Bogen mit einer Ecklösung anfertigen lassen. Eine weitere, andersartig gestaltete Ecklösung für die gleiche Borte finden Sie in der Download-Datei „Bogenborten – Konturen und Kurzbeschreibungen“.
Bogenborte | arch border
Der Bogen ist 3 cm hoch und 4,3 cm breit.

Ich will ein Deckchen mit 3 Bögen pro Seite plus Eckbögen verzieren. Dazu fertige ich mir eine entsprechende Zeichnung an. Das Quadrat hat eine Seitenlänge von 24,6 cm. Mein Deckchen soll einen 3 cm breiten Saum plus 1 cm Einschlag erhalten. Also schneide ich Leinen auf die Größe von 2 x 7cm + 24,6cm = 38,6 cm zu. Jeweils 7 cm vom Rand entfernt ziehe ich einen Faden bis zu den jeweiligen Eckpunkten.
Bogenbortenquadrat | arch border square
Mittels Bügelmusterstift wird das Muster auf das glatt gebügelte und fadengerade ausgerichtete (äußerste Sorgfalt ist hier geboten) Leinen übertragen.
Aufbügeln entlang des Fadenauszuges | iron on transfer along the withdrawn-thread line
Als Randabschluss möchte ich diesmal einreihigen Kästchenstich. Dazu lasse ich nach außen hin 4 Fäden stehen und ziehe auf jeder Seite einen weiteren bis zu den jeweiligen Kreuzungspunkten aus.

In den Flächen wird der gewünschte Fadenauszug vorgenommen – die Längsfäden werden auf der Rückseite bis zur Gundlinie zurückgezogen, mit kurzen Vorstichen befestigt und auf etwa gleiche Länge eingekürtzt. Dann werden die Muster eingestickt.
Rückseite der Kästchenstiche | back of the Four-Sided stitches
Sind alle Flächen mit Mustern gefüllt, wird von der Vorderseite aus (hier kann man die Anzahl der Fäden besser überblicken) Kästchenstiche gearbeitet. Dabei werden auf der Rückseite die Fadenenden überdeckt. Ab und zu sollte man kontrollieren, ob man alle Fadenenden getroffen hat.
Fertige Muster | finished patterns
Der Saum wird mit Hohlsaumstichen angenäht, die farbigen Hilfsfäden werden entfernt. Das Deckchen wird gewaschen, gestärkt und gebügelt. Ein nettes, kleines Mustertuch ist entstanden.
fertiges Deckchen | finished doily
Um Ihnen die Arbeit mit den geposteten Informationen meines Blogs zu erleichtern, habe ich ein Downloadprodukt vorbereitet: „Bogenborten – Konturen und Kurzbeschreibungen
Bogenborten - Cover - deutsch
Wie bereits in einem früheren Artikel erwähnt, werden Randabschlüsse in der Schwälmer Weißstickerei nicht nur mit Kästchenhohlsäumen, Erbslochhohlsäumen oder Stopfhohlsäumen dekoriert; sie wurden auch mit mit kleinen, schmückenden Borten entlang des Saums verziert.
Darunter ist die Bogenborte eine ganz spezielle Gestaltungsart. Es gibt sehr unterschiedliche Versionen der Bogenborte, die man sowohl auf traditionellen wie auch auf neuzeitlichen Stickereien finden kann.

Bilder dieser Stickereien wie auch deren Konturenzeichnungen sind in dem herunterladbaren Dokument zu finden. Zusätzlich zu der in meinem Blog präsentierten Version enthält dieses Dokument sechs verschiedene, sehr hübsche Bogenborten-Muster mit Eckbildungen (teilweise mit zusätzlichen Varianten). Auch die bebilderten Anleitungen für eine Rundum-Bogenborte entlang einer Kästchenstichreihe und für eine Bogenborte ohne Eckbildung entlang eines Erbslochhohlsaumes sind enthalten. Anmerkung: Diese Instruktionen habe ich in meinem Blog gepostet, doch in dem herunterladbaren Dokument haben Sie alle Informationen klar und übersichtlich überarbeitet zur Verfügung.

Nicht erklärt werden die Füllmuster und die Anleitungen für die grundlegenden Stiche. Diese können Sie meinen Büchern netnehmen.

