Neben den weißen Schwälmer Miedern gehörten zur stolzen Schwälmer Tracht auch blaue Mieder. Die blauen Mieder wurden über einfachen weißen Miedern getragen. Sie wurden zu besonders festlichen Anlässen angezogen. So trugen zum Beispiel Bräute, Brautjungfern und Brettmädchen diese zusätzlichen Mieder.
Die Mieder wurden fein in Weiß ausgestickt und nach der Fertigstellung blau eingefärbt.
Das Schnittmuster unterschied sich nur wenig von dem der weißen Mieder. Die Ärmel der blauen Mieder waren geringfügig kürzer
und im mittleren Bereich etwas breiter zugeschnitten als die der weißen Mieder.
Durch den im mittleren Bereich etwas breiteren Zuschnitt stand der Umschlag des Ärmels etwas weiter vom Arm ab
und gab einen kleinen Blick auf das darunter getragene weiße Mieder frei.
Der Ausschnitt eines Bildes des Malers Emil Beithan zeigt die Tracht einer Schwälmer Braut.
Darauf kann man neben all den anderen Trachtenteilen sowohl das blaue als auch das weiße Mieder erkennen.
Um das Tragen der Mieder komfortabler zu machen, wurden manchmal weiße Stoffstreifen an der Innenseite der Umschlagkanten angesetzt. Diese täuschten ein komplettes weißes Mieder vor.
Im Gegensatz zu den weißen Miedern war die Stickerei der blauen Mieder nicht abgefüttert, wie ein Blick auf die Rückseite einer sehr alten, blauen Miederärmelstickerei zeigt.
Der untere Rand des Ärmels war schmal gesäumt und mit einer Klöppelspitze verziert. Im Gegensatz zu den weißen Miedern arbeitete man keine Nadelspitze, sondern verwendete feine Klöppelspitze als Dekoration. (Wie Sie sicherlich bemerkt haben, zeige ich in diesem Beitrag eine Reihe unterschiedlicher blauer Mieder. An einem fehlt die Klöppelspitze. Dass Klöppelspitze früher einmal daran war, sieht man an feinen Überresten und den feinen Stichen, mit denen sie befestigt war. In dem Bild hier ist dies nicht zu erkennen.)
Während die weißen Mieder oberhalb der Stickerei Hohlsäume zeigten, wurde die Stickerei der blauen Mieder durch Namenskürzel und kleine Ornamente in schwarzer Kreuzstichstickerei abgegrenzt, wie hier A N G R D I (=Annegret / Anna Margarethe ….). Oft wurden diese Namenskürzel zweimal, nämlich oberhalb und unterhalb der Stickereiborte, angebracht. Bei besonders breiten Stickereiborten wurden die unteren Namenskürzel vom Ärmelumschlag verdeckt.
Nach der Fertigstellung wurden die Mieder dunkelblau eingefärbt. Bevor Indanthren (waschechter Farbstoff aus Indigo und Anthrazen) auf den Markt kam, geschah dies mit Indigo. Über diesen speziellen Vorgang werde ich später gesondert berichten.
Die Farbe war nicht sehr haltbar. Sobald sie mit Wasser in Berührung kam, löste sie sich. Die Mieder wurden kräftig gestärkt, um die Farbe vor Abrieb und Abtragen zu schützen.
Ein dekorativer Wandhänger wurde aus einem Holzherz, etwas Metall, Filzstreifen und einigen Lärchenzapfen hergestellt.
Weder mochte ich daran das dunkle Grau des Filzes noch die Gesamtzusammenstellung. Mit etwas Weißstickerei ließe sich der Hänger sicherlich aufpeppen. Anstatt des Metallherzens dachte ich an ein besticktes und ausgeschnittenes Herz und anstatt des schmalen Filzbandes mit den Zapfen dachte ich an ein Leinenband, begrenzt durch Schnürlochbögen und einem Herzen an einem Ende.
Das dunkle Grau beschloss ich durch Rot zu ersetzen.
Meine Grafikdesignerin fertigte mir eine entsprechende Linienzeichnung. Hier ist sie:
Sie zeichnete auch ein separates Teil der geraden Borte. Es ist ebenfalls in der Downloaddatei enthalten. Mit Hilfe dieses Zusatzteiles konnte ich mein Band so weit verlängern, wie es für meine Dekoration nötig war.
