Ein kleines Deckchen

Ein kleines Deckchen wird mit einem Mittelmotiv bestickt.
Das Design, ein Kreis mit umgebenden Blättern und Bögen, wird auf den Stoff übertragen. Der Leinenzuschnitt hat eine Größe von 20 cm x 20 cm. Verwendet wird 13,5fädiges Weddigen Leinen.
474_d_1Das Originaldesign misst 8,5 cm x 8,5 cm.
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Mit Vierfachstickgarn Nr. 16 werden Knötchenstiche entlang der Kreislinie gearbeitet. Mit Vierfachstickgarn Nr. 20 werden sowohl die Blätter mit Plattstichen als auch die Bögen mit Schlingstichen gestickt.
474_d_3Mit Vierfachstickgarn Nr. 25 werden Kettenstiche innerhalb der Knötchenstiche gearbeitet.

Der Kreis wird mit dem Flächenfüllmuster 474, bestickt.
Dazu wird Vierfachstickgarn Nr. 30 verwendet.
474_d_4Das Deckchen soll einen 2 cm breiten Saum (+ 1 cm Einschlag) erhalten.
So wird für die Grundlinie des Saumes 5 cm vom Rand entfernt ein Faden ausgezogen. Innen daneben wird ein zweiter Faden ausgezogen. Für den Einschlag wird ein Faden 1 cm vom Rand entfernt ausgezogen.
474_d_5Der 1cm-Einschlag und der 2cm-Saum werden gefaltet und mit Fingernagel oder einem Werkzeug nachgezogen, so dass ein scharfer Knick entsteht. Die Ecke wird diagonal zum Fadenlauf und 1 cm ausserhalb des Kreuzungspunktes der Knicke für den Saum abgeschnitten.
474_d_6Die 1cm-Nahtzugabe der Ecke wird nach innen gefaltet,
474_d_7der Saum wird gelegt, gesteckt, geheftet und mit Hohlsaumstichen befestigt.
474_d_8Entlang der Fadenrinne nach innen hin werden ebenfalls Hohlsaumstiche gearbeitet, um einen stabilen und ordentlichen Rand zu erzielen.
474_d_9Die Ecken werden mit kleinen unsichtbaren Stichen von Hand zugenäht.
474_d_10Die Heftfäden werden entfernt.
474_d_11Das Teil wird gewaschen, gestärkt und gebügelt, und schon ist ein hübsches, kleines Deckchen fertiggestellt.
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Ein Nackenrollenbezug, bestickt mit Schwälmer Borten

Ein sehr schöner, ins Auge fallender Bezug für eine Nackenrolle ist mit Schwälmer Borten verziert.
Kleine Schwälmer Borten sind relativ schnell gestickt und es ist jederzeit möglich, das Muster nach Lust und Laune durch weitere Borten zu ergänzen.
Nackenrolle_1Zuerst wird eine Rolle benötigt. Die hier gezeigte Nackenrolle ist 40 cm lang und hat einen Durchmesser von 15 cm.
Das Leinen wurde auf eine Größe von 58 cm x 52 cm zugeschnitten.

Entlang der 58 cm langen Seite misst man von der Mitte ausgehend je 20 cm nach jeder Seite ab und arbeitet dort je eine Reihe von Kästchenstichen. Diese Kästchenstichlinien markieren später die Enden der Rolle.
Nackenrolle_2Entlang der Kästchenstichreihen wird nach innen hin ein typisches Schwälmer Börtchen gestickt.

Zahlreiche Schwälmer Borten – ähnlich der hier gezeigten – enthält das Buch Schlängchen & Co – Schwalmtypische Börtchen und Zierstiche.

In der Mitte wird ein Muster aus drei Borten gestickt, jeweils durch eine Reihe Kästchenstiche voneinander getrennt. Eine breite Palette verschiedener Flächenfüllmuster wird verwendet.

Die Kanten der beiden Enden erhalten einen 2 cm breiten Saum mit einem 1 cm breiten Einschlag und werden zusätzlich mit Nadelspitze verziert.
Nackenrolle_3Bevor die langen Seiten zusammengenäht werden, wird das Teil gewaschen, um eventuelles Einlaufen des Gewebes berücksichtigen zu können.

Dann wird es gebügelt und zusammengenäht. Die Naht beginnt und endet jeweils vor dem Saum.
Eine Kordel wird in den Saum gezogen, um den Stoff an den Seiten zusammenziehen zu können.
Nackenrolle_4Die Rolle wird in den bestickten Bezug geschoben, die Enden werden zusammengezogen.
Nackenrolle_5Ein sehr dekoratives Nackenkissen ist entstanden.
Nackenrolle_6Solch kleine Börtchenmuster kann man ganz unterschiedlich einsetzen. Man kann die Muster verkleinern oder in dem Buch gezeigte kleinere Versionen wählen, um sie für unterschiedliche Miniaturen zu verwenden, zum Beispiel für eine Nadelrolle oder ein Nadelkissen.

