Spiralen – Übung (1)

„Übung macht den Meister“ – das gilt auch für das Sticken von Spiralen. Hier sind zwei ähnliche Muster, um damit zwei unterschiedliche Projekte zu fertigen – perfekt zum Lernen, Spiralen zu sticken.
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Das erste Muster misst 7,5 cm x 7,5 cm. Es wird auf einen Leinenzuschnitt in der Größe von 14 cm x 26 cm übertragen. Ein kleines Kissen soll daraus entstehen. Die ersten Schritte dazu findet man hier, die letzten Schritte bis zur Fertigstellung hier.
(Natürlich kann man solch ein Nadelkissen auch aus zwei Teilen von je 14 cm x 14 cm Größe arbeiten.)
spir1_2In meinem Beispiel habe ich feines, handgewebtes Leinen und Vierfachstickgarn Nr. 16 für alle Knötchenstiche gewählt.
(Man wird feststellen, dass ein Kreisdesign nicht länger als wirklicher Kreis erscheint, wenn das Leinen in einen Rahmen gespannt wird. Das ist nicht tragisch, denn am Ende wird die Kreisform wieder zurückkehren.)
spir1_3Das Hauptaugenmerk liegt diesmal auf der Übung der Spiralen, daher ist das Einarbeiten eines Füllmusters in die Kreisfläche nicht unbedingt notwendig. Wie dem auch sei, der Ring, nur aus Knötchenstichen bestehend, sieht zu unscheinbar aus. Daher werden mit Vierfachstickgarn Nr. 20 noch Kettenstiche neben die Knötchenstiche gestickt.
spir1_4Das Teil wird gewaschen – bitte vorsichtig, damit die Ränder nicht ausfransen – gestärkt und gebügelt.
spir1_5Dann wird das Kissen genäht, gefüllt und geschlossen.
Ein hübsches, kleines Projekt ist fertiggestellt.
spir1_6Für das zweite Projekt, ein Ornament zum Schmücken des Weihnachtsbaumes, wird das Muster verkleinert, so dass es in einen Ring mit einem Durchmesser von ca. 7,5 cm passt. Der innere Kreis wird gelöscht – so kann das Zentrum ein kleines Füllmuster aufnehmen.
spir1_7Vierfachstickgarn Nr. 16 wird für die Knötchenstiche verwendet, Nr. 20 für die Schlingstiche und die Kettenstiche. Am äußeren Rand werden zuerst Knötchenstiche über die innere Linie gestickt.
Dann wird eine Reihe Kettenstiche zwischen beide Linien gearbeitet, Diese Kettenstiche werden mit sehr dichten Schlingstichen überdeckt.
spir1_8Alle übrigen Knötchenstiche werden gestickt. Mit Vierfachstickgarn Nr. 30 werden Kettenstiche neben die Knötchenstiche des Innenkreises gesetzt. Die Kreisfläche wird mit einem lichten Muster mit Grundstichgitter gefüllt. Detaillierte Beschreibungen dazu finden Sie in meinen Büchern Grundlagen der Schwälmer Weißstickerei und Mustertücher `Lichte Muster´. Ein lichtes Muster passt gut zu einem Baumbehang und bildet einen hübschen Kontrast zu dem äußeren Ring mit den Spiralen.
spir1_9Nach Fertigstellung der Stickerei wird das Teil gewaschen (gekocht), gestärkt und gebügelt.
spir1_10Dann wir der Kreis ausgeschnitten.
Das Ergebnis ist eine weitere schöne Zierde zum Schmücken des Baumes.
spir1_11Dieses Muster wäre auch eine hübsche Dekoration für ein langes schmales Musterband mit einer Reihe ähnlicher Designs.
spir1_12Genießen Sie diese Übungen!

Wie stickt man Spiralen?

