Ein breiter Saum mit einer gefalteten Erbslochkante

In früheren Blogposts habe ich gezeigt, wie die gefaltete Erbslochkante gearbeitet wird und wie die Eckbildung der gefalteten Erbslochkante erfolgt. Nun präsentiere ich einen breiten Saum mit Briefecke und einer gefalteten Erbslochkante.
13,5-fädiges Leinen wird auf ein Maß von 26 cm x 26 cm zugeschnitten. Die Mitte wird markiert.
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Ausgehend vom Mittelpunkt werden in beide Richtungen, sowohl horizontal als auch vertikal, 40 Fäden abgezählt. Der jeweils einundvierzigste Faden wird durchtrennt und bis zum Kreuzungspunkt
beider Fäden ausgezogen.
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Der Bereich des Fadenauszuges misst 3 cm. Das gegenüberliegende Fadenende wird nun ungefähr 3,5 cm weit ausgezogen.
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Ausgehend von der soeben gebildeten Fadenrinne lässt man nach oben hin 4 Fäden stehen, durchtrennt den fünften in der Mitte und zieht beide Fadenenden ca. 3,5 cm weit aus.
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Man arbeitet auf der linken Stoffseite und stickt von links nach rechts. Man beginnt rechts der senkrechten Fadenrinne und arbeitet Kästchenstiche über 4 Fäden zwischen die beiden waagerechten Fadenrinnen. Man arbeitet zunächst insgesamt 20 Kästchenstiche und stoppt dann.
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Man durchtrennt den rechts des zwanzigsten Kästchenstiches gelegenen Faden in Höhe des Mittelpunktes und zieht beide Fadenenden ca. 3,5 cm weit aus.
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Man lässt 4 Fäden nach rechts stehen und zieht den fünften aus. Danach dreht man die Arbeit um 90° gegen den Uhrzeigersinn
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und setzt die Stickerei der Kästchenstiche um die Ecke herum fort.
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Nach 21 Kästchenstichen (der Eck-Kästchenstich wird mitgezählt) werden senkrechte Fäden in der zuvor beschriebenen Weise ausgezogen. Auch wird die anfangs gebildete Fadenrinne um ca. 3,5 cm verlängert. Der fünfte Faden außerhalb dieser Linie wird ausgezogen (siehe Bild). Kästchenstiche werden rund um das Quadrat fortgeführt.
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Außerhalb jeder Seite werden 6 Fäden stehen gelassen und der jeweils siebte in der Mitte durchtrennt. Weitere 4 Fäden werden stehen gelassen und der fünfte in der Mitte durchtrennt. Die Enden der zuletzt durchtrennten Fäden werden bis zu ihren Kreuzungspunkten zurückgezogen.
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Nun werden die innen liegenden durchtrennten Fäden ebenfalls bis zu diesen Fadenrinnen zurückgezogen. Die Fadenenden bleiben dort hängen, Sie verschwinden später im Saum.
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Um das Quadrat werden je 20 Kästchenstiche zwischen die beiden äußeren Fadenrinnen gestickt.
Sie müssen mit den innenliegenden Kästchenstichen übereinstimmen. Die Eckbereiche bleiben frei.
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Die zwischen den beiden Kästchenstichreihen verbliebenen 6 Fäden werden durchtrennt und ausgezogen. Die Fadenenden werden zurückgebogen und mit kurzen Vorstichen auf ihrem Platz gehalten. Erbslöcher werden gearbeitet.
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Nun wird der Bereich für den breiten Saum vorbereitet. Dazu ist eine Anzahl von Fäden notwendig, die durch 8 teilbar ist und der man 2 hinzuzählt. Ich habe in diesem Beispiel 34 gewählt (4 x 8 + 2).
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So zählt man, ausgehend von der äußeren Fadenrinne, 34 Fäden ab und durchtrennt den fünfunddreißigsten. Von hier an kann man alle Fäden komplett von Stoffkante zu Stoffkante ausziehen.

