Materialpackung #1

Um die Schwälmer Weißstickerei erfolgreich erlernen zu können, ist es wichtig, die richtigen Werkstoffe zu verwenden. Packung #1 enthält alle für Lektion #1 und Lektion #3 benötigten Materialien, sowie ein Leinenmuster des feineren Leinens, das für Lektion #2 vorgeschlagen ist.


Die Materialpackung #1 enthält die folgenden Artikel:
• Leinen – 13,5-fädiges Weddigen Leinen ca. 20 cm x 90 cm (für Lektion #1)
• Leinen – 13,5-fädiges Weddigen Leinen ca. 20 cm x 90 cm (für Lektion #3)
• Leinen – 16-fädiges Weddigen Leinen ca. 20cm x 20 cm (zum Test für Lektion #2)
• DEKA Bügelmusterstift
• Butterbrotpapaier
• Wiederablösbares Klebeband
• Sticknadel mit Spitze Nr. 24
• Sticknadel mit Spitze Nr. 26
• Sticknadel ohne Spitze Nr. 26
• Vierfachstickgarn Nr. 16, 20 und 25 – je ein Strängchen (für Lektion #1)
• Vierfachstickgarn Nr. 16, 20 und 30 – je ein Strängchen (für Lektion #3)
• Waschpulver


Materialpackung #1
Leinen
Sticknadeln
Vierfachstickgarn
diverses Zubehör
35,00 €
zum Shop

Lektion #1 – Happel Herzen

Schwälmer Weißstickerei – wollten Sie diese wunderschöne und überaus interessante Sticktechnik nicht schon immer ausprobieren? Hat sich bislang aber keine Gelegenheit dazu ergeben?
Das kann sich ändern! Bequem und einfach von zu Hause aus diese Kunstfertigkeit zu erlernen, ist heutzutage gut möglich.


Schwälmer Weißstickerei ist eine sehr breit gefächerte und aus vielen verschiedenen Techniken kombinierte Stickerei. Nicht alle Techniken können auf einmal erlernt werden. Wenn man an Schwälmer Weißstickerei interessiert ist, kann man nur dann auch eine Vorliebe dafür entwickeln, wenn man die notwendigen Schritte gründlich erarbeitet. Das ist mit Hilfe der Lektionen möglich.

In die Schwälmer Weißstickerei werden drei verschiedene Gruppen von Durchbruch-Mustern einbezogen:
• einfache – hier wird jeder vierte Faden in nur einer Richtung herausgezogen
• Limet – hier wird jeder vierte Faden in beiden Richtungen herausgezogen
• lichte – hier werden Fadenpaare zwischen stehen bleibenden Fadenpaaren in beiden Richtungen herausgezogen.

Für jede Gruppe steht eine breite Palette verschiedener Füllmuster zur Verfügung.


In dieser ersten Lektion lernt man nur die einfachen Durchbruchmuster kennen. Wie man aber den Bildern entnehmen kann, stehen auch anfänglich schon viele Möglichkeiten der unterschiedlichen Gestaltung offen. Neun Muster werden sehr detailliert beschrieben; weiterhin werden viele Vorschläge für Abwandlungen der Muster unterbreitet.

Die Schwälmer Weißstickerei enthält insgesamt nur neun verschiedene Stiche, aus denen sich die unendliche Mustervielfalt der Flächenfüllmuster entwickelt. In Lektion #1 erlernt man bereits drei dieser grundlegenden Stiche – Waffel-, Wickel- und Mückenstiche.


Lektion #1 vermittelt die wichtigsten Grundelemente sehr gründlich in 9 Schritten:

1. Übertragung des Designs
2. Handhabung des Stickgarnes
3. Knötchenstiche
4. Schnürlochbögen (Schlingstiche)
5. Kettenstiche
6. Fadenauszug für einfache Durchbruchmuster
7. Flächenfüllmuster
8. Wäsche
9. Fertigstellung

Als Projekte werden Sie Herzen arbeiten, die nach Fertigstellung der Stickerei entweder ausgeschnitten oder als Bild gerahmt werden können.


Viele andere Möglichkeiten der Fertigstellung sind denkbar – z.B. quadratische oder herzförmige kleine Kissen und Bänder.


Sie sind Linkshänder? Kein Problem! Diese Lektion erscheint in zwei Formaten – geschrieben für Linkshänder oder für Rechtshänder.

Die Lektion bietet einen weiteren Vorteil: Sollten Sie Freude an der Schwälmer Weißstickerei gefunden haben und mehr lernen wollen, stehen Ihnen weiterführende Lektionen zur Verfügung.

Weil der Erfolg zum großen Teil auch vom Gebrauch der richtigen Materialien abhängt, empfehle ich dringend, Materialpackung #1 zusätzlich zur Lektion #1 zu bestellen.


