Heute zeige ich zwei weitere Muster, die mit einem Durchmesser von 7,5 cm bestens geeignet sind, ein Band zu besticken. Man kann an diesen Mustern das Sticken kleiner, spitzer Blätter üben. Weitere Muster in der gleichen Größe werden in späteren Beiträgen präsentiert.

Zuerst werden auf einem Leinenstreifen die Mittelpunkte der Muster markiert, um eine gleichmäßige Anordnung zu erzielen. Ich habe mich für einen Abstand von 12,5 cm von Mittelpunkt zu Mittelpunkt entschieden. Das bedeutet, das zwischen den einzelnen Kreisen 5 cm frei bleiben. Es wurde 13,5-fädiges Leinen verwendet.
Das Design wird auf das Leinen übertragen. Geschieht das – wie hier zu sehen – mittels eines Bügelmusterstiftes, erscheint das Muster spiegelbildlich.
Vierfachstickgarn Nr. 16 wird für die Knötchenstiche verwendet, Nr. 20 für die Schlingstiche und die äußeren Kettenstiche. Am äußeren Rand werden zuerst Knötchenstiche über die innere Linie gestickt. Dann wird eine Reihe Kettenstiche zwischen beide Linien gearbeitet. Diese Kettenstiche werden mit sehr dichten Schlingstichen überdeckt.
Mit Vierfachstickgarn Nr. 20 werden die Plattstiche der Blätter gestickt. Bitte denken Sie daran: Man legt die Stiche dicht nebeneinander und folgt der Form der Kontur, d.h. die Stiche liegen nicht ganz parallel, sondern in der Mitte geringfügig dichter zusammen als an der Außenkante. Dabei dreht man die Arbeit immer so, dass die Nadel horizontal von rechts nach links geführt werden kann. Der Spitzenstich sollte gerade von der Mittellinie zur Spitze verlaufen. Damit das Blatt am Ende auch wirklich spitz aussieht, wird dieser Stich ca. 1 – 2 mm über die Konturenlinie hinaus gestochen.
Die zweite Blatthälfte stickt man dann von der Spitze zurück zum Blattansatz zwischen Konturenlinie (Einstich) und Mittellinie (Ausstich).
Auf dem Band werden die beiden ähnlichen Muster nicht direkt nebeneinander platziert. Vielmehr wechseln Muster mit Spiralen, Muster mit Blättchen und Muster mit anderen kleinen Elementen ab.
Das Bild oben zeigt einen Teil des fertigen Bandes. Wie es gearbeitet wird, erfahren Sie im nächsten Beitrag.
Gewaschen, gestärkt und gebügelt sehen beide Übungsmuster für kleine, spitze Blätter hübsch aus.

Augenfällig ist die Stickerei des nach der Fertigstellung blau eingefärbten Schwälmer Mieders (D).
Das Bild zeigt die gesamte Borte in einer Fotomontage.
Es wurde 23-fädiges Leinen verwendet – die Stickerei ist also sehr fein. Die Borte ist 18 cm hoch, also ganz besonders hoch für eine Miederärmel-Stickerei.
Initialen und kleine Kreuzstichornamente wurden gleich zweimal – ober- und unterhalb der Weißstickereiborte – angebracht. Als Füllmuster für die Motivflächen wurden ausschließlich lichte Muster gewählt.
Knötchenstiche wurden sparsam eingesetzt. Nur Spiralen und einige Stiele wurden mit Knötchenstichen gestaltet. Und nur drei Formen in der oberen Mitte der Borte wurden mit Knötchenstichen umrandet – das Mittelmotiv weist dann aber gleich zwei Knötchenstichlinien auf; dafür fehlt eine Kettenstichumrandung. Stiele aus Kettenstichen sind deutlich sichtbar. Die gerundeten Blätter wurden mit Schlingstichen gearbeitet.
Wenn man das Gesamtmuster näher betrachtet, wirkt es etwas unbeholfen und linkisch.
Das Motiv in der oberen Mitte wurde mit einem lichten Muster ohne Grundstichgitter gefüllt.
Rosenstiche wurden zickzackförmig, aber nicht mittig, angeordnet.
Die Kreismotive links und rechts der oberen Mitte sind keine wirklichen Kreise. Es fällt auf, dass die dicken Stiele mit zwei Reihen von Knötchenstichen nachempfunden wurden und dass diese Linien in die Umrandung des Motivs übergehen. (Normalerweise werden Motivflächen separat umrandet und die Stiele an der Umrandung angesetzt.) Eine zusätzliche Reihe von Kettenstichen innerhalb der Knötchenstiche ist nicht vorhanden. Das Motiv wurde mit geschnürten Messerspitzen umgeben und mit einem lichten Rosenstichmuster ohne Grundstichgitter gefüllt.
