Doppelkonturen (7) – Waffelstiche

Viele Entwürfe mit großen Motiven gestalten deren Rand mit Doppellinien in mehr oder weniger breitem Abstand. Ein solcher Entwurf enthält ein in einem großen Herz platziertes kleineres Herz. Dessen Füllmuster besteht auch aus Waffelstichen.

So bietet es sich an, Waffelstiche auch zwischen die Konturenlinien des großen Herzens zu arbeiten. Der Abstand der Linien ist groß genug, um zwei Reihen Stickstiche aufzunehmen.

Man beginnt zweckmäßigerweise an einer Spitze und stickt die erste Reihe über die Hälfte der freien Fläche.

Die zweite Reihe wird der Form angepasst dagegengesetzt.

Auf diese Weise entsteht eine hübsche Randverzierung.

Sie schmückt eines der „Tanzeckenmuster“ am Rand einer Tischdecke,
Die Tanzeckenquadrate sind sehr abwechslungsreich gestaltet und bieten sich für vielerlei Gebräuche an.

Siehe auch:
Doppelkonturen (1) – Freie Flächen
Doppelkonturen (2) – Umwickelte Spannstiche
Doppelkonturen (3) – Umwickelte Hexenstiche
Doppelkonturen (4) – Bouillonknoten
Doppelkonturen (5) – Bouillonstiche
Doppelkonturen (6) – Schlingstiche

Ei à la Fabergé

Ein Ei, gestickt im Stil von Fabergé, ziert die österlich geschmückte Wohnung.

Der Entwurf der Künstlerin Gudrun Hartwig ist auf handgewebtem Leinen in Stickerei umgesetzt.

Die terrassenförmige Fußfläche ist mit Mückenstichen verziert, die ovale Ausformung erhält das lichte Grundstichmuster.
Ausschließlich diese beiden Muster sind für alle zu füllenden Flächen des Motivs verwendet.

Blättchen und kleine Füllungen sind mit Plattstichen gearbeitet, wobei die Weiterführung der Stiche von einem Blatt um nächsten entlang der Korallen-Knötchenstiche den Stängel dezent markanter werden lässt.

Die doch relativ kleinen Flächen verlangen kleine Füllmuster, deren unauffällige Wirkung

das prächtige Gesamtbild unterstreichen.
Französische Knötchenstiche, zwischen die Korallen-Knötchenstichlinien gesetzt, erzielen auf einfache Art und Weise ein ansprechendes Muster.

So entsteht eine außergewöhnliche und nicht alltägliche österliche Stickerei.

Wer ein ganz besonderes Juwel daraus werden lassen möchte, kann das „Fenster“ mit kleinen farbigen Kreuzstichmotiven

oder Gobelinstichmotiven füllen, wie die Fotomontagen andeuten.

Frohe Ostern 2026!

Weitere Entwürfe der Künstlerin Gudrun Hartwig:
Gestickter Ostereier-Kranz – apart und originell
Ein besonderes Osterei
Vogelborte waagerecht (1)
Spiralen – Übung (2)
Spiralen – Übung (3)
Märchenhaft – Bilder in Weißstickerei zum Grimm-Jahr 2013
Winterbaum mit Beerenschale

Noch ein Osterei

Nach Beendigung meiner Tests habe ich in aller Ruhe und sehr sorgfältig ein weiteres Ei entstehen lassen.

Die benötigten Materialien wurden zusammengestellt.

Der Zeichnung der Eikontur wurden die Mittelachsen hinzugefügt. Auf einem Lichtpanel wurde die zuerst die Eikontur und darüber die Zeichnung des gewählten Motivs in Übereinstimmung der markierten Mittelachsen mit ablösbarem Klebeband befestigt.

Darüber wurde das, ebenfalls mit Mittelachsen versehene, Leinenstück befestigt. (Mein Leinenstück war nur ca. 11 cm x 11 cm groß. Mit einem etwas größeren Zuschnitt – ca. 15 cm x 15 cm – wäre die Stickarbeit leicht von statten gegangen.)

Mittels eines hitzelöslichen Stiftes wurden das Motiv und die äußere Eikonturenlinie auf das Leinen übertragen.

Man muss aufdrücken, um genügend Tinte für eine klare Linie auf den Stoff zu bringen. Dabei bleibt die feine Spitze des Stiftes leicht in den Vertiefungen zwischen den Gewebefäden hängen.