Die ersten sechzehn Seiten des Dokuments zeigen Beispiele verschiedener Bogenborten und erklären im Detail die Arbeitsweise. Weitere vier Seiten beinhalten sowohl Teilabbildungen von sieben verschiedenen Bogenborten in Originalgröße als auch deren Eckbildungen in verkleinertem Maßstab.

Wenn Sie Bogenborten mögen, werden Sie dieses Dokument schätzen.

Tischdecke für alle Jahreszeiten – Juli: Schmetterling

Seit mein Vorgarten in voller Blüte steht, kann ich täglich viele Schmetterlinge beobachten, die im hellen Sonnenschein von Blüte zu Blüte tanzen. Darum beschloss ich, den Schmetterling als Kontur für den Juli zu wählen. Es gibt so viele verschiedene Schmetterlingsformen – ich habe eine einfache herausgegriffen.2014-07-26_pdf
Die Figur ist im Original 16 cm breit und 11 cm hoch. (Man könnte sie auch ein wenig verkleinert sticken, besonders dann, wenn man feineres Leinen verwendet.)

Um fadengerades Aufbügeln der Kontur zu erzielen, werden Längs- und Querachse auf dem Leinen mit kurzen Vorstichen markiert.

Auf dem 13,5-fädigen Weddigen Leinen werden mit Vierfachstickgarn Nr. 16 zuerst Knötchenstiche über die inneren Flügellinien gestickt.
Knötchen-, Ketten- und Schlingstiche | Coral Knots, Chain- and Blanket stitchesMit Vierfachstickgarn Nr. 25 werden Kettenstiche sowohl um die äußeren Knötchenstiche als auch am Rand des Körpers entlang gestickt. Diese Kettenstiche werden unter Verwendung von Vierfachstickgarn Nr. 20 mit sehr dichten Schlingstichen überdeckt.

Limet-Fadenauszug | limetgridDie Innenflächen der Flügel werden mit Kettenstichen ( Vierfachstickgarn Nr. 25) umgeben. Da später Limetmuster eingestickt werden sollen, wird der entsprechende Fadenauszug (1 Faden ausziehen – 3 Fäden stehen lassen) vorgenommen. Es ist darauf zu achten, dass sowohl die horizontalen als auch die vertikalen Fadenauszüge in den angrenzenden Flächen übereinstimmen.

einfacher Marburger Grundstich | Diagonal Cross stitch
Mit Vierfachstickgarn Nr. 20 wird einfacher Marburger Grundstich (Grundlagen der Schwälmer Weißstickerei, Seiten 39-40) gespiegelt in die Vorderflügel gestickt.

Röserich-Variante | Röserich variation
Unter Verwendung von Vierfachstickgarn Nr. 20 wird eine Röserich-Variante diagonal in die hinteren Flügelteile gestickt. Die restlichen Flächen nach außen hin werden unter Verwendung von Vierfachstickgarn Nr. 25 mit Rosenstichen gefüllt.

Bald wird eine Downloaddatei erhältlich sein, die eines der prominentesten Schwälmer Flächenfüllmuster zeigt – den „Röserich“. Ich habe so viele schöne, und bis jetzt unveröffentlichte, Variationen dieses hübschen Musters gefunden, dass ich beschlossen habe, ein Heft mit bebilderten Schritt-für-Schritt Anleitungen zu veröffentlichen.
Freuen Sie sich darauf!

Wickelstiche | satin stitches Die verbliebenen Flächen nach innen hin werden unter Verwendung von Vierfachstickgarn Nr. 20 mit Wickelstichen gefüllt.

fertiger Schmetterling, ungewaschen | finished, but unwashed butterfly Nach der Fertigstellung der Stickerei wird das Teil gewaschen, gestärkt und gebügelt. Dann wird der Schmetterling ausgeschnitten.
Solche ausgeschnittenen Teile kann man bei Bedarf jederzeit schnell und einfach waschen und bügeln, man darf sie aber nie schleudern!

Fühler | antennae
Für die Fühler wird ein dickeres Baumwollfädchen durch einige Schlingstiche am Kopfteil gezogen, auf Länge geschnitten, an den Enden mehrfach verknotet und mit Stärke (oder auch Haargel) versehen in Form gebracht.

fertiger Schmetterling | finished piece
Sieht er nicht aus, als wolle er gleich davon schweben?

