Ein niedliches Flechtkranz-Deckchen

Das Design mit einem Durchmesser von 18 cm wird auf 16-fädigesLeinen gebügelt. (Wenn Sie das Muster haben möchten – zwei Variationen in jeweils drei Grössen für 10,00 € per E-mail– , senden Sie mir bitte eine Nachricht.)

Die Linien werden mit Knötchenstichen unter Verwendung von Vierfachstickgarn Nr. 20 überdeckt.
flechtkranz_1Bitte spannen Sie auf der Rückseite keine Fäden über die Kreuzungen – vernähen Sie die Fäden.
Denn Spannfäden würden am Ende sichtbar sein und den Gesamteindruck der schönen Stickerei stören.
flechtkranz_2Mit Vierfachstickgarn Nr. 20 werden Kettenstiche in geringer Entfernung zu den Knötchenstichen am Außenrand entlang gestickt.
flechtkranz_3Ebenfalls mit Vierfachstickgarn Nr. 20 werden die Kettenstiche dicht mit Schlingstichen überdeckt.
flechtkranz_4Entlang der Ränder der kleinen Flächen zwischen den Linien werden mit Vierfachstickgarn Nr. 30 Kettenstiche gestickt.
flechtkranz_5Innerhalb dieser kleinen Flächen werden Fäden ausgezogen, um ein lichtes Muster arbeiten zu können.
flechtkranz_6Mit Vierfachstickgarn werden Grundstiche in das entstandene Gitter gestickt. Es ist darauf zu achten, dass die Stiche in allen kleinen Flächen in der gleichen Richtung gearbeitet werden.
flechtkranz_7Die fertige Stickerei wird gewaschen, gestärkt und gebügelt.
flechtkranz_8Dann wird das Motiv ausgeschnitten.
flechtkranz_9Das Ergebnis ist ein wunderschönes kleines Deckchen. Das gleiche Muster kann in vielen unterschiedlichen Größen gearbeitet werden. Zusätzlich sind noch Variationen möglich.
flechtkranz_10Vor Jahren habe ich eine eckige Mitteldecke mit einem ähnlichen Muster bestickt. Zwischen die doppelten Linien des Flechtkranzes habe ich eine blaue Linie mit Kettenstichen eingefügt.
flechtkranz_11Auf einer farblich passenden Unterdecke sieht die Stickerei sehr edel aus.
flechtkranz_12Und mit passendem Geschirr und Servietten ruft sie die Bewunderung aller Gäste hervor.
Komplimente sind Ihnen sicher!

Historische Schwälmer Miederärmel-Stickerei (C)

Die traditionelle Stickerei des Schwälmer Mieders (C) ist nicht so aufwändig wie die Borten des Schwälmer Mieders (A) und des Schwälmer Mieders (B).
Das verwendete Leinen ist 21–24-fädig. Das Bild zeigt die komplette Stickerei in einer Fotomontage.
mieder_c_1Die Fläche zwischen Nadelspitze und Stopfhohlsaum ist 7 cm breit. Sie ist nicht vollständig mit Weißstickerei ausgefüllt.
mieder_c_2Für den Stopfhohlsaum wurde ein 7-stufiges Zick-Zack-Muster – auch A-Muster genannt – gewählt. Nähere Informationen über Stopfhohlsäume – die verschiedenen Arten und die unterschiedlichen Arbeitsweisen – finden sich in meinem Buch Randabschlüsse.
mieder_c_3Den Abschluss des Ärmelbündchens bildet Nadelspitze, die aus drei Reihen einfacher Nadelspitzenbögen mit Pyramidenzäckchen besteht und durch verbundene Pikots begrenzt wird.

Zwischen Stopfhohlsaum und Nadelspitze blieb ein Leinenstreifen unbestickt. Daran anschließend wurde eine Borte mit Schwälmer Weißstickerei gefertigt. Bei genauer Betrachtung wird man die vielen Spiralen wahrnehmen, die die Räume zwischen den Motiven füllen.
mieder_c_4Die Tulpe wurde mit dem Muster 2 kurz-2 lang umgeben.
Die Fläche wurde mit einem lichten Muster mit Grundstichgitter gefüllt. In das Gitter wurde ein Stopfstichmuster eingestickt.
mieder_c_5Der Kreis wurde mit geschnürten Messerspitzen aus umgeben. Die Fläche wurde mit einem lichten Muster mit Grundstichgitter gefüllt. In das Gitter wurde ein Sternmotiv eingestopft. Es fällt auf, dass dazu sehr dickes Garn verwendet wurde und die Kästchen des Grundstichgitters nicht sehr dicht mit Stichen ausgefüllt wurden.