Schwälmer Weißstickerei
Lektion #1
Happel Herzen
53 Seiten
mehr als 140 Bilder
Text: deutsch
Ringbindung
25,00 €
zum Shop

Neues Check-out System

Mein automatisches Check-out System war zur weltweiten Benutzung nur bedingt geeignet. Zu viele Kunden hatten Schwierigkeiten mit der Bedienung.

Um diese Bestellung zu beheben, wurde das System umgestellt. Es ist jetzt für alle Kunden spielend leicht zu durchlaufen: Man wählt das gewünschte Produkt und füllt damit den Warenkorb. Durch Drücken des „Check-Out“ Knopfes gelangt man zur nächsten Seite.


Dort trägt man seine Adressdaten und die E-Mail Adresse ein, wählt die gewünschte Zahlungsart und stimmt der Datenschutzerklärung zu. Dann muss nur noch der Knopf „Absenden“ betätigt werden.


Anschließend erhält man von mir per E-Mail eine Bestätigung und die Rechnung. Nach Zahlungseingang werden die bestellten Produkte umgehend verschickt.

Ich hoffe, das neue System erleichtert Ihnen die Benutzung.

Zeitgenössische Schwälmer Wandbehänge


Beide Mustertücher zeigen Stopfhohlsäume, Weißstickerei-Motive und Kronen. Dennoch ist das Erscheinungsbild beider völlig unterschiedlich.

Das rechts zu sehende Beispiel wurde von einer Dame gefertigt, die an diesem Projekt in 2006 ihre ersten Übungen in der Schwälmer Stickerei vollführte. Sie trennte kleine Weißstickerei-Muster durch Stopfhohlsäume voneinander.


Sie wählte ein Muster in der Form einer Krone,


ein aufgelockertes Muster und ein Design mit einem Blumenkorb. Im Verhältnis zu der Fadenanzahl des Leinens hatten ihre Motive kleine Flächen. Es ist schwierig, verschiedene passende Füllmuster für kleine Flächen zu finden.

Sie stickte kleine Quadrate, in denen sie verschiedene Eckbildungen ausprobierte.


Sie kombinierte verschiedene Stopfhohlsäume sowohl miteinander


als auch mit Erbslochhohlsäumen und Hexenstichen.


Mit Kreuzstichen und weißem Garn stickte sie ihren Namen auf das untere Ende und eine Krone nebst Jahreszahl auf das obere Ende des Tuches.


Das Teil wurde mit Erbslochhohlsaum gesäumt und am unteren rand ausgefranst. Die Stickerin lernte alle grundlegenden Stiche der Schwälmer Weißstickerei, in dem sie ihr eigenes, einzigartiges Mustertuch kreierte. Nun – 12 Jahre später – erzählte sie mir, dass ihre Fertigkeiten in der Zwischenzeit erheblich gewachsen sind. Fehler, wie das zu lose Bündeln der Erbslöcher oder die Kombination verschiedener Stopfhohlsäume mit unterschiedlichen – nicht zueinander passenden Mustersegmenten –, würden ihr nicht länger unterlaufen. Aber es ist ihr erstes Stück; sie lernte sehr viel und sie ist heute noch stolz darauf!

* * * *

Eine geübte Stickerin arbeitete das links zu sehende Beispiel in 2014. Es ist in drei Teile unterteilt. Der untere Teil wird von einer typischen Schwälmer Weißstickerei-Borte mit Herzen, Tulpen und Knospen gebildet und von Stopfhohlsäumen begrenzt.

Wie deutlich zu sehen ist, sind die meisten Motive viel größer als die Motive des rechten Mustertuches. Das erleichtert das Sticken unterschiedlicher Flächenfüllmuster enorm.

Oberhalb der Borte wurde eine Plattstich-Krone gestickt.


Daran schließt sich nach oben hin ein Weißstickerei.Muster in der Form einer Krone an.


Das Design enthält Herzen, Tulpen, Sonnen (Kreise), Vögel und Kleeblätter. Lichte Muster wurden häufiger als Limetmuster gestickt. Geschnürte Bögen, Wimpernstiche und 2 kurz-2 lang Stcihe umgeben die Motive. Gerundete Blätte, Schnürlöcher, Plattstichelemente und viele ausgeprägte Spiralen sind zu sehen.


Das Verhältnis zwischen Oberflächenstickerei und Motivflächen ist ausgewogen.


Die Füllmuster wurden ausgesprochen harmonisch zu den Flächen ausgewählt.


Auch figürliche Muster wie Sterne wurden gestickt.


Ein klares und ordentliches Erscheinungsbild wurde erzielt.


Zwei verschiedene, beliebte Stopfhohlsaummuster


wurden perfekt gestickt.


Eine goldgelbe Plattstich-Krone krönt dieses spezielle Mustertuch.


Ist Ihnen aufgefallen, dass neben der vielfältigen Oberflächenstickerei insgesamt achtzehn verschiedene Flächenfüllmuster gestickt wurden?

Mit diesen Wandbehängen konnten weitere wunderbare Beispiele der abwechslungs- und variationsreichen Schwälmer Weißstickerei gezeigt werden.