Auf 16-fädigem Leinen markierte ich mit kurzen Vorstichen entlang eines Gewebefadens die Position einer Seite des Bandes. Mit einem Bügelmusterstift wurde das Muster auf das Leinen übertragen.
Mit Vierfachstickgarn Nr.16 wurden Knötchenstiche als Umgrenzung des Herzens und entlang der geraden Linien gestickt. Mit Vierfachstickgarn Nr. 25 wurden die Schürlochbögen und mit Vierfachstickgarn Nr. 30 die Kettenstiche gearbeitet.
Für das Flächenfüllmuster wurde ein besonderer Limetgrund vorbereitet. Es wurden jeweils 2 Fäden stehen gelassen und 1 Faden wurde ausgezogen. Das geschah, um das geplante Muster kompakt und passend zu der relativ kleinen Fläche gestalten zu können.
Mit Vierfachstickgarn Nr. 30 wurde das Flächenfüllmuster Nr. 481 A gestickt.
Das Teil wurde gekocht, gestärkt, gebügelt und dann ausgeschnitten.
Von meinem Wandhänger entfernte ich das dunkelgraue Band und ersetzte es durch ein rotes . Der schmale, hellgraue Filzstreifen mit den Zapfen wurde entfernt und durch mein gesticktes Herzband ersetzt.

Um ein in der Form passendes Herz für das Holzherz zu bekommen, schickte ich den Holzherz-Umriss an meine Grafik-Designerin. Das Ergebnis finden Sie in dem Beitrag Flächenfüllmuster Nr. 481.
Diese Herzkontur wurde auf 13,5-fädiges Leinen übertragen und bestickt. Um es passend zu dem kleinen Herzen am Band zu gestalten, wurde Flächenfüllmuster Nr. 481 gestickt. Es wurde mit Vierfachstickgarn Nr. 25 ausgeführt.
Nach Kochen, Stärken, Bügeln und Ausschneiden wurde das bestickte Herz mit für Textilien geeignetem doppeltem Klebeband auf dem Holzherz befestigt.
Mein aufgepeppter Wandhänger ist fertig; sieht er nicht viel besser aus?
Eine andere Möglichkeit, das Design zu nutzen, ist, daraus eine Schleife mit einem Herz an beiden Enden zu fertigen. Ich habe eine Miniaturschleife gearbeitet und sie als Halsband für mein hölzernes Rentier verwendet. Dabei habe ich allerdings auf ein Flächenfüllmuster verzichtet.

Für spezielle Anlässe wie Valentinstag oder Muttertag suchte ich nach passenden Mustern. Ich dachte an ein Flächenfüllmuster mit Herzen. Da mir ein solches Muster für die Weißstickerei nicht bekannt war, nahm ich Nadel, Faden und Leinen und begann zu experimentieren. Die Ergebnisse waren sehr unterschiedlich. Zwei davon sind in meinem Buch „Limetrosen I“ zu finden, das bald in einer Neuauflage erscheint. Nicht alle von mir herausgefundenen Muster fielen so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Manche waren nicht für die von mir vorgesehenen Zwecke geeignet. Ein Muster fand ich zwar sehr schön, wollte es aber für mich behalten. Nun hat es eine Dame entdeckt und nach einer Beschreibung gefragt. Daraufhin habe ich eine Anleitung geschrieben, die ich auch Ihnen nicht vorenthalten möchte.
Nr. 481
Kategorie: Limet-Muster
angewandte Stiche: Abwandlung einer Limetrose (Rosette)
mittlere Längsachse: Fadenrinne (in anderen Konturformen: Mitte = Kreuzung zweier Fadenrinnen)
Name: Kleine Herzen
Die hier gezeigten Beispiele wurden auf 13,5-fädigem Weddigen Leinen mit Vierfachstickgarn Nr. 25 gearbeitet.
Zunächst wird der Fadenauszug für den Limetgrund vorgenommen – 1 Faden wird aus gezogen, 3 Fäden bleiben stehen, sowohl vertikal als auch horizontal.