Schwälmer Strickmuster (1)

In der Schwalm wurden Strümpfe, Handschuhe, Baby-Taufmützchen und Wickelbänder gestrickt.

.
Schwälmer Strumpf | Schwalm stocking
Taufmützchen und Handschuh | baby cap and glove

In einer Zeit, als die Röcke der Trachten noch länger waren, wurden oftmals Lochmuster gestrickt, später ging man bei Strümpfen und Handschuhen zu den dichten, kunstvoll gestrickten Zopfmustern über.

Wickelbänder oder auch „Wickelschnüre“ genannt, wurden benötigt, als es für Babys noch keine Strampelhosen gab. Über die leinernen Windeln wurde das Wickelband gewickelt, damit die Windel hielt. Wickelbänder wurden meist mit sehr vielen unterschiedlichen Mustern gestaltet und dienten so auch als Musterbänder.

In Strümpfen und Handschuhen spielten die traditionellen Muster wie Herz, Tulpe, Stern und Kreis auch als Schwälmer Strickmuster eine große Rolle, wobei das Herz am häufigsten und in vielen Varianten vorkam.

Als „Schleifen“ bezeichnete man Formen, bei denen die die Maschen so gekreuzt werden, dass sie wie schmale Streifen nebeneinander liegen.

„Doppelt“ bedeutet, dass Formen von einer doppelten Linie umgeben sind.

einfaches Herz

einfaches Herz

Doppeltes Herz mit Schleife

Doppeltes Herz mit Schleife

Schleifenherz

Schleifenherz

Schleifenherzen abwechselnd nach außen und innen gearbeitet

Schleifenherzen abwechselnd nach außen und innen gearbeitet

Doppeltes Herz mit Kreuzen

Doppeltes Herz mit Kreuzen

doppeltes Gitterherz

doppeltes Gitterherz

Schleifenherz mit Kreuz

Schleifenherz mit Kreuz

Kreis – genannt „Kreischen“ mit Kreuz (8 Maschen)

Kreis – genannt „Kreischen“ mit Kreuz (8 Maschen)

Doppelkreis mit Kreuz (10 Maschen)

Doppelkreis mit Kreuz (10 Maschen)

Wenn ein Kreis aus mehr als 10 Maschen bestand, nannte man ihn „Stern“.
Doppelstern mit Gitter oder doppelter Gitterstern

Doppelstern mit Gitter oder doppelter Gitterstern

doppelter Stern mit Kreuzen

doppelter Stern mit Kreuzen

Schleife

Schleife

„Gefedertes“ - Schleifen mit Kreuzen

„Gefedertes“ – Schleifen mit Kreuzen

Das folgende Muster habe ich unter den Namen „Schleifenherz mit Auge“ oder auch „Blume mit Auge“ gefunden.
Blume mit Auge
Das folgende Bündchenmuster eines Handschuhes zeigt das Muster „Herzen und Tulpen“.
Herzen und Tulpen
Für ein Tulpenmuster habe ich zwar Bildern aus Büchern, bisher aber kein Originalexemplar bekommen können. In den Büchern Schwälmer Strickereien“ – traditionelle Strickarbeiten der Schwalm vorgestellt mit Anleitungen und Mustern von Anka Becker
Tulpenmuster, gezeigt bei Anka Becker

Tulpenmuster, gezeigt bei Anka Becker

und Die Schwälmer Tracht von Dirk Ordemann werden Tulpenmuster gezeigt.
Tulpenmuster, gezeigt bei Dirk Ordemann

Tulpenmuster, gezeigt bei Dirk Ordemann

Die „stolzen“ Schwälmer Strickmuster wurden meist aus mehreren dieser Einzelelemente gebildet und kunstvoll gestrickt.

Das Buch „Schwälmer Strickereien“ – traditionelle Strickarbeiten der Schwalm vorgestellt mit Anleitungen und Mustern von Anka Becker, gibt einen Einblick in viele kunstvolle Muster und zeigt Anleitungen in Strickschrift.
Buch Schwälmer Strickereien | book
Buchseite | book page
Anka Becker
Schwälmer Strickereien
2000 Verlag Dirk Ordemann
ISBN 3-9802008-4-1