Die Spirale ist ein beliebtes Musterelement der Schwälmer Weißstickerei. Oft und gern werden sehr ausgeprägte Exemplare verwendet.
Spir_0Damit man Spiralen ordentlich sticken kann, benötigt man zuallererst eine gute Vorlage. Das unten abgebildete Muster hat eine Originalgröße von ca. 2 cm x 2 cm.
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Möglichst exakt wird das Muster auf das Leinen übertragen.
Spir_2Spiralen werden immer von außen nach innen gestickt – man beginnt am geraden Ende und schreitet bis zum Zentrum Knoten-für-Knoten der Biegung der Linie folgend fort. Spiralen sollten niemals mit zu dünnem Garn gestickt werden. Abhängig von der Beschaffenheit des Leinens ist Vierfachstickgarn Nr. 16 oder Nr. 20 richtig.
Spir_3Während des Stickens sollte man die Arbeit ständig Stich-für-Stich weiterdrehen,
Spir_4so dass die Nadel immer im rechten Winkel zur Spirallinie geführt werden kann. Auf diese Weise kann man den Verlauf der Kurve exakt nachvollziehen.
Spir_5Wird der Faden zu kurz – was bei großen Spiralen durchaus passieren kann -, sticht man knapp
hinter dem letzten Knötchenstich zur Rückseite,
Spir_6vernäht den Faden unter den rückwärtigen Stichen und befestigt auch den neuen Faden dort.
Spir_7Man sticht – ein winziges Stückchen zurückgehend – direkt neben dem oder besser noch durch den soeben vernähten Faden aus. So bleibt der Übergang fast unsichtbar.
Spir_8Den letzten Stich sollte man – abweichend von der Linienführung – etwas weiter nach innen hin setzen.
Spir_9So kann man die Spirale wunderbar „einkringeln“.
Spir_10Auch ungewaschen und ungebügelt sieht die Spirale doch schon ganz gut aus!

Historische Schwälmer Miederärmel-Stickerei (B)

Die Muster des Schwälmer Miederärmels B sind sehr variantenreich. Das verwendete Leinen hat 21/24 Fäden/cm. Das Bild zeigt die Gesamtansicht der Stickerei in einer Fotomontage.
MiW2_1Bitte beachten Sie, dass das gesamte Muster (vom Stopfhohlsaum bis zur Nadelspitze) nur ca 9,5 cm hoch ist. Die unten zu sehenden Fotos zeigen starke Vergrößerungen; in der Realität ist die Stickerei sehr fein.
MiW2_2Ein 7-stufiger, gespiegelter Stopfhohlsaum ziert die eine Seite der Weißstickereiborte. Mehr Informationen über Stopfhohlsäume – die verschiedenen Arten und die unterschiedlichen Arbeitsweisen – finden sich in meinem Buch Randabschlüsse.
MiW2_3Auf der gegenüberliegenden Seite ist die Weißstickereiborte mit aufwändiger Nadelspitze begrenzt.

Dazwischen ist Weißstickerei vom Feinsten zu sehen. Bitte beachten Sie, dass zwischen den großen Motiven beinahe kein Stückchen Stoff unbearbeitet blieb. Und bitte vergleichen Sie die hier zu sehenden Kettenstiche mit denen des Schwälmer Miederärmels A.

Und nun sollen die Bilder für sich sprechen; genießen Sie eine intensive und genaue Betrachtung!
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Ein breiter Saum mit einer gefalteten Erbslochkante