Ein Herzchen erstreckt sich über ein Quadrat von 4 x 4 Kästchen. Es besteht aus insgesamt 25 Stichen, die entgegen dem Uhrzeigersinn um einen Mittelpunkt herum gearbeitet werden. Man muss darauf achten, dass das Loch des Mittelpunktes groß genug ist, um alle Stiche der Reihe nach geordnet aufnehmen zu können. Die Stiche sollten gleichmäßig angezogen werden, aber nicht zu fest – das Gewebe sollte sich nicht zusammenziehen.
Das Besondere an diesem Muster ist, dass die Einstiche nicht nur an den geraden Kanten der Limetkästchen entlang ausgeführt werden, sondern auch diagonal durch diese Kästchen verlaufen.
Um einen Überblick zu geben, habe ich eine Grafik erstellt. Rot sind die Mittelpunkte der einzelnen Herzchen eingezeichnet, die blauen Linien bilden die Stiche nach. Die „1“ zeigt den ersten Stich.
Man sticht aus,
überquert 1 Kästchen (3 x 3 Gewebefäden) diagonal nach oben und links, sticht ein und kommt im Mittelpunkt wieder hervor. (Der „Mittelpunkt“ liegt nicht in der Mitte des Herzchens. Beim Sticken wird die Arbeit immer so gedreht, dass die Nadel waagerecht von rechts nach links geführt werden kann. Um nicht zu sehr zu verwirren, zeige ich die Arbeitsschritte ohne Drehung.)
Der zweite Einstich erfolgt einen Gewebefaden diagonal nach links unten.
Der dritte Einstich erfolgt wiederum einen Gewebefaden diagonal nach links unten.
Der vierte Einstich erfolgt wiederum einen Gewebefaden diagonal nach links unten. Mit diesem Stich hat man das Limetraster wieder erreicht.
Drei weitere Stiche erfolgen nun, jedes mal einen Gewebefaden gerade nach unten weiterwandernd.
Dann werden sechs Stiche jeweils um einen Gewebefaden diagonal nach rechts unten gestickt. Mit dem sechsten Stich ist die Herzspitze erreicht.
Die zweite Hälfte wird gegengleich gearbeitet – mit weiteren 12 Stichen (6 diagonal, 3 gerade und 3 diagonal) wird die Oberkante erreicht.
Von dort aus unterquert man 3 Kästchen (9 Gewebefäden) nach oben und 1 Kästchen (3 Gewebefäden) nach links. Dort sticht man aus. Hier ist der Mittelpunkt des nächsten Herzchens.
Die Arbeit beginnt von vorn.
Danebenliegende Reihen werden versetzt gearbeitet, damit keine allzu großen freien Stoffstellen entstehen. Der Abstand vom Mittelpunkt eines Herzchens zum Mittelpunkt des danebenliegenden Herzchens beträgt 2 Kästchen (6 Gewebefäden) nach oben und 4 Kästchen (12 Gewebefäden) nach links (oder nach rechts)
Von dort aus wird das nächste Herzchen in gewohnter Weise gestickt. Es ist darauf zu achten, dass die Zentrumslöcher frei und offen bleiben und nicht – wie hier beim oberen rechten Herzchen zu sehen – durch rückwärtig verlaufende Arbeitsfäden verdeckt werden.
In der schonenden Kochwäsche verschieben sich die frei gebliebenen Gewebefäden leicht, sodass der Limetgrund kaum noch zu erkennen ist.
Bei „Herzchen“ handelt es sich um ein besonders plastisches Muster, das speziell in großen Herzkonturen eine überaus ansprechende Wirkung entfaltet.

Das Muster in der Größe von ca. 7,5 cm ist gut geeignet, um mit dem gleichgroßen Muster aus der Spiralen – Übung (1) und später noch folgenden gleichgroßen Mustern ein Band zu besticken.
In diesem Teil soll die Übung von Abzweigen im Vordergrund stehen.
Vierfachstickgarn Nr. 16 wird für die Knötchenstiche verwendet, Nr. 20 für die Schlingstiche und die äußeren Kettenstiche. Am äußeren Rand werden zuerst Knötchenstiche über die innere Linie gestickt. Dann wird eine Reihe Kettenstiche zwischen beide Linien gearbeitet. Diese Kettenstiche werden mit sehr dichten Schlingstichen überdeckt.
Alle übrigen Knötchenstiche werden gestickt. Arbeiten sie zuerst den Innenkreis im Uhrzeigersinn und denken sie bitte daran, den jeweils letzten Stich vor Erreichen eines Abzweiges etwas breiter zu sticken. Arbeiten sie dann die Spiralen.