Oben links und oben rechts findet man ein Muster, das wohl eine Tulpe darstellt. Die Darstellung ist etwas naiv. Die Fläche wurde mit einer Reihe von Kettenstichen umrandet und mit geschnürten Messerspitzen oder geschnürten Bögen umgeben. Das Motiv wurde mit einem lichten Muster gefüllt, wobei sich Teile von Grundstichgittern mit Rosenstich -Musterung und Rosenstichmuster ohne Grundstichgitter abwechseln. Die Zickzacklinien der Rosenstiche wurden im Grundstichgitter gearbeitet.
An den Seiten des Mittelteiles der Borte findet sich eine Musterkombination, die einem Kleeblatt ähnelt – ein Mittelkreis verbindet vier ähnliche Blattformen. Der Mittelkreis ist mit einer Reihe von Kettenstichen und geschnürten Bögen umgeben. Er ist mit einem lichten Rosenstichmuster ohne Grundstichgitter gefüllt. Drei der umgebenden „Blätter“ sind umrandet mit je einer Reihe von Kettenstichen und geschnürten Bögen, während das vierte „Blatt“ mit zwei Reihen von Kettenstichen begrenzt wird. Gegenüberliegende Formen wurden mit den gleichen Mustern gefüllt.
Für das lichte Muster mit den Quadraten wurden Rosenstiche im Grundstichgitter gestickt, während für das lichte Muster, das Rhomben zeigt, Rosenstiche ohne Grundstichgitter gestickt wurden.
Etwas seltsam ist die Anordnung der Spiralen. Hier scheinen sie etwas planlos platziert worden zu sein. Die Spiralenanordnung im gleichen Musterteil auf der gegenüberliegenden Seite der Borte wirkt gezielter.
Zwischen den beiden „Kleeblättern“ findet man eine Zusammenstellung von vier Kreisen mit einer kleinen Tulpe im Zwischenraum.
Die Kreise sind mit je einer Reihe von Kettenstichen und Schnürlochbögen umgeben. Die Tulpe wurde mit zwei Reihen von Kettenstichen eingefasst. Die unteren Kreise wurden mit einem lichten Rosenstichmuster ohne Grundstichgitter bestickt, während die beiden oberen Kreise mit einem lichten Rosenstichmuster mit Grundstichgitter gearbeitet wurden. Obwohl die Tulpe in der Mitte relativ klein ist, erhielt sie ein Muster, bei dem sich Reihen von Grundstichen und Reihen von Rosenstichen abwechseln.
In der unteren Mitte der Borte befindet sich ein Herz, flankiert von großen Blättern. Herzen, die auf dem Kopf stehen, sind oberhalb der Blätter platziert. Alle Herzen wurden mit je einer Reihe von Kettenstichen und Schnürlochbögen umrandet, während die Blätter mit je zwei Reihen von Kettenstichen umgeben wurden. Die Füllmuster in den auf dem Kopf stehenden Herzen sind ohne Grundstichgitter gestickt – Rosenstiche wurden zur Musterung eingesetzt. Das Herz in der Mitte weist eine Kombination von Rosenstichreihen und Grundstichreihen auf. Die Blätter wurden zunächst mit einem Grundstichgitter gefüllt, in das eine Rosenstichmusterung eingearbeitet wurde.
Ausgeprägte Spiralen wurden in die Zwischenräume gestickt.
Die unten auf beiden Seiten der Borte verbleibenden Tulpenmotive sind mit je einer Reihe von Kettenstichen umgeben und, wo der Platz dazu ausreichend war – auch mit Schnürlochbögen. Die Flächen wurden mit einem lichten Rosenstichmuster mit Grundstichgitter gefüllt.
Wenn man nun noch einmal zu der oben zu sehenden Fotomontage blickt, ist auffällig, wie unterschiedlich ordentlich die Stickerei ausgeführt wurde. In einigen Bereichen auf der linken Seite sieht die Arbeit ordentlicher und ausgewogener aus, in anderen Bereichen wurde auf der rechten Seite „schöner“ gestickt. Leider habe ich keine Jahreszahl gefunden. Ich schätze jedoch, dass das Stück um 1850 herum – vielleicht auch etwas früher – entstanden ist. Gearbeitet auf solch feinem Leinen ( 23-fädig!) ohne die heutigen Möglichkeiten wie elektrisches Licht, Brille oder Lupe nutzen zu können, ohne Zirkel und Bügelmusterstift, und ohne handlichen Stickrahmen ist es ein Kunstwerk, das den Charme überlieferter Handstickerei ausstrahlt.
