Das Muster in der Größe von ca. 7,5 cm ist gut geeignet, um mit dem gleichgroßen Muster aus der Spiralen – Übung (1) und später noch folgenden gleichgroßen Mustern ein Band zu besticken.
In diesem Teil soll die Übung von Abzweigen im Vordergrund stehen.
Vierfachstickgarn Nr. 16 wird für die Knötchenstiche verwendet, Nr. 20 für die Schlingstiche und die äußeren Kettenstiche. Am äußeren Rand werden zuerst Knötchenstiche über die innere Linie gestickt. Dann wird eine Reihe Kettenstiche zwischen beide Linien gearbeitet. Diese Kettenstiche werden mit sehr dichten Schlingstichen überdeckt.
Alle übrigen Knötchenstiche werden gestickt. Arbeiten sie zuerst den Innenkreis im Uhrzeigersinn und denken sie bitte daran, den jeweils letzten Stich vor Erreichen eines Abzweiges etwas breiter zu sticken. Arbeiten sie dann die Spiralen.
Mit Vierfachstickgarn Nr. 30 werden Kettenstiche neben die Knötchenstiche des Innenkreises gesetzt. Die Kreisfläche wird mit dem lichten Muster ohne Grundstichgitter „Doppelkreuze in geraden Reihen“ gefüllt. Eine detaillierte Beschreibung dazu finden sie in meinem Buch Mustertücher `Lichte Muster´. Ein lichtes Muster passt gut zu einem Baumbehang und bildet einen hübschen Kontrast zu dem äußeren Ring mit den Spiralen.
Nach Fertigstellung der Stickerei wird das Teil gewaschen (gekocht), gestärkt und gebügelt.
Man kann auch eine weiteres Ornament zum Schmücken des Weihnachtsbaumes daraus fertigen.
Dann wir der Kreis ausgeschnitten. Das Ergebnis ist eine weitere schöne Zierde zum Schmücken des Baumes – das nächste Weihnachtsfest kommt schneller, als man denkt!

