Der Dezember rückt näher – Zeit, sich mal wieder mit Baumschmuck zu befassen. In diesem Jahr wird der Sammlung eine Glocke hinzugefügt.
Ein Glockenmotiv mit einem Doppelrand wird auf 13,5-fädiges Leinen aufgebügelt. Die Originalform hat eine Größe von 7 cm x 9 cm.
Mit Vierfachstickgarn Nr. 16 werden zuerst Knötchenstiche über die innere Linie gestickt. Mit Vierfachstickgarn Nr. 20 wird eine Reihe Kettenstiche zwischen beide Linien gearbeitet.
Diese Kettenstiche werden unter Verwendung von Vierfachstickgarn Nr. 20 mit sehr dichten Schlingstichen überdeckt. Die Öse wird mit einem Schnürlochbogen gearbeitet.
Entlang der Knötchenstiche nach innen wird eine weitere Reihe Kettenstiche, diesmal mit Vierfachstickgarn Nr. 30, gearbeitet. Die Innenfläche wird mit dem Muster 478 gefüllt.
Nach der Fertigstellung der Stickerei wird das Teil gewaschen, gestärkt und gebügelt. Dann wird das Motiv ausgeschnitten.
Mit einem Bändchen versehen kann die Glocke ihren Platz am Weihnachtsbaum finden.

Zur weiblichen Festtagstracht der Schwalm gehörten neben den dunklen auch weiße Schürzen. Diese waren allerdings den Mädchen bis zur Heirat vorbehalten und wurden an hellen, warmen Tagen zum weißen Mieder und der roten Tracht getragen.
1942 veröffentlichte Heinrich Metz (1897 – 1973) einen Artikel über die textile Aussteuer einer Schwälmer Braut. Darin hieß es bezüglich der Schürzen:
Die weißen Schürzen waren vom Zuschnitt her den dunklen Schürzen sehr ähnlich. Allerdings waren sie viel aufwändiger gearbeitet. So wurden die beiden Leinenbahnen, die man für die Weite der Schürze benötigte, wenn kein Leinen ist der benötigten Breite zur Verfügung stand, meist mit einer Ziernaht zusammengehalten.
Die Schürzenbunde waren mit feinster Weißstickerei und Nadelspitze am oberen Rand verziert.
Der Verschluss durch Haken und Öse wurde mit vergoldeten Schließen überdeckt.
Oft waren im oberen, glatten Mittelbereich zwischen den Faltenpartien die Initialen der Trägerin und kleine Ornamente in farbigem Kreuzstich eingestickt.
Manchmal war auch die Jahreszahl der Herstellung vermerkt.
Ganz besonders aufwändige Exemplare hatten noch zusätzliche Weißstickerei im oberen Bereich der
glatten Partien, wie hier an der Seite unterhalb des Schürzenbundes
oder in der Mitte unterhalb des Schürzenbundes
Die Partien zwischen den glatten Bereichen waren fein gefältelt.
Es gab Schürzen mit durchbrochenen Mustern
und solche mit auf dem Stoff aufliegenden Mustern, wie hier in Herz-
und Kreismotiv zu sehen.
Am häufigsten waren allerdings die mit Plattstichen ausgeführten schmalen Börtchen
in sehr unterschiedlichen Ausführungen,
und die in Knötchenstichen und Plattstichen ausgeführten Musterungen.
Konturenvorlagen für solch kleine Börtchen kann man in meiner Publikation Schlängchen & Co in großer Anzahl finden.
Auch die Nadelspitzen waren unterschiedlich aufwändig gearbeitet.
Neben sehr schlichten Ausführungen
arbeitete man oft auch mehrreihige Nadelspitzen mit Pyramidenzäckchen und unterschiedlichen Pikots.
Eine ausführliche Beschreibung der Arbeitsweise von Nadelspitze, Pyramidenzäckchen und Pikots kann man in meiner Publikation Schwälmer Nadelspitzen – leicht gestickt finden.
Nicht zuletzt die adrette weiße Schürze – natürlich in Verbindung mit schwarzen Röcken und schwarzer Weste, weißem Mieder, den roten Rocksäumen und dem roten Käppchen – machte die Tracht populär und als Rotkäppchen-Tracht weithin bekannt.