Ein Schwälmer Konturenmuster in zwei Ausführungen (7)

Zum Füllen der Räume zwischen den Motiven wurden – wie in der Schwälmer Weißstickerei üblich – unterschiedliche Gestaltungselemente eingesetzt. Kleine Blüten, gerundete Blätter und Spiralen wechseln sich ab. Bei all diesen Gestaltungselementen gibt es wenig Spielraum für Variationen.
Daher unterscheiden sich die beiden Läufer in diesen Punkten auch nur in der Auswahl der Garnstärken.
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Bei dem ovalen Läufer wurden die Knötchenstiche mit Vierfachstickgarn Nr. 20 gearbeitet.
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Bei dem rechteckigen Läufer wurde Vierfachstickgarn Nr. 16 dafür verwendet.
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Für den kurzen Stiel mit Blüten und Blättern wurde beim ovalen Läufer Viefachstickgarn Nr. 20 für die Knötchenstiche und Nr. 25 für die Schlingstiche eingesetzt.
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Bei dem rechteckigen Läufer wurden die Blättchen nicht mit Schlingstichen, sondern mit Plattstichen gearbeitet. Verwendet wurde Vierfachstickgarn Nr. 16 für die Knötchenstiche und Nr. 20 für die Plattstiche und die Schlingstiche.
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Das gleiche gilt auch für die übrigen Stiele mit Blättchen und Blüten.
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Beim ovalen Läufer wurde Viefachstickgarn Nr. 20 für die Knötchenstiche und Nr. 25 für die Schlingstiche eingesetzt.
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Bei dem rechteckigen Läufer wurden die Blättchen nicht mit Schlingstichen, sondern mit Plattstichen gearbeitet. Verwendet wurde Vierfachstickgarn Nr. 20 für die Knötchenstiche und Nr. 25 für die Plattstiche und die Schlingstiche.
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Dieser Vergleich zweier Stickereien mit dem gleichen Konturenmuster zeigt, wie groß die Spielräume sind, die man in Bezug auf Garnstärken, Stichanwendung, Flächenfüllmuster und Randgestaltung nutzen kann. Diese breite Palette der Möglichkeiten macht Schwälmer Weißstickerei so einzigartig und die Beschäftigung mit ihr so spannend und interessant.

Ein Schwälmer Konturenmuster in zwei Ausführungen (6)

Seitlich der Längsachse finden sich drei verschiedene kleinere Motive – eine Tulpe und zwei Kreisformen. Die erste Kreiskontur (hier etwas vergrößert dargestellt) soll mit dem Muster „2 kurz – 2 lang“ umgeben werden.
Bild_36Bei dem ovalen Läufer wurde „2 kurz – 2 lang“ weitgehend den Linien folgend mit zu dünnem Garn ausgeführt. Die Umrandung erscheint dadurch etwas mager.
Die Kreisfläche wurde mit dem Limetmuster „Limetrosen“ (Limetrosen I, Seite 27) verziert.

Verwendet wurde Vierfachstickgarn in folgenden Stärken: Nr. 20 für die Knötchenstiche, Nr. 25 für die Plattstiche und Nr. 30 für die Kettenstiche und das Flächenfüllmuster.
Bild_37Bei dem rechteckigen Läufer wurden die Umrandungsstiche mit dickerem Garn ausgeführt und die Stiche dichter gesetzt.

Die Kreisfläche wurde mit dem Limetmuster „Kleines Ochsenaugenraster“ (Limetrosen I, Seite 15) verziert.

Verwendet wurde Vierfachstickgarn in folgenden Stärken: Nr. 16 für die Knötchenstiche, Nr. 20 für die Plattstiche und Nr. 25 für die Kettenstiche und das Flächenfüllmuster.
Bild_38Die zweite Kreiskontur (hier stark vergrößert dargestellt) soll mit dem Bögen umgeben werden.
Bild_39Bei dem ovalen Läufer wurden die Bogenlinien mit Knötchenstichen überdeckt. Innen wurden Kettenstiche neben die Knötchenstiche getickt. Die verbliebenen Flächen wurden frei gelassen.

Die Kreisfläche wurde mit dem Limetmuster „Rosenstiche“ (Grundlagen der Schwälmer Weißstickerei, Seiten 50 – 52) verziert.

Verwendet wurde Vierfachstickgarn in folgenden Stärken: Nr. 20 für die Knötchenstiche und Nr. 30 für die Kettenstiche und das Flächenfüllmuster.
Bild_40Bei dem rechteckigen Läufer wurde die Umrandung als „geschnürte Bögen“ (Grundlagen der Schwälmer Weißstickerei, Seite 24) ausgeführt,

die Kreisfläche mit dem lichten Muster „Doppelkreuze – in geraden Reihen“ (Mustertücher `Lichte Muster´, Seiten 46 und 47) verziert.

