Ideenwerkstatt – Nadelkissen (2)

Ein Band mit lichten Mustern soll zur weiteren Gestaltung des Nadelkissens gearbeitet werden.
Dazu wird zunächst ein Längsfaden aus dem Gewebe gezogen. Der Abstand vom gestickten Motiv zur linken Markierungslinie und zum rechts gelegenen Fadenauszug sollte gleich sein.

Bitte beachten Sie: Nach der Fertigstellung meines Nadelkissens bemerkte ich, dass durch die entstehende Wölbung nach dem Ausstopfen das kleine Motiv so wirkt, als wolle es nach links von dem Kissen herunterrutschen. Daher ist es besser, entweder den oben beschriebenen Fadenauszug dichter an das Motiv zu verlegen – es ist Geschmacksache, wie dicht. Oder noch besser, wenn der Stoffüberstand auf der linken Seite es erlaubt, das gesamte blau markierte Quadrat um 1 cm nach links zu verschieben, um ein schmales Börtchen oder eine Zierstichreihe links des Motives arbeiten zu können – ähnlich dem Ideengeber-Nadelkissen.
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Vom Fadenauszug bleiben nach rechts hin 4 Fäden stehen, ein weiterer wird ausgezogen. Zwischen beiden Fadenrinnen wird eine Reihe Wickelstiche gestickt.
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Neben der rechten Fadenrinne wird ein weiterer Faden ausgezogen.
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Mein Musterband soll 6 Kästchen breit werden. Daher lasse ich immer abwechselnd – insgesamt 5 mal – 2 Fäden stehen und ziehe 2 Fäden aus. Im Anschluss an die letzte Doppelfadenrinne bleiben 4 Fäden stehen und 1 Faden wird ausgezogen.
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Zwischen die rechten beiden Fadenrinnen wird erneut eine Reihe Wickelstiche gestickt.
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Anschließend wird – innerhalb der blauen Markierung – der Querfadenauszug vorgenommen.
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Das lichte Fadengitter wird mit Grundstichen bestickt.
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In das Grundstichgitter wird ein Musterband gestopft.
Anregungen für die Gestaltung solcher Musterbänder finden Sie in Saumbaukasten oder in Ostereier.
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Im dritten Teil sollen dann noch schwalmtypische Börtchen und Zierstiche gestickt werden. Haben Sie eine Vorstellung, wie das aussehen könnte?

zum vorhergehenden Teil

Ein Schwälmer Konturenmuster in zwei Ausführungen (3)

Im Anschluss an die Tulpe findet sich auf der Längsachse eine zwiebelähnliche Kontur (hier etwas vergrößert dargestellt):
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Bei dem ovalen Läufer wurden die Linien der inneren Form unbeachtet gelassen, um mehr Raum für das Flächenfüllmuster zu gewinnen. Alle anderen Linien wurden mit Knötchenstichen gestickt.
Dicht innerhalb der inneren Knötchenlinie wurden Kettenstiche gestickt und die Innenfläche mit dem einfachen Durchbruchmuster „Waffelstich“ (Grundlagen der Schwälmer Weißstickerei, Seiten 37 und 38) verziert.

Verwendet wurde Vierfachstickgarn in folgenden Stärken: Nr. 20 für die Knötchenstiche und Nr. 30 für die Kettenstiche und das Flächenfüllmuster.
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Bei dem rechteckigen Läufer wurden alle Linien der Kontur mit Knötchenstichen bestickt Dicht innerhalb der inneren Knötchenlinie wurden Kettenstiche gestickt und die Innenfläche mit dem lichten Muster „Französischer Stich – halb“ (Mustertücher `Lichte Muster´, Seiten 32 und 33) verziert.

Verwendet wurde Vierfachstickgarn in folgenden Stärken: Nr. 16 für die Knötchenstiche und Nr. 25 für die Kettenstiche und das Flächenfüllmuster.
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Auf der Längsachse nach innen weitergehend findet sich ein Herz mit folgender Konturenzeichnung (hier etwas vergrößert dargestellt):
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Wieder könnte man die innere Linie entfernen, um mehr Raum für das Flächenfüllmuster zu schaffen, wie unten dargestellt.
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Auch könnte man zwischen die innere und die danebenliegende Herzlinie ein Ziermuster sticken – „Schlängchen“ (umschlungener Hexenstich), eine in der Mitte verlaufende Reihe von Kettenstichen oder das Füllen der Fläche mit Plattstichen bieten sich – neben vielen anderen Möglichkeiten – besonders an.