Das Sternenmotiv ist auch geeignet, eine weitere Stickerei zum Schmücken des Weihnachtsbaumes anzufertigen.
mieder_c_6Das Herz ist mit Schnürlochbögen umgeben. Die Fläche wurde mit einem Limetmuster aus Wickelstichen gefüllt. Es fällt auf, dass ausgerechnet das Mittelmotiv nicht spiegelbildlich bestickt wurde, während die beiden kleinen Blätter unterhalb spiegelbildlich angeordnete Muster bekamen. Sie sind gefüllt mit einem lichten Muster ohne Grundstichgitter. Rosenstiche wurden in die Flächen gearbeitet. Die Räume zwischen den Motiven sind dicht bestickt.

Historische Schwälmer Miederärmel-Stickerei (B)

Die Muster des Schwälmer Miederärmels B sind sehr variantenreich. Das verwendete Leinen hat 21/24 Fäden/cm. Das Bild zeigt die Gesamtansicht der Stickerei in einer Fotomontage.
MiW2_1Bitte beachten Sie, dass das gesamte Muster (vom Stopfhohlsaum bis zur Nadelspitze) nur ca 9,5 cm hoch ist. Die unten zu sehenden Fotos zeigen starke Vergrößerungen; in der Realität ist die Stickerei sehr fein.
MiW2_2Ein 7-stufiger, gespiegelter Stopfhohlsaum ziert die eine Seite der Weißstickereiborte. Mehr Informationen über Stopfhohlsäume – die verschiedenen Arten und die unterschiedlichen Arbeitsweisen – finden sich in meinem Buch Randabschlüsse.
MiW2_3Auf der gegenüberliegenden Seite ist die Weißstickereiborte mit aufwändiger Nadelspitze begrenzt.

Dazwischen ist Weißstickerei vom Feinsten zu sehen. Bitte beachten Sie, dass zwischen den großen Motiven beinahe kein Stückchen Stoff unbearbeitet blieb. Und bitte vergleichen Sie die hier zu sehenden Kettenstiche mit denen des Schwälmer Miederärmels A.

Und nun sollen die Bilder für sich sprechen; genießen Sie eine intensive und genaue Betrachtung!
MiW2_4
MiW2_5
MiW2_6
MiW2_7
MiW2_8
MiW2_9
MiW2_10

Die Eckbildung der gefalteten Erbslochkante

Die gefaltete Erbslochkante kann nicht nur entlang gerader Kanten, sondern auch um Ecken herum gearbeitet werden.

Gezeigt wird hier eine Arbeitsprobe.

Zirka 8 – 10 Fäden vom Rand entfernt nimmt man zuerst den Fadenauszug für die gefaltete Erbslochkante vor.
Erbslochecke_1An der im Bild unten gezeigten Stelle beginnend
Erbslochecke_2stickt man einige Kästchenstiche (die genaue Anzahl ist nicht entscheidend, denn es ist ja nur eine Übung; aber es sollte eine gerade Anzahl sein.)
Erbslochecke_3Man dreht die Arbeit um 180° und stickt Kästchenstiche, die vertikal mit der ersten Kästchenstichreihe übereinstimmen
Erbslochecke_4Man stickt sie um die Ecke herum.
Erbslochecke_5An der im Bild unten gezeigten Stelle beginnend
Erbslochecke_6arbeitet man die übrigen Kästchenstiche.
Erbslochecke_7Die Fäden für die Erbslöcher werden ausgezogen
Erbslochecke_8und gewickelte Erbslöcher werden gearbeitet.
Erbslochecke_9Die Ecke wird diagonal direkt entlang der Außenecken der Kästchenstiche abgeschnitten, ohne diese jedoch zu beschädigen.
Erbslochecke_10Nun wird eine Seite so gefaltet, dass die Rückseiten der Kästchenstichreihen übereinander liegen.
Die entstehenden Dreiecke werden umwickelt.
Erbslochecke_11Die Ecke erreichend, wird auch die angrenzende Seite gefaltet
Erbslochecke_12und das Umwickeln der Dreiecke wird um die Ecke herum fortgeführt.
Erbslochecke_13Von der Rückseite sieht das so aus:
Erbslochecke_14Von den Unterkanten der Kästchenstiche ausgehend lässt man nun – sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite – 4 Fäden stehen und zieht einen fünften aus (siehe Bild)!
Erbslochecke_15Von der Vorderseite aus arbeitet man eine Reihe Kästchenstiche, um beide Lagen zu verbinden.
Erbslochecke_16Nun wird auf der Rückseite der verbliebene Stoffüberstand bis dicht an die Kästchenstiche heran zurückgeschnitten.
Erbslochecke_17Ein hübscher Randabschluss ist entstanden – zugegeben, die Dreiecke in diesem Beispiel sind nicht die gelungensten (dies war einer meiner ersten Versuche, inzwischen habe ich das Ergebnis deutlich verbessert).
Erbslochecke_18

