Flächenfüllmuster Nr. 543

Kategorie: Limet-Muster
angewandte Stiche: Rosenstiche
mittlere Längsachse = Fadenrinne
Breite eines Mustersegmentes: 16 Fäden
gerades Streifenmuster

Neu: Am Ende dieses Beitrages befinden sich Instruktionen für Linkshänder.

Zuerst erstellt man ein Limet-Fadengitter mit einer Fadenrinne als mittlerer Längsachse.

Man sticht im zweiten Loch von unten auf der mittleren Längsachse aus (Ausstichpunkt = Mittelpunkt des Stiches) und zieht den Faden durch.

Man arbeitet einen Rosenstich, das heißt: Man legt eine Schlaufe nach oben und links, sticht 3 Gewebefäden links des Ausstichpunktes ein und kommt im Mittelpunkt wieder hervor.
Man zieht den Faden an.

Man legt eine Schlaufe nach rechts und oben, sticht 3 Gewebefäden oberhalb des Mittelpunktes ein und im Mittelpunkt wieder aus, mit dem Arbeitsfaden unter der Nadelspitze.
Man zieht den Faden an.

Man legt eine Schlaufe nach unten und rechts, sticht 3 Gewebefäden rechts des Mittelpunktes ein und im Mittelpunkt wieder aus, mit dem Arbeitsfaden unter der Nadelspitze.
Man zieht den Faden an.

Man legt eine Schlaufe nach links und unten, sticht 3 Gewebefäden unterhalb des Mittelpunktes ein und im Mittelpunkt wieder aus, mit dem Arbeitsfaden unter der Nadelspitze.
Man zieht den Faden an.

Der Arbeitsfaden kommt also im Mittelpunkt rechts des vierten Stiches hervor. Man überquert diesen vierten Stich nach links und sticht direkt dahinter im unteren Bereich des Mittelpunktes ein.
Von dort aus führt man den Arbeitsfaden unterhalb des Stoffes zum Mittelpunkt des nächsten Rosenstiches – 2 Kästchen (sechs Fäden) gerade nach oben. (Jedes zweite Loch der Längsachse ist ein Mittelpunkt eines Rosenstiches.)

Dort startet man erneut mit dem ersten Teil eines Rosenstiches.

Auf diese Weise wird Rosenstich nach Rosenstich in einer geraden Reihe gestickt.

Die nächste Reihe wird um ein Kästchen versetzt gearbeitet. Also wird die Nadel nach dem letzten Einstich der ersten Reihe zum nächsten Mittelpunkt geführt – ein Kästchen (drei Fäden) noch oben und zwei Kästchen (sechs Fäden) nach links. (Jedes zweite Loch dieser Längsachse ist ein Mittelpunkt eines Rosenstiches.) Man dreht die Arbeit um 180 ° und arbeitet Rosenstiche in gewohnter Weise.

Man wechselt beide Reihen ständig ab, bis die gesamt Fläche gefüllt ist.

Gekocht, gestärkt und gebügelt entfaltet dieses Muster eine feine, luftig-leichte und duftige Struktur. Der Streifencharakter ist kaum wahrnehmbar.

Instruktionen für Linkshänder:

Man sticht im zweiten Loch von unten auf der mittleren Längsachse aus (Ausstichpunkt = Mittelpunkt des Stiches) und zieht den Faden durch.
Man arbeitet einen Rosenstich, das heißt: Man legt eine Schlaufe nach oben und rechts, sticht 3 Gewebefäden rechts des Ausstichpunktes ein und kommt im Mittelpunkt wieder hervor.
Man zieht den Faden an.

Man legt eine Schlaufe nach links und oben, sticht 3 Gewebefäden oberhalb des Mittelpunktes ein und im Mittelpunkt wieder aus, mit dem Arbeitsfaden unter der Nadelspitze.
Man zieht den Faden an.

Man legt eine Schlaufe nach unten und links, sticht 3 Gewebefäden links des Mittelpunktes ein und im Mittelpunkt wieder aus, mit dem Arbeitsfaden unter der Nadelspitze.
Man zieht den Faden an.

Man legt eine Schlaufe nach rechts und unten, sticht 3 Gewebefäden unterhalb des Mittelpunktes ein und im Mittelpunkt wieder aus, mit dem Arbeitsfaden unter der Nadelspitze.
Man zieht den Faden an.

Der Arbeitsfaden kommt also im Mittelpunkt links des vierten Stiches hervor. Man überquert diesen vierten Stich nach rechts und sticht direkt dahinter im unteren Bereich des Mittelpunktes ein.
Von dort aus führt man den Arbeitsfaden unterhalb des Stoffes zum Mittelpunkt des nächsten Rosenstiches – 2 Kästchen (sechs Fäden) gerade nach oben. (Jedes zweite Loch der Längsachse ist ein Mittelpunkt eines Rosenstiches.)

Dort startet man erneut mit dem ersten Teil eines Rosenstiches.

Auf diese Weise wird Rosenstich nach Rosenstich in einer geraden Reihe gestickt.

