Historische Schwälmer Miederärmel-Stickerei (C)

Die traditionelle Stickerei des Schwälmer Mieders (C) ist nicht so aufwändig wie die Borten des Schwälmer Mieders (A) und des Schwälmer Mieders (B).
Das verwendete Leinen ist 21–24-fädig. Das Bild zeigt die komplette Stickerei in einer Fotomontage.
mieder_c_1Die Fläche zwischen Nadelspitze und Stopfhohlsaum ist 7 cm breit. Sie ist nicht vollständig mit Weißstickerei ausgefüllt.
mieder_c_2Für den Stopfhohlsaum wurde ein 7-stufiges Zick-Zack-Muster – auch A-Muster genannt – gewählt. Nähere Informationen über Stopfhohlsäume – die verschiedenen Arten und die unterschiedlichen Arbeitsweisen – finden sich in meinem Buch Randabschlüsse.
mieder_c_3Den Abschluss des Ärmelbündchens bildet Nadelspitze, die aus drei Reihen einfacher Nadelspitzenbögen mit Pyramidenzäckchen besteht und durch verbundene Pikots begrenzt wird.

Zwischen Stopfhohlsaum und Nadelspitze blieb ein Leinenstreifen unbestickt. Daran anschließend wurde eine Borte mit Schwälmer Weißstickerei gefertigt. Bei genauer Betrachtung wird man die vielen Spiralen wahrnehmen, die die Räume zwischen den Motiven füllen.
mieder_c_4Die Tulpe wurde mit dem Muster 2 kurz-2 lang umgeben.
Die Fläche wurde mit einem lichten Muster mit Grundstichgitter gefüllt. In das Gitter wurde ein Stopfstichmuster eingestickt.
mieder_c_5Der Kreis wurde mit geschnürten Messerspitzen aus umgeben. Die Fläche wurde mit einem lichten Muster mit Grundstichgitter gefüllt. In das Gitter wurde ein Sternmotiv eingestopft. Es fällt auf, dass dazu sehr dickes Garn verwendet wurde und die Kästchen des Grundstichgitters nicht sehr dicht mit Stichen ausgefüllt wurden.

Das Sternenmotiv ist auch geeignet, eine weitere Stickerei zum Schmücken des Weihnachtsbaumes anzufertigen.
mieder_c_6Das Herz ist mit Schnürlochbögen umgeben. Die Fläche wurde mit einem Limetmuster aus Wickelstichen gefüllt. Es fällt auf, dass ausgerechnet das Mittelmotiv nicht spiegelbildlich bestickt wurde, während die beiden kleinen Blätter unterhalb spiegelbildlich angeordnete Muster bekamen. Sie sind gefüllt mit einem lichten Muster ohne Grundstichgitter. Rosenstiche wurden in die Flächen gearbeitet. Die Räume zwischen den Motiven sind dicht bestickt.

Spiralen – Übung (3)

Zum Sticken von Spiralen eignen sich nicht nur abstrakte Muster, sondern auch gegenständliche Motive. Die Künstlerin Gudrun Hartwig hat speziell für diese Übung zwei unterschiedliche Schmetterlinge entworfen.

Eine Mustergröße von 7,5 cm x 7,5 cm wird gewählt, um ein weiteres kleines Kissen damit zu verzieren.
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Um die Doppelspiralen zu sticken, wird am Wendepunkt jeder Spirale begonnen, den ersten Teil zu arbeiten.
spir3_2Danach wird die Arbeit gedreht und ausgehend von den bereits fertigen Teilen werden die restlichen Spiralen gestickt.
spir3_3Dann wird das Teil wird gewaschen – bitte vorsichtig, damit die Ränder nicht ausfransen – gestärkt und gebügelt. Nach dem Bügeln – dazu lege ich ein trockenes Frottee-Handtuch auf das Bügelbrett und die Stickerei mit der rechten Seite nach unten darauf – erscheinen die Linien besonders erhaben.
spir3_4Nun wird das Kissen genäht, gefüllt und geschlossen.