Die gefaltete Erbslochkante

Die gefaltete Erbslochkante habe ich schon an vielen verschiedenen Stickereien gesehen. Da ich sie reizvoll fand, versuchte ich sie nachzuarbeiten Mit dem ersten Ergebnis war ich sehr unzufrieden.

Nach mehreren Versuchen gelang mir ein besseres Ergebnis, und dies ist, was ich herausfand:

Die Löcher des Hohlsaumes müssen größer sein – Bohnen (anstatt Erbsen) sollten zwischen die beiden Reihen von Kästchenstichen passen.
Das Zusammenbinden der beiden Bündel sollte nicht mit einer Schlinge oder einem Knoten geschehen, weil dies das Erscheinungsbild beeinträchtigen würde. Außerdem ist ein Knoten hier nicht nötig, denn die Bündel bekommen später zusätzlichen Halt durch nochmaliges Umwickeln.

Der Fadenauszug gestaltet sich folgendermaßen:

1 Faden ausziehen 4 Fäden stehen lassen
1 Faden ausziehen 8 Fäden stehen lassen
1 Faden ausziehen 4 Fäden stehen lassen
1 Faden ausziehen

Erbslochkante_1Von der Rückseite der Arbeit aus werden Kästchenstiche in gewohnter Weise gestickt.
Erbslochkante_2Dann werden gewickelte Erbslöcher gearbeitet. Das erste Bündel eines Erbsloches wird 8 mal von unten nach oben umwickelt. Es ist darauf zu achten, dass die Wicklungen parallel liegen und sich nicht überkreuzen.
Erbslochkante_3Das zweite Bündel des Erbsloches wird 3 mal von oben zur Mitte umwickelt.
Erbslochkante_4Beide Bündel werden in der Mitte durch 2 Umwicklungen verbunden.
Erbslochkante_5Nach der zweiten Wicklung wird der Faden sehr fest angezogen. Je dichter die Bündel zusammen liegen, desto spitzer erscheint das gefaltete Erbsloch später.
Erbslochkante_6)Das zweite Bündel wird dann noch dreimal nach unten hin umwickelt.
Erbslochkante_7Nach Fertigstellung der Reihe
Erbslochkante_8werden die Rückseiten der beiden Kästchenstichreihen übereinander gelegt. Kleine Dreiecke erscheinen am Rand.
Erbslochkante_9Von der rechten Seite der Arbeit aus und von rechts nach links arbeitend, sticht man in einem Loch zwischen zwei Kästchenstichen aus, das zwischen zwei Dreiecken liegt.
Erbslochkante_10Man führt die Nadel gerade nach oben und umwickelt die rechte Seite des Dreiecks einmal, indem man die Nadel von hinten nach vorn durch die Mitte des Dreiecks führt.
Erbslochkante_11Um das Einstechen in die Mitte zu vereinfachen, kann man den Erbslochhohlsaum ein wenig auseinander falten.
Erbslochkante_12Man umwickelt die rechte Seite des Dreiecks so oft wie nötig, um oberes und unteres Bündel zu vereinen (2 – 3 mal). Man führt den Arbeitsfaden um den Fuß des Bündels nach hinten und kommt mit der Nadel zwischen den Kästchenstichen unterhalb der Mitte des Dreiecks wieder heraus.
Erbslochkante_13Man führt die Nadel gerade nach oben, sticht von vorn nach hinten durch die Mitte des Dreiecks
Erbslochkante_14und umwickelt die linke Seite des Dreiecks so oft wie nötig, um oberes und unteres Bündel zu vereinen (2 – 3 mal). Man führt den Arbeitsfaden um den Fuß des Bündels nach hinten und kommt mit der Nadel im nächsten Loch zwischen den Kästchenstichen wieder heraus.
Erbslochkante_15Man setzt die Arbeit in dieser Weise fort. Falls nötig, kann man die Dreiecke mit Hilfe der Nadel noch etwas in die Länge ziehen.

Die Rückseite sieht so aus:
Erbslochkante_16Ein hübsche, kleine Kantenverzierung ist entstanden. Hier wurde sie auf 13,5fädigen Leinen mit Vierfachstickgarn Nr. 30 gearbeitet.