Die nächste Reihe wird um ein Kästchen versetzt gearbeitet. Also wird die Nadel nach dem letzten Einstich der ersten Reihe zum nächsten Mittelpunkt geführt – ein Kästchen (drei Fäden) noch oben und zwei Kästchen (sechs Fäden) nach rechts. (Jedes zweite Loch dieser Längsachse ist ein Mittelpunkt eines Rosenstiches.) Man dreht die Arbeit um 180 ° und arbeitet Rosenstiche in gewohnter Weise.

Man wechselt beide Reihen ständig ab, bis die gesamt Fläche gefüllt ist.

Flächenfüllmuster Nr. 542

Kategorie: Lichtes Muster mit Grundstichgitter
angewandte Stiche: Rosenstiche
Zentrum: diagonale Achse von Kreuzungen zweier Fadenpaare; in anderen Motiven: Kreuzung zweier Fadenpaare

Wie versprochen, kommt hier die Beschreibung des Gegenstückes zu Flächenfüllmuster 541.
Man beginnt den Fadenauszug an der Stelle, wo sich diagonale Mittelachse und die lotrecht dazu verlaufende Achse an der in die Form hineinragenden Spitze treffen. Abwechselnd werden in beiden Richtungen paarweise Fäden stehen gelassen und ausgezogen.


Das entstandene Gitter wird mit Grundstichen gesichert.


Entlang der diagonalen Mittelachse wird eine Reihe Rosenstiche gestickt.


Von den Ecken der Rosenstichquadrate aus betrachtet, bleibt jeweils ein Loch frei, bevor die nächste Rosenstichreihe gearbeitet wird.


Ungefähr in der Mitte startend, beginnt man, kreuzende Rosenstichreihen zu sticken – so, dass 2 x 2 Rosenstiche einen Rhombus bilden –


und stickt Reihe neben Reihe, bis die Form vollständig gefüllt ist.


Im Bild unten ist die Stickerei noch nicht gewaschen. Nach dem Schrumpfungsprozess während des Kochens erhält das Muster eine hübsches Aussehen.


Verwendet wurde 16-fädiges Leinen, Vierfachstickgarn Nr. 30 für die Grundstiche und Vierfachstickgarn Nr. 20 für die Rosenstiche.

Flächenfüllmuster Nr. 541

Kategorie: Lichtes Muster ohne Grundstichgitter
angewandte Stiche: Teile von Rosenstichen und Kästchenstiche
Zentrum: Fadenkreuz

Wie in meiner Blogpost Historische Schwälmer Weißstickerei erwähnt, will ich nun die Arbeitsweise eines speziellen Füllmusters erklären, das aus Teilen von Rosenstichen und Kästchenstichen als lichtes Muster ohne Grundstichgitter gebildet wird. Das erste Mal habe ich ein solches Muster auf einer Stickerei von 1804.

In der Mitte beginnend, werden die mittleren beiden Fäden stehen gelassen, sowohl waagerecht als auch senkrecht. Davon ausgehend, werden immer abwechseln 2 Fäden gezogen und 2 stehen gelassen.

Man sticht in dem Loch links unter dem Mittelfadenkreuz (rot markiert) aus.


Man legt den Faden in einer Schlaufe nach oben und links, sticht im nächsten, links liegenden Loch ein und im ersten Loch wieder aus. Der Faden wird angezogen.


*Man überkreuzt den Arbeitsfaden, unterquert das oberhalb dieses Loches liegende Fadenpaar und sticht im nächsten Loch aus.


Wieder legt man den Arbeitsfaden in einer Schlaufe nach oben und links, sticht im links gelegenen Loch ein und im vorher benutzten Loch wieder aus. Der Arbeitsfaden liegt unter der Nadel. Man zieht den Faden an.


Man legt eine Schlaufen nach oben und rechts, sticht im nächsten, oberen Loch ein und im vorher benutzen Loch wieder aus.


Man zieht den Faden an und dreht die Arbeit um 90 ° entgegen dem Uhrzeigersinn *. Man wiederholt die Arbeitsschritte, bis ein Quadrat von 2 x 2 Löchern mit jeweils zwei Teilen eines Rosenstiches gefüllt ist. Der letzte Stich wird in dem linken unteren Loch des Quadrates gestickt. Von dort aus überquert man den Arbeitsfaden,


und sticht dicht dahinter im gleichen Loch ein.


Auf der Rückseite zieht man den Arbeitsfaden oben unter dem mittleren Stich durch.


Das nächste Fadenkreuz oberhalb im Visier, sticht man im linken oberen Loch aus, um dort einen Kästchenstich zu beginnen.


Man überquert das Fadenpaar nach rechts, sticht ein und diagonal unten links wieder aus.


Man überquert das Fadenpaar nach rechts, sticht ein und diagonal oben links wieder aus.


Man überquert das Fadenpaar nach unten, sticht ein und diagonal oben rechts wieder aus.


Man überquert das Fadenpaar nach unten, sticht ein und ein Loch nach links und zwei Löcher nach oben wieder aus. Hier startet man mit dem nächsten Quadrat von 2 x 2 Löchern und füllt es mit jeweils zwei Teilen eines Rosenstiches.