Mit Vierfachstickgarn Nr. 30 werden Kettenstiche neben die Knötchenstiche des Innenkreises gesetzt. Die Kreisfläche wird mit dem lichten Muster ohne Grundstichgitter „Doppelkreuze in geraden Reihen“ gefüllt. Eine detaillierte Beschreibung dazu finden sie in meinem Buch Mustertücher `Lichte Muster´. Ein lichtes Muster passt gut zu einem Baumbehang und bildet einen hübschen Kontrast zu dem äußeren Ring mit den Spiralen.
Nach Fertigstellung der Stickerei wird das Teil gewaschen (gekocht), gestärkt und gebügelt.
Man kann auch eine weiteres Ornament zum Schmücken des Weihnachtsbaumes daraus fertigen.
Dann wir der Kreis ausgeschnitten. Das Ergebnis ist eine weitere schöne Zierde zum Schmücken des Baumes – das nächste Weihnachtsfest kommt schneller, als man denkt!

Seit einigen Jahren stehe ich in Kontakt zu Waltraud und Helmut Kater aus Wagga Wagga in Australien. Waltraud ist eine begabte Quilterin und eine hochtalentierte Stickerin. Die Begeisterung für Ihre Hobbys lässt ihr wenig Zeit für Internetaktivitäten, und so pflegt Helmut den Kontakt und versorgt mich hin und wieder mit wissenswerten Neuigkeiten.
Den ersten kleinen Eindruck von Waltrauds Kunstfertigkeit bekam ich durch ein paar Fotos ihres in Arbeit befindlichen Meisterwerkes. Waltraud will einen Bettüberwurf fertigen. Sie bestickt ihn über und über mit den unterschiedlichsten Mustern in weiß und zarten Pastelltönen. Später soll das Teil gequiltet werden.
Eigentlich beschäftige ich mich ja mit der Schwalm – der Schwälmer Tracht, der Schwälmer Weißstickerei und allem, was damit in Zusammenhang steht. Doch die individuelle Gestaltung von textilem Grundmaterial mit den unterschiedlichsten Stickstichen und Flächenfüllmustern stellt die Verbindung zwischen verschiedenen Sticktechniken her. Waltraud´s gestickter Quilt ist so einzigartig, so gelungen und so schön, dass ich ihn hier zeigen muss. Und vielleicht kann man ja auch die eine oder andere Idee oder Anregung für die Weißstickerei daraus mitnehmen.
Der Quilt soll als Überwurf für Anneliese´s Bett dienen. Daher erklären sich die Ausmaße von 2,2 m x 2,4 m. Waltraud besorgte weißgrundigen Stoff mit zartlila Wolken und einige Vorlagenbücher, aus denen sich die Enkelin einzelne Segmente heraussuchte. Diese Motive übertrug Waltraud auf Transparentpapier und kombinierte sie mit anderen Einzelmotiven. Sie schob hin und her und kombinierte immer wieder anders, bis die Motivgruppen ihren Vorstellungen entsprachen.
Gern wählte Waltraud auch Vorlagen aus dem Mal-, Zeichen- und Ausfüllbuch „Mein verzauberter Garten“ von Johanna Basford, wie z.B. den mittleren Ausschnitt des Motivs mit dem Brunnen.
Die nächste Hürde – das gekonnte Verteilen der Motive in der Fläche – war schnell und unproblematisch genommen. Die Motive waren mit feinem Stift auf Baumwollstoff aufgezeichnet.
Eine gute Linienzeichnung zu haben, ist eine Sache, doch diese Linien ohne Vorlage in Stickerei umzusetzen, ist eine andere Sache.
Welche Garne sagen einem zu? Welche Farben wählt man insgesamt? Welche Bereiche gestaltet man mit den gewählten Farben eher heller oder doch lieber dunkler? Welche Garnstärken verwendet man? Mit welchen Stichen führt man die einzelnen Segmente aus? Welche Flächen werden vollständig ausgefüllt, welche Flächen werden mit einigen Zierstichen geschmückt, welche Flächen werden nur durch Umrisse gekennzeichnet? Bei all diesen Fragen ist die Stickerin auf sich allein gestellt und muss diese Herausforderungen mit Weitsicht, Talent, Einfühlungsvermögen und Wagemut meistern.