Der Herbstwind weht die Blätter von Bäumen und Büschen.
Auch mein kleiner Herbstkranz gerät in Unordnung.
Die einst sorgfältig gewundenen Zweige
verlieren ihre Blätter, die scheinbar haltlos davon treiben.
Dieses jahreszeitlich inspirierte Muster wurde von der Künstlerin Gudrun Hartwig entworfen und eignet sich bestens zum Üben kleiner, spitzer Blätter.

Die Betrachtung dieses ganz besonderen Tischläufers lässt mein Herz jedes mal höher schlagen.
Das gelungene Konturenmuster wurde wohl von Frau Schäfer nach alten Vorbilder/Vorlagen entworfen und über Volkshochschulkurse weiterverbreitet. Frau Irmgard Mengel hat dieses Muster perfekt gestickt.
Auf dem sehr feinen Leinen kommen die „alten“ Muster in Verbindung mit der Hochstickerei besonders gut zur Geltung.
Obwohl die frühe Schwälmer Weißstickerei keine Durchbruchmuster kennt,
ist die Mustervielfalt dieser reizvollen Technik doch ganz beachtlich. Viele gut geeignete Füllstiche sind in meiner Publikation Frühe Schwälmer Weißstickerei zu finden.
Neben viele Schlingstichmusterungen und umschlungenen Stichen
kommen Kettenstiche in vielen Formationen und Plattstiche zum Einsatz.
Beeindruckend ist die Gleichmäßigkeit der Stiche
und die Perfektion der Blätter.
Ein beeindruckendes Beispiel exzellenter Stickkunst und ein Gesamtbild, das begeistert!
Wenn Sie sich selbst einmal an dieser Technik probieren wollen, können Sie sich gern an Frau Mengel wenden (Tel.: 05651 40684). Sie druckt das Muster auf.
Übrigens: Frau Mengel hat soeben erneut ein wunderschönes Muster entworfen. Der weihnachtliche Kranz mit Tannengirlande, Glocken, Sternen und Herzen ist wahrhaftes „Zuckerwerk“ und wird sicherlich auch Sie entzücken.
Das Kranzmotiv hat einen Außendurchmesser von ca. 40 cm. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Frau Mengel.
Meine neueste Publikation kommt noch rechtzeitig zu Weihnachten!
Unter dem Titel
„Sterne – Flächenfüllmuster mit bebilderter Schritt-für-Schritt Anleitung“
werden 18 verschiedene Sternformen in 133 Variationen gezeigt.
Das Werk enthält einzigartige Flächenfüllmuster basierend auf Limetrosen, versehen mit einer Fülle von Fotos und bebilderten Anleitungen.
Hauptbestandteil der Sterne sind Plattstiche, die mit anderen Stichen kombiniert werden; Schlingstiche, Kreuznahtstiche, Margeritenstiche, Kästchenstiche und viele weitere lassen die Sterne immer wieder anders aussehen, gestalten die Stickarbeit interessant und lassen sie nie langweilig werden.
Die kleinen Sterne können einzeln gestickt zu einer effektvollen Dekoration winterlicher Stickereien werden.
Zu Füllmustern zusammengesetzt und kombiniert mit anderen Stichen entfalten sie in größeren Flächen eine überaus imposante Wirkung. Durch die unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten ist die Mustervielfalt fast grenzenlos. Das vorliegende Werk zeigt 58 besonders attraktive Flächenfüllmuster. Dazu werden auch immer Anwendungsbeispiele gezeigt. Zum sofortigen Nacharbeiten laden beiliegende Konturenmuster ein.
Hier ist es gelungen, einzigartige Muster zu kreieren, die man bisher nicht kannte. Die Schwierigkeit, komplexe Sachverhalte gut verständlich, präzise, klar, deutlich und detailliert, aber dennoch kurz und knapp darzustellen, wurde perfekt gemeistert.
Die Stickerinnen, die meine Ausstellungen besucht und dort die Sternen-Stickereien gesehen haben, fragten seit Jahren nach Anleitungen. Immer wieder musste ich sie vertrösten. Nun freue ich mich, ankündigen zu können, dass meine neueste Publikation ab sofort zu erwerben ist.
Flächenfüllmuster
mit bebilderter Schritt-für-Schritt Anleitung

101 Seiten
616 Bilder
Text: deutsch
Ringbindung
€35.00
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