Seit einigen Jahren stehe ich in Kontakt zu Waltraud und Helmut Kater aus Wagga Wagga in Australien. Waltraud ist eine begabte Quilterin und eine hochtalentierte Stickerin. Die Begeisterung für Ihre Hobbys lässt ihr wenig Zeit für Internetaktivitäten, und so pflegt Helmut den Kontakt und versorgt mich hin und wieder mit wissenswerten Neuigkeiten.
Den ersten kleinen Eindruck von Waltrauds Kunstfertigkeit bekam ich durch ein paar Fotos ihres in Arbeit befindlichen Meisterwerkes. Waltraud will einen Bettüberwurf fertigen. Sie bestickt ihn über und über mit den unterschiedlichsten Mustern in weiß und zarten Pastelltönen. Später soll das Teil gequiltet werden.
Eigentlich beschäftige ich mich ja mit der Schwalm – der Schwälmer Tracht, der Schwälmer Weißstickerei und allem, was damit in Zusammenhang steht. Doch die individuelle Gestaltung von textilem Grundmaterial mit den unterschiedlichsten Stickstichen und Flächenfüllmustern stellt die Verbindung zwischen verschiedenen Sticktechniken her. Waltraud´s gestickter Quilt ist so einzigartig, so gelungen und so schön, dass ich ihn hier zeigen muss. Und vielleicht kann man ja auch die eine oder andere Idee oder Anregung für die Weißstickerei daraus mitnehmen.
Der Quilt soll als Überwurf für Anneliese´s Bett dienen. Daher erklären sich die Ausmaße von 2,2 m x 2,4 m. Waltraud besorgte weißgrundigen Stoff mit zartlila Wolken und einige Vorlagenbücher, aus denen sich die Enkelin einzelne Segmente heraussuchte. Diese Motive übertrug Waltraud auf Transparentpapier und kombinierte sie mit anderen Einzelmotiven. Sie schob hin und her und kombinierte immer wieder anders, bis die Motivgruppen ihren Vorstellungen entsprachen.
Gern wählte Waltraud auch Vorlagen aus dem Mal-, Zeichen- und Ausfüllbuch „Mein verzauberter Garten“ von Johanna Basford, wie z.B. den mittleren Ausschnitt des Motivs mit dem Brunnen.
Die nächste Hürde – das gekonnte Verteilen der Motive in der Fläche – war schnell und unproblematisch genommen. Die Motive waren mit feinem Stift auf Baumwollstoff aufgezeichnet.
Eine gute Linienzeichnung zu haben, ist eine Sache, doch diese Linien ohne Vorlage in Stickerei umzusetzen, ist eine andere Sache.
Welche Garne sagen einem zu? Welche Farben wählt man insgesamt? Welche Bereiche gestaltet man mit den gewählten Farben eher heller oder doch lieber dunkler? Welche Garnstärken verwendet man? Mit welchen Stichen führt man die einzelnen Segmente aus? Welche Flächen werden vollständig ausgefüllt, welche Flächen werden mit einigen Zierstichen geschmückt, welche Flächen werden nur durch Umrisse gekennzeichnet? Bei all diesen Fragen ist die Stickerin auf sich allein gestellt und muss diese Herausforderungen mit Weitsicht, Talent, Einfühlungsvermögen und Wagemut meistern.
Als Waltraud und Helmut im Mai 2015 die alte Heimat bereisten (sie sind vor einigen Jahren nach Australien ausgewandert, um ihren Kindern zu folgen), machten sie auch einen Abstecher nach Eschwege. Damals durfte ich die ersten Stiche der gerade begonnenen Stickerei betrachten.
Zu dieser Zeit konnte ich mir das fertige Ergebnis beim besten Willen nicht vorstellen. Waltraud hat fast täglich stundenlang gestickt und gequiltet, und so ist jetzt – nach nur gut 18 Monaten – aus einer kleinen Stickerei ein riesiges, wunderschönes Kunstwerk geworden.
Und nicht nur die Stickerei an sich ist perfekt, auch die Quiltmuster sind einzigartig: die Blätter, die von den Bäumen fallen, die Steine am Brunnen oder an der Gartenlaube, die Spiralen, die die Schwünge der Stickerei aufgreifen – der gesamte Quilteindruck ist überwältigend schön! Man kann kaum Worte finden für das herrliche Unikat, das Waltraud damit geschaffen hat.
Zum Quilten verwendete sie Baumwollgarne und Muster verschiedener Vorlagen. Die Zusammenstellung der Vorlagenmuster und ganz viele Feinheiten hat sie sich selbst ausgedacht.
Welch erhabene Wirkung das Quilten der Stickerei verleiht, sieht man auf den folgenden Bildern:
Das obere Bild zeigt einen Ausschnitt der Arbeit nach beendeter Stickerei, das Bild unten zeigt den gleichen Ausschnitt fertig gequiltet.
Noch besser sieht man den Unterschied auf den Bildern mit der Gartenlaube:
Reliefartig treten die gestickten und gequilteten Partien hervor.
Zum Sticken benutzte Waltraud Garne in mehr als 70 Farben. Um der Leichtigkeit mancher Objekte, wie Libellen oder Schmetterlingen, schon durch das Material Ausdruck zu geben, verwendete sie für Spinnen und alle fliegenden Objekte Seidengarne der Stärke 50. Für alle übrigen Stickereien wählte sie handgefärbte Perlgarne der Stärke 12 und einfarbige Perlgarne der Stärke 16.
Darunter waren auch Farbverlaufsgarne, mit denen sie unter anderem die Blätter effektvoll gestaltete,
wie die Detailfotos aus einer Baumkrone eindrucksvoll zeigen.
Das Gesamtbild ist dezent und dennoch ausdrucksstark – eine Gratwanderung, die nur eine absolute Stickmeisterin beherrscht!
Leider kann ein solch großes Teil in einem Blogbeitrag nur unzureichend bebildert werden.
Man müsste es im Original sehen können.
Ein einmaliger Quilt ist hier entstanden, an dem die Enkelin immer und immer wieder neue Details entdecken kann. (Übrigens, der Quilt kann im Schongang der Waschmaschine gewaschen werden, wenn es unbedingt erforderlich sein sollte. Getrocknet wird er glatt liegend mit der Stickerei nach unten.)
Entdecken auch Sie immer mehr der herrlichen Details beim Betrachten der folgenden Bilder.
Die Blumenranke über dem Gartentor,
das Gartentor mit Teilen des Zaunes,
das Haus mit dem Plattenweg,
oder das Eckteil –
aus all den liebevoll und aufwändig gestalteten Details kann man die Freude an der Arbeit spüren und die Kunstfertigkeit in der Gestaltung sehen.
Leider hat die gestickte Kunst in der Welt noch nicht den Stellenwert, der ihr gebührt. Waltraud ist eine wahre Stickkünstlerin und wird mit Ihrer Arbeit ein wenig dazu beitragen, dass diese Kunst mehr in den Focus rückt und besser gewürdigt wird.
Möge Waltrauds Kraft noch lange ausreichen, um andere große Kunstwerke (vom Format her können sie auch kleiner sein) entstehen zu lassen. Vielleicht dürfen wir ja eines Tages auch einen Blick auf ihr vollendetes Meisterwerk in Weiß werfen. Wir würden uns freuen!
Wenn Sie Fragen haben oder sich an Waltraud und Helmut wenden möchten, können Sie das gern per Email tun kater.h@westnet.com.au .
Neues Jahr bringt neues Glück – diese alte Redensart trifft in abgeänderter Weise auch auf meine Website zu. Denn das neue Jahr bringt auch dort Neuerungen mit sich.
Meine Website weist seit heute einen neuen Service auf: Konturenmuster zum kostenlosen Herunterladen!
Mein rühriger Webmaster kam auf die clevere Idee, eine spezielle Downloadseite zu kreieren, mit deren Hilfe man von mir gezeigte Konturenmuster in der richtigen Größe kostenlos und spielend leicht herunterladen kann. Dazu hat er ein kleines Symbol entwickelt.