Wenn man die Einzelheiten dieser Stickerei genau analysiert, kann man eine Menge daraus lernen.
In Deutschland bringt der Osterhase die Ostereier und versteckt sie in den Nestern aus Moos. Grund genug, mich in der Osterzeit nicht nur mit Eiformen zu beschäftigen, sondern auch Hasenmotive in den Blickpunkt zu rücken. Ich bat meine Grafikdesignerin, mir ein entsprechendes Muster zu entwerfen. Sie gestaltete verschiedene Kränze. Der Reigen der hockenden Hasen, die alle in die gleiche Richtung blicken, gefiel mir am besten.
Die Formen von hockenden Hasen haben den Vorteil, dass man schmale Bereiche wie Ohren oder Läufe (Beine) mit Plattstichen füllen kann. So haben die übrigen Bereiche keine schmalen oder spitzen Teile und sind daher leicht zu besticken.
Die Ausgestaltung wurde mit abwechselnden lichten und Limet-Flächenfüllmuster vorgenommen.
Wenn lichte Muster gestickt wurden, wurde der Kopfbereich integriert.
Bei Verwendung von Limetmustern blieb der Kopfbereich frei.
Jeder der sechzehn Hasen bekam ein anderes Muster. Viele gut geeignete kleine lichte Flächenfüllmuster kann man in meinem Buch Mustertücher `Lichte Muster´ finden.
Als Limetmuster habe ich ausschließlich Limetrosenmuster gewählt, die in Limetrosen I und Limetrosen II zu finden sind. Die abwechselnde Füllung der Flächen mit den erhaben erscheinenden, dichten Limetrosenmustern und den flachen, durchscheinenden lichten Mustern bewirkt einen reizvollen Kontrast.
Nebenbei: Die Eier, die in den obigen Bildern zu sehen sind (außer in dem ersten Bild) sind ausgeblasene, gefärbte und dann mit Kratztechnik versehene Hühnereier. Die Konturenmuster, die man natürlich auch zum Sticken verwenden kann, findet man in Ostereier – mit Motiven aus der Schwälmer Weißstickerei in Kratztechnik verziert.
Der Hasenreigen hat einen Innendurchmesser von 26 cm. Das Deckchen misst 52 cm x 52 cm.
Verwendet wurde 16-fädiges Leinen. Es ist möglich, das Muster etwas zu vergrößern.
Ein weiteres hübsches, leicht und variabel zu stickendes Projekt lädt zum Nacharbeiten ein.
Wenn Sie an dem Muster Interesse haben, können Sie es für 8,00 € bei mir erwerben. Das Dokument ist zum Herunterladen und enthält einmal das verkleinerte Gesamtbild, das man sich größer kopieren lassen kann, sowie ¼ des Musters in Originalgröße. Bitte wenden Sie sich mit Ihrer Anfrage per E-Mail leuchtbergverlag@aol.com an mich.
Ostereier laden dazu ein, verschiedene Muster auszuprobieren. Für Eiformen bieten sich Limetrosenmuster geradezu an.
Hier soll gezeigt werden, dass die Muster nicht nur für die Weißstickerei und speziell die Schwälmer Weißstickerei bestens geeignet sind, sondern dass man damit auch in anderen Sticktechniken unter Verwendung bunten Garnes Flächen attraktiv füllen kann.
Die Ostereier wurden in verschiedenen Größen gestickt (die ersten Schritte dazu findet man hier – siehe Bilder 2 – 5) und nach der Fertigstellung ausgeschnitten. Die ausgeschnittenen Ostereier kann man unterschiedlich und immer wieder anders dekorieren, ganz nach Lust und Laune. Ich habe 13,5-fädiges Leinen verwendet und 3 Fäden Sticktwist für die Knötchenstiche sowie 2 Fäden Sticktwist für alle anderen Stiche.
Ich habe verschiedene Farben und unterschiedliche Muster gewählt – dadurch wurde die Stickerei zu einem puren Vergnügen. Immer war ich gespannt darauf, wie sich das Muster farbig gestickt entwickeln würde. Es war eine Freude, die Ostereier so unterschiedlich „anzumalen“ mit Streifen (horizontal, vertikal und auch diagonal), mit Punkten oder Zick-Zack-Mustern.