Bitte beachten Sie, wenn Sie einen solchen Saum arbeiten wollen, folgendes: Der gerade abgezählte Bereich ist die Vorderseite des Saumes. Man muss einen weiteren Bereich zum Arbeiten des Erbsloches, für die Rückseite des Saumes und für den Saumeinschlag zur Verfügung haben. Dies muss man bedenken, damit man am Ende nicht zu wenig Stoff übrig hat. (Ist zu wenig Stoff vorhanden, muss man den Saum schmaler gestalten.)
Man lässt nach außen hin 4 Fäden stehen und zieht den fünften aus.
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Man arbeitet Kästchenstiche einmal um das Quadrat.
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Mehr Fäden werden ausgezogen:

8 Fäden stehen lassen 1 Faden ausziehen
4 Fäden stehen lassen 1 Faden ausziehen
34 Fäden stehen lassen 1 Faden ausziehen

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Man arbeitet Erbslöcher für die gefaltete Erbslochkante und schneidet den Stoffüberstand so ab, dass außerhalb der letzen Fadenrinne ca. 1 cm für den Saumeinschlag stehen bleibt.
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Die Nahtlinie für die Briefecke wird markiert. Sie sollte diagonal durch die äußeren Kästchenstiche verlaufen.
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Exakt werden die Ecken gefaltet. Mit der rechten Stoffseite nach innen wird Kante genau auf Kante gelegt. Mit Hand oder Maschine wird die Linie zwischen der äußeren Fadenrinne (nicht der Stoffkante!) und der Ecke des Kästchenstiches zusammengenäht.
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Mit ca. 1 cm Nahtzugabe wird der Stoffüberstand zurückgeschnitten.
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Die Ecke wird gewendet. Mehr Informationen dazu findet man in meinem Buch Grundlagen der Schwälmer Weißstickerei.
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Die gefaltete Erbslochkante wird fertiggestellt, der Saum wird befestigt und die Ecken des innenliegenden Erbslochhohlsaumes werden bestickt.

Das Teil wird gewaschen, gestärkt und gebügelt. Man kann es lassen, wie es ist – ein niedliches, kleines Decken. Oder man kann es in ein schönes Lavendelkissen umwandeln. Mit einer Schlaufe zum Aufhängen und einer Quaste ist es auch sehr gut geeignet, einen hübschen Weihnachtsbaumschmuck abzugeben.
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Wenn Sie ein umfangreicheres Projekt – Quadrat oder Rechteck in beliebiger Größe – arbeiten wollen, ist das Auszählen von der Mitte aus fast unmöglich. Die Reihenfolge der Arbeitsschritte ist dann eine andere, als die in dieser Blogpost beschriebene.
Daher habe ich ein Dokument zum Downloaden gefertigt. Es erklärt sehr detailliert, wie die Fäden gezogen werden, wie sowohl die Erbslöcher für die gefaltete Erbslochkante als auch die Erbslöcher für den Erbslochhohlsaum gestickt werden, wie die Briefecke für diesen Saum entsteht und wie die Arbeit fertig gestellt wird.
Auf 17 Seiten, illustriert mit 70 Bildern, finden Sie alle notwendigen Schritt-für-Schritt Anleitungen, um einen breiten Saum mit einer gefalteten Erbslochkante zu arbeiten.
Titel Erbslochkante deutsch

Ein breiter Saum mit einer gefalteten Erbslochkante
ausführlich vermittelt
durch
bebilderte Schritt-für-Schritt Anleitung
17 Seiten
7,82 MB Dateigröße
Text: deutsch
15,00 € (12,61 € + 19 % Mehrwertsteuer)
zum download

Kordeln – leicht und schnell gedreht

Zum Abschluss der Arbeiten des letztjährigen Workshops wurden Kordeln benötigt. Sally fand meine althergebrachte Art, diese mit Hilfe eines Stiftes zu drehen, sehr antiquiert
Kordel_1und fragte nach einem Twister. Da ich dieses Werkzeug nicht kannte, brachte sie mir in diesem Jahr eines mit.