Man arbeitet eine Reihe im Wechsel von Quadraten mit Rosenstichteilen und Kästchenstichen.


Die nächste Reihe wird versetzt gearbeitet.


Die Schritte werden wiederholt, bis die Fläche vollständig gefüllt ist.


Meinen ersten Versuch unternahm ich mit Vierfachstickgarn Nr. 25. Dieses Garn ist zu fein, um die Löcher vollständig zu füllen. So verwendete ich schließlich Vierfachstickgarn Nr. 16.


Im Bild oben ist die Stickerei noch nicht gewaschen. Durch den Einlaufprozess beim Kochen wird das Muster ein hübsches Aussehen erlangen.


Das Gegenstück – als übliches lichtes Muster mit Rosenstichquadraten in einem Grundstichgitter gearbeitet – werde ich in einem weiteren Beitrag erklären.

Spiel mit einem Muster

Wie schon öfter erwähnt, versuche ich immer, Muster abzuändern, während ich sticke. Ich bringe meine Ideen skizzenhaft zu kariertem Papier, um zu sehen, ob die gedanklich entstandenen Muster auch realisiert werden können. So erging es mir auch, als ich das Flächenfüllmuster Nr. 481 gestickt habe.

Zuerst habe ich eine Variation dieses Musters erzielt, indem ich für das Limetgitter einen anderen Fadenauszug – nämlich 1 Faden ziehen, 2 Fäden stehen lassen – gewählt habe. Dadurch werden die einzelnen Musterelemente kleiner und das Muster insgesamt niedlicher


Aber auch der Abstand zwischen den einzelnen Musterelementen kann verändert


oder Herzen verschiedener Größen können miteinander kombiniert werden.


Gestreifte


oder karierte Muster können durch die Kombination von Herzelementen mit anderen Stichen kreiert werden, wie hier mit Wickelstichstangen.


Die einzelnen Musterelemente können gedreht werden – nach links oder nach rechts (hier fehlen die Stiche für die freibleibenden Flächen noch, vielleicht wäre der diagonal gearbeitete Röserich [siehe Sterne] eine passende Füllung).


Sie können auch „auf den Kopf“ gestellt werden.


Vier Herzen können zu einer Blüte zusammengefügt werden.


Das Mittelteil kann auf verschiedene Arten gefüllt werden:
a. mit einem Rosenstich


b. mit einer Variation von vier Rosenstichen


c. oder mit vier Rosenstichen


Solche Blüten dicht nebeneinander angeordnet, ergeben ein hübsches Muster.


Die gleichen Blüten können auch in ein Rosenstich-Raster gearbeitet werden.


Ferner können die einzelnen Herzelemente mit den Spitzen zueinander angeordnet


und mit Rosenstichen umgeben werden.


Wie gezeigt, kann man mit ein wenig Fantasie und etwas Zeit zum Ausprobieren auf einfache Weise neue Muster entstehen lassen.

Flächenfüllmuster Nr. 540

Kategorie: Limet-Muster
angewandte Stiche: Margeriten- und Rosenstiche
Mitte: Kreuzung zweier Fadenrinnen (in anderen Konturformen: mittlere Längsachse = Fadenrinne)

Das letzte Flächenfüllmuster meines Blogs war Nr. 481.
Danach veröffentlichte ich das Buch „Sterne“, das insgesamt 58 verschiedene Muster enthält.
So erhält das nächste Flächenfüllmuster meines Blogs die Nummer 540.

Zunächst wird der Fadenauszug für den Limetgrund vorgenommen – 1 Faden wird aus gezogen, 3 Fäden bleiben stehen, sowohl vertikal als auch horizontal.

Man kommt mit der Nadel im Mittelpunkt hervor und zieht den Faden durch.


Man legt den Arbeitsfaden in einer Schlaufe nach links und unten.
Man sticht erneut im Mittelpunkt ein, unterquert 1 Kästchen diagonal nach links unten (3 Gewebefäden nach unten und 3 Gewebefäden nach links) und sticht dort aus.


Man legt die Schlaufe unter die Nadelspitze.


Man zieht den Arbeitsfaden in Richtung der Schlaufe an, allerdings nicht zu fest – die Schlaufe sollte ihre Hufeisenform behalten.


Man überquert 1 Kästchen nach links unten, sticht ein und bringt die Nadel erneut im Mittelpunkt hervor.


Man arbeitet 3 weitere Margeritenstiche entgegen dem Uhrzeigersinn


in der gleichen Weise.


Wenn eine Runde komplett ist, unterquert man 2 Kästchen diagonal nach rechts oben, um zum nächsten Mittelpunkt zu gelangen und dort die nächste Vierergruppe in der gezeigten Weise zu beginnen.


Man arbeitet Reihen solcher Gruppen nach oben


und nach unten


bis die gesamte Fläche gefüllt ist.


Nun stickt man Rosenstiche in diagonalen Reihen –


einen in jedes Feld – zwischen die Margeritenstich-Gruppen.


Ein weiteres, leicht zu arbeitendes und attraktives Muster ist entstanden.