Verwendet wurde Vierfachstickgarn in folgenden Stärken: Nr. 16 für die Knötchenstiche und das Flächenfüllmuster, Nr. 20 für die Schlingstiche und Nr. 25 für die Kettenstiche.
Bild_41Die Kontur der kleinen Tulpe sieht folgendermaßen aus:
Bild_42Bei dem ovalen Läufer wurden alle Linien mit Knötchenstichen überdeckt. Die äußeren Konturteile wurden mit Plattstichen gefüllt. Die anschließenden Flächen wurden frei gelassen.

Das Mittelteil der Tulpe wurde mit dem Limetmuster „Gefieder“ (Limetrosen I, Seite 9) verziert.

Verwendet wurde Vierfachstickgarn in folgenden Stärken: Nr. 20 für die Knötchenstiche, Nr. 25 für die Plattstiche und Nr. 30 für die Kettenstiche und das Flächenfüllmuster.
Bild_43Bei dem rechteckigen Läufer wurden ebenfalls alle Linien mit Knötchenstichen überdeckt. Die äußeren Konturteile wurden ebenfalls mit Plattstichen gefüllt. Die anschließenden Flächen wurden mit Kettenstichen umgeben und in der Mitte frei gelassen.

Das Mittelteil der Tulpe wurde mit dem Limetmuster „Marburger Grundstich“ (Grundlagen der Schwälmer Weißstickerei, Seiten 39 und 40) verziert.

Verwendet wurde Vierfachstickgarn in folgenden Stärken: Nr. 16 für die Knötchenstiche, Nr. 20 für die Plattstiche und Nr. 25 für die Kettenstiche und das Flächenfüllmuster.
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Ein Schwälmer Konturenmuster in zwei Ausführungen (5)

Der Mittelkreis wird flankiert von weiteren Tulpen mit folgender Konturenzeichnung (hier etwas vergrößert dargestellt):
Bild_31 Die Tulpe hat ein gut füllbares Mittelteil sowie je zwei seitliche Blütenblätter, die lang, schmal und spitz zulaufend sind. Wie kann man diese besticken?

Man könnte die Linien verändern und einen Teil der schmalen Blätter dem Mittelteil zuschlagen.
Bild_32 Die äußeren Formen sind zu schmal, um sie mit Durchbruchmustern verzieren zu können. Man muss andere Wege finden.

Zum Sticken dieser Kontur des ovalen Läufers sollten ausschließlich Plattstiche verwendet werden.
Damit diese nicht zu lang geraten, müssen die Flächen geteilt werden. (Wie man solche geteilten Blätter stickt, ist detailliert beschrieben in „Grundlagen der Schwälmer Weißstickerei„, Seiten 29 und 30.)
Bild_33 Im Mittelteil der Tulpe des ovalen Läufers wurde das Limetmuster „Kleiner Reißverschluss – versetzt gearbeitet“ (Wickelstiche I, Seite 29) gestickt.

Verwendet wurde Vierfachstickgarn in folgenden Stärken: Nr. 20 für die Knötchenstiche, Nr. 25 für die Plattstiche und das Flächenfüllmuster und Nr. 30 für die Kettenstiche.

Man kann die Linien der spitzen Blätter z. B. auch mit Knötchenstichen sticken, nach innen hin Kettenstiche daneben setzen und die verbliebenen Flächen mit Plattstichen bedecken, wie im Bild unten zu sehen und auf dem rechteckigen Läufer gearbeitet.

Es gibt aber auch die Möglichkeit die Techniken zu vermischen. Bei den unteren Spitzen habe ich ein Element der frühen Schwälmer Weißstickerei verwendet und eine Variation des Weizenstiches gestickt (Frühe Schwälmer Weißstickerei, Seite 75).
Es gibt in der frühen Schwälmer Weißstickerei eine ganze Reihe von Mustern, die sich für lange, schmale Flächen gut eignen.
Bild_34 Das Mittelteil der Tulpe wurde mit eine Limetmuster gefüllt. Der Mittelstreifen besteht aus dem Muster „Krönchen“ (Limetrosen I, Seite 55).
Seitlich davon wurden Kästchenstiche gearbeitet.
Bei dem Pendant habe ich eine kleine Veränderung vorgenommen, die Plattstiche weggelassen und in die Mitte zwischen die „Krönchenstiche“ eine Reihe Wickelstiche gestickt.
Bild_35 Verwendet wurde Vierfachstickgarn in folgenden Stärken: Nr. 16 für die Knötchenstiche, Nr. 20 für die Plattstiche und den Weizenstich und Nr. 25 für die Kettenstiche und das Flächenfüllmuster.
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