In früheren Blogposts habe ich gezeigt, wie die gefaltete Erbslochkante gearbeitet wird und wie die Eckbildung der gefalteten Erbslochkante erfolgt. Nun präsentiere ich einen breiten Saum mit Briefecke und einer gefalteten Erbslochkante.
13,5-fädiges Leinen wird auf ein Maß von 26 cm x 26 cm zugeschnitten. Die Mitte wird markiert.
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Ausgehend vom Mittelpunkt werden in beide Richtungen, sowohl horizontal als auch vertikal, 40 Fäden abgezählt. Der jeweils einundvierzigste Faden wird durchtrennt und bis zum Kreuzungspunkt
beider Fäden ausgezogen.
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Der Bereich des Fadenauszuges misst 3 cm. Das gegenüberliegende Fadenende wird nun ungefähr 3,5 cm weit ausgezogen.
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Ausgehend von der soeben gebildeten Fadenrinne lässt man nach oben hin 4 Fäden stehen, durchtrennt den fünften in der Mitte und zieht beide Fadenenden ca. 3,5 cm weit aus.
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Man arbeitet auf der linken Stoffseite und stickt von links nach rechts. Man beginnt rechts der senkrechten Fadenrinne und arbeitet Kästchenstiche über 4 Fäden zwischen die beiden waagerechten Fadenrinnen. Man arbeitet zunächst insgesamt 20 Kästchenstiche und stoppt dann.
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Man durchtrennt den rechts des zwanzigsten Kästchenstiches gelegenen Faden in Höhe des Mittelpunktes und zieht beide Fadenenden ca. 3,5 cm weit aus.
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Man lässt 4 Fäden nach rechts stehen und zieht den fünften aus. Danach dreht man die Arbeit um 90° gegen den Uhrzeigersinn
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und setzt die Stickerei der Kästchenstiche um die Ecke herum fort.
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Nach 21 Kästchenstichen (der Eck-Kästchenstich wird mitgezählt) werden senkrechte Fäden in der zuvor beschriebenen Weise ausgezogen. Auch wird die anfangs gebildete Fadenrinne um ca. 3,5 cm verlängert. Der fünfte Faden außerhalb dieser Linie wird ausgezogen (siehe Bild). Kästchenstiche werden rund um das Quadrat fortgeführt.
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Außerhalb jeder Seite werden 6 Fäden stehen gelassen und der jeweils siebte in der Mitte durchtrennt. Weitere 4 Fäden werden stehen gelassen und der fünfte in der Mitte durchtrennt. Die Enden der zuletzt durchtrennten Fäden werden bis zu ihren Kreuzungspunkten zurückgezogen.
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Nun werden die innen liegenden durchtrennten Fäden ebenfalls bis zu diesen Fadenrinnen zurückgezogen. Die Fadenenden bleiben dort hängen, Sie verschwinden später im Saum.
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Um das Quadrat werden je 20 Kästchenstiche zwischen die beiden äußeren Fadenrinnen gestickt.
Sie müssen mit den innenliegenden Kästchenstichen übereinstimmen. Die Eckbereiche bleiben frei.
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Die zwischen den beiden Kästchenstichreihen verbliebenen 6 Fäden werden durchtrennt und ausgezogen. Die Fadenenden werden zurückgebogen und mit kurzen Vorstichen auf ihrem Platz gehalten. Erbslöcher werden gearbeitet.
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Nun wird der Bereich für den breiten Saum vorbereitet. Dazu ist eine Anzahl von Fäden notwendig, die durch 8 teilbar ist und der man 2 hinzuzählt. Ich habe in diesem Beispiel 34 gewählt (4 x 8 + 2).
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So zählt man, ausgehend von der äußeren Fadenrinne, 34 Fäden ab und durchtrennt den fünfunddreißigsten. Von hier an kann man alle Fäden komplett von Stoffkante zu Stoffkante ausziehen.

Bitte beachten Sie, wenn Sie einen solchen Saum arbeiten wollen, folgendes: Der gerade abgezählte Bereich ist die Vorderseite des Saumes. Man muss einen weiteren Bereich zum Arbeiten des Erbsloches, für die Rückseite des Saumes und für den Saumeinschlag zur Verfügung haben. Dies muss man bedenken, damit man am Ende nicht zu wenig Stoff übrig hat. (Ist zu wenig Stoff vorhanden, muss man den Saum schmaler gestalten.)
Man lässt nach außen hin 4 Fäden stehen und zieht den fünften aus.
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Man arbeitet Kästchenstiche einmal um das Quadrat.
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Mehr Fäden werden ausgezogen:

8 Fäden stehen lassen 1 Faden ausziehen
4 Fäden stehen lassen 1 Faden ausziehen
34 Fäden stehen lassen 1 Faden ausziehen

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Man arbeitet Erbslöcher für die gefaltete Erbslochkante und schneidet den Stoffüberstand so ab, dass außerhalb der letzen Fadenrinne ca. 1 cm für den Saumeinschlag stehen bleibt.
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Die Nahtlinie für die Briefecke wird markiert. Sie sollte diagonal durch die äußeren Kästchenstiche verlaufen.
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Exakt werden die Ecken gefaltet. Mit der rechten Stoffseite nach innen wird Kante genau auf Kante gelegt. Mit Hand oder Maschine wird die Linie zwischen der äußeren Fadenrinne (nicht der Stoffkante!) und der Ecke des Kästchenstiches zusammengenäht.
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Mit ca. 1 cm Nahtzugabe wird der Stoffüberstand zurückgeschnitten.
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Die Ecke wird gewendet. Mehr Informationen dazu findet man in meinem Buch Grundlagen der Schwälmer Weißstickerei.
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Die gefaltete Erbslochkante wird fertiggestellt, der Saum wird befestigt und die Ecken des innenliegenden Erbslochhohlsaumes werden bestickt.

Das Teil wird gewaschen, gestärkt und gebügelt. Man kann es lassen, wie es ist – ein niedliches, kleines Decken. Oder man kann es in ein schönes Lavendelkissen umwandeln. Mit einer Schlaufe zum Aufhängen und einer Quaste ist es auch sehr gut geeignet, einen hübschen Weihnachtsbaumschmuck abzugeben.
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Wenn Sie ein umfangreicheres Projekt – Quadrat oder Rechteck in beliebiger Größe – arbeiten wollen, ist das Auszählen von der Mitte aus fast unmöglich. Die Reihenfolge der Arbeitsschritte ist dann eine andere, als die in dieser Blogpost beschriebene.
Daher habe ich ein Dokument zum Downloaden gefertigt. Es erklärt sehr detailliert, wie die Fäden gezogen werden, wie sowohl die Erbslöcher für die gefaltete Erbslochkante als auch die Erbslöcher für den Erbslochhohlsaum gestickt werden, wie die Briefecke für diesen Saum entsteht und wie die Arbeit fertig gestellt wird.
Auf 17 Seiten, illustriert mit 70 Bildern, finden Sie alle notwendigen Schritt-für-Schritt Anleitungen, um einen breiten Saum mit einer gefalteten Erbslochkante zu arbeiten.
Titel Erbslochkante deutsch

Ein breiter Saum mit einer gefalteten Erbslochkante
ausführlich vermittelt
durch
bebilderte Schritt-für-Schritt Anleitung
17 Seiten
7,82 MB Dateigröße
Text: deutsch
15,00 € (12,61 € + 19 % Mehrwertsteuer)
zum download

Kordeln – leicht und schnell gedreht

Zum Abschluss der Arbeiten des letztjährigen Workshops wurden Kordeln benötigt. Sally fand meine althergebrachte Art, diese mit Hilfe eines Stiftes zu drehen, sehr antiquiert
Kordel_1und fragte nach einem Twister. Da ich dieses Werkzeug nicht kannte, brachte sie mir in diesem Jahr eines mit.

Ein Twister ist ein kleines, leichtes und handliches Gerät von ca. 13 cm Länge.
Kordel_2Er besteht aus Haltegriff, Haken zum Einhängen des Garnes und präzise ineinandergreifende Zahnrädern, die beim Betätigen der kleinen Handkurbel den Haken in eine Drehbewegung versetzen,
Kordel_3und das eingehängte Garn drehen.
Kordel_4Wie viel schneller, einfacher und gleichmäßiger als nach der althergebrachten Methode lässt sich eine Kordel doch mit diesem kleinen Gerät herstellen. Es macht riesigen Spaß.
Kordel_5Hat man die gewünschte Drehfestigkeit erreicht, hält man das Ende mit der Hand fest, nimmt den Haken heraus und hängt ihn als Gewicht auf das gedrehte Garn
Kordel_6um die Kordel zusammen drehen zu lassen.
Kordel_7Es macht auch Spaß, Kordeln mit 2, 3 oder noch mehr Farben herzustellen.
Kordel_8Danke, Sally!

In Deutschland kann man den Kordeldreher bei der Fa. CREATIV Horst erwerben.