Immer, wenn Sie dieses Zeichen in Verbindung mit einem Konturenmuster sehen, können Sie es einfach anklicken und sofort eine Seite mit dem Muster erhalten. Das von mir gestaltete Blatt, das sowohl für meine deutsch- als auch für meine englischsprachigen Leser gilt, sieht so aus:

Meine immer mitdenkende und aufmerksame Editorin gab mir den wertvollen Hinweis, dass diese von mir entworfene Seite mit der Umrandung aus vielen kleinen Bildern zwar sehr hübsch aussieht, den Benutzern aber zu viel teure Tinte/Toner beim Ausdrucken kostet.
Um die bunte Seite nicht wieder ganz zu löschen, wurde noch eine zweite Seite daran gehängt, auf der nur die gewünschten Konturen zu sehen sind.

Und das Schönste: damit man alles besser findet, gibt es jetzt eine neue Übersicht aller vorhandenen Muster – ähnlich dem Blogarchiv mit Bildern. Am rechten Rand meiner Blogseite finden Sie ein zweites Laufband. Mit einem Klick darauf öffnen Sie die Übersichtsseite aller Konturenmuster zum kostenlosen Herunterladen.

So wird das Auffinden und Herunterladen ein Kinderspiel!
Zum Jahresausklang möchte ich Ihnen ein paar Arbeiten meiner Blog-Leser vorstellen. Die Bilder
dazu haben mich im Laufe des Jahres erreicht.
Yasuko Kobayashi aus Japan hat nach meinen Publikationen Mustertücher Lichte Muster und Motiv „Alter Kranz“ ihre wunderschöne Decke mit dem historischen Kranzmotiv fertiggestellt. (Übrigens: Das Kranzmotiv kann man sich auch von Frau Mengel aufdrucken lassen 05651-40684.)


Sie hat auch ein Wandbild nach einer Vorlage aus einem meiner Kronenbücher perfekt (mit Verlaufsgarn aus reiner Seide) gestickt.

Monika Müller hat ein Happel-Herz gefertigt und gekonnt in Szene gesetzt. Frau Müller hat die Beschreibung für Linkshänder genutzt und konnte damit allein auf sich gestellt dieses prächtige Ergebnis erzielen.

Sie hat auch traditionelle Schwälmer Weißstickerei in moderne Rahmen gespannt und damit außergewöhnliche Schmuckstücke geschaffen. Die Mustervorlagen aus 24 kleine Konturenmuster sind, wie man hier eindrucksvoll sieht, nicht nur für Ostereier, sondern auch für viele andere hübsche kleine Projekte hervorragend geeignet.

Auch Estelle Benedetti aus Frankreich hat ein Happel-Herz gestickt und es Sie arbeitete ganz auf sich allein gestellt nur an Hand meiner Instruktionen aus Lektion 1.

Estelle hat die Stickerei mit Glas umgeben, um sie als Untersetzer zu verwenden. Sie schrieb: Ich folgte Ihren Erklärungen und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Schwälmer Weißstickerei ist eine sehr angenehm zu arbeitende Technik.

Bettina Limburger hatte die Idee, altes Holz mit altem Leinen zusammenzubringen. In Bayern fand sie über mehrere Jahrzehnte verwittertes Lärchen-Brettholz mit Herzausschnitt. Handgewebtes Leinen bekam sie in Hessen. Das Leinen wurde herzförmig mit Abwandlungen von mir gezeigter Muster bestickt. Die Ausschnitte der historischen Bretter wurden damit hinterlegt. Nun schmückt ein Duett aus überlieferten Materialien, gekonnt durch eigene Handarbeit veredelt, ihre Räume.

Sie griff auch die Idee meiner Schieferherzen auf und gestaltete sie etwas um. „Schiefes Herz auf Schieferherz“ ist ihre eigenwillige Kreation.

Andrea Brinkmann benötigte in kurzer Zeit ein Ringkissen. Sie kam auf die nette und geniale Idee, zwei Herzen versetzt zu arbeiten und mit hübschen Mustern zu verzieren.

Sieht das nicht toll aus?