Das Motiv wurde gestickt. Für Korallen-Knötchen– und Schlingstiche habe ich 2 Fädchen des Sticktwists verwendet, für Kettenstiche und

Füllmuster nur 1 Fädchen.

Der Korb bekam das „Einer -Muster“. Da die zu bestickende Fläche sehr klein ist, habe ich zunächst davon abgesehen, Kettenstiche neben die Korallen-Knötchenstiche zu sticken.

Da mir die Ränder aber zu unsauber aussahen, habe ich nachträglich Kettenstiche gearbeitet und die Mitte der Blume mit einem kleinen Schnürloch versehen.

Die zweite Seite wurde mit dem gleichen Motiv bestickt, die Füllungen aber etwas anders gestaltet.

Um die Häkelborte für den Rand nicht so massiv werden zu lassen, habe ich mit Häkelnadel Nr. 2 und 3 Fädchen des Sticktwists eine lockere Luftmaschenkette gehäkelt. Dafür habe ich ca. 7 Meter des halben Twistfadens benötigt. Zugegeben: Es ist nicht ganz einfach, einen so langen Faden zu teilen, aber es geht, wenn man zwischendurch immer mal wieder das vom Strängchen kommende Fadenende feststeckt, den Faden hoch hält und aufdrehen lässt.

Man muss abmessen, wann die Kette lang genug ist, um die Konturenlinie komplett zu überdecken.

Über die Luftmaschen wurde eine Reihe Stäbchen gehäkelt.

Am Ende der Luftmaschenkette angekommen, wird der Faden mit zwei Luftmaschen zur Kette zurückgeführt, dort befestigt und mit zwei weiteren Luftmaschen auf Höhe der zweiten Stäbchenreihe gebracht, die wieder entlang der Kette gehäkelt wird.

Dadurch bildet sich in der Mitte eine Art Falz, die das Befestigen am Rand einfach gestaltet. Am Ende wird der Faden zur Mitte geführt, durch die letzte Schlinge gezogen und im Abstand von ca. 10 cm zur Häkelborte abgeschnitten.

Die bestickten Leinenteile werden mit den rechten Seiten nach außen passgenau übereinandergelegt und festgesteckt.

Auf der Rückseite kann man kontrollieren, ob die Linien auch richtig getroffen wurden. Ist das nicht der Fall, muss man korrigieren.

Mit etwas Abstand zum Rand werden die Teile zusammengeheftet

und bis auf eine Öffnung an der Längsseite mit kleinen Zick-Zack-Stichen entlang der Konturenlinie zusammengenäht.

Das Ei wird, wie im vorigen Blogbeitrag ausführlich beschrieben, ausgeschnitten

gebügelt, leicht gefüllt und geschlossen.

Der restliche Stoffüberstand wird abgeschnitten.

An der Spitze beginnend, wird die Häkelborte zunächst mit Stecknadeln befestigt,

um sicherzustellen, dass die Borte gleichmäßig am Rand verteilt ist.

Die mit nur 3 Fädchen gehäkelte Borte ist nicht so stabil wie die mit einem ganzen Faden gehäkelte (die gelbe im vorhergehenden Blogbeitrag zu sehende). Daher dachte ich, es sei besser, sie festzunähen. Das habe ich diesmal mit Stichen von der Rückseite nach vorn und zurück erledigt.

Das hat den Vorteil, dass man die Borte auf beiden Seiten in gleichmäßiger Breite befestigt.

Vielleicht habe ich die Stiche zu groß gewählt, vielleicht auch den Faden zu fest angezogen. Dadurch wirkt der Rand unruhiger als bei den mit überwendlichen Stichen Masche für Masche befestigten grünen und pinkfarbenen Borten.

Am Busch hängend

und im leichten Luftzug schaukelnd fällt das nicht mehr ins Gewicht.

Fertigung gefüllter Ostereier

Manchen ist die Montage kleiner, gestickter Motive der Schwälmer Weißstickerei auf Plastikeiern in Hühnereigröße zu herausfordernd.

So habe ich nach anderen Möglichkeiten gesucht, diese hübschen Motive als Hängeschmuck für den Osterstrauß herzurichten. Zuerst habe ich mit bestickten Teilen gearbeitet, später habe ich – um schneller voranzukommen – unbesticktes Leinen für die Tests bevorzugt.