In meinen beiden Beispielen wurde davon kein Gebrauch gemacht. Diese Flächen wurden freigelassen. Die vorgegebenen Bögen wurden in beiden Beispielen als Schnürlochbögen gestickt.
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Das Herz des ovalen Läufers bekam das Limetflächenfüllmuster „Marburger Grundstich“ (Grundlagen der Schwälmer Weißstickerei, Seiten 39 und 40).

Verwendet wurde Vierfachstickgarn in folgenden Stärken: Nr. 20 für die Knötchenstiche, Nr. 25 für die Schlingstiche und das Flächenfüllmuster und Nr. 30 für die Kettenstiche.
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Das Herz des rechteckigen Läufers wurde mit dem lichten Flächenfüllmuster Nr. 84 (Lichte Muster `Stopfstiche´, Seite 45) verziert.

Verwendet wurde Vierfachstickgarn in folgenden Stärken: Nr. 16 für die Knötchenstiche, Nr. 20 für die Schlingstiche und das Stopfmuster, Nr. 25 für die Kettenstiche und Nr. 30 für den Grundstich.

Fortsetzung folgt!

Den Anfangsteil dieser Serie finden Sie hier.
Den vorhergehenden Teil dieser Serie finden Sie hier.

Schwälmer Konturenmuster (7) – Anordnungsmöglichkeiten (2)

Damit die Durchbruchmuster später in den jeweiligen Figuren besonders gut zur Geltung kommen, sollte man achsensymmetrische – also an der Mittelachse gespiegelte – Formen in einem Konturenmusterentwurf immer gerade oder diagonal zum Fadenlauf anordnen.

Eine Stickerei wirkt perfekter, wenn sich das gewählte Flächenfüllmuster der Form harmonisch anpasst, wie im Bild unten zu sehen.
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Wenn nicht darauf geachtet wird, dass das Flächenfüllmuster mit der Motivform harmonisiert, ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, wie die unten abgebildeten Tulpe zeigt.
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Für Teilflächen eines Designs, in denen dies nicht eingehalten werden kann, sollte man auf Kreisformen oder asymmetrische Formen zurückgreifen.
Schauen wir uns unter diesem Gesichtspunkt die beiden bereits betrachteten Entwürfe noch einmal an. Die blauen Linien bedeuten geraden Fadenlauf, die roten diagonalen.
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Frau Thielmann hat bis auf zwei Tulpen pro Viertel diese Gesichtspunkte beachtet.
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Frau Schneider hat in den Hauptfiguren diese Gesichtspunkte beachtet und sehr geschickt einen großen Teil der Restfläche mit unterschiedlichen Kreisen und asymmetrischen Figuren gefüllt. (Bei den wenigen achsensymmetrischen Formen, die nicht gerade oder diagonal zum Fadenlauf liegen, fällt das in diesem Beispiel nicht auf, da Muster aus der frühen Schwälmer Weißstickerei verwendet wurden, und da ist man nicht vom Fadenlauf abhängig.)
Fortsetzung folgt!
Teil 1 der Serie

Ein preisgekröntes Osterei

Im März 2013 habe ich einen Beitrag über Ostereier, bestickt mit Motiven der Schwälmer Weißstickerei, gepostet. Zeitgleich habe ich das Heft „Bestickte Ostereier“ mit detaillierten Beschreibungen der Arbeitsschritte und das Downloadprodukt „24 kleine Konturenmuster“ mit weiteren Konturenmustern veröffentlicht.
Darauf basierend sind in der Zwischenzeit viele sehr schön bestickte und hervorragend gearbeitete Ostereier entstanden.
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Namentlich gilt das für Donna Finley aus den USA. Sie hat mit einem ihrer perfekt gearbeiteten Exemplare einen besonderen Preis errungen – das blaue Band der „Maryland State Fair“ (einer Messe des US-Bundesstaates Maryland).

Herzlichen Glückwunsch!


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Donna schreibt:
„I thought you might be interested to know that my adaption of your Schwalm Easter egg idea won a blue ribbon at the Maryland (USA) State Fair this month [August 2014]. It was my first time entering anything in any fair, so I am especially grateful for your inspirations and instructions.