Ein Twister ist ein kleines, leichtes und handliches Gerät von ca. 13 cm Länge.
Kordel_2Er besteht aus Haltegriff, Haken zum Einhängen des Garnes und präzise ineinandergreifende Zahnrädern, die beim Betätigen der kleinen Handkurbel den Haken in eine Drehbewegung versetzen,
Kordel_3und das eingehängte Garn drehen.
Kordel_4Wie viel schneller, einfacher und gleichmäßiger als nach der althergebrachten Methode lässt sich eine Kordel doch mit diesem kleinen Gerät herstellen. Es macht riesigen Spaß.
Kordel_5Hat man die gewünschte Drehfestigkeit erreicht, hält man das Ende mit der Hand fest, nimmt den Haken heraus und hängt ihn als Gewicht auf das gedrehte Garn
Kordel_6um die Kordel zusammen drehen zu lassen.
Kordel_7Es macht auch Spaß, Kordeln mit 2, 3 oder noch mehr Farben herzustellen.
Kordel_8Danke, Sally!

In Deutschland kann man den Kordeldreher bei der Fa. CREATIV Horst erwerben.

Einfädeln – leicht gemacht

Geht es Ihnen auch so? Mit wachsendem Alter schwindet die Fähigkeit, Nadeln leicht und einfach einzufädeln. Nicht immer hat man einen Einfädler zur Hand. Hier nun ein kleiner Trick, wie man auch ohne Hilfsmittel erfolgreich sein kann.
Einfaedeln_1Man legt den Faden locker über die Zeigefingerkuppe der linken Hand.
Einfaedeln_2Man legt die Nadel mit dem Öhr über den Faden und drückt sie leicht gegen den Finger.
Einfaedeln_3Man hält die Nadel in dieser Position und bewegt den Finger in Richtung des Fadens hin und her.
Einfaedeln_4Bereits nach den ersten Bewegungen hebt sich der Faden durch das Öhr.
Einfaedeln_5Man bewegt den Finger einige weitere Male, bis die entstehende Schlaufe groß genug ist,
Einfaedeln_6den Faden durch das Öhr zu ziehen.

Man sollte zuerst mit einer Nadel mit großem Öhr und einem dünnen Faden beginnen, um den Ablauf nachvollziehen zu können. Zugegeben – ich benötigte einige Übungen, um zum Erfolg zu gelangen. Jetzt klappt es sogar mit feinen Nadeln und dickerem Garn.

Den Trick verriet mir Brenda während des letzten Workshops, als sie meine Schwierigkeiten beobachtete, eine Nadel ohne Hilfsmittel einzufädeln.
Danke fürs Zeigen, Brenda!

Ein weiterer englischer Workshop

Vor kurzem kamen wieder einmal einige Damen der Gruppe “Still Stitching with Susan and Sally” nach Eschwege, um bei mir einen Kurs zum Erlernen der Schwälmer Weißstickerei zu absolvieren. Sie nahmen dafür die lange Anreise aus den USA bzw. aus den Niederlanden auf sich.
Leider konnte Susan Greening Davis, eine der Initiatorinnen, diesmal nicht dabei sein. So hatte Sally Criswell die Gruppe alleine zu begleiten.
W_2016_1Zum diesjährigen Treffen kamen 9 Teilnehmer, viele von ihnen hatten bereits Kurs 1 (die Happel Herzen) und Kurs 2 (den Tulpenkranz) in 2015 erfolgreich absolviert und warteten gespannt darauf, was Kurs 3 ihnen abverlangen würde. Mit dabei waren auch drei Handarbeits-Geschäftsleute: aus den USA, Sally Criswell von Suwannee Valley Cross Stitch und Kimberly Young von Sassy Jacks Stitchery, und aus den Niederlanden Annemiek Koning von De Handwerk Boetiek. Beide, Kimberly und Annemiek, haben die gesamte Palette des für die Schwälmer Weißstickerei benötigten Materials im Angebot, speziell das Weddigen Leinen. Und beide planen, in naher Zukunft Kurse zum Erlernen der Schwälmer Weißstickerei zu geben.
W_2016_2Ich bin der Ansicht, dass jeder Kursabsolvent am Ende ein fertiggestelltes Projekt mit nach Hause nehmen sollte. Dies zu schaffen, war diesmal nicht so stressig, da der diesjährige Unterricht auf 4 Tage erweitert werden konnte. Dennoch kann man natürlich in den wenigen Stunden nur ein kleines Teil sticken. Diesmal sollte es ein kreisförmiges Motiv mit einem lichten Muster sein. Um Verständigungsschwierigkeiten auszuschließen, hatte ich eine detaillierte englische Arbeitsanweisung verfasst, die von meiner professionellen Editorin Joey Colbert in perfektes Englisch umgewandelt wurde. So konnten die Stickerinnen auch in ihrer Freizeit vorankommen.