Die ausgeschnittenen Eier regen dazu an, immer wieder andere Formationen auszuprobieren. Zum Beispiel kann man frühlingsfarbene Ostereier in gerader Linie arrangieren.
Wenn jemand eine Vorliebe für bestimmte Farben hat, ist es kein Problem, attraktive Formationen unter Verwendung nur dieser Farben zu gestalten,
wobei die Anordnung beispielsweise in geraden Reihen
oder auch eher ringförmig erfolgen kann.
Die Kombinationsmöglichkeiten von Farben und Arrangements sind endlos: grün kombiniert mit blau …
oder grün kombiniert mit lila …
die Farben passend zu weiterer Dekoration ausgewählt, wie hier gelb und orange …
oder hier grün und beige …
natürlich sieht blau und weiß immer adrett aus.
Wie man schon aus den wenigen Bildern sehen kann, sind diese ausgeschnittenen Ostereier höchst unterschiedlich und vielseitig einsetzbar. Mit etwas Fantasie und wenigen Handgriffen sind sie einfach und schnell in neuer Anordnung zusammengestellt.
Eine farbenfrohe Zusammenstellung ist nicht nur ein Spaß mit einem Hingucker-Effekt. Man kann auf diese Weise auch sehr gut Garnreste aufbrauchen!
Die meisten der Limetrosenmuster, die in den obigen Bildern zu sehen sind, kann man in meinen Büchern Limetrosen I and Limetrosen II finden.
Ganz anders und sehr interessant hat Jessica Grimm diese Muster zur Gestaltung ihrer Fische eingesetzt.
Ovale Formen sind besonders gut geeignet, um verschiedene Muster auszuprobieren. Die gerundete Form ohne schmale oder spitze Teilbereiche erleichtert die Gestaltung der Muster an den Rändern.
Ich stellte mir ein gerades Bortenmuster als Design vor. Dazu waren viele Punkte zu bedenken: Welche Ei-Größen bilden eine hübsche Balance? Welche Ei-Formen sind die Besten (es gibt ja doch sehr unterschiedlich aussehende Eier)? In welchem Winkel sollten sie gesetzt werden? Ich zog es vor, eine Künstlerin zu fragen; Gudrun Hartwig entwarf diese spezielle Osterei-Borte für mich.
Die Borte zeigt Ostereier, die im Gras liegen. Einige Eier liegen im geraden Fadenlauf, andere diagonal dazu. Ein paar Ostereier liegen schräg. Ich entschloss mich, eine quadratische Mitteldecke mit dieser Borte zu schmücken. Sie misst 75 cm x 75 cm.
Um das Gras nachzubilden, habe ich „Trachtenstich“ gewählt (siehe Randabschlüsse).
Jedes der 54 Eier bekam ein anderes Muster. Das Sticken so vieler abwechslungsreicher Muster hat richtig Spaß gemacht. Ich habe ausschließlich Limetrosenmuster verwendet, viele davon kann man in meinem Buch Limetrosen I finden. Viele Limetrosenmuster sind perfekt für Eiformen. Und die Palette der Muster ist sehr breit gefächert – es gibt Muster für kleine Flächen und für große Flächen, Muster, die man in geradem Fadenlauf sticken sollte und solche, die man diagonal arbeitet.
Ferner es gibt auch einige Muster für schräg angeordnete Flächen.
Die Ostereier können mit Streifenmustern versehen
oder auch mit Punkten dekoriert werden.
Limetrosenmuster verbrauchen mehr Garn als viele andere Muster. Aber der Effekt des Garnes, dicht und in verschiedenen Richtungen auf dem Gewebe liegend, ist sehr ansprechend. Das Spiel von Licht und Schatten lässt die Borte sehr reizvoll erscheinen. Meine Mitteldecke ist ein Hingucker in der Osterzeit, auch wenn sie sehr schlicht wirkt. Die Weißstickerei ist zeitlos; man kann jedes Geschirr dazu eindecken, jeder frühlingshafte Blumenschmuck passt dazu und auch viele moderne Dekorations-Artikel.
Wenn Sie ein anderes österliches Muster suchen, kann ich Ihnen die Frühlingsranke empfehlen.
Frau Irmgard Mengel (05651 40684) druckt das unten zu sehende Motiv auf.