Gertrude Vorwerk sandte mir das ausdrucksstarke Bild ihres perfekt gestickten Deckchens. Man kann es als Pendant zu meinem Flechtkranzdeckchen begreifen. Die Arbeit ist unter Anleitung von Elisabeth Baumgart aus Oberstenfeld entstanden, die auch Kurse erteilt.

Ursula F. Roeser aus Ouro Preto in Brasilien stickt Happel-Herzen als Prototyp, die demnächst in einem Anfängerkurs nachgearbeitet werden. Als Grundstoff wurde der in Brasilien gebräuchliche Hanf-“Leinen“, „Cânhamo“ , verwendet. Sie ist Mitglied und Gründerin des Frauenvereins ASA (Associação das Senhoras Artesãs de Ouro Preto. Herrliche Hohlsäume entstehen nach überlieferten Vorlagen, gearbeitet von Vania Heloisa de Carvalho, ebenfalls Mitglied im Verein.

Cathy Snider aus den USA schickte mir ein Bild ihres fertigen Tulpenkranzes, den sie ganz auf sich allein gestellt nur an Hand meiner Instruktionen aus Lektion 2 gestickt hat. In 2015 besuchte sie einen Kurs hier in Eschwege, um die Grundbegriffe der Schwälmer Weißstickerei zu erlernen. Nun unterrichtet Sie die ersten Schritte für Anfänger in dieser Technik anhand meines Lektion 1 Heftes.

Yoko Miyamoto aus Japan stickte fleißig für die Hochzeit ihrer Tochter. Sie möchte ihre Freude mit allen teilen, deshalb sandte sie mir das Bild. Es zeigt die noch nicht ganz vollendete, aber fast fertige Stickerei. Sehr hübsch!

Und ein weiteres Bild erreichte mich soeben: Lee Chaeyoun aus Süd Korea arbeitete ein „Cozy“. Sie nutzte dazu meine Blogbeschreibung und mein Nadelspitzen-Heft. Da sie den Text nur sehr eingeschränkt versteht, arbeitet sie hauptsächlich nach den Bildern. Mit dem erreichten Ergebnis kann sie absolut zufrieden sein!

Carol Stacey, Kursleiterin aus Australien, bereitete einen schönen Beutel vor, den sie als Projekt mit ihren Schülern arbeiten will. Sie nutzte dazu – mit meiner Einwilligung – die Beschreibung zu Flächenfüllmuster 446.

Die 10 Damen der Stickgruppe von Yasuko Kobayashi stellten ihre Ergebnisse vor kurzem in Yokohama/Japan aus. Mit dabei waren auch Motive, die aus meinen Kronenbüchern übernommen und mit feinen Seidengarnen perfekt ausgeführt wurden.

Zum Schluss zeige ich noch die Arbeiten von Heloise de Oliveira Pastore aus Campinas/Brasilien.
Auf meine Bitte hin wollte sie ein zartes Taschentuch mit eine Kranzmotiv aus meinem Adventskalender besticken. Nun hat sie hat gleich zwei verschiedene Projekte gefertigt und dabei das Kranzmotiv unterschiedlich interpretiert.

Für beide Teile verwendete sie Leinenbatist, für das Taschentuch allerdings noch etwas feineres Gewebe als für das Deckchen.

Auf das Deckchen setzte sie in die dem Kranz gegenüberliegende Ecke ein Einzelmotiv. Das sieht sehr gediegen aus.

Für das feine Taschentuch wählte sie eine kleinere Motiv-Vorlage als für das Deckchen. Und sie arbeitete in die winzigen Flächen ein kleines Füllmuster ein.

Ein überaus gelungene Interpretation!

Danke, Heloise!
Wie man sieht, haben sich meine Leserinnen durch meine Beiträge und Publikationen inspirieren lassen. Sie haben meine Vorschläge aufgegriffen und kreativ umgesetzt! Ich freue ich auf weitere Zusendungen in den nächsten Monaten. Vielleicht wird ja dann auch Ihre Stickerei auf meinem Blog zu sehen sein.
Herzlichen Dank an alle, die bereit waren, die Bilder ihrer Projekte für diesen Beitrag zu Verfügung zu stellen!
Ich wünsche allen bewegliche Finger, leistungsstarke Augen, ganz viel Zeit für die schönsten Stickmomente und ein
Glückliches Neues Jahr!

Das Konturenmuster für diesen Kranz ist in „12 kleine Kranzmotive – Set 2“ enthalten.
Wenn Sie Freude am Sticken einer größeren Weihnachtssternblüte (Durchmesser ca. 18 cm) haben, können Sie sich direkt an Frau Irmgard Mengel (05651 40684) wenden. Sie druckt das unten zu sehende Motiv auf.
Es würde mich freuen, wenn Ihnen dieser Adventskalender gefallen hat.