I originally made a set of five eggs, most using the pretty heart-and-tulip design from your blog. I did purchase more designs from you, however, and it was one of those that won. …. I used wooden eggs from a general crafts store, which gave the finished pieces a lovely heft, and ¼“ gimp when I failed to find readily available velvet ribbon… .“

Frei übersetzt:
„Ich dachte, es würde Sie interessieren zu erfahren, dass meine Umsetzung Ihrer Idee von Schwälmer Ostereiern diesen Monat [August 2014] ein blaues Band der Maryland State Fair gewonnen hat. Es war das erste Mal, dass ich eine Arbeit bei einer Messe eingereicht habe, weshalb ich besonders dankbar für Ihre Inspirationen und Instruktionen bin.

Und weiter: Insgesamt habe ich fünf Eier gearbeitet, meistens mit dem Herz-Tulpe-Design verziert.
Ich benutzte hölzerne Eier aus einem Bastelgeschäft, die den fertigen Arbeiten ein ansprechendes Gewicht geben. Da ich kein passendes Samtband finden konnte, verwendete ich eine ¼“ Besatzschnur (Gimpte).“
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Vielleicht sind diese hervorragenden Ergebnisse auch Ihnen Ansporn, sich einmal mit dieser Technik zu versuchen.

Herzlichen Dank an Donna!

Ostereier in Wachs-Reserve-Technik

Ostereier in der filigranen Ausgestaltung der im Marbuger Raum gebräuchlichen Muster erfordert sehr viel Übung und Fingerspitzengefühl. Auch finde ich eine solche Verzierung zu aufwändig für Verzehr-Ostereier.
Dennoch gestalten wir unsere Ostereier, die wir nach der Suche essen wollen, hübsch in einer überlieferten Wachs-Reserve-Technik.
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Dazu benötigt man reines Bienenwachs und ein Gerät, um das geschmolzene Wachs aufzutragen.
Weithin bekannt sind die Ukrainischen Ostereier, für deren Verzierung man eine sogenannte „Kitska“ verwendet. Auch ein „Tjanting“ wäre möglich, aber solche Geräte (Kitska oder Tjanting) sicher zu handhaben, erfordert sehr viel mehr Übung als ein simples Stecknadel-Werkzeug.
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Wir improvisieren mit Dingen, die wir zur Hand haben: eine Stecknadel mit Glaskopf, die man in einen Griff (Hölzchen oder alten Stift) steckt, einen Tiegel, in dem man das Wachs schmilzt (wir verwenden eine Duftölschale).
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Da die Eier verzehrt werden sollen, werden sie zunächst hart gekocht. Geplatzte Eier werden dann aussortiert.Weißschalige Hühnereier geben den Mustern einen stärkeren Kontrast, bei braunschaligen Eiern wird der Schmuck dezenter.
Die Eier sollten nach dem Kochen abkühlen. In leicht handwarmem Zustand verarbeitet sich das Material am besten.

Man nimmt das Ei in die linke (für Rechtshänder) Hand, schmiltz etwas Bienenwachs über einer Kerze, taucht den Kopf der Stecknadel kurz darin ein
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und setzt dann mit einer schnellen Bewegung einen Punkt oder einen Strich auf das Ei.
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Punkte entstehen, wenn man den Stecknadelkopf nur an einer Stelle kurz aufsetzt; tropfenförmige Striche werden aus dem Punkt, wenn man den mit Wachs versehenen Stecknadelkopf auf das Ei aufsetzt und weiterzieht. Das alles muss recht schnell geschehen. Für jeden neuen Punkt oder Strich muss der Stecknadelkopf erneut in das Wachs getaucht werden.

Die Mustervielfalt, die man mit Punkt und Strich erzielen kann, ist riesig. Hier eine kleine Auswahl:
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Nachdem das Ei verziert ist, wird es in ein kaltes bis mäßig warmes Färbebad gelegt. Ein zu warmes Färbebad würde das Wachs schmelzen lassen.
Wir verwenden am liebsten Zwiebelschalen zum Färben.
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Eine große Menge davon wird in einem Topf so lange gekocht, bis eine dunkelbraune Brühe entsteht. Diese muss nun abkühlen. Die verzierten Eier werden in die mäßig warme Brühe gelegt und bleiben so lange darin liegen, bis die gewünschte Farbintensität erreicht ist. Die fertig gefärbten Eier werden getrocknet. Man kann das Wachs vorsichtig entfernen, man kann es aber auch auf der Eierschale belassen.

Das Ei wird mit Speck eingerieben, um es zum Glänzen zu bringen.
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Viel Spaß beim Verzieren und Eiersuchen!