Ein weiteres hübsches, kleines Projekt ist fertiggestellt. Aber was soll man mit all den kleinen Kissen anfangen? Hier habe ich sie auf einem Tablett ausgestellt. Vielleicht kann man saisonale Dekorationen oder Dinge, die zum Motiv des Kissens passen, beifügen. Beispielsweise habe ich das kleine Kissen der Spiralenübung 2 mit einigen blauen Accessoires kombiniert, da ich bei diesem Muster an Wasser und Wellen erinnert werde.
spir3_5Das Schmetterlings-Kissen ins Blickfeld rückend, habe ich mich für Blumenschmuck als zusätzliche Dekoration entschieden.
spir3_6Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Lassen Sie Ihre Kreativität spielen! Auf alle Fälle ist das Tablett mit den kleinen Kissen ein Hingucker und wird Besucher dazu führen, die Stickereien näher zu betrachten und darüber zu reden.

Und für Stickerinnen, die Spaß daran haben, figürliche Doppelspiralen zu arbeiten, ist hier noch ein weiteres Muster von Gudrun Hartwig.
spir3_7Sowohl die handgefertigten Zeichnungen der Künstlerin als auch die gleichmäßigeren Computergrafiken werden hier gezeigt. Es ist Geschmackssache, welche Linien man bevorzugt – ich habe nach dem Original gestickt.
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Spiralen – Übung (2)

Heute präsentiere ich eine ganz spezielle Aufgabe – Spiralübungen nach Künstler-Art.

Nach Mustern für das Sticken von Spiralen suchend, kam ich auf die Idee, eine Künstlerin zu fragen. Überrascht von der Vielfalt freute ich mich über die Designs von Gudrun Hartwig. Sie hat auch schon die wundervollen Märchenmotive für mich kreiert. Ich bat sie, mir quadratische Muster von 10 cm x 10 cm Größe zu entwerfen. Je nach Wunsch kann man die Muster mit und ohne Rahmen sticken.
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Um ein weiteres kleines Kissen zu fertigen, habe ich das Design ohne Rahmenlinie gestickt. Zuerst habe ich zwei verschiedene Garnstärken verwendet – Vierfachstickgarn Nr. 16 und Nr. 20. Ein dritter, dickerer Faden wäre gut, um die unterschiedlichen Linienstärken der Spiralen besser nachempfinden zu können. So verwendete ich noch zusätzlich Vierfachstickgarn Nr. 12, das ich noch in Restbeständen habe.
spir2_2 Mein fertiges Projekt ist sehr speziell, nicht wahr?
spir2_3 Hier sind ein paar weitere hübsche Muster. Diese erlauben das Anfertigen außergewöhnlicher Projekte durch das Sticken von Spiralen nach Künstler-Art.
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spir2_6 Haben Sie Spaß am Sticken von Spiralen gefunden? Suchen Sie nach etwas größeren Mustern?
spir2_7 Dann können Sie sich dieses hübsche Muster (26 cm x 26 cm) von Frau Irmgard Mengel auf ein Kissen oder ein Deckchen aufdrucken lassen. Rufen Sie bei Interesse doch einfach mal dort an: 05651 40684.

Spiralen – Übung (1)