Beim ersten Versuch habe ich die vordere Stoffseite bestickt und die rückwärtige mit einer Mittelnaht mit breiter Öffnung versehen. Beide Teile wurden rechts auf rechts gelegt und in Eiform zusammengenäht. Die Nähte wurden gut ausgestrichen, der Stoffüberstand an den Rundungen bis zur Naht eingeschnitten und rundherum eingekürzt. Das Teil wurde von Innen nach Außen gewendet. Die Nähte wurden nochmals gründlich ausgestrichen. Das Ei wurde mit Füllwatte aufgepolstert, die Öffnung der rückwärtigen Naht verschlossen. Die Kante wurde mit einer gedrehten Kordel versehen.

Nachteil:
Man kann solche Eier nur von einer Seite besticken:
Nach dem Wenden können durch die Krümmung der Form kleine Unregelmäßigkeiten am Rand entstehen.

Die Kordel kann kleine Unregelmäßigkeiten am Rand nicht kaschieren.

Beim zweiten Versuch bin ich ähnlich vorgegangen. Nur habe ich diesmal zwei bestickte Teile verwendet und zum Füllen eine Öffnung an der Längsseite gelassen.

Der Rand wurde mit einer Häkelborte überdeckt.

Nachteil:
Nach dem Wenden entstehen durch die Krümmung der Form kleine Unregelmäßigkeiten am Rand.
Das Schließen der Randöffnung ist durch die leichte Krümmung nicht ganz einfach.
Vorteil:
Man kann das Ei auf beiden Seiten besticken.
Die Häkelborte kaschiert die kleinen Unregelmäßigkeiten an Rand.

Bei einem dritten Versuch habe ich ein Vlies zwischen die beiden Leinenstücke gelegt und die Schichten in Eiform mit schmalen Zick-Zack-Stichen zusammengenäht (Bild: Vorder- und Rückseite).

Nach dem Ausschneiden ist auch der Rand durch das Vlies etwas voluminöser. So ist das Anbringen der Häkelborte etwas schwieriger.

Mein letzter Versuch ist am erfolgversprechendsten. Die zwei Stoffteile werden entlang einer Markierung mit kleinen Zick-Zack-Stichen – bis auf eine Öffnung an der Längsseite – zusammengenäht. Entlang der äußeren Nahtlinie wird der Stoffüberstand – bis auf den Bereich an der Öffnung – abgeschnitten.

Das Teil wird gefüllt und die Öffnung mit der Maschine verschlossen. Der dort verbliebene Stoffüberstand hilft, die Naht an die richtige Stelle setzen zu können. Später wird auch er abgeschnitten.

Übrig bleibt ein leicht gewölbtes Ei mit relativ sauberem Rand, der sich leicht mit einer Häkelborte überdecken lässt.

Wenn man also solche Eier fertigen will, benötigt man.

  • Leinen – 13,5-fädiges ist gut geeignet. 15 cm x 15 cm je Eiseite sind gut; zu kleine Stücke lassen sich nur schwer besticken
  • kleine Muster
  • eine eiförmige Kontur der Größe 7,06 cm x 10 cm – für einen Rand aus festen Maschen die innrere Konturenlinie, für einen Rand aus Stäbchen die äußere Konturenlinie.
  • etwas Nähgarn zum Markieren der Mittellinien
  • Sticktwist – je nach gewähltem Stickmuster ca. 1,5 m für die Stickerei, ca. 6 m für den Rand aus festen Maschen und ca. 9 m für den Stäbchenrand
  • Stift zum Übertragen des Musters auf den Stoff – hier habe ich einen hitzelöslichen Stift verwendet, da dann das Leinen im Anschluss an die Stickerei nicht gewaschen werden muss.
  • Füllwatte
  • Nähmaschine
  • Sprühstärke
  • Bügeleisen
  • Häkelnadel 2,5

Das Muster wird übertragen und gestickt. Da in den kleinen Flächen kein Fadenauszug möglich ist, müssen die Gewebefäden gezählt werden.
Für die Konturen, Schnürlochbögen und Blättchen habe ich zwei Fädchen des Sticktwists verwendet, für die Muster oft nur ein Fädchen.

Fertig gestickte Musterteile werden mit den Vorderseiten nach außen bis auf eine freibleibende Lücke an der Ei-Kontur zusammengenäht. Der Stoffüberstand wird, wie im Bild zu sehen, zurückgeschnitten.