Historische Schwälmer Türhandtücher

Früher war es üblich, lange schmale Tücher mit den unterschiedlichen Techniken der Schwälmer Weißstickerei zu verzieren. Die oft reich bestickten Handtücher wurden nicht als Überhandtuch genutzt, sondern an Festtagen an die Tür gehangen. Auch heute fertigt man gern Behänge – meist Wandbehänge – um die für die Stickerin schönsten und interessantesten Varianten der Schwälmer Weißstickerei zur Schau zu stellen. Es gibt eine breite Palette solcher Mustertücher.


Hier werden einige Beispiele vorgestellt (drei überlieferte und zwei zeitgenössische Stücke); sie werden detailliert und in der Reihenfolge von links nach rechts beschrieben.


Die alten Stücke sind deutlich länger als die neuzeitlichen Mustertücher. Sie sind ca. 30 – 40 cm breit und zwischen 1,90 m und 2,00 m lang.

Auffällig sind auch die Spitzen an den unteren Kanten der Tücher.

Das älteste Teil meiner Sammlung – ganz links – stammt aus 1801 (oder möglicherweise auch 1810). Es ist nicht in voller Länge abgebildet – das oberste Teilstück besteht aus unbesticktem Leinen.

Es hat einen Stopfhohlsaum unterhalb der Jahreszahl und eine Sprang-Spitze an der Unterkante.


In der Mitte wurde eine schmale Weißstickereibordüre gearbeitet, die auf beiden Seiten von einem Stopfhohlsaum eingefasst wurde. Alle Stopfhohlsäume dieses Tuches haben das gleiche Muster.

Die Weißstickereiborte besteht ausschließlich aus Kreismotiven, die mit 2 kurz-2 lang Stichen, geschnürten Bögen und Messerspitzen umrandet wurden. Kleine Blümchen aus Schnürlochbögen, gerundete Blätter und Spiralen sind auch zu finden. Alle Füllmuster sind lichte Flächenfüllmuster. In die rechte Kreisfläche wurde der Buchstabe „G“ eingestickt ( und möglicherweise ein unvollständiges „A“ in die linke Kreisfläche).


Eine Kreuzstich-Krone, Initialen und kleine rechteckige Kreuzstich-Ornamente vervollständigen die Stickerei.


Das zweite Beispiel von links ist ein schmales Tür-Handtuch von 1845. Es enthält Borten mit lichten Mustern. Hier handelt es sich um Endlos-Muster. Diese Art der Musterung ist selten zu finden – meist wurden lichte Musterborten mit figürlichen Motiven verziert. Dieses Tür-Handtuch enthält auch eine Weißstickereiborte, Initialen, die Jahreszahl und eine zweifarbige Kreuzstichkrone – ebenfalls eine Rarität. Bilder der Einzelheiten kann man in dem Beitrag Historische Schwälmer Weißstickerei und Maschinenspitze finden.


Alle Füllmuster sind lichte Flächenfüllmuster. Geschnürte Messerspitzen, spitze und gerundete Blätter, Spiralen, Schlängchen, Schnürlöcher (teilweise von Wimpernstichen umgeben) und Kreuzmotive kann man finden. Der Saum wurde mit einer Reihe von Kästchenstichen verziert.

Das dritte Beispiel von links enthält leider keine Jahreszahl. Es ist mit zwei schmalen Borten bestickt. Diese werden nur aus Kreismotiven, wenigen Knötchenstich-Linien und Spiralen gebildet. Alle Füllmuster sind lichte Flächenfüllmuster. Die Flächen sind mit geschnürten Bögen und Plattstichbögen umgeben. Zwischen den beiden Borten wurde ein Stopfhohlsaum platziert. Der separate Leinenstreifen mit dem Stopfhohlsaum wurde zwischen den bestickten Teilen eingesetzt.

Erbslochhohlsäume wurde zweimal gearbeitet – einmal zur Abgrenzung des Stopfhohlsaumes und dann zur Abgrenzung des eingesetzten Streifens.


Dieser Behang wurde weiterhin mit einer Plattstich-Krone, Initialen und kleinen Kreuzstich-Ornamenten verziert.

An der Oberkante wurde eine schmale Bordüre entlang eines Erbslochhohlsaumes gearbeitet. Kleine Kreise – umrahmt von Messerspitzen und geschnürten Messerspitzen – wurden mit lichten Mustern gefüllt. Spitze Blättchen und breite Stiele aus schrägen Schlingstichen sind auch zu sehen. Paare spiegelbildlich angeordneter Spiralen im Wechsel mit dreier Anordnungen von Bögen wurden entlang einer Stielstich-Linie gestickt.


An der Unterkante wurde Sprang-Spitze angefügt.


Es ist interessant, die Vielfalt an Möglichkeiten der Schwälmer Techniken auch auf solch alten Mustertüchern zu betrachten.

Die Einzelheiten der zeitgenössischen Wandbehänge werde ich in einem weiteren Beitrag präsentieren.