Die 13 Basisstiche der Schwälmer Weißstickerei
B. Die Füllstiche
Mussten sich die Zierstiche nicht nach der Lage der Gewebefäden richten, so sind die Füllstiche fadengebunden, d. h. sie orientieren sich an Lage und Anzahl der Gewebefäden.
Damit das besser gelingt, werden den zu bestickenden Flächen Gewebefäden entnommen. Bei einfachen Durchbruchmustern ist das jeder vierte Gewebefaden in einer Richtung – entweder horizontal oder vertikal. Bei den Limet-Doppeldurchbruchmustern entfernt man gewöhnlich jeden vierten Faden sowohl horizontal als auch vertikal. Bei den lichten Durchbruchmustern werden paarweise Fäden zwischen jeweils 2 stehend bleibenden Fäden ausgezogen – sowohl horizontal als auch vertikal.
5. Der Wickelstich
Der Wickelstich ist der am einfachsten zu arbeitende Füllmusterstich. Er ist dem Plattstich ähnlich, nur richtet er sich, anders als dieser, nach der Lage der Gewebefäden.
Er wird sowohl als einfaches Durchbruchmuster
als auch als Limet-Durchbruchmuster verwendet.
Garnstärke: je nach Feinheit des Leinens Vierfachstickgarn Nr. 20 oder Nr. 25 – damit der Plattstich wirkt, sollte man eher das dickere Garn verwenden.
Aufbau der Reihen: von unten nach oben
Richtung der Nadelführung: von rechts nach links
Arbeitsweise: Man sticht auf der linken/äußeren Linie aus und legt den Faden in einer Schlaufe nach unten und rechts.
Man überquert einen Gewebefaden nach oben und sticht auf der rechten Seite ein, unterquert den Stoff zwischen den beiden Linien und sticht links einen Gewebefaden über dem vorherigen Ausstichpunkt aus.
Man zieht die Nadel durch und den Faden leicht nach links an. Der Arbeitsfaden sollte gespannt sein, aber die Gewebefäden nicht zusammenziehen.
In einfachen Durchbruchmustern stickt man damit durchgehende Reihen, die sogenannten „Stangen“ (siehe Bild ganz oben).
In Limet-Durchbruchmustern können solche Stangenabschnitte zu Blöcken zusammengesetzt,
treppenartig
oder auch treppenartig und versetzt gearbeitet werden, so dass sich Quadrate bilden – die sogenannten „Ackerfelder“.
Man kann Wickelstiche auch über zwei Kästchen (6 Gewebefäden) in der Breite sticken und dadurch weitere Musterungen erzielen.
Durch all diese Gestaltungsmöglichkeiten ist der Wickelstich ein äußerst vielseitig einsetzbarer Stich, durch den die unterschiedlichsten Wirkungen zu erzielen sind. Allein 84 unterschiedliche, nur aus Wickelstichen bestehende Flächenfüllmuster sind in meinem Buch Wickelstiche gezeigt.
Die Kombination von Wickelstichen mit anderen Stichen schafft eine riesige Mustervielfalt. Einige davon kann man in meinem Blog finden:
Flächenfüllmuster Nr. 444
Flächenfüllmuster Nr. 446
Flächenfüllmuster Nr. 447
Flächenfüllmuster Nr. 448
Flächenfüllmuster Nr. 450
Flächenfüllmuster Nr. 451 – Hemdenknöpfchen
Flächenfüllmuster Nr. 469
Flächenfüllmuster Nr. 472
Flächenfüllmuster Nr. 473
Flächenfüllmuster Nr. 480
Flächenfüllmuster Nr. 548
Flächenfüllmuster Nr. 552
Flächenfüllmuster Nr. 573
Flächenfüllmuster Nr. 577
Flächenfüllmuster Nr. 580
Eine Wickelstichbesonderheit bietet
Flächenfüllmuster Nr. 570
Zur weiteren Erklärung:
Anders als beim Einsatz von Wickelstichen in Ajourmustern (links im Bild unten) wird der Arbeitsfaden wie oben beschrieben bei den Durchbruchmustern (rechts im Bild unten) schräg über je einen Gewebefaden in der Höhe geführt. Denn bei den Ajourmustern soll die Wirkung durch das Zusammenziehen der Gewebefäden entstehen, während bei den Durchbruchmustern der Arbeitsfaden im Mittelpunkt der Musterung steht. Durch die Schräglage versinkt er nicht in der Rinne zwischen den Gewebefäden, sondern hebt sich plastisch ab.









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