Mit Hilfe von etwas Sprühstärke wird das Teil glatt gebügelt. Vorher sollte man die Konturenlinie an der Öffnung mit einem Bleistift nachziehen, da die hitzelösliche Linie beim Bügeln verschwinden kann. Stärke hilft zum einen beim Glätten, schützt aber das Ei später auch vor schneller Verschmutzung.

Dann wird das Ei mit Füllwatte gestopft. Hier habe ich noch keinen großen Erfahrungsschatz, denke aber, dass es besser ist, das Ei nur leicht zu füllen. Die Öffnung wird zugenäht und der Stoffüberstand abgeschnitten.

Für den Rand kann man entweder eine Borte aus festen Maschen häkeln. Dazu habe ich eine Kette aus 52 Luftmaschen gehäkelt und diese von beiden Seiten mit festen Maschen versehen. Anfangs- und Endfädchen dienen später als Aufhänger.

Eine Borte aus Stäbchen häkelt man ähnlich – mit beiden Stäbchenreihen von den Luftmaschen ausgehend. Dadurch bildet sich in der Mitte eine Art Falz, die das Befestigen am Rand einfach gestaltet. Die Stäbchen-Borte deckt den Rand besser ab. Da sie aber mehr der Fläche verdeckt, sollten man sie um die größere Ei-Kontur legen. Dafür benötigt man ca. 55 Luftmaschen und mehr als 8 Meter Sticktwist. (Ich habe mit einem ganzen Twist-Faden gearbeitet.)

Die Stäbchen-Borte legt sich gut um das Ei und muss eigentlich nur oben mit ein paar Stichen befestigt werden.

Wie für alle Miniaturarbeiten benötigt man etwas Fingerspitzengefühl, wird aber mit einer hübschen und individuellen Dekoration belohnt.

Hahn und Henne

Ostern rückt näher und so habe ich nach einem passenden Motiv gesucht. Eier und Hasen habe ich schon oft gestickt. Aber auch Hahn und Henne sind ein beliebtes Osterthema. So stelle ich diese – hier in trauter Zweisamkeit auf dem Boden hockenden – Figuren vor.

Der Hahn mit seinen buschigen und plustrigen Schwanzfedern

und seinem mächtigen Kamm und Kehllappen

steht in starkem Kontrast zur moderat gestalteten Henne.

Passend zu den markanten Konturen wurden alle Flächen mit Mustern aus den Büchern Limetrosen I und Limetrosen II bestickt. So wurde der Flügel der Henne mit dem Muster „Hasenohren“ (Limetrosen I, Seite 50) und deren Bauch mit dem Muster „Welle“ (Limetrosen I, Seite 17) gestaltet.

Kamm und Kehllappen des Hahns sind mit dem Muster „Netz“ (Limetrosen I, Seite 12) verziert. Der Hals erhielt das Muster „Gefieder“ (Limetrosen I, Seite 15), die Brust „Kaskade“ (Limetrosen II, Seite 20), der Bauch „Rippen nach links“ (Limetrosen II, Seite 9) und die Schwinge „Federkleid“ (Limetrosen II, Seite 11).

Bei mir ziert dieses Muster ein Kissen. Auf einem Läufer oder einer Tasche kann ich es mir ebenfalls gut vorstellen.

Das Konturenmuster (22,5 cm x 16 cm) können Sie bei mir als Handzeichnung für 3,00 € als pdf-Datei beziehen. Wenn gewünscht, kann ich das Muster auch aufdrucken.

Viele weitere Ideen für österliche Stickereien finden sie auf meinem Blog:
Hasen zwischen Gänseblümchen
Ostergruß von Colette Bonnet
Der Hase und der Igel
Ostereier bestickt mit Motiven aus der Schwälmer Weißstickerei (2)
Frühlingsgruß
Hasen
Osterei 2019
Ein besonderes Osterei
Oster-Dekoration 2018
Gestickter Ostereier-Kranz – apart und originell
Hasen-Reigen
Bunte Ostereier
Eine Ostereier-Borte
Ein Osterei
Ein preisgekröntes Osterei
Tischdecke für alle Jahreszeiten – April: Ostereier
Ostereier bestickt mit Motiven aus der Schwälmer Weißstickerei.