„Übung macht den Meister“ – das gilt auch für das Sticken von Spiralen. Hier sind zwei ähnliche Muster, um damit zwei unterschiedliche Projekte zu fertigen – perfekt zum Lernen, Spiralen zu sticken.
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Das erste Muster misst 7,5 cm x 7,5 cm. Es wird auf einen Leinenzuschnitt in der Größe von 14 cm x 26 cm übertragen. Ein kleines Kissen soll daraus entstehen. Die ersten Schritte dazu findet man hier, die letzten Schritte bis zur Fertigstellung hier.
(Natürlich kann man solch ein Nadelkissen auch aus zwei Teilen von je 14 cm x 14 cm Größe arbeiten.)
spir1_2In meinem Beispiel habe ich feines, handgewebtes Leinen und Vierfachstickgarn Nr. 16 für alle Knötchenstiche gewählt.
(Man wird feststellen, dass ein Kreisdesign nicht länger als wirklicher Kreis erscheint, wenn das Leinen in einen Rahmen gespannt wird. Das ist nicht tragisch, denn am Ende wird die Kreisform wieder zurückkehren.)
spir1_3Das Hauptaugenmerk liegt diesmal auf der Übung der Spiralen, daher ist das Einarbeiten eines Füllmusters in die Kreisfläche nicht unbedingt notwendig. Wie dem auch sei, der Ring, nur aus Knötchenstichen bestehend, sieht zu unscheinbar aus. Daher werden mit Vierfachstickgarn Nr. 20 noch Kettenstiche neben die Knötchenstiche gestickt.
spir1_4Das Teil wird gewaschen – bitte vorsichtig, damit die Ränder nicht ausfransen – gestärkt und gebügelt.
spir1_5Dann wird das Kissen genäht, gefüllt und geschlossen.
Ein hübsches, kleines Projekt ist fertiggestellt.
spir1_6Für das zweite Projekt, ein Ornament zum Schmücken des Weihnachtsbaumes, wird das Muster verkleinert, so dass es in einen Ring mit einem Durchmesser von ca. 7,5 cm passt. Der innere Kreis wird gelöscht – so kann das Zentrum ein kleines Füllmuster aufnehmen.
spir1_7Vierfachstickgarn Nr. 16 wird für die Knötchenstiche verwendet, Nr. 20 für die Schlingstiche und die Kettenstiche. Am äußeren Rand werden zuerst Knötchenstiche über die innere Linie gestickt.
Dann wird eine Reihe Kettenstiche zwischen beide Linien gearbeitet, Diese Kettenstiche werden mit sehr dichten Schlingstichen überdeckt.
spir1_8Alle übrigen Knötchenstiche werden gestickt. Mit Vierfachstickgarn Nr. 30 werden Kettenstiche neben die Knötchenstiche des Innenkreises gesetzt. Die Kreisfläche wird mit einem lichten Muster mit Grundstichgitter gefüllt. Detaillierte Beschreibungen dazu finden Sie in meinen Büchern Grundlagen der Schwälmer Weißstickerei und Mustertücher `Lichte Muster´. Ein lichtes Muster passt gut zu einem Baumbehang und bildet einen hübschen Kontrast zu dem äußeren Ring mit den Spiralen.
spir1_9Nach Fertigstellung der Stickerei wird das Teil gewaschen (gekocht), gestärkt und gebügelt.
spir1_10Dann wir der Kreis ausgeschnitten.
Das Ergebnis ist eine weitere schöne Zierde zum Schmücken des Baumes.
spir1_11Dieses Muster wäre auch eine hübsche Dekoration für ein langes schmales Musterband mit einer Reihe ähnlicher Designs.
spir1_12Genießen Sie diese Übungen!

Wie stickt man Spiralen?

Die Spirale ist ein beliebtes Musterelement der Schwälmer Weißstickerei. Oft und gern werden sehr ausgeprägte Exemplare verwendet.
Spir_0Damit man Spiralen ordentlich sticken kann, benötigt man zuallererst eine gute Vorlage. Das unten abgebildete Muster hat eine Originalgröße von ca. 2 cm x 2 cm.
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Möglichst exakt wird das Muster auf das Leinen übertragen.
Spir_2Spiralen werden immer von außen nach innen gestickt – man beginnt am geraden Ende und schreitet bis zum Zentrum Knoten-für-Knoten der Biegung der Linie folgend fort. Spiralen sollten niemals mit zu dünnem Garn gestickt werden. Abhängig von der Beschaffenheit des Leinens ist Vierfachstickgarn Nr. 16 oder Nr. 20 richtig.
Spir_3Während des Stickens sollte man die Arbeit ständig Stich-für-Stich weiterdrehen,
Spir_4so dass die Nadel immer im rechten Winkel zur Spirallinie geführt werden kann. Auf diese Weise kann man den Verlauf der Kurve exakt nachvollziehen.
Spir_5Wird der Faden zu kurz – was bei großen Spiralen durchaus passieren kann -, sticht man knapp
hinter dem letzten Knötchenstich zur Rückseite,
Spir_6vernäht den Faden unter den rückwärtigen Stichen und befestigt auch den neuen Faden dort.
Spir_7Man sticht – ein winziges Stückchen zurückgehend – direkt neben dem oder besser noch durch den soeben vernähten Faden aus. So bleibt der Übergang fast unsichtbar.
Spir_8Den letzten Stich sollte man – abweichend von der Linienführung – etwas weiter nach innen hin setzen.
Spir_9So kann man die Spirale wunderbar „einkringeln“.
Spir_10Auch ungewaschen und ungebügelt sieht die Spirale doch schon ganz gut aus!