Als Waltraud und Helmut im Mai 2015 die alte Heimat bereisten (sie sind vor einigen Jahren nach Australien ausgewandert, um ihren Kindern zu folgen), machten sie auch einen Abstecher nach Eschwege. Damals durfte ich die ersten Stiche der gerade begonnenen Stickerei betrachten.
Zu dieser Zeit konnte ich mir das fertige Ergebnis beim besten Willen nicht vorstellen. Waltraud hat fast täglich stundenlang gestickt und gequiltet, und so ist jetzt – nach nur gut 18 Monaten – aus einer kleinen Stickerei ein riesiges, wunderschönes Kunstwerk geworden.
Und nicht nur die Stickerei an sich ist perfekt, auch die Quiltmuster sind einzigartig: die Blätter, die von den Bäumen fallen, die Steine am Brunnen oder an der Gartenlaube, die Spiralen, die die Schwünge der Stickerei aufgreifen – der gesamte Quilteindruck ist überwältigend schön! Man kann kaum Worte finden für das herrliche Unikat, das Waltraud damit geschaffen hat.
Zum Quilten verwendete sie Baumwollgarne und Muster verschiedener Vorlagen. Die Zusammenstellung der Vorlagenmuster und ganz viele Feinheiten hat sie sich selbst ausgedacht.
Welch erhabene Wirkung das Quilten der Stickerei verleiht, sieht man auf den folgenden Bildern:
Das obere Bild zeigt einen Ausschnitt der Arbeit nach beendeter Stickerei, das Bild unten zeigt den gleichen Ausschnitt fertig gequiltet.
Noch besser sieht man den Unterschied auf den Bildern mit der Gartenlaube:
Reliefartig treten die gestickten und gequilteten Partien hervor.
Zum Sticken benutzte Waltraud Garne in mehr als 70 Farben. Um der Leichtigkeit mancher Objekte, wie Libellen oder Schmetterlingen, schon durch das Material Ausdruck zu geben, verwendete sie für Spinnen und alle fliegenden Objekte Seidengarne der Stärke 50. Für alle übrigen Stickereien wählte sie handgefärbte Perlgarne der Stärke 12 und einfarbige Perlgarne der Stärke 16.
Darunter waren auch Farbverlaufsgarne, mit denen sie unter anderem die Blätter effektvoll gestaltete,
wie die Detailfotos aus einer Baumkrone eindrucksvoll zeigen.
Das Gesamtbild ist dezent und dennoch ausdrucksstark – eine Gratwanderung, die nur eine absolute Stickmeisterin beherrscht!
Leider kann ein solch großes Teil in einem Blogbeitrag nur unzureichend bebildert werden.
Man müsste es im Original sehen können.
Ein einmaliger Quilt ist hier entstanden, an dem die Enkelin immer und immer wieder neue Details entdecken kann. (Übrigens, der Quilt kann im Schongang der Waschmaschine gewaschen werden, wenn es unbedingt erforderlich sein sollte. Getrocknet wird er glatt liegend mit der Stickerei nach unten.)
Entdecken auch Sie immer mehr der herrlichen Details beim Betrachten der folgenden Bilder.
Die Blumenranke über dem Gartentor,
das Gartentor mit Teilen des Zaunes,
das Haus mit dem Plattenweg,
oder das Eckteil –
aus all den liebevoll und aufwändig gestalteten Details kann man die Freude an der Arbeit spüren und die Kunstfertigkeit in der Gestaltung sehen.
Leider hat die gestickte Kunst in der Welt noch nicht den Stellenwert, der ihr gebührt. Waltraud ist eine wahre Stickkünstlerin und wird mit Ihrer Arbeit ein wenig dazu beitragen, dass diese Kunst mehr in den Focus rückt und besser gewürdigt wird.
Möge Waltrauds Kraft noch lange ausreichen, um andere große Kunstwerke (vom Format her können sie auch kleiner sein) entstehen zu lassen. Vielleicht dürfen wir ja eines Tages auch einen Blick auf ihr vollendetes Meisterwerk in Weiß werfen. Wir würden uns freuen!
Wenn Sie Fragen haben oder sich an Waltraud und Helmut wenden möchten, können Sie das gern per Email tun kater.h@westnet.com.au .