Das Hotel stellte einen Raum mit genügend Platz zur Verfügung und die Damen arbeiteten motiviert und konzentriert. Manchmal war es so still, dass man eine Nadel zu Boden fallen hören konnte. So konnten neben den angestrebten Projekten auch andere, für die Damen interessante Themen angerissen und auch abgehandelt werden.
W_2016_3Natürlich stand auch ein Besuch meiner Ausstellung auf der Tagesordnung.

Die abschließenden Arbeiten wie Waschen, Bügeln und Ausschneiden erledigten wir ebenfalls in meinen Räumlichkeiten, damit ich nicht all die notwendigen Utensilien ins Hotel bringen musste.
Die Damen waren erstaunt, welch positiven optischen Effekt man durch das Einlaufen des Leinens beim Kochen erzielt.
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Am Ende waren alle froh, eine fertige Arbeit mit nach Hause nehmen zu können.
Einige konnten sogar stolz zwei fertige Stücke vorweisen.
W_2016_5Alle haben während des Zusammenseins gelernt – auch ich. Was? Das möchte ich Ihnen demnächst weitergeben.

Die Eckbildung der gefalteten Erbslochkante

Die gefaltete Erbslochkante kann nicht nur entlang gerader Kanten, sondern auch um Ecken herum gearbeitet werden.

Gezeigt wird hier eine Arbeitsprobe.

Zirka 8 – 10 Fäden vom Rand entfernt nimmt man zuerst den Fadenauszug für die gefaltete Erbslochkante vor.
Erbslochecke_1An der im Bild unten gezeigten Stelle beginnend
Erbslochecke_2stickt man einige Kästchenstiche (die genaue Anzahl ist nicht entscheidend, denn es ist ja nur eine Übung; aber es sollte eine gerade Anzahl sein.)
Erbslochecke_3Man dreht die Arbeit um 180° und stickt Kästchenstiche, die vertikal mit der ersten Kästchenstichreihe übereinstimmen
Erbslochecke_4Man stickt sie um die Ecke herum.
Erbslochecke_5An der im Bild unten gezeigten Stelle beginnend
Erbslochecke_6arbeitet man die übrigen Kästchenstiche.
Erbslochecke_7Die Fäden für die Erbslöcher werden ausgezogen
Erbslochecke_8und gewickelte Erbslöcher werden gearbeitet.
Erbslochecke_9Die Ecke wird diagonal direkt entlang der Außenecken der Kästchenstiche abgeschnitten, ohne diese jedoch zu beschädigen.
Erbslochecke_10Nun wird eine Seite so gefaltet, dass die Rückseiten der Kästchenstichreihen übereinander liegen.
Die entstehenden Dreiecke werden umwickelt.
Erbslochecke_11Die Ecke erreichend, wird auch die angrenzende Seite gefaltet
Erbslochecke_12und das Umwickeln der Dreiecke wird um die Ecke herum fortgeführt.
Erbslochecke_13Von der Rückseite sieht das so aus:
Erbslochecke_14Von den Unterkanten der Kästchenstiche ausgehend lässt man nun – sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite – 4 Fäden stehen und zieht einen fünften aus (siehe Bild)!
Erbslochecke_15Von der Vorderseite aus arbeitet man eine Reihe Kästchenstiche, um beide Lagen zu verbinden.
Erbslochecke_16Nun wird auf der Rückseite der verbliebene Stoffüberstand bis dicht an die Kästchenstiche heran zurückgeschnitten.
Erbslochecke_17Ein hübscher Randabschluss ist entstanden – zugegeben, die Dreiecke in diesem Beispiel sind nicht die gelungensten (dies war einer meiner ersten Versuche, inzwischen habe ich das Ergebnis deutlich verbessert).
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